
35 Krakauer Sehenswürdigkeiten: eine Zwei-Tage-Route und Tickets im Voraus
Krakau beherbergt Dutzende Kirchen, ein Königsschloss und eine ganze unterirdische Stadt. Zwei Tage reichen für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten; um alles auf einmal zu sehen, brauchst du mindestens eine Woche. Wir haben 35 Krakauer Sehenswürdigkeiten mit Adressen und ehrlichen Details zusammengestellt, damit du keine Zeit mit leeren Stopps verschwendest.
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Was du in Krakau sehen solltest: So planst du deine Route
Die Altstadt ist kompakt, aber die Sehenswürdigkeiten verteilen sich auf vier Stadtteile. Wawel und der Marktplatz liegen nah beieinander, Kazimierz und Podgórze sind durch eine einzige Straßenbahnlinie verbunden, und die Hügel und die Abtei liegen außerhalb des Zentrums. So kannst du dir die Zeit einteilen, ohne zu hetzen und ohne unnötige Umstiege.
💡 Kurz gesagt:
- Widme Tag 1 der Altstadt und dem Wawel, Tag 2 Kazimierz, Podgórze und Skałka.
- Buche Tickets für den Wawel und das Rynek Underground online im Voraus; im Sommer sind die Warteschlangen länger.
- Preise und Öffnungszeiten: Stand: 09/2026, geprüft auf der offiziellen Website des Museums von Krakau und mariacki.com.
Sehenswürdigkeit | Stadtteil | Eintritt |
|---|---|---|
Wawel-Schloss | Wawel | Ticket für die Routen, einige Säle im Winter geschlossen |
Marienbasilika | Altstadt | Ticket während der Touristenzeiten |
Rynek Underground | Altstadt | Ticket online über das Museum von Krakau |
Kościuszko-Hügel | Zwierzyniec | Ticket für die Aussichtsplattform |
Czartoryski-Museum | Altstadt | Ticket des Nationalmuseums |
Krakauer Zoo | Wolski-Wald | Ticket, kostenpflichtiger Parkplatz |
Die folgende Liste ist nach Bedeutung geordnet: Altstadt, Kazimierz und Podgórze, Aussichtspunkte und die Außenbezirke.
1. Marienbasilika
© Ввласенко · CC BY-SAFoto: Ввласенко, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0), Wikimedia CommonsDie Marienbasilika prägt seit mehr als sechs Jahrhunderten die Silhouette des Marktplatzes. Zwei unterschiedlich hohe Türme blicken auf den Platz. Der höhere dient als Wachturm: Von ihm wird zu jeder vollen Stunde das Hejnał gespielt. Der niedrigere dient als Glockenturm; hinter seinem Fenster läutet eine Glocke für die Toten.
Im Inneren siehst du den Hauptaltar von Veit Stoss, den größten gotischen Schnitzaltar Europas. Er wurde aus vergoldetem Holz geschnitzt, und die biblischen Szenen sind auch ohne Führung gut zu erkennen. Über dem Kirchenschiff spannt sich ein blaues Gewölbe mit goldenen Sternen, und entlang der Wände stehen barocke und Renaissance-Kapellen. Drei Stile treffen in einem einzigen Raum aufeinander.
Touristen werden täglich von 11:30 bis 18:00 Uhr eingelassen (Stand: 09/2026, Zeitplan der Basilika), und während der Gottesdienste ist der Zutritt eingeschränkt. Geh an einem Wochentag am Vormittag: Die Schlange vor dem Altar ist kürzer, und das Licht der Buntglasfenster fällt direkt auf das Schnitzwerk. Für den Hejnał-Turm wird ein separates Ticket verkauft; es gibt keinen Aufzug, nur Treppen.
- Anfahrt: Geh zum Rynek Główny; die Basilika steht in der nordöstlichen Ecke des Platzes.
2. Wawel-Schloss
© Stanislau 93 · CC BY-SAFoto: Stanislau 93, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/pl/deed.en), Wikimedia CommonsDer Wawel ist das wichtigste Schloss des Landes und das Herz der polnischen Geschichte. Das Königsschloss, die Kathedrale und die Verteidigungsmauern stehen auf einem Hügel über der Weichsel. Bis zur Verlegung der Hauptstadt nach Warschau wurde hier über das Schicksal des Staates entschieden.
Am Eingang begrüßt dich ein Denkmal von Tadeusz Kościuszko zu Pferd. Das Wappentor führt in den Haupthof; rechts davon steht die Kathedrale mit über der Tür hängenden Mammutknochen, links das Kathedralmuseum. Im Hof werden thematische Ausstellungen betrieben: die königlichen Gemächer, orientalische Kunst, die Rüstkammer und die Schatzkammer. Durch den Hof kannst du zur Drachenhöhle hinabsteigen.
Plane einen halben Tag für das Schloss, die Kathedrale und die unterirdischen Bereiche ein. Buche Tickets für die einzelnen Routen im Voraus; im Sommer sind sie bis zum Morgen ausverkauft: Wawel-Routen auf Tiqets.
3. Bischofspalast
© Ludvig14 · CC BY-SAFoto: Ludvig14, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0), Wikimedia CommonsDer hellgelbe Palast an der Franziskanerstraße ist mit Johannes Paul II. verbunden. Karol Wojtyła zog hier 1944 als Priesterseminarist ein und verließ das Gebäude 1978 als Erzbischof, als er zum Papst gewählt wurde.
Die Polen bewahren dieses Gebäude als Erinnerung an ihren Landsmann. Nach seinem Tod war der Platz vor dem Palast mehr als einen Monat lang mit Blumen und Kerzen bedeckt. Über der Eingangstür siehst du das Fenster, aus dem der Papst junge Menschen grüßte.
Heute beherbergt das Gebäude ein Museum zum Vermächtnis des Papstes: Geschenke von Staatsoberhäuptern, alte Gemälde und Skulpturen. Vor der Fassade steht ein Denkmal für Johannes Paul II. mit segnend erhobenen Händen. Tagsüber ist der Palast selten leer; sowohl Touristen als auch Pilger kommen hierher. Der Palast ist tagsüber für Besucher geöffnet, und du kannst einen Besuch gut mit einem Spaziergang entlang der Franziskanerstraße verbinden.
4. Marktplatz
© Ingo Mehling · CC BY-SAFoto: Ingo Mehling, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia CommonsDer Marktplatz entstand bereits im 13. Jahrhundert als Handelszentrum der Stadt. Er gilt als einer der größten mittelalterlichen Märkte Europas. Hier wurden Geschäfte abgeschlossen, über Preise gestritten und königliche Erlasse verkündet.
Rundherum stehen Häuser aus der Renaissance, streng in der Form und reich im Detail. Auf dem Platz selbst findest du den Rathausturm, die Adalbertkirche und das Denkmal für den Dichter Adam Mickiewicz. Wenn du schon dort bist, halte in den Tuchhallen Ausschau nach handgefertigten Souvenirs.
Der Eintritt ist frei, und der Platz ist rund um die Uhr zugänglich. Komm tagsüber, wenn die Museen und Kirchen geöffnet sind. Die Adresse lautet Stare Miasto, Rynek Główny; du erreichst den Platz mit der Straßenbahn, dem Bus oder zu Fuß von überall im Zentrum.
5. Rynek Underground
© Robin · CC BYFoto: Robin, CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0), Wikimedia CommonsUnter dem Marktplatz verbirgt sich ein stadthistorisches Museum über die mittelalterliche Stadt. Es wurde 2010 nach sechs Jahren archäologischer Ausgrabungen eröffnet. Forscher fanden Fragmente von Häusern, Pflasterungen, Handelswaagen, Münzen und Vasen.
Das Museum liegt vier Meter unter der Erde und wirkt wie ein Labyrinth aus alten Straßen. Du gehst zwischen alten Mauern und Handelskarren hindurch, begleitet von Multimedia-Bildschirmen und Hologrammen. Moderne Technik lässt die Atmosphäre einer längst verschwundenen Siedlung wieder aufleben.
Die Ausstellung ist kompakt und auch ohne Führung gut verständlich. Der Rundgang führt an den Fundamenten von Handwerkswerkstätten vorbei, in denen Kupfermünzen und Keramikscherben gefunden wurden. Tickets werden über die Website des Museums von Krakau verkauft; Wochenend-Slots sind schneller ausgebucht (Stand: 09/2026). Der Abstieg beginnt in den Tuchhallen, und ein Schild an der Platzseite weist auf den Eingang hin.
6. Kazimierz
© Scotch Mist · CC BY-SAFoto: Scotch Mist, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia CommonsKazimierz ist eine Stadt in der Stadt. Historisch war das Viertel von der jüdischen Gemeinde geprägt, daher gibt es hier mehr Synagogen als katholische Kirchen. Der Bezirk ist voller Friedhöfe, Kulturstätten und Gebetshäuser.
Sieh dir die beiden Hauptpunkte im Zentrum an. Die Katharinenkirche bezaubert Besucher mit dem Klang ihrer gewaltigen Orgel, die ihresgleichen sucht. Die Basilika zum Leib Christi beherbergt das Gemälde „Anbetung der Heiligen Drei Könige". Kazimierz ist genau der Ort, den Spielberg als Kulisse für „Schindlers Liste" wählte.
Das Herz des Viertels ist die Szeroka-Straße, wo die Alte Synagoge und mehrere Gebetshäuser stehen. Der Eintritt zum jüdischen Kulturzentrum ist frei, und die Straßenbahn fährt entlang der Starowiślna-Straße. Plane einen halben Tag für den Spaziergang ein: Die Straßen sind kurz, aber es gibt viele davon, und das Interessante verbirgt sich in den Innenhöfen.
7. Wasserpark
© Emptywords · CC BY-SAFoto: Emptywords, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia CommonsDer Wasserpark in Krakau ist einer der größten in Osteuropa. Die Rutschen sind in vier farblich gekennzeichnete Gruppen unterteilt: Bei manchen schreist du vor Tempo, andere bieten Spezialeffekte, und wieder andere sind für Kinder gedacht. Der ganze Stolz der Anlage ist eine lange Rutsche mit dreiminütiger Abfahrt durch Kurven und Wendungen.
Du kannst in den Becken schwimmen, im Whirlpool entspannen, und die Kinder werden das flache Becken mit der Pirateninsel gar nicht mehr verlassen wollen. Der Park hat ganzjährig täglich von 8:00 bis 22:00 Uhr geöffnet, das Wasser wird auf 29 bis 32 °C gehalten (Stand: 09/2026, parkwodny.pl). An den Rutschen ist immer viel los: Polen kommen aus dem ganzen Land hierher.
Die Adresse lautet ul. Dobrego Pasterza 126. Du erreichst den Park mit dem Bus bis zur Haltestelle „Park Wodny"; am nahe gelegenen Hotel gibt es Parkplätze. Kauf dein Tagesticket online, denn an der Kasse kann es zu Warteschlangen kommen. Wenn du mit Kindern unterwegs bist, plane mindestens einen halben Tag ein, sonst schaffst du nicht alles.
8. Planty-Park
© Zygmunt Put Zetpe0202 · CC BY-SAFoto: Zygmunt Put Zetpe0202, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia CommonsDer Planty ist ein grüner Ring rund um die Altstadt. Einheimische erholen sich hier: Junge Leute verstecken sich im Grün, Ältere spielen Schach und schnappen frische Luft, und Touristen fotografieren die Blumenbeete. Wenn du von Museen genug hast, bist du hier genau richtig.
Auf Schritt und Tritt begegnen dir wieder Sehenswürdigkeiten: Skulpturen, Denkmäler, historische Gebäude und das Archäologische Museum. Dessen Sammlung umfasst Funde aus dem Alten Ägypten und dem Mittelalter, und der Park selbst erstreckt sich rund um den gesamten historischen Teil der Stadt.
Der Planty umschließt die gesamte Altstadt, du kannst also von jedem Punkt im Zentrum in den Park eintreten. An dieser Stelle standen einst Festungsmauern, die die Stadtbewohner vor Aufständen und Kriegen schützten. Später wurden die Wälle abgetragen und an ihrer Stelle Spazierwege angelegt. Der Eintritt ist frei, und du kannst hier zu jeder Tageszeit spazieren gehen.
9. Florianstor und Barbakane
© Gswito · CC BY-SAFoto: Gswito, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia CommonsDas Florianstor und die Barbakane siehst du dir am besten gemeinsam auf einer Route an. Das Tor wurde 1307 erbaut und nach dem Schutzpatron Krakaus benannt. Im Inneren befindet sich eine Kapelle Unserer Lieben Frau, und die Fassade ist mit einem Wappen mit Adler und einem Relief des heiligen Florian geschmückt.
Daneben steht die Barbakane, ein massiver Wehrturm. Einst schützte sie die Zugänge zur Stadt; heute beherbergt sie ein historisches Museum und an Feiertagen finden hier Ritterturniere statt. Adresse: ul. Basztowa, Tickets verkauft das Museum von Krakau (Stand: 09/2026, Öffnungszeiten und Preise).
Du erreichst den Ort mit der Straßenbahn oder dem Bus, Linien führen durch dieses Viertel. Der Besuch dauert etwa eine Stunde, und entlang der Festungsmauer kannst du zu Fragmenten der alten Befestigungsanlagen spazieren. Geführte Touren durch die Altstadt auf GetYourGuide.
10. Kathedrale der Heiligen Stanislaus und Wenzeslaus
© Jakub Hałun · CC BY-SAFoto: Jakub Hałun, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0), Wikimedia CommonsDie Kathedrale auf dem Wawel-Hügel ist eine der meistverehrten Kirchen in Polen. Monarchen der polnisch-litauischen Adelsrepublik wurden hier gekrönt und hier bestattet. Über Jahrhunderte diente die Basilika als Grabstätte von Herrschern, Bischöfen, Politikern und Heerführern.
Die erste Kirche wurde um die Wende vom 11. zum 12. Jahrhundert aus weißem Kalkstein errichtet. Im 14. Jahrhundert wurde das Gebäude umgebaut, Schiffe, Kapellen und Türme kamen hinzu. Heute siehst du ein Stilgemisch von Romanik bis Jugendstil, und an der Nordseite erhebt sich der Sigismundturm mit seiner gewaltigen Domglocke.
Rund um die backsteinerne Basilika mit ihren hohen Fenstern stehen Kapellen, Schatzkammern und eine Kirche. Die Fassade ist mit drei Türmen, einem dreieckigen Giebel, Reliefornamenten und Skulpturen der Heiligen Stanislaus und Wenzeslaus geschmückt. In den durch hohe Bögen gegliederten Hallen findest du prunkvolle Altäre und königliche Sarkophage.
In einem silbernen Grab ruhen die Reliquien des Bischofs Stanislaus, des Schutzpatrons Polens: Es ist mit zwölf Reliefs geschmückt, die Szenen aus dem Leben des Heiligen darstellen. Der Hauptaltar wurde 1650 aufgestellt; sein Mittelstück ist ein großes Gemälde des gekreuzigten Christus in vergoldetem Rahmen.
11. Rathausturm
© Fred Romero from Paris, France · CC BYFoto: Fred Romero from Paris, France, CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0), Wikimedia CommonsDer gotische Turm aus rotem Backstein erhebt sich seit dem frühen 14. Jahrhundert über dem Marktplatz. Er war einst Teil des Rathauses, das im 19. Jahrhundert wegen Baufälligkeit abgerissen wurde. Die Fassade zeigt Spitzbogenfenster, eine mechanische Uhr und senkrechte Rippen.
Das Bauwerk überstand mehrere Brände durch Blitzeinschläge und neigte sich lange Zeit zur Seite. Eine schmale Wendeltreppe führt dich zu einer Aussichtsplattform mit Panoramablick über die Stadt. Im Inneren sind Ausstellungen zur Geschichte des Stadtrats zu sehen.
Wirf auch einen Blick in das Untergeschoss: Zuerst wurde es zur Lagerung von Bier und Wein genutzt, dann beherbergte es Verliese mit Folterkammern, und heute betreibt dort ein Café. Tickets und Öffnungszeiten findest du beim Museum von Krakau (Stand: 09/2026, Seite zum Turm).
12. Collegium Maius
© Zygmunt Put · CC BY-SAFoto: Zygmunt Put, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia CommonsMehr als einhunderttausend Studierende leben in Krakau. Die meisten studieren an der Jagiellonen-Universität, einer der ältesten Europas. Ihr Absolvent war der Astronom Nikolaus Kopernikus, und das historische Hauptgebäude heißt Collegium Maius.
Der dreistöckige gotische Bau wurde im 15. Jahrhundert aus rotem Backstein errichtet. Die Mauern bilden einen viereckigen Innenhof mit Bogengalerie, Gewölbedecke und weißen Steinsäulen, in der Mitte steht ein Brunnen.
Seit dem frühen 20. Jahrhundert ist das Kolleg ein Museum. Du siehst die Privatgemächer der Professoren, Hörsäle und einen Speisesaal mit originaler Holzmöblierung. Dazu kommen wissenschaftliche Instrumente, astronomische Geräte und eine Sammlung von Globen, während die Wände des großen Saals mit Porträts von Dozenten aus sechs Jahrhunderten geschmückt sind. Der Innenhof ist ohne Ticket zugänglich, du kannst also zwischen zwei anderen Sehenswürdigkeiten der Altstadt kurz vorbeischauen.
13. Platz der Ghetto-Helden
Der Platz der Ghetto-Helden in Podgórze erinnert an die Tragödie der polnischen Juden. Auf dem Kopfsteinpflaster stehen Stühle aus Gusseisen und Bronze, die Menschen symbolisieren, die aus ihren Wohnungen geworfen wurden. Der Ort wurde nicht zufällig gewählt: 1941 wurden die Juden der Stadt hier hinter einen Zaun getrieben.
© Ingo Mehling · CC BY-SAFoto: Ingo Mehling, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia CommonsMehr als zwanzigtausend Menschen lebten auf diesem kleinen Gebiet mit all ihrem Besitz und ihren Möbeln unter unmenschlichen Bedingungen. Von hier aus wurden Menschen nach Auschwitz deportiert. Heute ist es ein stiller Platz des Gedenkens, nicht für Selfies.
Komm morgens oder abends hierher, wenn weniger Reisegruppen unterwegs sind. Von Kazimierz aus ist der Platz zu Fuß über die Brücke erreichbar, etwa zwanzig Minuten. In der Nähe steht die Adler-Apotheke, ein ehemaliger Teil des Ghettos, die ebenfalls sehenswert ist.
14. Museum für Gegenwartskunst
© Mocak · CC BY-SAFoto: Mocak, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0), Wikimedia Commons2004 kaufte die Stadt das Gebäude der ehemaligen Schindler-Fabrik für ein Museum für Gegenwartskunst. Nach dem Umbau wurden die Fabrikhallen zu einem avantgardistischen Komplex mit Glasfassade und spitzen Dächern.
Der Raum ist in thematische Zonen gegliedert. In den Sälen findest du konzeptuelle Projekte, Gemälde zeitgenössischer Künstler, Skulpturen, Fotografien und Performances mit audiovisueller Begleitung. Mehrere Vorführräume zeigen Kurzfilme zu gesellschaftlichen Themen.
MOCAK liegt in Zabłocie, neben der Schindler-Fabrik. Plane ein paar Stunden ein; die Ausstellung lässt sich ohne Hetze gut schaffen. Wenn du zur Öffnungszeit kommst, sind die Säle fast leer, und du kannst die gesamte Ausstellung in einem Besuch in Ruhe durchgehen. In der Nähe sind die Fabrikgebäude und der Schornstein erhalten geblieben, sie laden nach dem Museum zu einem angenehmen Spaziergang ein.
15. Polnisches Luftfahrtmuseum
© Pawelsuder · CC BY-SAFoto: Pawelsuder, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia CommonsDas Polnische Luftfahrtmuseum befindet sich auf einem der ältesten Militärflugplätze Europas. Es beherbergt echte Flugzeuge, Hubschrauber, Segelflugzeuge und Triebwerke aus verschiedenen Epochen. Ein Teil der Ausrüstung steht direkt auf der ehemaligen Startbahn.
Die Exponate verteilen sich auf vier Gebäude, die wie ein rotierender Propeller geformt sind. Im Inneren gibt es ein Kino, eine Bibliothek und einen Flugsimulator, der ein Pilotencockpit nachbildet. Besonders beeindruckend ist die Allee sowjetischer MiG-Jäger.
Das Museum liegt in einem Vorort von Krakau und erfordert einen separaten Ausflug. Plane mindestens zwei Stunden ein, um das Flugzeuggelände und die Hallen zu erkunden. Es ist eine gute Option für alle, die mit Kindern unterwegs sind und genug von Kirchen haben.
16. Juliusz-Słowacki-Theater
© Jeremiah Z. Cockroach · CC BY-SAFoto: Jeremiah Z. Cockroach, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia CommonsEin 1893 erbautes Theater dominiert den Platz des Heiligen Geistes. Es wurde nach dem Dichter und Dramatiker Juliusz Słowacki benannt. Das Gebäude gilt als Beispiel für Eklektizismus, bei dem verschiedene Stile vermischt werden.
Die sandfarbene Fassade ist mit Basreliefs, einem Portikus mit Pilastern, Balustraden und Skulpturen verziert. Barocke Kuppeln krönen den Bau. Das Innere ist nicht weniger beeindruckend als die Fassade: Die Säle sind mit Fresken österreichischer Künstler ausgemalt.
Auf vier Bühnen werden zeitgenössische und klassische Dramen, Opern, Musicals und Komödien gezeigt. Auch ohne Vorstellung lohnt es sich, abends zur Fassade zu gehen, wenn die Beleuchtung eingeschaltet ist. Der Platz des Heiligen Geistes liegt auf dem Weg vom Hauptmarkt zum Bahnhof, du stößt also auch ohne Karte auf das Theater.
17. Peter-und-Paul-Kirche
© Jeremiah Z. Cockroach · CC BY-SAFoto: Jeremiah Z. Cockroach, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia CommonsDie Basilika St. Peter und Paul wurde 1635 geweiht und ist die erste Barockkirche Polens. Sie wurde aus Dolomit und Ziegeln erbaut und von einem schmiedeeisernen Zaun umgeben. Zwölf Apostelfiguren stehen auf Sockeln vor dem Eingang.
Die dreigeschossige Fassade ist mit Pilastern, Giebeln, Basreliefs und Nischen mit Statuen verziert. Das Gebäude hat ein einziges Kirchenschiff mit Kapellen und einer halbrunden Apsis und wird von einer großen Kuppel gekrönt. Das Innere wirkt zugleich schlicht und monumental.
Im Hauptraum stehen geschnitzte Kirchenbänke, und das Apsisgewölbe ist mit Szenen aus dem Leben der Apostel geschmückt. Der Hauptaltar verdient Aufmerksamkeit, mit seinen vergoldeten Skulpturen und dem Gemälde „Die Schlüsselübergabe an den heiligen Petrus". In den Kapellen befindet sich eine große Sammlung von Gemälden und Skulpturen nach den Regeln der römisch-katholischen Kirche.
18. Dreifaltigkeitsbasilika
© Zygmunt Put · CC BY-SAFoto: Zygmunt Put, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia CommonsDie Dreifaltigkeitsbasilika, ein Beispiel gotischer Architektur, erhebt sich unweit des Hauptmarkts. Die Kirche wurde Mitte des 13. Jahrhunderts unter dem Missionar Jacek Odrowąż erbaut. Sie wurde zu einem Stützpunkt für Mönche, die ihr Leben dem Dienst an Gott widmeten.
Die Basilika besteht aus drei Schiffen mit zehn Kapellen. Die Backsteinfassade wird von spitzbogigen Fenstern mit kunstvollen Gittern durchbrochen und von einem großen Stufengiebel mit kleinen Türmen gekrönt. Der Eingang führt durch einen Anbau mit drei Bögen.
Das Innere ist auffallend reich gestaltet. Entlang des Hauptschiffs spannen sich Bögen auf hohen Säulen, die Wände sind mit floralen Ornamenten bemalt, und die Decke weist ein Kreuzrippengewölbe auf. In den Räumen siehst du Holzskulpturen, Fresken und schöne Buntglasfenster. Der Eingang ist wegen Gottesdiensten nicht immer geöffnet, komm also gegen Mittag und prüfe den Aushang an der Tür.
19. Heiligtum der Barmherzigkeit Gottes
© marek7400 · CC BYFoto: marek7400, CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/3.0), Wikimedia CommonsDas Heiligtum der Barmherzigkeit Gottes steht im Stadtteil Łagiewniki. Es ist eine moderne Basilika aus dem Jahr 2002 und sieht nicht wie eine traditionelle Kirche aus. Auf dem gepflegten Gelände erhebt sich ein Gebäude in Form einer langgestreckten Ellipse, das an eine Arche erinnert.
Die Fassade besteht aus glasierten Aluminiumpaneelen unterschiedlicher Breite. Im Inneren herrscht eine helle Farbpalette vor: Wände und Säulen aus rohem Beton, die Decke mit radialen Trägern verziert. Vor der Kirche steht ein 77 Meter hoher ovaler Turm mit einer Aussichtsplattform unter einem Glasdach.
Pilger kommen aus der ganzen Welt hierher. Der Komplex umfasst mehrere Kapellen und geräumige Säle für Gottesdienste. Der Hauptaltar besteht aus weißem Marmor, daneben hängt das Gemälde „Jesus, ich vertraue auf dich". Die Fahrt vom Zentrum dauert mit der Straßenbahn etwa eine halbe Stunde und lässt sich gut mit einem Spaziergang durch das ruhige Viertel Łagiewniki verbinden.
20. Kościuszko-Hügel
© Pawelsuder · CC BY-SAFoto: Pawelsuder, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia CommonsDer Kościuszko-Hügel wurde 1823 zu Ehren des polnischen Nationalhelden errichtet. Der 34 Meter hohe Hügel entstand aus Erde, die von polnischen und amerikanischen Feldern stammt, auf denen Tadeusz Kościuszko kämpfte. Von oben eröffnet sich ein Panorama über ganz Krakau.
Der Hügel wird von einem Backsteinfort eingerahmt, das die Österreicher Mitte des 19. Jahrhunderts erbauten. Für die Festung war der Hügel ein strategisch wichtiger Punkt. Auf dem Fortgelände befinden sich ein Wachsfigurenmuseum und eine Ausstellung mit Gegenständen aus dem Leben Kościuszkos.
Der Aufstieg ist sanft, dauert aber seine Zeit, also trag bequeme Schuhe. Tickets für die Aussichtsplattform und das Fort werden vor Ort verkauft, in der Hochsaison ist es aber besser, im Voraus zu buchen: Tickets für Krakauer Aussichtsplattformen. In der Nähe steht die Kirche der seligen Bolesława, die ebenfalls einen Besuch lohnt.
21. Tuchhallen
© Jorge Lascar · CC BYFoto: Jorge Lascar, CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0), Wikimedia CommonsDie Tuchhallen stehen direkt am Hauptmarkt und gelten als eines der schönsten Gebäude Krakaus. Einst wurde hier mit Tuch und importierten Stoffen gehandelt, daher der polnische Name Sukiennice. Im Mittelalter war dies einer der belebtesten Handelsplätze Europas.
Nach einem Brand wurde das Gebäude auf Anordnung von König Bolesław V. dem Keuschen wiederaufgebaut. Die Stadt erhielt 1257 das Recht zur Selbstverwaltung nach Magdeburger Recht, und damals begann die Bebauung des Marktplatzes. Später wirkte der Künstler Jan Matejko an der Gestaltung mit.
Heute befinden sich im Erdgeschoss Läden mit handgefertigten Souvenirs, und die Fassade steht als UNESCO-Weltkulturerbe unter Schutz. Das Obergeschoss beherbergt eine Galerie polnischer Kunst des 19. Jahrhunderts, die über eine separate Treppe an der Rückseite der Hallen erreichbar ist. Wenn du ein Souvenir suchst, vergleiche die Preise an verschiedenen Ständen: Die Spanne ist selbst bei identischen Artikeln deutlich spürbar.
22. Sandomierz-Turm
© tiger rus · CC BYFoto: tiger rus, CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/3.0), Wikimedia CommonsDer Sandomierz-Turm ist Teil der Wawel-Befestigungsanlage. Sein zweiter Name lautet Feuerturm. Der Ort ist malerisch: Einheimische kommen hierher, um sich am Wochenende zu erholen, und von oben hat man einen Blick auf die Weichsel.
Früher hieß der Turm Neuer Turm, bis der Name veraltet war. Hier wurden Gefangene aus Sandomierz festgehalten, darunter Kämpfer für die polnische Unabhängigkeit. Auch Aufstände und Volksunruhen ereigneten sich in dieser Gegend.
Die erste Erwähnung der Festung findet sich in Chroniken aus dem Jahr 1462. Hier wurden Aufständische enthauptet, die des Mordes an dem einflussreichen Adligen Andrzej Tęczyński beschuldigt wurden. Später entstand hier ein ganzer Festungskomplex, und im 16. und 17. Jahrhundert wurde der Turm erweitert und für verschiedene Zwecke umgenutzt. Der Besuch steht allen offen, aber der Aufstieg führt über eine lange Treppe, und nicht jeder ist bereit, sie in Angriff zu nehmen.
23. Ethnografisches Museum
© Zygmunt Put Zetpe0202 · CC BY-SAFoto: Zygmunt Put Zetpe0202, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia CommonsDas Ethnografische Museum befindet sich im Gebäude des ehemaligen Kazimierz-Rathauses aus dem Jahr 1414. Es steht am Wolnica-Platz und beherbergt eine der reichsten Sammlungen polnischer Volkskultur.
1910 wurde die Gesellschaft des Ethnografischen Museums gegründet. Die Exponate stammten aus den Beständen des Nationalmuseums, und die Sammlung wuchs schnell. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Sammlung in das Rathausgebäude verlegt.
Heute siehst du eine Dauerausstellung über das Leben auf dem polnischen Land, Trachten, Handwerk und Bräuche, während das dritte Obergeschoss für Wechselausstellungen reserviert ist. Eine gute Option, wenn du eine Pause von Kirchen und Königen brauchst.
24. Glasmalerei-Museum
© Lollencja · CC BY-SAFoto: Lollencja, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/pl/deed.en), Wikimedia CommonsDas Glasmalerei-Museum zeigt Glaskunst in einem modernistischen Gebäude, das Ludwik Wojtyczko 1907 entworfen hat. Es beherbergt eine „lebendige Ausstellung": Du siehst aus nächster Nähe, wie zeitgenössische Glasmalerei mit klassischen Techniken entsteht. Nur noch wenige solcher Werkstätten gibt es in Europa.
In der Nähe befindet sich die Galerie für modernes Glas mit den besten Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern, die der Tradition treu geblieben sind. Die Sammlung bestand einst aus wenigen Stücken, die aus verschiedenen Ecken Polens und der Nachbarländer zusammengetragen wurden.
Die Werkstatt wurde bereits 1902 eröffnet und hat Tausende von Glasmalereien hervorgebracht. Sie setzte Entwürfe von Stanisław Wyspiański, Henryk Uziembło und Józef Mehoffer um. Im Jahr 2000 ging die Werkstatt in private Hände über, während das Gebäude Eigentum der Stadt blieb.
25. Zoo
© Fry72, Karel Frydrýšek · CC BY-SAFoto: Fry72, Karel Frydrýšek, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia CommonsDer Krakauer Zoo liegt im geschützten Wolski-Wald, und schon die Anfahrt ist ein Rückzug in die Natur. Rundherum erstrecken sich Wälder und Hügel, und mehrere Hektar erschlossenes Gelände sind für den Zoo reserviert.
Die Sammlung kann mit dem Wiener Zoo bei der Artenzahl nicht mithalten, begeistert aber mit seltenen Tieren. Rote Pandas, Okapis und Greifvögel, die in anderen europäischen Zoos kaum zu sehen sind, leben hier. An Wochentagen kommen nur wenige Besucher, das ist die beste Zeit für einen ruhigen Spaziergang.
Du erreichst den Zoo mit dem Stadtbus, und für Autofahrer gibt es einen großen Parkplatz am Eingang. Am Wochenende kann das Parken zum Problem werden, also komm am besten zur Öffnungszeit. Wähle dein Schuhwerk dem Wetter entsprechend: Ein Teil des Weges führt über Hänge, und die Wege zwischen den Gehegen sind lang.
26. Fronleichnamsbasilika
© Jorge Láscar · CC BYFoto: Jorge Láscar, CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0), Wikimedia CommonsDer Bau der Fronleichnamsbasilika begann 1385 an der Stelle einer Holzkirche. Die Arbeiten dauerten etwa zwanzig Jahre. Der Entwurf sah zwei Türme vor, wie es in der Gotik üblich war, doch das zunächst fertiggestellte Gebäude wurde von einem einzigen Turmhelm auf der Nordseite gekrönt.
Lange Bauzeiten sind im Kirchenbau nichts Ungewöhnliches: Solche Ausgaben können nur große Gemeinschaften und Stifter stemmen. Deshalb veränderte sich die Basilika im Laufe der Zeit, und verschiedene Bauleiter nahmen Änderungen vor. Der zweite Turm wurde erst viel später vollendet, im 17. Jahrhundert.
Heute zeigt das Ensemble eine Mischung der Stile, und der Eklektizismus wirkt zu seinem Vorteil: Gotische, barocke und spätrenaissancezeitliche Elemente stehen nebeneinander. Gottesdienste finden seit 1405 auf Anordnung von König Władysław II. Jagiełło statt. Die Basilika steht in Kazimierz, der Eintritt ist frei, doch während der Gottesdienste werden Touristen gebeten, draußen zu warten.
27. Andreaskirche
© Jeremiah Z. Cockroach · CC BY-SAFoto: Jeremiah Z. Cockroach, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia CommonsDie Andreaskirche ist eines der drei ältesten Sakralgebäude Krakaus. Ein typischer romanischer Bau, steht sie seit 1079 und ist gut erhalten. Sie wurde nicht nur für Gottesdienste errichtet: In erster Linie war sie eine Festung, in der die Stadtbewohner vor Angreifern Schutz suchten.
Dank ihrer dicken Mauern überstand die Stadt zwei Tatareneinfälle und die Ansprüche der Nachbarn. Den Bau der Kirchenfestung ordnete Woiwode Sieciech unter Fürst Władysław I. Herman an. Die anderthalb Meter dicken Mauern wurden aus weißem Kalkstein errichtet, und die Ecken wurden mit großen Platten verstärkt.
Zur Straßenseite hin erheben sich zwei Türme mit achteckigen Kuppeln, und die Biforienfenster verraten die romanische Epoche. Später wurde hier ein Frauenkloster eingerichtet, und die Bibliothek bewahrte alte Folianten auf, darunter das „Graduale". Nach Bränden wurde die Basilika mit Spenden der Stadtbewohner restauriert, wobei ihr romanisches Erscheinungsbild erhalten blieb.
28. Czartoryski-Museum
© Zygmunt Put · CC BY-SAFoto: Zygmunt Put, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia CommonsDas Czartoryski-Museum ist eine der bemerkenswertesten Kunstgalerien Polens. Die Sammlung ist Teil des Nationalmuseums in Krakau. Sie begann mit Gemälden aus dem Besitz von Fürstin Izabela Czartoryska, und ihre Erben machten die Sammlung 1796 zu einem Museum.
Lange Zeit wanderten die Meisterwerke von einem Gebäude ins nächste, und einige der Gemälde gingen verloren. Heute ist die Hauptausstellung im Gebäude des Krakauer Arsenals untergebracht. 1945 erlitt die Sammlung schwere Verluste: Die Gemälde wurden von abziehenden NS-Truppen gestohlen.
Neben Gemälden beherbergt das Museum alte Handschriften, ägyptische Artefakte, Ritterrüstungen und Antiquitäten. Das Herzstück der Sammlung ist die „Dame mit dem Hermelin" von Leonardo da Vinci, auch wenn die Zuschreibung bis heute umstritten ist. Krakau Museumstickets auf Tiqets.
29. Franziskanerkirche
© Igor123121 · CC BYFoto: Igor123121, CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/4.0), Wikimedia CommonsDie Franziskanerkirche wurde im 13. Jahrhundert am Allerheiligenplatz erbaut. Historiker streiten darüber, wer mit dem Bau begann, doch das geistliche Leben blühte hier unter Herzog Heinrich II. dem Frommen und seinem Sohn auf. Die Kirche wurde aus weichem Sandstein errichtet.
Das Gebäude wurde 1241 von den Mongolen verwüstet, und den größten Schaden richteten die Schweden an: 1655 brannte die Kirche fast vollständig nieder. Später, 1850, brannte sie erneut. Die Restaurierung übernahmen Karol Kremer, danach Karol Knaus und Władysław Ekielski.
Heute ist sie eine einschiffige gotische Kirche mit neugotischen Elementen. Ihre größten Schätze sind die Glasmalereien, vor allem „Gottvater, die Erschaffung der Welt" und das Bild der Schmerzensmutter, der Wohltäterin, aus dem frühen 16. Jahrhundert. Geh tagsüber hinein, wenn das Licht durch das Glas fällt.
30. Jüdisches Museum Galicja
© Jeremiah Z. Cockroach · CC BY-SAFoto: Jeremiah Z. Cockroach, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia CommonsDas Jüdische Museum Galicja befindet sich im Stadtteil Kazimierz. Seine Ausstellungen erzählen die Geschichte der galizischen Kultur vor dem Holocaust. Das Museum wurde 2004 auf Initiative des Fotojournalisten Chris Schwarz und von Professor Jonathan Webber aus Birmingham eröffnet.
Jedes Jahr kommen Zehntausende Besucher aus verschiedenen Ländern hierher. Die Materialien werden auf Polnisch und Englisch präsentiert, insgesamt gibt es fünf Bereiche, darunter Zeugnisse über den Holocaust und Auschwitz. Die zentrale Ausstellung „Spuren der Erinnerung" ist der Blüte der jüdischen Kultur in Südpolen gewidmet.
Du siehst Fotografien von Synagogen, Friedhöfen und Denkmälern sowie eine Darstellung des Alltagslebens der örtlichen Juden. Das Museum ist klein, aber die Materialien sind eindringlich, also plane mindestens eine Stunde für deinen Besuch ein. Fotografien der Vorkriegs-Schtetl und Berichte von Zeitzeugen erklären die Geschichte des Viertels besser als jeder Reiseführer.
31. Benediktinerabtei
© Jakub Hałun · CC BY-SAFoto: Jakub Hałun, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0), Wikimedia CommonsDie Benediktinerabtei steht in Tyniec, einem Vorort von Krakau. Sie ist eines der ältesten christlichen Zentren Europas und ein malerischer Teil des Landschaftsparks Bielany-Tyniec. Das Gebäude wird in Dokumenten aus dem Jahr 1044 erwähnt und wurde im Auftrag von König Kasimir I. errichtet.
Später wurde das Anwesen mit Befestigungen umgeben: Mauern, ein Wall, ein Graben und Bastionen. Die Befestigungen retteten die Mönche nicht vor schwedischen, österreichischen und tschechischen Eindringlingen. 1260 wurde das Gebiet von den Mongolen-Tataren geplündert und blieb danach lange Zeit verlassen.
Später wurde die Kirche mit einem Altar und einer Kanzel aus seltenem Marmor bereichert. Die Restaurierung wurde italienischen Meistern anvertraut. Heute kannst du durch die Säle gehen, einen Blick in die Bibliothek mit seltenen Folianten werfen und die Fresken und Glasmalereien der Basilika bewundern, die auf Kalksteinfelsen über der Weichsel thront.
32. Kirche auf dem Felsen
© Adrian Grycuk · CC BY-SAFoto: Adrian Grycuk, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/pl/deed.en), Wikimedia CommonsDie Kirche auf dem Felsen ist eine katholische „Kirche auf einem kleinen Stein". Der Ort ist auch als Kirche der Heiligen Michael der Erzengel und Stanislaus bekannt. Ihre Vorgeschichte ist tragisch: Auf dem Hügel stand einst eine heidnische Kultstätte, und 1079 wurde hier Bischof Stanislaus auf Befehl von König Bolesław II. dem Kühnen hingerichtet.
In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts gehörte das Gebäude der Pauliner-Gemeinschaft. Im 17. Jahrhundert wurde es von den Schweden zerstört, danach wurde die Kirche nach einem Entwurf des Architekten Antoni Muntzer wiederaufgebaut, fortgeführt von dem Italiener Antonio Solari. Die Stuckarbeiten im Innenraum stammen von Jan Rojowski, und Architekt Julian Niedzielski vollendete den Umbau.
Der Krieg ging nicht spurlos an ihr vorbei: Silberreliquien aus dem 16. Jahrhundert wurden gestohlen, Ausstattung und Fassade beschädigt. Später wurden sie restauriert, und 2005 erhielt die Kirche den Status einer Basilica minor. Eine alte Rokoko-Orgel ist hier noch in Gebrauch, und am 8. Mai zieht eine Fußprozession vom Wawel zur Skałka.
33. Józef-Piłsudski-Brücke
© ImreKiss · CC BYFoto: ImreKiss, CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/3.0), Wikimedia CommonsDie Józef-Piłsudski-Brücke ist die älteste in Krakau. Sie wurde für Autos und den Schmalspurverkehr gebaut. Die Entscheidung zum Bau fiel nach der Schließung der unsicheren Podgórze-Brücke, die nicht mehr zu reparieren war.
Das neue Projekt einer Gruppe von Ingenieuren unter der Leitung von A. Pszenicki sollte Kazimierz und Podgórze verbinden. Der Bau wurde 1933 abgeschlossen, das Metall lieferten örtliche Fabriken. Die Stadt kostete sie Millionen Złoty, und die Brücke wurde sogar „golden" genannt, für die Überquerung wurde eine Maut erhoben.
Während des Krieges wurde die Brücke schwer beschädigt: Abziehende deutsche Truppen verminten die Konstruktionen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie rasch wiederhergestellt, um die Altstadt wieder mit dem Vorort zu verbinden. Straßenbahnen und Radfahrer nutzen die Brücke erst nach dem Wiederaufbau. Am Abend ist der beleuchtete Wawel von der Brücke aus gut zu sehen, komm also zum Sonnenuntergang. Von der Fußgängerzone aus kannst du zum Ufer hinuntergehen und an der Weichsel entlang bis zum Schloss spazieren.
34. Jan-Matejko-Haus
© Igor123121 · CC BYFoto: Igor123121, CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/4.0), Wikimedia CommonsDas Jan-Matejko-Haus ist ein vierstöckiges Herrenhaus aus dem 16. Jahrhundert an der Floriańska-Straße. Der große polnische Maler wurde hier geboren, lebte und arbeitete hier. Nach seinem Tod 1893 veröffentlichte eine lokale Zeitung einen Aufruf zur Gründung eines Museums.
Die Jan-Matejko-Gesellschaft sammelte Relikte der alten polnischen Familie. Einige Gemälde wurden mit Spenden von Verwandten und Mitbürgern aus anderen Ausstellungen angekauft. Schlafzimmer und Wohnzimmer des Malers wurden für die Gemälde reserviert, während das Gebäude als Museum vorbereitet wurde.
In der Ausstellung siehst du nicht nur Gemälde, sondern auch die persönliche Bibliothek des Meisters. Sie beherbergt eine orientalische Waffensammlung, die er bewunderte, Gegenstände aus dem mittelalterlichen Polen, Tafelgeschirr, Kostüme und sogar Folterinstrumente, die von Inquisitoren verwendet wurden. Separat ausgestellt sind Interieurs aus dem 19. Jahrhundert und Werke weniger bekannter Künstler jener Zeit.
35. Krakus-Hügel
© Mach240390 · CC BYFoto: Mach240390, CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/3.0), Wikimedia CommonsDer Krakus-Hügel ist ein Erdwerk am Ufer der Weichsel, an derselben Stelle wie der Lasota-Hügel. Der Hügel ist etwa dreiundzwanzig Meter hoch. Das geheimnisvolle Erdwerk ist nach Fürst Krak benannt, dem Gründer der Stadt, der der Legende nach den Drachen tötete. Steven Spielberg drehte in dieser Gegend „Schindlers Liste".
Bei Ausgrabungen fanden Archäologen Artefakte aus verschiedenen Epochen: Silber, Bronze und Münzen aus dem 7. und 8. Jahrhundert. Der Zweck der Hügel wird in Fachkreisen noch immer diskutiert, darunter der Krakus- und der Wanda-Hügel sowie die Hügel zu Ehren von Kościuszko und Piłsudski.
Heute kommen Einheimische und Touristen hierher, um auf den Gipfel zu steigen und den Blick über die Stadt zu genießen. Der Aufstieg ist kurz, und die Aussicht öffnet sich auf die Weichsel und Zwierzyniec. Nimm Wasser mit: Oben ist es ungeschützt und im Sommer heiß.
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Krakauer Sehenswürdigkeiten auf der Karte
Alle 35 Punkte lassen sich bequem auf zwei Routen aufteilen. Unten findest du eine Karte, die dir hilft, deinen Weg zwischen den Orten zu planen und keine Zeit mit Transfers zu verschwenden.
Sehenswürdigkeiten von Krakau
Orte auf der Karte
- 1Marienbasilika Altar von Veit Stoß, gotischer Schnitzaltar Europas, das Hejnał-Signal vom Turm
- 2Wawel-Schloss Königsschloss auf einem Hügel, Kathedrale und die Drachenhöhle
- 3Bischofspalast Residenz von Johannes Paul II., Museum des päpstlichen Erbes
- 4Hauptmarkt Größter mittelalterlicher Marktplatz Europas, Rathausturm und die Tuchhallen
- 5Rynek Underground Archäologisches Museum unter dem Platz, eröffnet 2010
- 6Kazimierz Jüdisches Viertel, Synagogen und die Szeroka-Straße
- 7Aquapark Krakau Einer der größten in Osteuropa, Rutschen und Becken
- 8Planty-Park Grüner Ring um die Altstadt an der Stelle der ehemaligen Stadtmauern
- 9Florianstor und Barbakane Tor von 1307 und Verteidigungsturm mit Museum
- 10Kathedrale der Heiligen Stanislaus und Wenzel Grabstätte der polnischen Könige auf dem Wawel
- 11Rathausturm Gotischer Turm aus dem 14. Jahrhundert mit Aussichtsplattform
- 12Collegium Maius Ältestes Gebäude der Jagiellonen-Universität, Kopernikus-Museum
- 13Platz der Ghettohelden Denkmal für die Opfer des Krakauer Ghettos, gusseiserne Stühle
- 14MOCAK – Museum für zeitgenössische Kunst MOCAK im Gebäude von Schindlers Fabrik, zeitgenössische Kunst
- 15Polnisches Luftfahrtmuseum Flugzeuge und Hubschrauber auf einem ehemaligen Flugplatz
- 16Juliusz-Słowacki-Theater Eklektisches Gebäude von 1893 mit Fresken
- 17Peter-und-Paul-Kirche Polens erste Barockkirche, Apostelstatuen
- 18Basilika der Heiligen Dreifaltigkeit Gotische Kirche aus dem 13. Jahrhundert mit zehn Kapellen
- 19Heiligtum der Göttlichen Barmherzigkeit Moderne Basilika von 2002, ein 77 m hoher Turm
- 20Kościuszko-Hügel Erdhügel von 1823 zu Ehren des polnischen Helden, Panoramablick auf die Stadt
- 21Tuchhallen Markthalle am Platz, Souvenirs und eine Galerie polnischer Kunst
- 22Sandomierz-Turm Teil der Wawel-Befestigungen, Blick auf die Weichsel
- 23Ethnografisches Museum Alltag eines polnischen Dorfes, im Gebäude des ehemaligen Rathauses
- 24Glasmalerei-Museum Aktive Glasmalerei-Werkstatt, in Betrieb seit 1902
- 25Zoo Krakau Zoo im Wolski-Wald, Roter Panda und Okapi
- 26Fronleichnamsbasilika Kirche von 1385 in Kazimierz, ein Stilmix
- 27Andreaskirche Romanischer Wehrbau von 1079
- 28Czartoryski-Museum 'Dame mit dem Hermelin' von Leonardo da Vinci
- 29Basilika des Heiligen Franz von Assisi Gotische Kirche aus dem 13. Jahrhundert mit Glasfenstern von Wyspiański
- 30Jüdisches Museum Galizien Geschichte der jüdischen Kultur Galiziens vor dem Holocaust
- 31Benediktinerabtei Eines der ältesten christlichen Zentren Europas, in Tyniec
- 32Kirche auf dem Felsen (Skałka) Ort der Hinrichtung von Erzbischof Stanislaus im Jahr 1079
- 33Józef-Piłsudski-Brücke Älteste Brücke der Stadt, Blick auf das beleuchtete Wawel
- 34Jan-Matejko-Haus Haus-Museum des Künstlers mit seiner persönlichen Waffensammlung
- 35Krakus-Hügel Erdhügel zu Ehren des legendären Stadtgründers
⁉️🤔 Häufige Fragen
Wie viele Tage sollte ich für Krakau einplanen?
Zwei volle Tage reichen für die Altstadt, den Wawel, Kazimierz und Podgórze. Plane einen weiteren Tag für die Hügel, den Zoo und die Abtei in Tyniec ein. Wenn du die gesamte Liste der 35 Punkte ohne Eile abdecken möchtest, plane vier bis fünf Tage und lass einen Abend für den Hauptmarktplatz frei.
Was sollte ich im Voraus buchen?
Tickets für den Wawel, das Rynek Underground und die Türme kaufst du am besten einige Tage vorher online. Im Sommer sind die Zeitfenster für den Wawel schon am Morgen ausgebucht, und der Eintritt zum Rathausturm ist durch die Kapazität begrenzt. Entspannte Orte wie Planty, Kazimierz und der Hauptmarktplatz erfordern keine Reservierung.
Wann ist die beste Reisezeit?
Die milden Jahreszeiten sind Mai, Juni und September: weniger Reisegruppen und angenehmes Wetter zum Aufsteigen. Im Juli und August ist der Hauptmarktplatz überfüllt, und die Schlangen vor den Museen sind länger. Im Winter sind einige Wawel-Routen geschlossen, aber der Platz und die Kirchen sind leer.
Ist Krakau für eine Reise mit Kindern geeignet?
Ja. Kinder werden den Wasserpark mit Rutschen, den Zoo im Wolski-Wald und das Polnische Luftfahrtmuseum mit Flugzeugen im Freien mögen. Für einen ruhigen Tag eignen sich Planty und ein Spaziergang zur Drachenhöhle am Wawel. Malereimuseen hebst du dir besser für den zweiten Tag auf.
Wo in Krakau übernachten?
Die Altstadt ist am bequemsten: Du gehst zu Fuß zum Marktplatz, zum Wawel und zum Florianer Tor. Kazimierz ist günstiger und abends lebendiger, aber du läufst etwas länger zu den Hauptsehenswürdigkeiten. Ein Hotel an der Weichsel bietet dir einen Blick auf den Wawel, aber du musst die Straßenbahn nach Kazimierz nehmen. Finde ein Hotel in Krakau auf Trip.com.
Kurz gesagt: Was du buchen solltest
Krakau öffnet sich, wenn du nicht in Schlangen stehst. Du hast die wichtigsten Tickets und Routen bereits gesehen, jetzt ist es an der Zeit, nach deinem Tempo zu wählen.
- Wenn du zwei Tage hast: Buche die Wawel-Routen und das Rynek Underground.
- Wenn du mit Kindern reist: Plane einen Tag für den Wasserpark und den Zoo ein.
- Wenn du Aussichten liebst: Steig auf den Rathausturm und den Kościuszko-Hügel.
- Wenn du Geschichte ohne Führer möchtest: Hol dir Tickets für die „Dame mit dem Hermelin" und den Veit-Stoß-Altar.
Die meisten Fragen drehen sich um den Wawel, daher solltest du diese Tickets zuerst sichern: Vergleiche Krakau-Touren und Tickets auf GetYourGuide.


