
Zehn verlassene Leichenschauhäuser Europas und der USA: Was im Inneren überlebt hat
Mortuarium Schoonselhof in Antwerpen wurde 2007 abgerissen. Zehn Jahre lang stand es davor leer: Obduktionstische und Wandfliesen blieben an Ort und Stelle (laut Fotoarchiv von urbex.nl, Stand: 09/2026). So enden viele Krankenhausgebäude: Die Einrichtung wird geschlossen, die Ausstattung bleibt zurück, und für den Abriss fehlt das Geld.
Wir haben zehn verlassene Leichenschauhäuser und Mortuarien in Europa und den USA zusammengestellt. Darunter sind ein Krankenhaus bei Berlin, in dem 1916 der Gefreite Adolf Hitler behandelt wurde, und Orte, deren Adressen bis heute nicht veröffentlicht sind (laut Berliner Morgenpost, Stand: 09/2026).
KISymbolbild: KI-generiertZu jedem Ort findest du vier Dinge: was der Ort ist, was innen erhalten blieb, wie man hineinkommt und was du dir zuerst ansehen solltest.
Was diese zehn Orte gemeinsam haben
💡 Kurz gesagt:
- Die Orte wurden zu unterschiedlichen Zeiten geschlossen: Das Krankenhaus auf Ellis Island war bis 1951 in Betrieb (Krankenhausgeschichte), das Mortuarium in Antwerpen wurde dagegen erst 2007 abgebaut (Fotodokumentation).
- Fast überall steht Obduktionsausrüstung noch an ihrem Platz: Der Abtransport kostet mehr, als sie zurückzulassen.
- Friedhofsgebäude sind frei zugänglich, und Ellis Island empfängt Besucher im Rahmen der Programme des Nationaldenkmals. Die übrigen Orte werden bewacht oder vor Besuchern verborgen.
- Zustand und Zugang der Orte: Stand 09/2026, geprüft über die Beelitz-Heilstätten-Seite und Materialien des National Park Service.
Die Tabelle unten hilft dir, einen Ort für deine Route auszuwählen. Die ausführlichen Beschreibungen folgen in derselben Reihenfolge.
Ort | Land | Was erhalten blieb | Zugang |
|---|---|---|---|
Mortuarium Schoonselhof | Belgien | Mortuarium 2007 abgerissen, Fotos erhalten | Friedhof offen, freier Eintritt |
Beelitz-Heilstätten | Deutschland | Gebäude, Stationen, Treppenhäuser | als Denkmal geschützt |
St Mary's Hospital Mortuary | England | Wände, Böden, Flure | nimmt keine Besucher auf |
Harold Wood Hospital Mortuary | England | Räume mit Pfützen auf dem Boden | keine Daten |
St Peter's Hospital Mortuary | England | Tische, Ausstattung | aktives Krankenhaus |
Cambridge Military Hospital | England | Stationen und Operationssäle | Umbau zu Wohnungen |
Leichenschauhaus ohne Adresse | England | Kühlkammern | Adresse nicht veröffentlicht |
Privates Leichenschauhaus | Deutschland | Obduktionsräume | Adresse nicht veröffentlicht |
Leichenschauhaus Ellis Island | USA | Krankenhausgebäude | Teil des Nationaldenkmals |
Geister-Leichenschauhaus | unbekannt | keine Informationen | Koordinaten geheim |
1. Mortuarium Schoonselhof, Antwerpen, Belgien
© Wernervc · CC BY-SAFoto: Wernervc, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0), Wikimedia CommonsDer Friedhof Schoonselhof in Antwerpen ist noch in Betrieb, der Eintritt ist frei. Die Friedhofsleichenhalle wurde Ende der 1990er-Jahre geschlossen und danach abgebaut: Im Inneren gibt es nichts mehr zu sehen (laut einer Fotoreportage über die Leichenhalle und der offiziellen Friedhofsseite, Stand: 09/2026).
Trotzdem ist dies der bekannteste Ort in dieser Auswahl. Fotos des leeren Obduktionsraums mit weißen Fliesen und langen Tischen verbreiteten sich über Urbex-Blogs und tauchen bis heute in fremden Listen verlassener Orte auf. Genau diese Aufnahmen wecken das Interesse an dem Thema.
Wenn du in Antwerpen bist, besuche den Friedhof selbst. Er hat eine eigene Architektur, eine ruhige Atmosphäre und Hinweisschilder zu historischen Gräbern, während die Leichenhalle nur noch auf Archivfotos zu sehen ist.
- Ort: Antwerpen, städtischer Friedhof Schoonselhof.
- Der Haken: Die Leichenhalle selbst existiert nicht mehr. In dieser Auswahl bleibt sie nur durch Fotografien.
2. Beelitz-Heilstätten, bei Berlin, Deutschland

Der Komplex in Beelitz wurde ab 1898 als Lungenheilstätte für Berliner Arbeiter errichtet (laut deutscher Wikipedia, Stand: 09/2026). Er wurde zu einem der größten Krankenhausensembles nahe der Hauptstadt: mehrere Dutzend Gebäude auf zweihundert Hektar.
In beiden Weltkriegen diente er als Militärkrankenhaus. 1916 wurde der an der Front verwundete Gefreite Adolf Hitler in einem der Säle behandelt, und nach 1945 übernahm das sowjetische Militär den Komplex (laut einem Geschichtsessay über Beelitz, Stand: 09/2026).
Die Gebäude stehen seit den 1990er-Jahren leer. Du siehst Stationsfliesen, breite Treppenhäuser und Spuren der Krankenhauslogistik: Flure, durch die Krankenbetten geschoben wurden, und Küchen, die auf Hunderte Mahlzeiten ausgelegt waren. Die Dimension trifft dich sofort, sobald du ein einziges Gebäude von einem Ende zum anderen durchquerst.
- Was bleibt: Gebäude, Stationen, Treppenhäuser und etwas medizinische Ausstattung.
- Für wen: für alle, die Größe und Geschichte suchen statt Nervenkitzel.
- Der Haken: Das Ensemble steht unter Denkmalschutz, der freie Zugang ins Innere ist daher gesperrt.
3. Leichenhalle des St Mary’s Hospital, England
© Chris Allen · CC BY-SAFoto: Chris Allen, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0), Wikimedia CommonsEine britische Krankenhausleichenhalle, die geschlossen wurde, ohne die Räume zu räumen. Die Wände haben hier eine sumpfgrüne Farbe, und Böden und Flure sind fast noch so wie an Arbeitstagen. Diese Farbe wurde in Krankenhäusern nicht aus ästhetischen Gründen gewählt: Sie verdeckte Spuren an den Wänden.
Das Gefühl ist bedrückend: enge Gänge, kahle Türen, raumhohe Fliesen und in manchen Räumen völlige Fensterlosigkeit. Genau diese Innenräume siehst du auf den meisten Fotos verlassener medizinischer Einrichtungen.
Das Gebäude ist nicht Teil einer offiziellen Stadttour. Zu den Gründen der Schließung und zum genauen Datum gibt es in offenen Quellen keine Informationen, daher lässt sich der Ort nur über den Zustand der Räume datieren.
- Was bleibt: Ausstattung und Möbel, die bei der Schließung nicht entfernt wurden.
- Wie es aussieht: grüne Wände und leere Flure ohne Beschilderung.
4. Leichenhalle des Harold Wood Hospital, Essex, England
© Noel Jenkins · CC BY-SAFoto: Noel Jenkins, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0), Wikimedia CommonsDie Leichenhalle des Krankenhauses in Essex ist seit Langem verlassen, und das sieht man sofort im Inneren. Pfützen stehen auf dem Boden, Schmutz haftet an den Wänden, und von der Einrichtung sind nur noch schwere Tische und ein Teil der Fliesen übrig. Die englische Landschaft ringsum wirkt völlig normal: Bäckereien, gepflegte Häuser, grüne Rasen.
Genau dieser Kontrast funktioniert: draußen eine ruhige Vorstadt mit gemächlichem Lebensrhythmus, drinnen die feuchten und dunklen Räume einer ehemaligen Leichenhalle. Tagsüber ist es nicht unheimlich, aber abends schwindet das Licht schnell, und du stehst mit deinem Handy statt einer Taschenlampe im Dunkeln.
- Was bleibt: Obduktionstische, Fliesen und etwas Ausstattung.
- Der Haken: Der Ort wird nicht instand gehalten, und die Böden sind bei jedem Wetter nass und rutschig.
5. Leichenhalle des St Peter’s Hospital, Surrey, England
© Alan Hunt · CC BY-SAFoto: Alan Hunt, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0), Wikimedia CommonsDiese Leichenhalle wurde in nahezu funktionsfähigem Zustand zurückgelassen. Die Ausstattung steht an ihrem Platz, und die Räume wirken, als hätte die Schicht gestern geendet. Genau deshalb ist dieser Ort beunruhigender als die anderen.
Das St Peter’s Hospital selbst in Chertsey ist weiterhin in Betrieb.
Von außen ist es eine gewöhnliche Vorstadtgegend in Surrey, wo dich niemand aufhalten wird. Drinnen hält alles nur noch mühsam zusammen: Treppenhäuser und Böden waren für eine andere Belastung und einen anderen Pflegezustand ausgelegt.
- Was bleibt: Ausstattung und Möbel.
- Der Haken: Das Krankenhaus in Chertsey ist aktiv, und zur Leichenhalle gibt es keinen freien Zugang.
6. Militärkrankenhaus Cambridge, England
© Jack1956 · CC BY-SAFoto: Jack1956, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia CommonsEin Militärkrankenhaus in Aldershot, auf dessen Stationen Soldaten mit Verbrennungen und Schusswunden lagen. Sie wurden hier über Monate behandelt, und wer nicht überlebte, wurde in die Leichenhalle innerhalb desselben Komplexes gebracht.
Das Gebäude wird derzeit restauriert und zu Wohnungen umgebaut, du kannst also nicht hinein. Wenn dir die Atmosphäre der Militärmedizin wichtig ist, musst du von außen schauen. Im Inneren sind den Beschreibungen zufolge die Stationen und Operationssäle mit historischen Fliesen erhalten geblieben.
Ein eigenes Thema dieser Auswahl: wie ein ehemaliges Militärkrankenhaus ein neues Leben bekommt. Hier werden die historischen Gebäude restauriert und zu Wohnraum umgebaut.
- Was bleibt: Stationen, Operationssäle und Gebäudeflure.
- Der Haken: Es gibt keinen freien Zugang; die Gebäude werden für Wohnzwecke restauriert.
7. Leichenhalle ohne Adresse, England

Dieser Ort wurde vor vielen Jahren aufgegeben, und seine genaue Lage wird bis heute nicht veröffentlicht. Die Kühlkammern sind längst außer Betrieb, wirken aber intakt, ebenso wie die Tische daneben. Der Bodenbelag ist stellenweise abgeschlagen, das Wandmuster aber noch erkennbar.
Wer die Leichenhalle geschlossen hat und warum, ist unbekannt. Offizielle Informationen zum Schicksal des Gebäudes gibt es nicht, daher kursieren online nur Spekulationen: von einer Krankenhausverlegung bis zu einem Versorgungsausfall. Es gibt nichts zu überprüfen, und eine Adresse gibt es ebenfalls nicht.
- Was bleibt: Kühlkammern und Obduktionstische.
- Der Haken: Die Koordinaten werden geheim gehalten, du kannst den Ort auf keiner Karte finden.
8. Private Leichenhalle, Deutschland
Eine kleine Leichenhalle in einem Wohnhaus in Deutschland. Obduktionsräume liegen direkt neben gewöhnlichen Zimmern, was die zentrale Frage aufwirft: Hat hier ein Pathologe von zu Hause aus gearbeitet, oder hat der Besitzer lediglich die Instrumente gelagert?
Eine Antwort gibt es nicht. Das Gebäude ist verlassen, der Name des Besitzers wird nicht preisgegeben, und die Raumaufteilung ist nur auf Fotos dokumentiert. Für dich ist das ein seltener Fall, bei dem Privatpraxis und Medizin im selben Gebäude koexistieren.
Die Raumaufteilung deutet darauf hin, dass der Raum gezielt für eine bestimmte Funktion gebaut und nicht später umgenutzt wurde. Tische, Abflüsse und Fliesen sind exakt dort, wo sie hingehören.
- Was bleibt: Obduktionsräume und Instrumente.
- Der Haken: Die Adresse wird nicht veröffentlicht, du kannst den Ort also nicht selbst besichtigen.
9. Leichenhalle auf Ellis Island, New York, USA
© Rhododendrites · CC BY-SAFoto: Rhododendrites, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia CommonsDas Krankenhaus auf Ellis Island nahm von 1902 bis 1951 Einwanderer auf (laut englischer Wikipedia, Stand: 09/2026). Die Station selbst, durch die Millionen Menschen gingen, schloss 1954 (laut National Park Service, Stand: 09/2026).
Die Krankenhausgebäude stehen auf der Südseite der Insel und gehören zum Nationaldenkmal Freiheitsstatue. Hier wurden jene behandelt, denen die Einreise aus gesundheitlichen Gründen verweigert wurde, und hier wurden jene beerdigt, die nicht überlebten. Die Leichenhalle war Teil desselben Systems.
Für dich ist das der am leichtesten zugängliche Ort auf dieser Liste: Die Insel ist per Fähre mit der Stadt verbunden, und die Südseite ist über die organisierten Programme des Denkmals zugänglich.
- Was bleibt: Krankenhausgebäude auf der Südseite der Insel.
- Zugang: Gelände des Nationaldenkmals, nur per Fähre erreichbar.
10. Geister-Leichenhalle ohne Koordinaten

Der letzte Eintrag: ein Ort, dessen Koordinaten die Person, die ihn gefunden hat, bewusst nicht veröffentlicht. Der Grund ist unbekannt. Vielleicht möchte sie keine zufälligen Schaulustigen dort haben, oder sie hat im Inneren etwas gesehen, worüber sie nicht spricht.
Allen Berichten zufolge ist es dort düster und still, und Schritte hallen über den gesamten Boden. Diese Berichte lassen sich nicht überprüfen, behandle sie also eher als Geschichten denn als Fakten. Nur eines ist bestätigt: In offenen Quellen gibt es keine offiziellen Daten zu dieser Leichenhalle.
- Was bleibt: keine verifizierten Informationen.
- Der Haken: keine Adresse oder Koordinaten in offenen Quellen.
Sicherheit und Rechtslage: Was du beachten solltest
Geschlossenes Gelände ohne Erlaubnis zu betreten ist nicht erlaubt. In Deutschland und Großbritannien ist das eine Ordnungswidrigkeit oder Straftat, kein Freizeitvergnügen, und du wirst dafür zur Verantwortung gezogen. Einige der Orte auf dieser Liste befinden sich in Privatbesitz.
Das zweite Risiko ist die Bausubstanz. In alten Gebäuden stürzen Decken ein, Fliesen fallen herab, und gesundheitsschädlicher Staub wird aufgewirbelt. Nimm eine Atemschutzmaske, eine Taschenlampe, Handschuhe und festes Schuhwerk mit.
Geh zu zweit und sag jemandem aus deinem Umfeld, wohin du gehst. Prüfe vor dem Besuch den Status des Ortes: Einige Gebäude auf dieser Liste wurden bereits abgerissen, andere sind wegen Sanierung geschlossen. Wenn du frische Absperrungen siehst, kehr um.
⁉️🤔 Häufige Fragen
Kann man legal in eine verlassene Leichenhalle hinein?
Meistens nein. Die Orte auf dieser Liste befinden sich in privatem oder öffentlichem Besitz, und das Betreten ohne Erlaubnis gilt als Verstoß. Friedhofsgebäude und das Gelände des Nationaldenkmals auf Ellis Island sind legal zugänglich. Die anderen Leichenhallen kannst du von außen ansehen oder nach Absprache mit dem Eigentümer besichtigen.
Welche Orte auf dieser Liste existieren noch?
Die meisten. Die Gebäude der Beelitz-Heilstätten, die britischen Krankenhäuser und der Komplex auf Ellis Island stehen noch. Die Leichenhalle auf dem Schoonselhof in Antwerpen wurde 2007 abgebaut, sie bleibt also nur durch Fotos Teil dieser Liste.
Warum steht Obduktionsausrüstung noch immer dort?
Der Abtransport kostet Geld, und ein neuer Eigentümer hat für schwere Tische und Schränke meist keine Verwendung. Es ist einfacher, das Gebäude zu schließen und alles so zu lassen, wie es ist. Deshalb bleiben Ausrüstung und Fliesen jahrelang in Leichenhallen zurück, und Fotografen sowie Lost-Places-Fans machen sich schließlich dorthin auf.
Ist es gefährlich, verlassene Krankenhäuser zu besuchen?
Ja, und die Gefahr ist praktischer, nicht mystischer Natur. Eingestürzte Decken, Glasscherben, Schimmel und Staub schaden deiner Gesundheit, und eine Verletzung auf geschlossenem Gelände musst du erklären. Nimm eine Atemschutzmaske und eine Taschenlampe mit, geh nicht allein und halte dich von Räumen mit Rissen fern.
Wo kann man den aktuellen Status eines Ortes prüfen?
Auf offiziellen Seiten. Für den Friedhof Schoonselhof ist das die Website der Stadt Antwerpen, für Ellis Island das Material des National Park Service. Für den historischen Hintergrund der deutschen und britischen Krankenhäuser schau auf städtische Websites und in lokale Archive; Foren taugen nur als grobe Orientierung zum Aussehen.
Kurz gesagt: Was du buchen solltest und wann du fahren solltest
Wenn es dir um Größe und Geschichte geht, beginne mit Beelitz-Heilstätten. Wenn du einen legalen Besuch ohne Risiko möchtest, wähle den Friedhof Schoonselhof in Antwerpen oder die Südseite von Ellis Island über die Programme des Nationaldenkmals. Wenn dich Militärmedizin interessiert, sieh dir das Cambridge Military Hospital in Aldershot von außen an.
Ein praktischer Tipp zum Schluss. Prüfe die Öffnungszeiten und Besuchsregeln auf der offiziellen Seite des Ortes: Auf dem Schoonselhof ist der Eintritt frei, und es ist die ruhigste Option für einen ersten Ausflug (Stand: 09/2026, Friedhofsinformationen).


