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Lido-Kabarett in Paris: Wie die Revue schloss und was jetzt auf der Bühne läuft

Lido-Kabarett in Paris: Wie die Revue schloss und was jetzt auf der Bühne läuft

Das Lido-Kabarett war jahrzehntelang die Visitenkarte der Champs-Élysées. Heute ist es keine Revue mehr, sondern ein Musicaltheater.

Am 30. Juli 2022 gab das Lido seine letzte Dinnershow und beendete seine 27. Revue, Paris Merveilles (Stand: 09/2026, französisches Tourismusbüro zur Schließung). Das Haus an der 116 bis Avenue des Champs-Élysées wurde renoviert und empfängt das Publikum wieder als Théâtre du Lido. Seit dem 17. September 2026 läuft hier das Musical „Singin' in the Rain" unter der Regie von Robert Carsen (Stand: 09/2026, Programm des Théâtre du Lido).

Wir haben uns angesehen, wie das Kabarett entstand, wie es sich 76 Jahre lang behauptete und was heute auf dieser Bühne zu sehen ist.

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Geschichte des Kabaretts

💡 Kurz gesagt:

Der Standort an den Champs-Élysées ist älter als das Kabarett selbst. Bereits 1928 eröffnete hier ein Schwimmbad mit Wassershows, dessen Dekor im Geist Venedigs und seines Lido-Strands gestaltet war (Stand: 09/2026, Geschichte des Hauses auf Wikipedia). Die Pariser nannten das Bad „La Plage de Paris", also „den Strand von Paris".

Daher stammt der Name des Hauses. Das Lido wurde nach dem venezianischen Strand benannt, nicht nach seinen Gründern. Das Venedig-Thema lebte später auch in der Innenausstattung des Kabaretts weiter.

Das klassische Kabarett entstand hier nach dem Krieg. 1946 kauften die Brüder Joseph und Louis Clerico das Haus von Léon Volterra und präsentierten am 20. Juni die erste Revue, „Sans rimes ni raison" (Stand: 09/2026, die ersten Revuen des Lido). Der Erfolg stellte sich schnell ein, und das Haus wurde zum Anziehungspunkt für ganz Paris.

1948 stießen die Bluebell Girls unter der Leitung von Margaret Kelly zur Truppe, die alle nur Miss Bluebell nannten (Stand: 09/2026, die Truppe der Bluebell Girls). Sie wurden über Jahrzehnte zum Gesicht des Kabaretts.

Wassershow mit Schirmen am Lido-Pool, 1933

Das Revueformat

Das Lido wurde nicht nur durch seine Darbietungen berühmt, sondern auch durch sein Abendformat. Gemeinsam mit Pierre Louis-Guérin führten die Brüder Clerico die Formel des „dîner-spectacle" ein, also eine Dinnershow, bei der Küche und Bühne zusammenwirkten (Stand: 09/2026, das Dinnershow-Format).

Das Konzept erwies sich als erfolgreich und verbreitete sich am Markt. Man speist zu Jazz, und nach dem Dessert sieht man eine Show auf der großen Bühne. Andere Pariser Kabaretts übernahmen diesen Ansatz schnell.

Später arbeitete René Fraday am Programm, und der Abend wurde zu einer zusammenhängenden Aufführung mit durchdachter Dramaturgie. Dieses Format hielt sich im Lido über Jahrzehnte und prägte das gesamte Genre.

Verregnete Rue du Faubourg du Temple in Paris

Die Shows und die Bluebell Girls

Die Revuen des Lido setzten auf Schönheit ohne Vulgarität. Kostüme mit üppigen Straußenfedern, Strasssteinen und glitzerndem Modeschmuck prägten den Look. Zum Programm gehörten auch Oben-ohne-Nummern, es war also kein Abend für die ganze Familie.

Die Truppe hatte ihre eigene Hierarchie: Bluebell Girls, Belles, Sublimes und Boys. Sie hatte auch ihren eigenen Standard: Tänzerinnen mussten mindestens 1,75 m groß sein (Stand: 09/2026, Hierarchie der Lido-Truppe). Genau diese Auswahl schuf die Synchronität, deretwegen das Publikum ins Lido kam.

Im Laufe der Jahre standen auf dieser Bühne Édith Piaf, Marlene Dietrich, Joséphine Baker, Dalida und Shirley MacLaine (Stand: 09/2026, Stars der Lido-Bühne). Die klassische Pariser Revue lebt bis heute weiter, nur eben an anderen Spielorten: zum Beispiel Moulin Rouge mit einem Glas Champagner auf GetYourGuide.

Bluebell-Girls-Tänzerinnen an einem KLM-Flugzeug

Das Gebäude Normandie

1977 zog das Lido weiter die Champs-Élysées hinauf in das Gebäude Normandie, Hausnummer 116 bis (Stand: 09/2026, Umzug ins Gebäude Normandie). Die neue Spielstätte wurde von den italienischen Architekten Giorgio Vecchia und Franco Bartoccini entworfen. Sie hat 1.150 Plätze, zwei Ebenen und eine Decke ganz ohne Säulen.

Panorama von Paris mit Eiffelturm und Seine© Yann Caradec from Paris, France · CC BY-SAFoto: Yann Caradec from Paris, France, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0), Wikimedia Commons

Damit wirklich alle die Show sehen konnten, wurde das Parkett beweglich gemacht. Beim Abendessen saßen 300 Gäste an Tischen, und vor der Vorstellung wurde die Plattform um 80 cm abgesenkt (Stand: 09/2026, Gestaltung des Zuschauerraums). Von jedem Platz aus hast du freie Sicht auf die Bühne.

Der Umbau öffnete die Tür für aufwendige Effekte während der Vorstellung selbst: ein Springbrunnen, eine Eisfläche, Laserprojektionen, Feuerwerk. Dafür wurden renommierte Regisseure und Designer für die Produktionen engagiert.

Lido-Revuen: 27 Produktionen

Im Lauf seiner Geschichte brachte das Haus 27 Revuen heraus (Stand: 09/2026, Chronologie der Lido-Revuen). Die letzte war Paris Merveilles: Sie hatte 2015 Premiere und lief bis zur Schließung jeden Abend.

In seinen besten Jahren war das Lido 365 Tage im Jahr geöffnet und gab zwei Vorstellungen pro Abend (Stand: 09/2026, Spielplan des Kabaretts). So ein Spielplan erforderte ein großes Team: Kostümbildner, Schneider, Techniker und das Ballett.

Drei Tänzerinnen in gestreiften Kostümen auf der Bühne© Viault · CC BY-SAFoto: Viault, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0), Wikimedia Commons

Was das Lido heute zeigt

Ende 2021 wurde das Cabaret von Accor übernommen, und im Mai 2022 wurde ein Formatwechsel angekündigt (Stand: 09/2026, Eigentümerwechsel des Lido). Die Revue wurde eingestellt, und die Umgestaltung betraf 151 Arbeitsplätze (Stand: 09/2026, Umbauplan des Cabarets).

Dächer von Paris mit Blick auf La Défense

Im September 2022 wurde der Veranstaltungsort als Théâtre du Lido wiedereröffnet und auf Musicals umgestellt. Ab dem 1. Dezember 2022 lief dort „Cabaret" in der Regie von Robert Carsen, zum ersten Mal in Paris in der englischen Originalfassung (Stand: 09/2026, Start der Musicals im Lido).

Über mehrere Spielzeiten hinweg waren auf der Bühne „The Rocky Horror Show", „Hello, Dolly!", „Titanique" und „Les Demoiselles de Rochefort" zu sehen (Stand: 09/2026, Programm 2023-2026). Das aktuelle Programm zeigt „Singin' in the Rain" in der Regie von Robert Carsen (Stand: 09/2026, aktuelles Theaterprogramm).

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Tickets, Öffnungszeiten und Dresscode

Tickets werden über die offizielle Theaterkasse verkauft. Die Kasse ist dienstags bis freitags von 16:00 bis 18:00 Uhr geöffnet, und die Telefonleitung ist montags bis freitags von 10:00 bis 17:00 Uhr erreichbar (Stand: 09/2026, Kasse und Öffnungszeiten). Der Preis hängt von der Sitzplatzkategorie und dem Datum ab, also prüfe vor dem Kauf den aktuellen Betrag auf der offiziellen Seite.

Es gibt keinen strengen Dresscode. Kurze Hosen und Sportkleidung sind hier jedoch fehl am Platz: Ein Abend an diesem Veranstaltungsort war historisch gesehen ein Ausgehabend. In der Revue-Ära begann der Abend mit einem Dinner und ging mit einer Show bis Mitternacht weiter, und das Publikum kleidete sich entsprechend.

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Anreise

Das Théâtre du Lido befindet sich in der 116 bis Avenue des Champs-Élysées (Stand: 09/2026, Adresse des Theaters). Am einfachsten erreichst du es mit der Metro: Linie 1, Station George V, der Ausgang führt direkt zum Gebäude. Von Charles de Gaulle - Étoile nimmst du den RER A und gehst dann die Champs-Élysées hinunter.

⁉️🤔 Häufige Fragen

Gibt es das Lido noch als Cabaret?

Nein. Das Lido-Cabaret hat am 30. Juli 2022 als Revue geschlossen, als die letzte Dinnershow aufgeführt wurde. Der Saal stand nicht leer: Er wurde renoviert und als Musiktheater Théâtre du Lido wiedereröffnet. Heute werden dort Musicals gezeigt, keine klassischen Revuen mit Cancan und Federn.

Was läuft derzeit im Lido?

Seit dem 17. September 2026 steht das Musical „Singin' in the Rain" auf der Bühne. Regisseur Robert Carsen hat hier bereits 2022 „Cabaret" inszeniert. Das Programm des Theaters wechselt in Blöcken von mehreren Monaten, also prüfe vor deiner Reise die offiziellen Termine auf der Website.

Wie viel kosten die Tickets und wo kann ich sie kaufen?

Offizielle Tickets verkauft die Theaterkasse: online, telefonisch und an der Kasse an den Champs-Élysées. Der Preis hängt von der Sitzplatzkategorie und dem Datum ab, daher gibt es keinen einheitlichen Festpreis. Kaufe nur beim Theater: Auf der offiziellen Seite siehst du sowohl die Sitzplatzkategorie als auch den genauen Preis.

Wie komme ich zum Théâtre du Lido?

Das Theater befindet sich in der 116 bis Avenue des Champs-Élysées. Am einfachsten erreichst du es mit der Metro: Linie 1, Station George V, der Ausgang liegt direkt am Gebäude. Von Charles de Gaulle - Étoile nimmst du die RER A und gehst dann die Champs-Élysées hinunter.

Gibt es einen Dresscode?

Es gibt keinen strengen Dresscode, aber Shorts und Sportkleidung wirken hier fehl am Platz. Ein Abend in diesem Haus war historisch immer ein Ausgehabend, und das Publikum kleidet sich nach wie vor gepflegt und elegant.

Kurz gesagt: Was du buchen solltest

Heute wird das Lido eher als Musiktheater denn als Cabaret betrieben, also prüfe Spielplan und Tickets auf der offiziellen Website. Wenn du gezielt einen Revueabend erleben möchtest, wähle die benachbarten Häuser an den Champs-Élysées. Für eine Übernachtung in der Nähe sind Hotels in Paris auf Trip.com eine gute Wahl. Weitere Stadterlebnisse lassen sich bequem im Voraus buchen: Tickets für Pariser Attraktionen auf Tiqets. Plane deine Reise rechtzeitig: Musicals laufen in Blöcken von mehreren Monaten.