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Meltemi: Wo er in Griechenland am stärksten weht und wann du fahren solltest

Meltemi: Wo er in Griechenland am stärksten weht und wann du fahren solltest

Von Mitte Mai bis Mitte September läuft die Ägäis nach Fahrplan. Der Meltemi weht fast jeden Tag, und im Juli und August hält er sich bei 4 bis 7 Beaufort (Wikipedia-Daten). Für Kitesurfer, Windsurfer und Wingfoiler ist das Europas zuverlässigste Windgarantie. Aber der Wind funktioniert nicht überall gleich: Zwischen den Inseln beschleunigt er, in geschützten Buchten schläft er fast ein. Hier findest du die Mechanik des Meltemi, Statistiken nach Monaten und vier Spots, die stärker ziehen als der Rest.

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Was der Meltemi ist

💡 Kurz gesagt:

  • Der Meltemi weht von Mitte Mai bis Mitte September, mit Höhepunkt im Juli und August.
  • In der Hochsaison hält der Wind fast täglich bei 4 bis 7 Beaufort.
  • Zum Windsurfen und Wingfoilen fährst du nach Karpathos, zum Kitesurfen mit Flachwasser wählst du Prasonisi.
  • Saison und Windstärke: 09/2026, geprüft anhand der Wikipedia-Referenz.

Der Meltemi ist der Name für den stetigen Nordwind der Ägäis. Die alten Griechen nannten ihn „Etesien", also Jahreswinde, weil er jeden Sommer wiederkam. Er weht nicht wie eine typische Seebrise, sondern als großräumiges Wettersystem über dem gesamten östlichen Mittelmeer. Das ist sein entscheidendes Merkmal: Der Wind hält tagelang an und hängt kaum von lokaler Hitze ab.

Trockene Luft aus dem Norden bringt klaren Himmel und ausgezeichnete Sicht. Auf dem Wasser sorgt sie für die Abkühlung, ohne die die Sommerhitze auf den Inseln kaum auszuhalten ist. Für Surfer zählt etwas anderes mehr: Der Meltemi hat eine hohe Wiederkehrrate. Von Mitte Mai bis Mitte September weht er zuverlässig, und in den Spitzenwochen Juli und August fast ohne Unterbrechung (Beschreibung des Windregimes).

Ein starker Meltemi kann sogar nachts weiterwehen. Eine typische Uferbrise schläft am Abend vollständig ein, aber dieser Wind behält den Großteil seiner Stärke bis zum Morgen. Wer lange Sessions plant, spürt den Unterschied: Du verlierst keinen Fahrtag nur wegen einer Flaute.

Für wen das in der Praxis wichtig ist. Ein Anfänger braucht leichten Morgenwind und ein breites, flaches Ufer. Ein erfahrener Fahrer will maximale Kraft und offenes Wasser. Beide Bedürfnisse werden auf denselben Inseln erfüllt, aber zu unterschiedlichen Tageszeiten und in unterschiedlichen Buchten. Deshalb kann derselbe Spot sowohl für eine Familie mit Kindern als auch für einen Sportler mit eigener Ausrüstung funktionieren.

Was der Meltemi nicht ist. Er ist kein Gewitter und keine Sturmfront. Er kommt nicht mit Regen und trübt das Wetter nicht ein. Die Gefahr ist hier eine andere: Der Wind weht viele Tage hintereinander stetig und stark, deshalb geraten genau diejenigen in Schwierigkeiten, die seine Ausdauer unterschätzt haben.

Warum der Meltemi jeden Sommer weht

Es läuft auf ein einfaches Paar hinaus: Ein Hochdruckgebiet liegt über dem Balkan, ein Tiefdruckgebiet über Anatolien und dem Nahen Osten. Im Sommer heizt sich das kleinasiatische Festland auf, der Druckgradient wächst, und trockene Luft strömt von Norden über die Ägäis nach Süden. Dieses Muster wird als saisonaler Passatwind des östlichen Mittelmeers beschrieben (Passatwind-Beschreibung).

Die Richtung hängt vom Gelände ab. In der nördlichen Ägäis kommt der Wind aus Nordost, im zentralen Teil aus Nord, und bei Kreta und Karpathos dreht er auf Nordwest (zur Windrichtung). „Der Meltemi weht immer aus Norden" stimmt also nur grob. An jedem einzelnen Spot spürst du deinen eigenen Winkel.

Tagsüber verstärkt sich der Kontrast. Land heizt sich stärker auf als Wasser, der Druckgradient wächst, und die nördliche Strömung beschleunigt. Deshalb sind die Nachmittagsstunden an den Spots am stärksten, und gegen Abend lässt der Wind leicht nach (Tagesdynamik). Die Details nach Stunden schlüsseln wir weiter unten auf.

Der Venturi-Effekt: Warum es zwischen Inseln stärker weht

Bergige Inseln wirken wie eine Düse. Luft wird in engen Meerengen zusammengedrückt und beschleunigt, deshalb ist der Wind in einem Kanal zwischen zwei Inseln stärker als auf offenem Wasser. Der Zugewinn erreicht zwei Beaufort-Punkte (Venturi-Prinzip).

Auf der Leeseite kehrt sich das Muster um. Ein steiler Hang erzeugt böige, abreißende Strömungen, aber direkt am Ufer bleibt das Wasser glatt. So entstehen Flachwasserzonen: starker Wind und flaches Wasser in derselben Bucht. Das ist die beste Option für Anfänger und für alle, die an Turns arbeiten.

Hier die praktische Konsequenz. Wenn du berechenbares Flachwasser willst, schau dir Kanäle und Leebuchten an. Wenn du Wellen willst, nimm die Luvseite, wo der Wind vom Meer kommt.

Prüfe die Vorhersage für eine bestimmte Bucht, nicht für die Insel als Ganzes. Der Unterschied zwischen zwei Stränden auf derselben Insel kann einen ganzen Beaufort-Punkt ausmachen. Genau deshalb liegen auf Paros und Naxos eine ruhige Lagune und starke Chop-Wellen direkt nebeneinander.

Je enger die Passage, desto stärker die Beschleunigung (Kanal zwischen Inseln).

Deshalb liest sich dieselbe Vorhersage unterschiedlich, je nachdem, wohin du fährst. Für offenes Wasser nutze das allgemeine Bild, für eine bestimmte Bucht ein lokales Modell. In der Ägäis verändern Meerengen und Bergrücken das Bild jeden Tag, und genau deshalb lohnt es sich, einen Tag für die Anreise einzuplanen.

Windstärke nach Monat

Die Hauptsaison läuft von Mitte Mai bis Mitte September, im Oktober bleiben kurze Windfenster. Der Höhepunkt liegt im Juli und August: In diesen Monaten bläst der Wind fast täglich mit der richtigen Stärke. Unten findest du monatsweise Orientierungswerte, wie sie Windsurfstationen und Spot-Berichte beschreiben (Saisondaten).

Monat

Windwahrscheinlichkeit (≥ 4 Beaufort)

Typische Stärke

Für wen

Mai und Juni

40-60%

3-5 Beaufort

Anfänger und alle, die wieder reinkommen

Juli und August

um 70%

4-7 Beaufort

Erfahrene Fahrer, kräftiger stetiger Wind

September

50-65%

4-6 Beaufort

Alle, die warmes Wasser und weniger Leute wollen

Oktober

30-45%

3-5 Beaufort

Kurze Windfenster am Saisonende

Nimm die Wahrscheinlichkeitswerte als Orientierung, nicht als Garantie. Auf Karpathos zeigen die Stationsstatistiken die höchsten Werte in Griechenland (Windkarte). In den Hauptrevieren bleibt der Meltemi im kräftigen Bereich, und einzelne Spots mit Venturi-Effekt liefern spürbar mehr.

Was das für deine Reise bedeutet. Wenn du starken Wind willst, plane Juli oder August ein. Wenn du warmes Wasser und weniger Leute möchtest, wähle September. Für deine ersten Schritte auf dem Wasser eignet sich der Saisonstart im Mai und Juni am besten.

Denk an die Böen. Der Durchschnittswind in der Vorhersage sagt dir nichts über Böen im Kanal. An starken Spots kann eine Böe mehrere Beaufort über dem Grundwert liegen, also nimm Material mit etwas Reserve mit.

Tagesverlauf: morgens, mittags, abends

Der Morgen am Spot ist am ruhigsten. Der Wind ist leicht, das Wasser glatt, und am Einstieg sind wenige Leute unterwegs. Wenn du gerade lernst, ist das deine Zeit. Erfahrene Fahrer nehmen in diesem Fenster oft einen großen Kite oder ein großes Segel und arbeiten ohne Überlastung an der Technik.

Ab Mittag legt der Wind zu. Die Erwärmung des Landes verstärkt das Druckgefälle, und der Wind baut sich Stunde für Stunde auf. Das Maximum kommt zwischen 14:00 und 17:00 Uhr, wenn starke Spots mit 5-7 Beaufort blasen (Tagesprofil). Auf offenem Wasser entsteht Kabbelwelle, während ufernah Flachwasser bleibt.

Am Abend lässt der Wind allmählich nach. Bis zum Sonnenuntergang ist er deutlich schwächer als am Nachmittagshoch, aber er schläft nicht komplett ein. Auf Karpathos wirkt die Kanalisierung in der Meerenge sogar nachts, deshalb sind dort späte Sessions üblich (Karpathos-Spotdaten).

Wie du deinen Tag strukturierst. Ein früher Start bringt dir den ruhigen Morgen, und den Abend lässt du besser zum Ausruhen. Wenn du starken Wind brauchst und dir Flachwasser egal ist, plane dein Fahren für den Nachmittag.

Meltemi und Seebrise: Wo liegt der Unterschied

Eine Seebrise kennt jeder, der schon einmal Zeit am Meer verbracht hat. Sie setzt tagsüber ein, wenn sich das Land schneller erwärmt als das Wasser, und schläft nach Sonnenuntergang wieder ein. Ihre Stärke ist bescheiden, und sie reicht nicht über einen schmalen Küstenstreifen hinaus.

Der Meltemi ist dutzendfach größer. Er ist ein System über eine ganze Region, keine lokale Strömung. Er bläst tagelang ohne nächtliche Pausen und erreicht in der Spitze 7 bis 8 Beaufort (Referenz zu den Etesien). Eine gewöhnliche Brise bringt solche Werte nie zustande.

Der praktische Unterschied für dich. Ausritte mit der Seebrise planst du für die zweite Tageshälfte. Beim Meltemi ist die Vorhersage stabiler: Wenn das System einmal steht, hält der Wind mehrere Tage am Stück, und du bekommst deine geplanten Sessions fast garantiert.

Es gibt aber auch eine Kehrseite. Eine leichte Brise ist nahezu harmlos, ein starker Meltemi verlangt Disziplin. Halte dir eine Energiereserve und geh nicht ohne Rettungsboot raus, wenn der Wind ablandig drückt.

Die besten Spots zum Kitesurfen und Windsurfen

Die Ägäis bietet einige der zuverlässigsten Reviere Europas. Doch die Inseln unterscheiden sich stark voneinander: Mal macht eine Meerenge den entscheidenden Unterschied, mal ist es die Form der Küstenlinie. Unten findest du die vier Spots, die am häufigsten gewählt werden (Überblick über die Reviere).

Ägäis und griechische Inseln aus dem All

Von da an hängt die Wahl davon ab, was du suchst. Für schnelle Fortschritte brauchst du konstanten Seitenwind und ein flaches Ufer. Für Speed und Sprünge brauchst du eine kräftige Strömung und flaches Wasser. Alle vier Spots unten decken unterschiedliche Szenarien ab, verlangen aber unterschiedliche Könnensstufen (Bedingungen am Spot Naxos).

Karpathos: Devil's Bay und Chicken Bay

Karpathos ist die windigste Insel Griechenlands. In der Devil's Bay beschleunigt die Kanalisierung zwischen den Bergen die Strömung auf durchschnittlich 5 bis 7 Beaufort, an manchen Tagen bis 9 (Überblick über die Spots auf Karpathos). In der Nähe gibt es Stationen mit Leihmaterial und Instruktoren.

Felsküste von Karpathos und blaues Meer© Ввласенко · CC BY-SAFoto: Ввласенко, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0), Wikimedia Commons

Das Wasser in der Bucht ist flach, ohne Wellen. Für Windsurfen und Wingfoilen sind das nahezu ideale Bedingungen: lange Schläge und hohes Tempo. Der Wind ist hier ablandig und seitlich ablandig, deshalb bleibt Kitesurfen auf Karpathos ausschließlich Profis vorbehalten (Spotdaten).

  • Anreise: Flughafen Karpathos, dann mit dem Auto nach Afiartis (laut Karte etwa 15 km).
  • Für wen: erfahrene Windsurfer und Wingfoiler.
  • Der Haken: ablandiger Wind, Kitesurfen hier nur für Profis.
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Rhodos: zwei Seiten von Prasonisi

Prasonisi ist eine schmale Sandzunge im Süden von Rhodos. Der Sandstreifen verbindet eine kleine Insel mit dem Festland, und der Wind beschleunigt sich an dieser engen Stelle (Spotbeschreibung). Hier liegen zwei verschiedene Gewässer direkt nebeneinander.

Sandbank Prasonisi auf Rhodos von beiden Seiten© Vadim Indeikin · CC BY-SAFoto: Vadim Indeikin, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0), Wikimedia Commons

Auf der Westseite liegt eine ruhige, flache Lagune. Das ist glattes Wasser zum Kiten, für Freestyle und für die ersten Schritte. Die Ostseite ist offen zur Ägäis: Dort bekommst du Wellen und Wind vom Meer, deshalb wählen fortgeschrittene Fahrer diese Seite (Spot-Guide).

Prasonisi ist praktisch, weil beide Bereiche direkt nebeneinander liegen. Du kannst morgens in der Lagune lernen und nach dem Mittagessen auf die Wellenseite wechseln. Du machst Fortschritte, ohne auf eine andere Insel umziehen zu müssen, und auf beiden Ufern sind Schulen aktiv.

  • Anreise: die Südspitze von Rhodos, etwa 1,5 Autostunden vom Flughafen entfernt (auf der Karte).
  • Für wen: Anfänger auf der Westseite, erfahrene Fahrer auf der Ostseite.
  • Der Haken: In der Hochsaison füllt sich die Lagune tagsüber mit Schülern der Surfschulen.
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Paros: der Kanal und Pounda

Pounda liegt an der Südwestküste von Paros. Hier wirkt derselbe Kompressionseffekt: Die Luft strömt in einen engen Kanal und beschleunigt sich. Dadurch hält der Wind fast den ganzen Sommer über bei 20 bis 30 Knoten (Paros-Überblick). Paros hat mehr als einmal Weltcup-Events im Windsurfen ausgerichtet.

Segel und Kites am Strand von Pounda© brunobarbato · CC BYFoto: brunobarbato, CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/3.0), Wikimedia Commons

Das Wasser bei Pounda ist eine Mischung aus flachen Abschnitten und moderater Welle. Das ist praktisch: Du suchst dir ein glattes Stück für Geschwindigkeit oder eine kabbelige Bahn für Sprünge. Der Spot eignet sich sowohl für Kitesurfer als auch für Wingfoiler (Kanalbedingungen).

  • Anreise: Südwesten von Paros, etwa 15 Autominuten vom Hafen Parikia entfernt (auf der Karte).
  • Für wen: fortgeschrittene und ambitionierte Kiter und Wingfoiler.
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Naxos: Mikri Vigla

Mikri Vigla liegt an der Südwestküste von Naxos. Die Meerenge zwischen Naxos und Paros bringt zusätzlich 5 bis 10 Knoten in die Grundströmung, weshalb die Insel als Windsurf-Hauptstadt der Kykladen gilt (Naxos-Spotdaten).

Kitesurfer auf dem windigen Meer vor Naxos© Tsui · CC BY-SAFoto: Tsui, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia Commons

Der Wind kommt hier seitlich und seitlich auflandig und baut sich im Tagesverlauf allmählich auf. Der Untergrund ist sandig, und der Einstieg ist sanft. Das macht Mikri Vigla zu einer guten Wahl für alle, die ihre ersten Schritte auf dem Kite oder Wingfoil machen (Naxos-Überblick).

Nahe Mikri Vigla gibt es Unterkünfte direkt am Wasser, und der Meereseinstieg ist sandig und flach abfallend. Nach einer Session musst du nirgendwohin fahren, und auch Anfänger gehen ohne Felsen oder Riff ins Wasser (Mikri Vigla Überblick).

  • Anreise: Südwesten von Naxos, etwa 20 Autominuten vom Hafen von Naxos (auf der Karte).
  • Für wen: Anfänger und Fortgeschrittene.
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Welcher Spot zu deinem Level passt

Dein Level ist wichtiger als das Wetter. Bei starkem ablandigem Wind führt eine Fehleinschätzung deiner Fähigkeiten schnell zu einem Notfall. Deshalb werden Spots nicht nach Landschaft eingeteilt, sondern nach Windverhältnissen und Wassertiefe (Sicherheitsüberblick).

Level

Wind

Was du auf dem Wasser brauchst

Spot

Anfänger

3-4 Beaufort

breites flaches Ufer, auflandiger Wind

Lagoons von Rhodos und Kos

Fortgeschritten

15-22 Knoten

konstanter Seitenwind, moderate Welle

Naxos, Paros

Erfahren

über 30 Knoten in Böen

flaches Wasser, volle Materialkontrolle

Karpathos, Prasonisi

Anfänger brauchen eine große flache Zone und Wind, der sie Richtung Ufer drückt. So wird ein Sturz nicht zu einem langen Schwimmausflug. Kos und Rhodos haben viele solcher Spots, deshalb sind dort den ganzen Sommer über Schulen aktiv (Schuldaten).

Fortgeschrittene brauchen konstanten Seitenwind. So festigen sie Turns und erste Sprünge bei 15-22 Knoten. Naxos und Paros liefern das fast ohne Unterbrechung.

Erfahrene Fahrer wollen das Maximum. Karpathos und Prasonisi bieten starken Wind und flaches Wasser für Speed, verlangen aber volle Materialkontrolle. Hier liegen die Böen locker über 30 Knoten (Überblick starke Spots).

Ausrüstung für den Meltemi: Kites und Segel

An den Sommerspots liegt der Wind an einem einzigen Tag zwischen 15 und über 30 Knoten (Winddaten). Die Ausrüstung wird also nicht nur nach dem Fahrergewicht gewählt, sondern auch nach Böigkeit und Wasserzustand. Unten findest du typische Größen für ägäische Spots.

Sport

Wind

Ausrüstung

Spottyp

Kitesurfen

20-35 Knoten und mehr

6-9 m² Kite, robuste 4-Leinen-Bar

starker Wind mit Kabbelwelle

Windsurfen

18-32 Knoten

3,7-5,3 m² Segel, 75-95 L Board

Flachwasser in Kanälen oder Kabbelwelle

Wingfoilen

15-28 Knoten

3,0-4,5 m² Wing, 800-1200 cm² Frontfoil

geschützte Buchten mit Stehtiefe

Fahr klein. Ein großer Kite oder ein großes Segel bringt im Meltemi keinen Vorteil, bestraft aber Fehler. Die Schulen an den Spots erneuern ihr Verleihmaterial meist jede Saison, sodass du vor Ort die Größe wählen kannst, die zum tatsächlichen Wind passt (Spotbedingungen).

Ein eigenes Thema für Wingfoiler. Auf der offenen Ägäis gibt es eine steile, kurze Kabbelwelle, und das Foil durchstößt leicht den Wellenkamm. Deshalb wählen erfahrene Fahrer ein Frontfoil unter 1000 cm² und einen längeren Mast von 85-90 cm (Foildaten). Ein kurzer Mast reißt dich in dieser Kabbelwelle öfter aus dem Flug.

Wenn du bei der Größe unsicher bist, nimm für die ersten Tage zwei Setups mit. Eins für leichte Morgen, ein anderes für starke Tage. So verlierst du keine Session wegen einer falschen Entscheidung.

Beste Reisezeit

Die Hauptsaison läuft von Mitte Mai bis Mitte September, mit einem Höhepunkt im Juli und August bei etwa 70% Konstanz (Saisonstatistik). In diesen Monaten liegen die Lufttemperaturen an Land regelmäßig über 30 °C, während du auf dem Wasser durch den Wind Abkühlung bekommst.

Der Juni ist ein Kompromiss. Der Wind hat sein Maximum noch nicht erreicht, aber Schulen und Strände sind weniger voll. Für Anfänger und Wingfoilkurse ist das ein gutes Zeitfenster (Windmuster Naxos).

Juli und August liefern den stärksten und konstantesten Wind. Der Haken: An beliebten Spots wie Rhodos und Karpathos sind viele Leute unterwegs, und du musst dir das Wasser teilen (Saisonüberblick).

Der September wird oft als bester Monat bezeichnet. Das Meer ist am wärmsten, der Wind ist noch zuverlässig, und die Menschenmengen verschwinden. Für sportliche Leistung und einen entspannten Urlaub ist das eine großartige Wahl.

Plane mit Puffer. In der Hochsaison ist die Unterkunft in Spotnähe früh ausgebucht, also reserviere etwas in Ufernähe und nahe am Verleihzentrum. Sonst musst du jeden Tag zum Strand fahren.

Neoprenanzug und Windschutz

Starker Wind kühlt deine Muskeln auch bei heißem Wetter schnell aus. Bei Lufttemperaturen über 30 °C wirkt die Verdunstung auf nasser Haut wie eine Klimaanlage, und ohne Schutz endet eine lange Session in Krämpfen (Saisondaten).

Nimm einen kurzen 2-3 mm Neoprenanzug oder ein Neoprenoberteil mit (Ausrüstungsempfehlungen). Für Morgensessions eignet sich ein dünnes Langarm-Oberteil gut, tagsüber reicht ein Shorty. Zusätzliches Neopren stört im Wind nur.

Vergiss die kleinen Dinge nicht. Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, Sonnenbrille auf dem Wasser und eine zusätzliche Kleidungsschicht nach dem Fahren. Ein nasser Fahrer kühlt im Wind selbst an einem warmen Tag aus.

⁉️🤔 Häufige Fragen

Wann bläst der Meltemi am stärksten?

Der Höhepunkt kommt im Juli und August. In diesen Monaten bläst der Wind fast ohne Unterbrechung mit Stärke 4-7, und die Häufigkeit erreicht 70% (Stationsdaten). Von Mitte Mai bis Mitte September ist er ebenfalls beständig, aber schwächer. Im Oktober werden die Windfenster kurz.

Woher kommt der Meltemi?

Er entsteht aus Druckunterschieden. Über dem Balkan liegt ein Hochdruckgebiet, während sich über Anatolien im Sommer ein thermisches Tief bildet. Trockene Luft strömt südwärts über die Ägäis, und die Inseln und Meerengen beschleunigen die Strömung zusätzlich (Daten zu den Etesien).

Auf welchen griechischen Inseln weht der Wind am stärksten?

Karpathos hat die höchste Häufigkeit, besonders an der Devil's Bay und der Chicken Bay. Starker Meltemi trifft auch Rhodos bei Prasonisi, Paros bei Pounda und Naxos bei Mikri Vigla. In den Meerengen zwischen den Inseln sorgt der Venturi-Effekt für bis zu zwei Windstärken mehr (Windregime-Überblick).

Ist der Meltemi für Anfänger geeignet?

Ja, wenn du die Morgenstunden und eine geschützte Lagune wählst. Tagsüber nimmt der Wind zu und dreht ablandig, und dann braucht ein Anfänger ein Rettungsboot und einen Lehrer. Die besten Einstiegsmöglichkeiten sind die flachen Buchten auf Rhodos und Kos (Prasonisi-Spot-Überblick).

Welchen Neoprenanzug brauchst du im Sommer?

Ein kurzer 2-3 mm Neoprenanzug oder ein Neopren-Oberteil reicht aus (Saison-Referenz).

Wie unterscheidet sich der Meltemi von einer normalen Seebrise?

Eine Seebrise ist lokal und legt sich am Abend, während der Meltemi tagelang über die ganze Region weht, ohne nächtliche Pausen (Beschreibung der Etesien).

Kurz gesagt: Was du buchen solltest

Der Meltemi ist berechenbar, aber die Spots unterscheiden sich stark. Wähle vorab ein Ziel, das zu deinem Niveau passt, damit du deinen Urlaub nicht mit Inselhopping verschwendest.

  • Wenn du Anfänger bist: Wähle die Lagunen von Rhodos und Kos und fahre morgens.
  • Wenn du Fortschritte machst: Wähle Naxos oder Paros, du brauchst konstanten sideshore Wind.
  • Wenn du ein erfahrener Fahrer bist: Wähle Karpathos oder Prasonisi, dort bekommst du maximale Kraft und flaches Wasser.

In der Hochsaison sind Unterkünfte in Spotnähe zuerst ausgebucht, also reserviere früh. Finde ein Hotel auf Trip.com