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Mesa Verde Nationalpark in Colorado (USA) – Foto, Beschreibung, Karte

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An der Spitze eines riesigen Hochlandes entdeckten die Spanier im 18. Jahrhundert, als sie auf der Suche nach einer Handelsroute über Land durch Nordamerika wanderten, einen riesigen Wald. Vor der leblosen Kulisse der Bergketten wirkte die üppige Vegetation wie ein wahres Wunder. Sie nannten dieses Gebiet „Messa Verde“, was „grüner Tisch“ oder „grünes Plateau“ bedeutet.

Geschichte

Erst Ende des 19. Jahrhunderts begannen Siedler aus Europa, die schöne „Oase“ zu besiedeln. Die örtlichen Stellen waren trotz der Fülle an Schluchten gut zum Weiden geeignet. Das hat Cowboy Richard Weatherill getan. Am 18. Dezember 1888 stieß er auf der Suche nach einer verlorenen Kuh auf einen außergewöhnlichen Anblick. Auf den Steinen war eine echte Festung mit Türmen zu sehen, die durch den Schneesturm in der Luft zu schweben schien. Betroffen von dem, was er sah, kehrte der Cowboy nach dem schlechten Wetter dorthin zurück. Was er dort fand, überraschte noch mehr.

Direkt im Felsen war ein mehrstöckiges Steingebäude zu sehen. Zahlreiche Fenster schwärzten die gelben Wände. In der Nähe, in einer riesigen Nische, standen weitere Gebäude. Um an ungewöhnliche Strukturen zu gelangen, mussten Richard und seine Brüder eine Leiter bauen. Später erkundeten sie ein ganzes Jahr lang den gesamten Distrikt und fanden etwa 180 weitere solcher verlassenen Dörfer.

Weatherill und seine Brüder nannten die Bewohner dieser Gebäude „Anasazi“. In der Sprache der Navajo-Indianer, die nebenan lebten, bedeutet dieses Wort „Vorfahren“. Später stellte sich heraus, dass die Nachkommen dieser Menschen die Pueblo-Völker waren: Hopi, Taos, Akoma, Zuni… In ihrer Sprache bedeutet „anasazi“ „Feind“ oder „Eroberer“. Daher werden diese alten Bewohner von Mesa Verde in unserer Zeit die „alten Pueblos“ genannt, da sie nach den Studien der Siedlungen äußerst friedlich waren.

Mesa Verde Nationalpark in Colorado (USA) - Foto, Beschreibung, Karte

Mesa Verde Felsenwohnungen

Dies wurde ausführlich in dem wissenschaftlichen Werk von 1893 des schwedischen Altertumsforschers Gustav Nordenskiöld „The Rock Dwellings of Mesa Verde“ niedergeschrieben. So erfuhr die ganze Welt von den verlassenen Städten im Südosten von Colorado. Aber es führte auch zu Schwierigkeiten. „Schwarze Archäologen“ plünderten die meisten Artefakte, zerstörten mehrere Gebäude. 1906 nahm der Staat dieses historische Denkmal unter Schutz. Mesa Verde ist inzwischen ein Nationalpark geworden, in dem es verboten ist, etwas zu verändern oder zu arbeiten.

Laut Forschern tauchten die ersten Menschen an diesen Orten im 5. Jahrhundert auf. Sie jagten, sammelten, mit Ästen bedeckte Unterstände dienten ihnen als Behausungen. Im 7. Jahrhundert wurden sie zunehmend sesshaft, beherrschten die Landwirtschaft und begannen, die Grundlagen des Bauens zu verstehen. Häuser mit einer großen Anzahl von Zimmern wurden in natürlichen Felsnischen gebaut. Eine solche Behausung verbarg sie vor dem Wetter. Im Sommer ist es nicht so heiß, im Winter gibt es Windschutz. Sie befestigten kleine Sandsteinblöcke und Holzbalken mit Lehm, errichteten wo möglich Mauern und füllten die Nische. Viele der Wände sind verputzt und mit Ornamenten verziert.

Mesa Verde Nationalpark in Colorado (USA) - Foto, Beschreibung, Karte

Der Zeitraum vom 11. bis 13. Jahrhundert gilt als Blütezeit dieser Zivilisation. Die Bevölkerung zählte bereits etwa fünftausend Menschen. Auf dem Plateau wurden Bohnen, Mais angebaut, Nüsse und Beeren geerntet. Die Jäger versorgten ihre Leute mit Fleisch. Die hiesigen Wälder waren reich an Wild, und in den Tiefen der Schlucht findet man immer Wasser. Schwer war aus heutiger Sicht nur der Weg nach Hause.

Die Aussparungen in den Felsen befinden sich an eher schwer zugänglichen Stellen. Um sie sowohl von oben als auch von unten zu erreichen, werden zusätzliche Geräte benötigt. Neben Löchern im Felsen für Arme und Beine flochten die Indianer Treppen aus Yucca und bauten Tunnel aus Stein.

Mesa Verde Nationalpark in Colorado (USA) - Foto, Beschreibung, Karte

Felsenpalast

Alle Hausarbeiten wurden draußen erledigt. Die Zimmer sind sehr klein, obwohl sie mit einer durchschnittlichen Körpergröße von 155 cm durchaus zum Wohnen geeignet sind. Geräumige Säle für religiöse Zeremonien, „Kivs“ genannt, Lagerräume, all dies macht die antiken Städte der Vorfahren der Pueblos aus.

Das größte und markanteste Gebäude, der Rock Palace, hat 150 Zimmer und 75 Innenhöfe. Auch das „Haus mit Balkon“ beherbergte viele Bewohner, war aber auch sehr schwer zugänglich. Um dorthin zu gelangen, müssen Sie eine zehn Meter lange Treppe, einen engen Tunnel und Steinstufen überwinden. Jetzt sind nicht alle lokalen Gebäude für Touristen zugänglich, da es sehr schwierig ist, zu ihnen zu gelangen, an manchen Stellen sogar gefährlich. Daher werden Führungen durch historische Gebäude von speziellen Rangern durchgeführt.

Mesa Verde Nationalpark in Colorado (USA) - Foto, Beschreibung, Karte

Aussichtsplattformen für Touristen

Grundsätzlich bewundern Reisende den Blick auf die antiken Felsenstädte von den gegenüberliegenden Aussichtsplattformen. Von hier aus eröffnet sich eine atemberaubende Landschaft. Inmitten der Klippe wirken die alten Wohnhäuser wie Spielzeug. Es fällt auf, dass diese Gebäude von Menschen errichtet wurden, die kein Metall kannten, alle ihre Werkzeuge waren aus Holz, Knochen, Stein…
Warum sie diese Orte verließen, wissen die Wissenschaftler nicht genau. Die allgemein akzeptierte Version ist eine Dürre, die mehr als zwanzig Jahre gedauert hat, obwohl einige vermuten, dass diese Stämme von Eindringlingen angegriffen wurden, obwohl es dafür keine genauen Beweise gibt.

Der Park ist seit 1978 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.

Mesa-Verde-Nationalpark auf der Karte

 

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