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Kaffee, Mopeds und Baguettes: 8 überraschende Fakten über Vietnam

Kaffee, Mopeds und Baguettes: 8 überraschende Fakten über Vietnam

Vietnam überrascht einen Touristen schon an der ersten Kreuzung. Hier funktioniert alles anders: auf den Straßen, beim Essen und sogar bei den vertrauten Preisen. Manche europäischen Regeln gelten hier schlicht nicht.

Es gibt fast keine Pkw, dafür rund 77 Millionen Mopeds (Stand: 09/2026, Daten der Agentur VietnamNet). Hier sind acht Fakten, die diese Lebensweise erklären und dir helfen, deine Reise ohne Überraschungen zu planen.

Vietnam in acht Fakten

💡 Kurz gesagt:

  • Der Verkehr läuft über Mopeds: Es gibt zig Millionen davon und nur wenige Pkw.
  • Kaffee und Reis machen das Land zu einem Weltmarktführer im Export.
  • Alkohol ist teuer: Die Sondersteuer ist hoch und steigt weiter.

Thema

Kurz gesagt

Stand: 09/2026

Verkehr

rund 77 Millionen Mopeds

Übersicht zum Motorradbestand

Kaffee

Platz zwei weltweit

Kaffeebericht

Reis

rund 8 Millionen Tonnen im Jahr 2025

Reisbericht

Alkohol

Sondersteuer bis 90% bis 2031

Steuerübersicht

1. Baguette und Banh Mi: französisches Erbe

Zwei Bánh-Mì-Sandwiches mit Fleisch und Kräutern

Frankreich herrschte fast hundert Jahre über Vietnam, und das Brot hat hier Wurzeln geschlagen. Französische Baguettes werden an jeder Ecke verkauft. Sie sind kürzer als europäische, weil dem Teig Reismehl beigemischt wird.

Aus dem Baguette wird das wichtigste Streetfood gemacht, Banh Mi. Hinein kommen gebratenes Fleisch, Fisch, Gemüse, Pastete und sogar Spiegeleier. Dieser Snack ersetzt ein komplettes Mittagessen und kostet weniger als ein europäisches Mittagessen. Kauf ihn dort, wo eine frische Ladung am schnellsten ausverkauft ist, meist an belebten Morgenständen.

2. Mopeds statt Autos

Reihe geparkter Mopeds an einer nächtlichen Uferpromenade in Hanoi© cloud.shepherd · CC BYFoto: cloud.shepherd, CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0), Wikimedia Commons

In Vietnam ersetzt das Moped das Auto. Motorräder machen 85 bis 90% des Straßenverkehrs aus (Agentur VietnamNet). Pkw gibt es nur wenige, weil sie teuer sind.

Ein importiertes Auto wird mit Steuern belastet. Der Zoll erreicht 50 bis 80%, dazu kommen eine Sondersteuer und 10% Mehrwertsteuer (Übersicht von ASEAN NCAP). Der Endpreis liegt am Ende deutlich höher als in Europa, deshalb bleiben die meisten Familien auf zwei Rädern.

Für dich bedeutet das: Die Straßen wirken wie ein ununterbrochener Strom aus Motorrädern. Wenn du ein Bike mietest, übe zuerst auf einer ruhigen Straße.

3. Fußgänger haben hier keine Vorfahrt

Kreuzung in Hanoi mit Zebrastreifen und Motorrädern© Christophe95 · CC BY-SAFoto: Christophe95, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia Commons

Formal haben Fußgänger in Vietnam fast kein Vorrecht. Sie werden selten als Verkehrsteilnehmer wahrgenommen. Dabei ist das Überqueren der Straße einfacher, als es von außen aussieht.

Setz dich langsam in Bewegung und ändere dein Tempo nicht. Der Strom der Mopeds wird dich von allen Seiten umfahren. Halte ein gleichmäßiges Tempo und dreh dich nicht um.

4. Warum die Straßen nie still werden

Dichter Mopedstrom an einer Kreuzung in Hanoi

Die Hupe ist in Vietnam nicht dazu da, andere zu nerven. Sie ist das Signal eines Fahrers für ein Manöver, damit andere um ihn herumfahren können. Deshalb wird es auf den Straßen auch abends nicht still.

Fahrer hupen früh und kurz. Das Geräusch bedeutet „Ich bin hier", nicht „Geh aus dem Weg". Du wirst dieses ständige Hintergrundgeräusch schnell nicht mehr wahrnehmen.

  • Der Haken: In den ersten Tagen ist der Lärm anstrengend, besonders im Berufsverkehr.

5. Reis und Handarbeit

Bäuerin mit Kegelhut zwischen Reisfeldern in Vietnam© Vinnie Cartabiano · CC BYFoto: Vinnie Cartabiano, CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0), Wikimedia Commons

Reis ist die Grundlage der vietnamesischen Küche und der Exporte. Stand: Ende 2025 liegt das Land beim Reisexport weltweit auf Platz zwei, rund 8 Millionen Tonnen (Daten von Vietnam.vn).

Der meiste Reis wächst in Flussdeltas, nicht auf Bergterrassen. Ein Teil der Arbeit dort wird noch von Hand erledigt. Die Ernte hängt vom Wasser und der Regenzeit ab, und Reis steht in jeder Region des Landes an erster Stelle auf dem Tisch.

6. Alkohol: hohe Steuer statt Duty-free

Vietnam sollte man nicht mit einer großen Duty-free-Zone vergleichen. Alkohol unterliegt hier einer hohen Sondersteuer: Der Satz ist auf 65% gestiegen und wird nach dem Gesetz von 2025 bis 2031 auf 90% klettern (Analyse von Vietnam Briefing).

In der Praxis sind importierter Wein und Cognac teurer, als Touristen erwarten. Rechne nicht mit billigem Alkohol als gutem Kauf.

7. Kaffee: Platz zwei weltweit

Vietnam liegt bei der Kaffeeproduktion weltweit auf Platz zwei und bei Robusta auf Platz eins. Für die Saison 2025/26 wird eine Produktion von 30,8 Millionen 60-kg-Säcken prognostiziert (Agentur VNA).

Das häufigste Getränk hier ist schwarzer Kaffee mit Eis und Kondensmilch. Wenn du Bohnen mit nach Hause nimmst, wähle eine Verpackung, auf der die Sorte klar angegeben ist. Touristen klagen oft über Fälschungen, also prüfe die Zutaten auf dem Etikett.

8. Handgemalte Seidenbilder

Naturseidenstoff in Nahaufnahme

Seide ist eines der alten Handwerke Vietnams. Seidenbilder (tranh lua) entstehen durch das Auftragen von Farbe in Schichten auf Stoff. Jedes Stück ist ein Unikat, weil der Stoff die Farbe unterschiedlich aufnimmt.

Die Preise für diese Arbeiten variieren stark: von kleinen Souvenirs bis zu originalen Wandbildern. Manche Käufer betrachten Seidenbilder als gute Geldanlage, da ihre Preise steigen.

Du willst deinen Koffer sinnvoll packen? Sieh dir diese Souvenir-Auswahl an.

Praktische Hinweise für deine Reise

Plane deine Route mit zusätzlicher Zeit. Entfernungen auf der Karte wirken kurz, aber auf der Straße vergehen die Stunden schnell. In Städten ist es bequemer, ein Taxi per App zu nehmen, als auf der Straße ein Auto heranzuwinken.

Tausche Geld in Banken und Juweliergeschäften, nicht am Flughafen: Der Kurs dort ist meist schlechter. Kauf Streetfood dort, wo es vor deinen Augen zubereitet wird und eine Schlange von Einheimischen steht.

Für den Norden des Landes sind Herbst und Frühling die besten Jahreszeiten. Im Sommer ist es heiß und schwül, und während der Regenzeit werden manche Straßen unterspült.

⁉️🤔 Häufige Fragen

Warum gibt es in Vietnam so wenige Pkw?

Pkw unterliegen gleich mehreren Steuern (Daten von ASEAN NCAP). Eine detaillierte Aufschlüsselung findest du im Abschnitt über Mopeds. Deshalb fahren die meisten Menschen mit dem Moped.

Ist der vietnamesische Verkehr für Fußgänger gefährlich?

Überqueren ist nicht beängstigend, wenn du langsam und in gleichmäßigem Tempo gehst. Der Strom der Mopeds fließt von selbst um dich herum, und du gewöhnst dich schnell daran.

Wie viele Mopeds gibt es in Vietnam?

Vietnam hat etwa 77 Millionen registrierte Mopeds (VietnamNet-Bericht). Damit gehört das Land zu den Spitzenreitern weltweit.

Welchen Kaffee bringen Leute aus Vietnam mit nach Hause?

Vietnam ist der zweitgrößte Kaffeeproduzent der Welt und der wichtigste Lieferant von Robusta (VNA-Daten). Kauf Bohnen oder gemahlenen Kaffee, wenn die Sorte klar auf der Verpackung angegeben ist, sonst bekommst du schnell eine Mischung. Robusta ist kräftig, mit einem dichten und bitteren Geschmack.

Was aus Vietnam mitbringen außer Seide?

Neben Seidenbildern bringen Reisende Kaffee, Tee, Keramik und Gewürze mit nach Hause. Über Seide haben wir oben gesprochen, und die anderen Ideen haben wir in einem Souvenir-Guide mit Preisen und Adressen zusammengestellt. Das ist der praktischste Ausgangspunkt für Geschenke.

Kurz gesagt: Was du über Vietnam wissen solltest

Vietnam funktioniert mit Mopeds, Reis und Kaffee. Diese Details zu verstehen, verändert deine Reise, denn die Straßen und der Handel vor Ort funktionieren anders als in Europa.

  • Wenn dir der Verkehr im Weg ist: Such dir eine Unterkunft im Zentrum und geh zu Fuß.
  • Wenn du Geschenke suchst: Schau dir Seidenbilder und Kaffeebohnen an.
  • Wenn du auf dein Budget achtest: Denk daran, dass importierter Alkohol teurer ist, als er scheint.

Wenn du eine Reise planst, beginn mit dem Souvenir-Guide.