
12 Strände der Welt mit rosa, grünem und schwarzem Sand
Sand kann rosa, grün, schwarz und sogar aus Glas sein. An einem Ufer brodelt heißes Wasser unter deinen Füßen, an einem anderen setzt ein Passagierflugzeug fast direkt über deinem Kopf auf. Solche Strände sind keine Fiktion, und fast alle lassen sich besuchen. Wir haben zwölf Orte zusammengestellt, an denen Natur oder Menschen die Küste außergewöhnlich gemacht haben.
Rosa Sand auf den Bahamas erstreckt sich über mehrere Kilometer entlang des Atlantiks (Stand: 09/2026, Bahamas.com). Die Farbe stammt von den Schalen von Mikroorganismen, nicht von Farbstoff. Unten findest du die Anreise für jeden Ort und was du vor der Reise bedenken solltest.
Wie wir diese ungewöhnlichen Strände ausgewählt haben
💡 Kurz gesagt: Die Liste umfasst Küsten, an denen sich der Sand selbst oder das Wasser seltsam verhält. Sand wechselt die Farbe, Wasser erhitzt sich, und das Meer zieht sich kilometerweit zurück. Manche Orte zeigen sich nur in einem engen Zeitfenster zwischen den Gezeiten.
- Prüfe die Gezeitenpläne im Voraus. Ohne das wirken drei Strände auf der Liste nicht von ihrer besten Seite.
- Berücksichtige Jahreszeit und Wetter. Bei Sturm ist der Zugang zum Maho Beach eingeschränkt, und Thermalbecken werden überflutet.
- Strandzugang und Infrastruktur: Stand: 09/2026.
1. Pink Beach auf den Bahamas
© Rüdiger Stehn from Kiel, Deutschland · CC BY-SAFoto: Rüdiger Stehn from Kiel, Deutschland, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0), Wikimedia CommonsDer Strand liegt auf Harbour Island vor der Küste von Eleuthera, an der Ostseite. Der Sand hat hier einen zarten Rosaton, und die Farbe verblasst nicht einmal direkt an der Wasserkante. Der Farbton stammt von Foraminiferenschalen: Wellen zermahlen sie und mischen sie in den weißen Korallensand.
Der rosa Strand ist durch Riffe geschützt. Dadurch ist das Wasser in Strandnähe ruhig, und Menschenmengen und Verkäufer sind selbst in der Saison selten. Man kommt hierher, um am Wasser entlangzugehen und den Sonnenuntergang zu beobachten, nicht um laute Partys zu feiern.
- Für wen: ruhige Spaziergänge am Wasser und romantische Abende.
- Anreise: Von der Nachbarinsel Eleuthera erreichst du den Strand über das Wasser.
2. Barking Sands auf Kauai
© Nfrastructure · CC BYFoto: Nfrastructure, CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0), Wikimedia CommonsDer Strand liegt auf der hawaiianischen Insel Kauai, auf dem Gelände der Militäreinrichtung PMRF. Der Zugang zum Ufer ist eingeschränkt. Wenn du eine Handvoll Sand aufnimmst und in die Hände klatschst, erzeugt er ein Geräusch, das an Hundegebell erinnert. Dieser Effekt kommt von Quarz, der im örtlichen Sand reichlich vorhanden ist: Die Körner reiben aneinander und schwingen mit.
Der Strand liegt an der Westseite der Insel, fernab der großen Resorts. Du hörst einen seltenen Klang und siehst den Sonnenuntergang über dem Pazifik, aber Schwimmen ist hier nicht ratsam. Viele Menschen wissen nicht einmal von diesem Effekt, deshalb bleibt das Ufer leer.
- Für wen: alle, die ungewöhnlichen Naturphänomenen nachjagen.
3. Maho Beach auf Sint Maarten
© Todd Neville from Scottsdale, USA · CC BYFoto: Todd Neville from Scottsdale, USA, CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0), Wikimedia CommonsDer Strand liegt direkt am Ende der Landebahn des Princess Juliana Airport. Landende Flugzeuge nähern sich über dem Wasser und fliegen nur wenige Meter über den Köpfen vorbei. Das hat aus einem gewöhnlichen Ufer den Hauptort für Planespotting gemacht.
Der Strand liegt auf der niederländischen Seite der Insel Saint Martin. Wenn ein großes Flugzeug landet, fegt ein Schubstrahl der Triebwerke über den Sand, und Sand fliegt dir ins Gesicht. Genau für dieses Spektakel kommen die Leute hierher.
- Anreise: Vom Terminal des Princess Juliana Airport kannst du zum Strand laufen.
- Nicht für: Entspannung mit kleinen Kindern; der Lärm und der aufwirbelnde Sand stören.
4. Papakolea Green Sand Beach auf Hawaii
© Pushkr from , United States · CC BYFoto: Pushkr from , United States, CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0), Wikimedia CommonsDer Sand ist hier olivgrün. Die Farbe stammt vom Mineral Olivin, das aus einem eingestürzten Vulkankegel in der Nähe in den Sand gelangt. Grüne Strände sind selten, und Papakolea steht auf der kurzen Liste solcher Orte.
Der Strand liegt an der Südspitze der Insel Hawaii, neben einem erloschenen Krater. Vom Hang oberhalb siehst du die gesamte Bucht, deshalb steigen die Leute für den Ausblick hinauf.
- Anreise: Der Abstieg zum Wasser folgt einem unbefestigten Weg, und ein Teil der Strecke wird zu Fuß zurückgelegt.
- Für wen: alle, die bereit sind, für eine seltene Sandfarbe zu laufen.
5. San Alfonso del Mar Beach in Chile
© Andrew Latham · CC BY-SAFoto: Andrew Latham, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0), Wikimedia CommonsDer Strand liegt neben dem Resort San Alfonso del Mar und seinem riesigen künstlichen Pool. Hier kannst du ohne Wellen und kalte Strömungen schwimmen: Das Wasser im Pool erwärmt sich besser als der Ozean.
Der Sand am Ufer ist weiß, stellenweise mit Grautönen. Exotische Pflanzen wachsen ringsum, und das Ufer wirkt gepflegt. Familien mit Kindern wählen diese Option, wenn der Ozean zum Schwimmen zu kalt ist.
- Für wen: ruhiges Schwimmen, wenn der Ozean kalt und rau ist.
6. Ocean Dome in Miyazaki
© Jason7825 · CC BY-SAFoto: Jason7825, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0), Wikimedia CommonsDer Ocean Dome stand in der japanischen Stadt Miyazaki und galt als einer der größten Indoor-Wasserparks der Welt. Unter der Kuppel war ein künstlicher Strand ganzjährig in Betrieb: Die Lufttemperatur wurde reguliert, Palmen wurden gepflanzt, und ein künstlicher Vulkan „brach" stündlich aus.
Die künstlichen Wellen wurden für Surfkurse genutzt, und das aufklappbare Dach öffnete den Himmel über dem Becken. Der Komplex schloss am 1. Oktober 2007, das Gebäude wurde später abgebaut (Stand: 09/2026, Wikipedia). Hinfahren kannst du heute nicht mehr, aber das Projekt bleibt ein Beispiel für mutige Resort-Ideen.
- Status: Der Strand ist geschlossen, der Ort existiert nicht mehr, daher lässt er sich nicht in eine Reiseroute aufnehmen.
7. Playa de Gulpiyuri in Spanien
© Fernando Vázquez · CC BYFoto: Fernando Vázquez, CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/3.0), Wikimedia CommonsDer Strand liegt in Spanien nahe der Stadt Llanes und wirkt wie eine kleine Oase zwischen den Felsen. Ein Meer gibt es in der Nähe nicht: Das Wasser erreicht ihn durch unterirdische Kanäle von der benachbarten Küste. Durch die Form der Felsen erinnert der Ort an eine Muschel.
Der Sandstreifen ist kurz, Schwimmen ist nur bei ruhigem Wetter möglich. Ringsum steigt dichte Vegetation auf, sodass der Ort eher wie ein abgeschiedener Winkel wirkt als wie ein Stadtstrand.
- Anreise: Du gehst über einen Pfad vom nächstgelegenen Parkplatz aus.
- Für wen: Für einen kurzen Stopp entlang der asturischen Küste.
8. Chandipur Beach in Indien
© Nihar.race · CC BY-SAFoto: Nihar.race, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia CommonsDer Strand liegt im Osten Indiens, im Bundesstaat Odisha. Bei Ebbe zieht sich das Meer mehrere Kilometer zurück, und du läufst dem zurückweichenden Wasser buchstäblich über den freigelegten Meeresboden hinterher. Dort findest du Muscheln und kleine Krabben.
Die Flut bringt das Meer zweimal am Tag zurück, und dann ist Schwimmen möglich. Zwischen Ufer und Wasser erstrecken sich Sanddünen und Dickichte, sodass sich der Anblick im Lauf des Tages verändert.
- Für wen: Zum Beobachten der Ebbe und für Spaziergänge über den freigelegten Meeresboden.
9. Bowlingkugel-Strand in Kalifornien
© Brocken Inaglory (edited by Noodle snacks ) · CC BY-SAFoto: Brocken Inaglory (edited by Noodle snacks ), CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0), Wikimedia CommonsDer Strand liegt in Kalifornien nahe Mendocino an der Pazifikküste. Das Ufer ist übersät mit runden Felsbrocken, die in Reihen entlang des Wassers liegen. Die Wellen haben die Steine viele Jahre lang geschliffen, bis sie so glatt waren wie Bowlingkugeln.
Aus der Ferne sehen die Steinreihen so aus, als hätte sie jemand angeordnet, dabei ist es das Werk des Ozeans. Fotografiere sie bei Ebbe, wenn die Felsbrocken vollständig sichtbar sind.
- Für wen: Für einen Spaziergang und Fotos, nicht zum Liegen im Sand.
10. Glass Beach in Kalifornien
© Ryanx7 · CC BY-SAFoto: Ryanx7, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia CommonsGlass Beach ist Teil eines Küstenparks nahe der Stadt Fort Bragg. Statt Sand ist er mit bunten Kieselsteinen aus wassergeschliffenem Glas bedeckt. Früher wurde hier Müll abgeladen, und über Jahrzehnte verwandelte der Ozean Flaschenscherben in glatte kleine Steine.
Heute gibt es hier deutlich weniger farbiges Glas als auf alten Fotos. Sammeln darfst du es nicht: Das ist Parkgelände, kein Souvenirladen. Komm für einen Küstenspaziergang und Fotos vor der Kulisse der Kieselsteine.
- Für wen: Für einen Spaziergang im Park und Fotos, nicht für eine Tüte voller Souvenirs.
11. Punaluʻu, der schwarze Sandstrand auf Hawaii
© Diego Delso · CC BY-SAFoto: Diego Delso, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0), Wikimedia CommonsPunaluʻu Beach liegt an der Südküste der Insel Hawaii und ist für seinen schwarzen Sand bekannt. Die Farbe stammt von vulkanischem Basalt: Lava floss einst in den Ozean, kühlte ab und zerfiel zu feinen Körnern.
Nahe am Wasser ruhen oft grüne Meeresschildkröten. Diese Art ist geschützt, daher ist es verboten, die Tiere zu berühren oder zu stören. Beobachte sie aus respektvollem Abstand und komm nicht zu nah heran.
- Für wen: Zum Beobachten der Schildkröten aus sicherer Entfernung.
12. Hot Water Beach in Neuseeland
© W. Bulach · CC BY-SAFoto: W. Bulach, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia CommonsDer Strand liegt auf der Coromandel-Halbinsel in Neuseeland. Geothermale Quellen steigen unter dem Sand auf, und bei Ebbe bricht das Wasser direkt am Strand durch. Die Leute kommen mit Schaufeln, graben ein Loch nahe der Wasserkante und bekommen ihr eigenes privates Bad.
Das Zeitfenster ist kurz: Du solltest etwa zwei Stunden vor Ebbe und ein paar Stunden danach graben. Je tiefer das Loch, desto heißer das Wasser, also mischen die Leute es mit kühlem Meerwasser. Das Quellwasser kann sehr heiß sein, bis zu 64 °C, also steig vorsichtig hinein.
Bei Flut werden die Löcher weggespült. Prüf den Gezeitenplan und halte Kinder vom Wasser fern. Du kannst eine Schaufel in Strandnähe mieten (Stand: 09/2026, The Coromandel).
- Für wen: Paare und Familien, die am Meeresufer in heißem Wasser baden möchten.
- Der Haken: Ohne Schaufel und Gezeitenberechnung funktioniert nichts.
⁉️🤔 Häufige Fragen
An welchen dieser Strände kann man schwimmen?
An fast allen, außer am Ocean Dome, den es nicht mehr gibt, und an Barking Sands, wo Schwimmen nicht empfohlen wird. An Gulpiyuri schwimmen die Leute nur bei ruhigem Wetter. Ruhiges Wasser erwartet dich am pinkfarbenen Strand auf den Bahamas und im Pool von San Alfonso del Mar. An Maho und am Strand der „rollenden Steine" ist Schwimmen unpraktisch, und in Chandipur kehrt das Meer nur bei Flut zurück.
Wann funktioniert Hot Water Beach in Neuseeland?
Die Quellen öffnen sich bei Ebbe: Du kannst etwa zwei Stunden vor Niedrigwasser und ein paar Stunden danach graben. Bei Flut werden die Löcher weggespült und es gibt keinen Platz zum Baden. Prüf vor der Abfahrt die Ebbezeit im Plan und miete eine Schaufel.
Darf man Glas vom Glass Beach in Kalifornien mitnehmen?
Nein. Der Strand ist Teil eines Küstenparks bei Fort Bragg, und es ist verboten, Glas, Steine und Muscheln von dort zu entfernen. Schau und mach Fotos, aber lass die Kiesel an Ort und Stelle.
Was ist mit dem Ocean Dome in Japan passiert?
Der Komplex in Miyazaki schloss am 1. Oktober 2007, und das Gebäude wurde später abgerissen (Stand: 09/2026, Wikipedia). Der künstliche Indoor-Strand existiert nicht mehr, also plane keine Reise dorthin.
Was solltest du an einen ungewöhnlichen Strand mitbringen?
Geschlossene Schuhe, Wasser und einen Hut. Am Strand der rollenden Steine brauchst du rutschfeste Sohlen, und an den heißen Quellen ist eine Schaufel praktisch. Für Maho Beach nimm eine Kamerahülle mit: Sand fliegt dir ins Gesicht und in die Ausrüstung.
Kurz gesagt: Was sich zu buchen lohnt
Für farbigen Sand beginn mit den Bahamas und Hawaii: Der pinkfarbene Strand auf Harbour Island und der grüne Papakōlea liefern dir die lebendigsten Fotos. Für ein spektakuläres Erlebnis fahr nach Maho, wo Flugzeuge direkt am Ufer landen.
Zum ruhigen Schwimmen sind der pinkfarbene Strand und der Pool von San Alfonso del Mar gute Optionen. Für ein Erlebnis zum Anfassen wähle Hot Water Beach: Ein paar Stunden um die Ebbe herum bleiben lange in Erinnerung. Prüf vor der Abreise den Gezeitenplan auf der offiziellen Website des Coromandel-Tourismusbüros.


