
Israel mit dem Zug: Tickets, Schabbat und Strecken ab dem Flughafen
Israel ist klein, und die Bahn ist hier oft schneller als der Bus. Das Netz der Israel Railways verbindet den Flughafen Ben Gurion, Tel Aviv, Jerusalem, Haifa, Akko und Nahariya. Die Tickets kosten spürbar weniger als in Deutschland, und du bist nur ein bis zwei Stunden unterwegs. Dieser Guide erklärt, wie du ein Ticket kaufst, worin sich die Rav-Kav-Karte vom Papierticket unterscheidet, was am Schabbat gilt und welche Streckenabschnitte sich mindestens einmal lohnen.
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Mit der Bahn durch Israel: schnell und günstig
💡 Kurz gesagt:
- Die Bahn verbindet den Flughafen, Tel Aviv, Jerusalem, Haifa, Akko, Nahariya und Be'er Sheva.
- Tickets kaufst du am Bahnhof oder lädst sie auf eine Rav-Kav-Karte. Eine Online-Sitzplatzreservierung gibt es nicht.
- Von Freitagabend bis Samstagabend fahren überhaupt keine Züge.
- Fahrpläne, Preise und Gepäckregeln: Stand: 09/2026, geprüft auf dem offiziellen Fahrplan der Israel Railways.
Israel Railways erschließt fast das ganze Land. Die Züge fahren von Norden nach Süden entlang der Mittelmeerküste und ins Landesinnere nach Jerusalem und Be'er Sheva. Eine Stichstrecke zu den Badeorten am Toten Meer gibt es nicht, dorthin nimmst du den Bus. Derselbe Bus ist auch auf dem Weg zum Sinai nötig.
Der Takt ist dicht. Auf den Hauptstrecken fahren die Züge alle 15 bis 30 Minuten. Zwischen Tel Aviv und Haifa ist der Abstand sogar noch kürzer, nachts ruht der Verkehr fast überall. Pünktlichkeit gilt beim Betreiber als Norm, eine Verspätung von mehr als zehn Minuten erlebst du also selten.
Die Fahrt selbst ist zugleich eine Besichtigungstour. Die alte Strecke nach Jerusalem über Beit Shemesh und den Bahnhof Malha ist besonders reizvoll: Der Zug verlässt die Küstenebene und klettert langsam auf einer kurvenreichen Trasse ins Gebirge. Jerusalem liegt auf etwa 800 Metern Höhe, deshalb ist es dort meist kühler als an der Küste (laut Reiseplaner, Stand: 09/2026).
Richtung Norden fährt die Bahn am Meer entlang, und du siehst fast die ganze Zeit das Wasser. Die Strecke endet in Nahariya, direkt an der Grenze zum Libanon. Unterwegs passierst du Binyamina, Caesarea, Haifa und Akko, also die Hälfte der wichtigsten touristischen Ziele des Landes.
KISymbolbild: KI-generiertAls Nächstes geht es um den Fuhrpark, die Tickets und konkrete Strecken. Zuerst schauen wir uns an, womit du eigentlich unterwegs bist.
Welche Züge in Israel fahren
Auf den Strecken sind drei Arten von Zuggarnituren im Einsatz. Das sind blaue einstöckige Wagen, dänische IC3 und rote Doppelstockwagen, die im Bombardier-Werk in Görlitz gebaut wurden. Alle sind sauber und komfortabel.
Gezogen werden die Züge von Diesellokomotiven, die sie auf 160 km/h beschleunigen. Das Netz wird schrittweise auf elektrischen Betrieb umgestellt. Der erste elektrifizierte Abschnitt war die 2018 eröffnete Schnellfahrstrecke von Tel Aviv nach Jerusalem. Sie ist die schnellste Route des Landes (laut Netz der Israel Railways, Stand: 09/2026).
KISymbolbild: KI-generiertDie Elektrifizierung erfolgt etappenweise, deshalb sind auf manchen Strecken weiterhin Dieseltriebzüge unterwegs. Am Komfort ändert das nichts: Die Wagen sind auf der gesamten Strecke gleich gut gepflegt.
Die dänischen IC3 sind leicht zu erkennen. Sie haben eine abgeschrägte Front und laufen ruhig und gleichmäßig. Die roten Doppelstockwagen sind höher als die anderen, vom Oberdeck hast du also einen besseren Blick auf die Landschaft. Blaue einstöckige Garnituren sind auf älteren Abschnitten häufiger anzutreffen.
Alle drei Typen fahren mit denselben Tickets. Es gibt keinen Preisunterschied zwischen ihnen, du musst dich also nicht für eine Garnitur entscheiden. Wenn dir die Aussicht wichtig ist, setz dich im Oberdeck eines Doppelstockwagens ans Fenster.
Die Züge werden in Depots im ganzen Land gewartet, der Fahrplan bleibt dadurch stabil. Ausfälle sind selten, und auf den Hauptstrecken erlebst du fast nie Zugausfälle.
Sitzplätze in israelischen Zügen
In den Zügen gibt es nur eine Wagenklasse. Die Bestuhlung ist 2+2, oft mit Vierergruppen, die sich gegenüberstehen. Die Sitze sind bequem, auch wenn sie nicht ICE-Niveau erreichen. Es ist eher das Niveau eines regionalen RE-Zugs in Deutschland.
KISymbolbild: KI-generiertReservieren musst du normalerweise nicht. Jede Garnitur hat einen Wagen mit reservierten Plätzen, aber außerhalb der Stoßzeiten findest du immer einen freien Sitzplatz. Eine Reservierung lohnt sich nur für eine Familie oder eine größere Gruppe. Du kannst dich auf jeden freien Platz setzen.
In der Stoßzeit füllen sich die Wagen, besonders auf der Küstenstrecke zwischen Tel Aviv und Haifa. Die Züge fahren häufig, du kannst also eine überfüllte Garnitur einfach auslassen und den nächsten Zug nehmen. Dein Gepäck stellst du neben deinen Sitzplatz: In den Wagen gibt es nur wenige Gepäckablagen.
Für eine Familie ist eine Vierergruppe mit gegenüberliegenden Sitzen praktischer. Rucksäcke und ein Kinderwagen passen dort gut hin. Ein einzelner Fensterplatz ist für eine kurze Fahrt mit wenig Gepäck besser.
Eine Reservierung lohnt sich am Vorabend großer Feiertage, wenn das ganze Land zu Familienbesuchen unterwegs ist. An einem normalen Tag sparst du dir die Zeit am Schalter und setzt dich einfach auf einen freien Platz.
WLAN, Steckdosen und Fahrradmitnahme
An den Sitzen gibt es Steckdosen, die Toiletten sind sauber, und WLAN ist kostenlos. Das Internet funktioniert nicht perfekt, aber in Zügen der Deutschen Bahn ist es oft schlechter. Inlandsfahrten sind kurz, deshalb gibt es hier weder Speisewagen noch Nachtzüge.
Dein Fahrrad bringst du kostenlos mit. Ein Klapprad zählt als normales Handgepäck. Ein vollwertiges Fahrrad kommt auf den Ständer neben der Tür, wo es zwei oder drei Plätze gibt. Die Fahrradtransportzeiten hängen vom Wochentag ab: Von Sonntag bis Donnerstag sind Fahrräder nur von 9 bis 15 Uhr und von 19 bis 6 Uhr morgens erlaubt, am Freitag kannst du den ganzen Tag mit dem Rad fahren, und am Samstag ist der Transport verboten (Stand: Fahrradtransport-Regeln, 09/2026).
© Geogast · CC BYFoto: Geogast, CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/4.0), Wikimedia CommonsIm Sommer nehmen die Züge den Betrieb am Samstagabend wieder auf, daher sollte ein Radfahrer die Fahrt für Sonntag oder einen Wochentag planen.
Sicherheit an Bahnhöfen und in Zügen
Am Bahnhofseingang gehst du durch einen Metalldetektor. Ein Mitarbeiter prüft kurz deinen Rucksack, und manchmal wird das Gepäck gescannt. Die Kontrolle geht schnell und dauert fast keine Zeit.
In den Waggons siehst du Soldaten, oft mit Waffen. Das ist kein Zeichen von Gefahr. Sie sind auf dem Weg zum oder vom Dienst und nutzen den Zug kostenlos. Bahnfahren in Israel selbst ist sicher, also lass dich von den Militäruniformen um dich herum nicht abschrecken.
Die Kontrolle am Eingang ist an keine konkreten Bedrohungen gebunden. Sie ist Standardverfahren im israelischen Verkehr, also nimm sie gelassen hin.
Die Waffen der Soldaten sind immer entladen und gesichert, sie brauchen dich also nicht zu kümmern. Abends werden die Bahnhöfe von Personal patrouilliert, und du bist nie allein auf einem leeren Bahnsteig.
Tickets: Rav Kav oder ein Papierticket
Ein Ticket in Israel gibt es in zwei Formen. Es ist entweder ein normales Papierticket oder die elektronische Rav-Kav-Karte. Beide funktionieren in denselben Zügen, die Wahl hängt also nur von der Länge deiner Reise ab.
Rav Kav ist eine Smartcard, die du mit Geld auflädst. Am Bahnhof hältst du sie beim Ein- und Aussteigen an ein Lesegerät, und das System zieht den Fahrpreis automatisch ab. Die Karte gibt Rabatte für Senioren und Studierende an israelischen Universitäten.
Touristen bekommen die Karte problemlos. Eine Rav-Kav-Karte erhältst du an den Ticketschaltern der Bahnhöfe Savidor, HaShalom und University in Tel Aviv. Bring deinen Reisepass zur Registrierung mit (Stand: Rav-Kav-Karte, 09/2026). Aufladen kannst du die Karte an einem Automaten an jedem Bahnhof, so behältst du den Überblick über das Guthaben.
Wenn du auf der Durchreise bist, ist ein normales Ticket einfacher. Es erfordert keine Registrierung und hinterlässt kein Restguthaben auf der Karte. Für eine einzelne Fahrt nach Jerusalem oder Haifa deckt ein Papierticket den Bedarf vollständig ab.
© Umclidet · CC BY-SAFoto: Umclidet, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0), Wikimedia CommonsKeine Zugbindung und feste Preise
Der Bahnhof hat Fahrkartensperren. Du scannst dein Ticket vor dem Einsteigen und am Zielbahnhof noch einmal. Manchmal kontrolliert ein Schaffner die Tickets direkt im Wagen.
Es gibt keine Bindung an einen bestimmten Zug. Du kaufst ein Ticket für eine bestimmte Strecke, zum Beispiel von Tel Aviv nach Haifa, und steigst in jeden passenden Zug ein. Die Preise auf den Strecken sind fest, daher entspricht der lokale Tarif am ehesten dem flexiblen Flexpreis der Deutschen Bahn.

Reisen innerhalb des Landes sind günstig. Den genauen Preis für dein Bahnhofspaar findest du im Tarifrechner (Stand: 09/2026). Ermäßigungen gibt es für Kinder, Studierende und Senioren. Ein Ticket für eine Fernstrecke quer durchs ganze Land kostet ungefähr so viel, wie du in Deutschland für eine kurze Fahrt zahlen würdest.
Bei Verspätungen gelten Fahrgastrechte. Ab 30 bis 60 Minuten Verspätung hast du Anspruch auf eine kostenlose Fahrt, bei mehr als einer Stunde erhältst du zwei Freifahrtscheine (das Verfahren ist auf dem Portal der israelischen Regierungsdienste beschrieben, Stand: 09/2026). Die Ansprüche werden direkt am Fahrkartenschalter bearbeitet, und der Gutschein wird sofort ausgestellt.
Wo du ein Ticket kaufst: Schalter oder Automat
Am einfachsten kaufst du dein Ticket direkt am Bahnhof. Das geht am Schalter oder am Automaten.
Das Personal am Schalter spricht gut Englisch, die Verständigung ist also unkompliziert. Am Schalter kannst du ein Ticket auch zurückgeben, wenn sich deine Pläne ändern. Das ist praktisch, wenn du noch nicht entschieden hast, ob du heute oder morgen in den Norden fährst.
Auch die Automaten lassen sich auf Englisch umstellen und funktionieren intuitiv. Zuerst wählst du dein Ziel, zum Beispiel von Tel Aviv nach Akko. Dann gibst du an, für wen das Ticket ist (Erwachsener oder Kind) und welche Art von Fahrt du brauchst: einfache Fahrt „Single Ride" oder Hin- und Rückfahrt „Round Trip". Der Automat druckt für jeden Fahrgast ein eigenes Ticket. Vergiss nicht, es aus der Sperre zu ziehen: Am Ausgang brauchst du das Ticket noch einmal.
KISymbolbild: KI-generiertDu kannst bar oder mit Karte zahlen, an manchen Stellen funktioniert auch kontaktloses Bezahlen. Es gibt außerdem ein Kombi-Ticket mit Busanschluss: Das ist günstiger als zwei getrennte Tickets. Am Automaten kannst du auch deine Rav Kav aufladen.
Online: der Routenplaner von Israel Railways
Eine bequeme Online-Buchung von Tickets gibt es in Israel noch nicht. Online kannst du Fahrten nur auf deine Rav Kav laden. Die Website des Betreibers bietet aber eine vollständige Übersicht über Strecken und Preise, und das Ticket selbst holst du trotzdem am Bahnhof ab.
Der Rechner funktioniert wie eine Fahrplanauskunft. Du wählst Abfahrtsbahnhof, Zielbahnhof, Datum und Uhrzeit und drückst dann auf Suchen. Das System zeigt verfügbare Verbindungen, die genaue Strecke und Umsteigepunkte an. Nach der Auswahl einer Verbindung zeigt es den Preis an und fragt nach Art und Anzahl der Tickets. Den Gesamtbetrag kannst du ausdrucken.
Der Planer ist schon vor der Reise nützlich. Du kannst damit prüfen, ob die Anschlüsse beim Umsteigen passen und wie lange die Fahrt dauert. Am Bahnhof bekommst du auch einen gedruckten Mini-Fahrplan, der hilft, wenn das Internet unterwegs nicht funktioniert.
Bahnstrecken in Israel
Das Land hat vier Hauptlinien. Die Küstenlinie verbindet Naharija mit Haifa, Tel Aviv und Be'er Scheva. Die Schnellfahrstrecke führt von Tel Aviv über den Flughafen Ben Gurion und Modi'in nach Jerusalem. Die Jesreel-Tallinie verbindet Haifa mit Afula und Beit Sche'an. Eine weitere Linie verläuft entlang des Ostens des Landes.
Die Linien haben ihre eigenen Farben, aber du solltest dich nicht auf sie verlassen. Nicht alle Züge Richtung Norden halten zum Beispiel in Hadera: Das tut nur die orange Linie. Orientiere dich an der Zugnummer, so findest du den richtigen Zug auf der Abfahrtstafel schneller.
Von Freitagabend bis Samstagabend ruht der Verkehr. Am Schabbat fahren weder Züge noch staatliche Busse. Um in diesen Stunden durchs Land zu reisen, steigst du auf Scheruts um. So heißen private Kleinbusse: Sie fahren täglich und sind günstig. In größeren Städten ersetzen sie auch die Nachtbusse (siehe Fahrplandaten zum Schabbat, 09/2026).
An anderen Tagen liegen die Intervalle auf den Hauptstrecken bei 15 bis 30 Minuten. Zwischen Tel Aviv und Jerusalem fahren die Züge häufig, mit Spitzen am Morgen und am Abend.
Die Küstenlinie ist die längste. Die Schnellfahrstrecke ist kurz, aber die schnellste und modernste. Die Jesreel-Tallinie führt ins grüne Galiläa.
An Feiertagen weicht der Fahrplan vom üblichen ab, also prüfe den Routenplaner rechtzeitig.
Tickets und Zugverbindungen im ganzen Land lassen sich bequem auf der Trip.com-Seite für Züge prüfen.
Anfahrt vom Flughafen Ben Gurion
Der Flughafen liegt außerhalb von Tel Aviv, fast auf halbem Weg nach Jerusalem. Der Zug von hier ist schneller als das Auto, denn die Autobahn zwischen den Städten ist oft verstopft.
Ins Zentrum von Tel Aviv fährst du etwa 15 Minuten. Die Züge fahren ungefähr alle 30 Minuten, du musst also nicht lange warten. Steig am Bahnhof Savidor aus, wenn dein Ziel Tel Aviv ist: Der zentrale Busbahnhof liegt in der Nähe. Von dort erreichst du bequem dein Hotel oder Jaffa.

Nach Jerusalem zu kommen ist einfacher als noch vor fünf Jahren. Die Schnellfahrstrecke führt vom Flughafen direkt zum Bahnhof Yitzhak Navon. Die Fahrt dauert etwa 26 Minuten, und der Zug fährt einmal pro Stunde (laut Abfahrtstafeldaten des Bahnhofs, 09/2026). Ein Umstieg in Tel Aviv ist nicht mehr nötig.
Sobald du die Ankunftshalle verlässt, halte Ausschau nach den gelben Zugschildern. Sie führen direkt zum Bahnsteig. Kauf ein Ticket am Automaten und steig dann in einen Zug Richtung Naharija: Er hält an allen Tel Aviver Bahnhöfen. Die Anzeigetafel am Flughafen zeigt die Abfahrten auch auf Englisch.
Nachts ruht der Verkehr. Wenn dein Flug spät landet, prüfe den ersten Zug nach Schabbat oder einem Feiertag. Der Bahnhof hat Fahrkartenautomaten und einen Schalter, und das Personal spricht Englisch.
Prüfe den Preis vorab in der Tariftabelle des Betreibers (Stand: 09/2026). Ein Taxi ins Zentrum kostet ein Vielfaches, und der Bus ist langsamer als der Zug.
Wenn deine erste Station Tel Aviver Hotels sind, lohnt es sich, die Optionen vorab zu vergleichen: Du kannst bequem Hotelpreise in Tel Aviv prüfen, noch bevor du das Terminal verlässt.
Zug von Tel Aviv nach Jerusalem
Als schönster Abschnitt des Netzes gilt die alte Strecke nach Jerusalem über den Bahnhof Malcha. Dort klettert der Zug in Kehren durch das Judäische Bergland. Die Stadt empfängt dich auf etwa 800 Metern Höhe, hier ist es also kühler als am Meer (laut Jerusalem-Reiseführer, 09/2026).
© Ilya Varlamov · CC BY-SAFoto: Ilya Varlamov, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0), Wikimedia CommonsDie Schnellfahrstrecke hat die Fahrt auf etwas mehr als eine halbe Stunde verkürzt. Sie endet am unterirdischen Bahnhof Yitzhak Navon, der 2018 eröffnet wurde. Von dort fährst du mit der Straßenbahn hinunter und erreichst die Altstadt in ein paar Stationen.
Die alte Strecke ist weiterhin in Betrieb und kommt am Bahnhof Malcha am Stadtrand an. Die Schnellzüge fahren nach Yitzhak Navon, und das erspart dir einen Umstieg. Vom Bahnhof zur Altstadt gibt es eine Straßenbahn, und der Mahane-Jehuda-Markt ist bequem zu Fuß erreichbar. Für eine Übernachtung in der Hauptstadt wähle eine Gegend nahe der Straßenbahnlinie: Jerusalemer Hotels buchst du am besten vor der Reise.
Von Tel Aviv fährt der Zug von mehreren Bahnhöfen ab. Der bequemste Ausgangspunkt ist der Bahnhof Savidor: Er hat die beste Anbindung an den Stadtverkehr. Nahe dem Bahnhof HaHagana liegt der zentrale Busbahnhof, von dem Bus 41 zum Uhrturm von Jaffa fährt. Am Bahnhof University steigst du ein, wenn du im Norden der Stadt wohnst.
Beit Schemesch liegt an der alten Strecke über Malcha; die Schnellzüge fahren nicht hindurch. Sei früh am Bahnhof: An den Drehkreuzen und der Sicherheitskontrolle verlierst du zehn bis fünfzehn Minuten.
Vom Bahnhof Yitzhak Navon zur Altstadt ist die Straßenbahn die bequemste Option. Sie nähert sich dem Jaffator, von wo aus du direkt in das Gassengewirr eintauchst. Die Route zum Damaskustor führt über den zentralen Busbahnhof.
Der Mahane-Jehuda-Markt liegt auf dem Weg vom Bahnhof. Wenn du morgens ankommst, lohnt es sich, gleich hier Halt zu machen: Gegen Mittag ist es bereits voll. Einheimische wie Besucher kommen hierher für frische Produkte und Streetfood.
Am Morgen fahren die Züge von Tel Aviv am häufigsten. Ein früher Start spart dir einen halben Tag in der Stadt, und am Abend kannst du bequem mit dem letzten Zug zurückfahren.
Züge nach Haifa, Akko und Naharija
Züge Richtung Norden fahren entlang der Küste nach Naharija. Binjamina, Caesarea, Haifa und Akko ziehen unter den Rädern vorbei. Die Landschaft ist hier schlichter als auf der Strecke nach Jerusalem, aber du siehst fast die gesamte Fahrt über das Meer.
Die Fahrt von Tel Aviv nach Nahariya dauert etwa 1 Stunde 45 Minuten. Haifa und Akko liegen auf dem Weg, daher ist die Fahrt dorthin kürzer (Stand: Fahrzeiten auf der Website des Betreibers, 09/2026). Nicht alle Züge halten an jedem Bahnhof, daher ist manchmal ein Umstieg nötig.
Die Züge auf dieser Strecke fahren etwa jede halbe Stunde. Wenn du nach Akko oder Haifa willst, nimm einen Zug, der an beiden Bahnhöfen hält. Diese Verbindungen sind für Touristen bequemer und erfordern kein Umsteigen.
Haifa: eine unterschätzte Stadt
Haifa liegt am Hang des Karmelgebirges und fällt in Terrassen zum Hafen hin ab. Viele Touristen halten hier nur für ein paar Stunden und fahren weiter, nachdem sie ein Foto an den Bahá'í-Gärten gemacht haben. Das ist ein Fehler: Die Stadt verdient einen ganzen Tag.
Haifas Hauptattraktion ist der Schrein des Báb und die terrassenförmig angelegten Bahá'í-Gärten. Sie steigen in neunzehn Ebenen ab und sind kostenlos zugänglich, aber nur zu bestimmten Zeiten. Unterhalb liegen die Templerhäuser, die im süddeutschen Stil erbaut wurden. Über den Eingängen sind noch Bibelverse in altem Deutsch zu lesen.
Wenn du Zeit hast, wirf einen Blick auf das arabische Viertel Wadi Nisnas. Dort gibt es Märkte und kleine Cafés, und es ist ein völlig anderes Haifa, das mit den gepflegten Gärten nichts gemein hat.
Der Bahnhof HaShmona liegt neben dem Pariser Platz. Von dort gehst du zur Talstation der Standseilbahn, die dich auf den Karmel hinaufbringt. Von oben eröffnet sich ein Panorama über die Stadt und die Bahá'í-Gärten. Nahe der Station steht ein riesiger Getreidespeicher, in dem sich auch ein Museum befindet.
Der Aufstieg auf den Karmel dauert nur wenige Minuten. Von oben siehst du die gesamte Bucht, den Hafen und die Gartenterrassen. Abends sind die Gärten beleuchtet, daher lohnt es sich, den Spaziergang zu den oberen Terrassen für den Sonnenuntergang aufzuheben.
Zwischen der Unterstadt und dem Gipfel verkehrt eine Standseilbahn, die die Einheimischen Metro nennen. Sie ist kurz, spart aber spürbar Kraft beim Aufstieg. Zu Fuß durch die steilen Straßen zu gehen ist anstrengend, besonders in der Hitze.
Wenn du einen halben Tag Zeit hast, geh hinunter zum alten Hafen. Dort gibt es Cafés und einen Markt, und in der Nähe liegen die restaurierten Viertel der deutschen Kolonie. Es ist eine ruhige Ecke abseits der Touristenpfade.
Akko: die Kreuzfahrerstadt
Akko ist eine der ältesten Städte an der Küste. Seine Geschichte umspannt mehrere Jahrtausende, und die ersten schriftlichen Erwähnungen reichen weit in die Zeit vor unserer Zeitrechnung zurück.
© Dennis G. Jarvis · CC BY-SAFoto: Dennis G. Jarvis, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0), Wikimedia CommonsAkko ist vor allem für die Festungsanlagen des Johanniterordens bekannt. Sie wurden zufällig bei Bauarbeiten entdeckt, und heute sind es unterirdische Hallen mit sehr hohen Gewölbedecken. Man kann sich leicht vorstellen, wie Ritter in diesen Hallen speisten oder hier übernachteten. Lohnenswert ist auch ein Gang durch den Templertunnel: Der unterirdische Gang führt direkt zum Hafen.
Der Bahnhof Akko liegt etwa zwei Kilometer von der Altstadt entfernt in der David-Remez-Straße. Der zentrale Busbahnhof ist in der Nähe. Zu Fuß erreichst du die Sehenswürdigkeiten in etwa einer halben Stunde oder du nimmst den Bus Nummer 3.
Die Altstadt lässt sich an einem halben Tag erkunden, und die unterirdischen Hallen besuchst du am besten morgens, bevor die Reisegruppen eintreffen. Die Mauern und Türme liegen direkt am Meer, also nimm Wasser und eine Kopfbedeckung mit.
Wenn Akko auf deiner Route liegt, buche eine geführte Tour: Akko-Touren auf GetYourGuide helfen dir, dich in den unterirdischen Hallen nicht zu verlaufen.
Naharija und Rosh HaNikra
Naharija schafft es selten auf die Reiseliste von irgendjemandem. Diese Stadt im Norden des Landes ist vor allem ein Verkehrsknotenpunkt. Von hier aus fährst du nach Rosh HaNikra, dem nordwestlichsten Punkt der israelischen Mittelmeerküste.
© Chadica from Jerusalem, Israel · CC BYFoto: Chadica from Jerusalem, Israel, CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0), Wikimedia CommonsRosh HaNikra liegt direkt an der Grenze zum Libanon. Der Grenzübertritt ist nur UN-Friedenstruppen erlaubt, weiter kommst du also nicht. Aber die Grotten und Klippen hier sind beeindruckend: Sogar israelische Paare kommen für Vorhochzeitsfotos hierher. Eine ziemlich steile Seilbahn führt zu den Grotten hinunter.
Vom Bahnhof Naharija fährt der Bus 31 zum Parkplatz von Rosh HaNikra, die Fahrt dauert etwa 30 Minuten. Beachte, dass der Bus nur etwa alle 2,5 Stunden fährt. Wenn du ihn verpasst, wartest du lange, also prüfe den Fahrplan im Voraus.
Züge nach Afula und Beit Sche'an
Im Herbst 2016 wurde eine Strecke von Haifa über Afula nach Beit Sche'an eröffnet. Tagsüber fahren die Züge einmal pro Stunde, gegen Abend verkürzt sich der Takt auf 30 Minuten. Die Fahrt von Haifa nach Beit Sche'an dauert 50 Minuten.
Afula eignet sich gut als Ausgangspunkt für Galiläa. Von hier fahren Busse nach Tiberias am See Genezareth: Sie verkehren etwa alle 40 Minuten, und die Fahrt dauert eine Stunde. Der Bus 365 fährt nach Nazareth, verkehrt einmal pro Stunde und braucht etwa 30 Minuten. Die Haltestelle liegt nahe der Verkündigungsbasilika.
Für Nazareth gibt es auch eine kürzere Variante. Du nimmst den Zug bis zum Bahnhof Migdal haEmek, und von dort erreichst du dein Ziel mit dem Bus in unter zehn Minuten.
⁉️🤔 Häufige Fragen
Fahren die Züge am Schabbat?
Nein. Von Freitagabend bis Samstagabend ruht der Verkehr, und auch die öffentlichen Busse fahren nicht. In diesen Stunden bleibt nur der Scherut, ein privater Sammel-Minibus, der täglich fährt. Plane deinen Transfer für Sonntag oder einen Wochentag, damit du nicht am Bahnhof festsitzt.
Kann ich ein Ticket online kaufen?
Eine vollständige Online-Buchung gibt es nicht. Online kannst du nur deine Rav-Kav-Karte aufladen, normale Tickets kaufst du am Bahnhof. Die Website des Betreibers hat aber einen Reiseplaner: Er zeigt Routen, Umstiege und den Preis für das gewünschte Datum an.
Muss ich einen Sitzplatz reservieren?
Normalerweise nicht. Die Züge haben nur eine Wagenklasse, und außerhalb der Stoßzeiten findest du immer einen freien Platz. Jeder Zug hat einen Wagen mit reservierten Plätzen, aber den brauchst du selten. Eine Reservierung lohnt sich für eine große Familie oder Gruppe, wenn ihr im selben Wagen zusammensitzen wollt.
Wie viel kostet eine Fahrt vom Flughafen?
Der Preis wird über den Tarifrechner auf der Website von Israel Railways ermittelt und hängt von Entfernung und Zonen ab. Eine Fahrt ins Zentrum von Tel Aviv ist günstig und deutlich billiger als ein Taxi.
Kann ich ein Fahrrad mitnehmen?
Ja, das ist kostenlos. Ein Faltrad gilt jederzeit als Handgepäck. Ein normales Fahrrad kommt in einen Ständer an der Tür, wo es zwei oder drei Plätze gibt. Von Sonntag bis Donnerstag ist das von 9 bis 15 Uhr und von 19 bis 6 Uhr morgens erlaubt, am Freitag ganztägig, am Samstag nicht.
Kurz gesagt: Was sich zu buchen lohnt
Der Zug in Israel bleibt die einfachste Möglichkeit, Flughafen, Tel Aviv, Jerusalem, Haifa und Akko zu verbinden. Tickets sind günstig, Sitzplatzreservierungen sind fast nie nötig, und die einzige Betriebspause ist am Schabbat.
Wenn du drei oder vier Tage Zeit hast: Buche ein Hotel in Tel Aviv und fahre mit dem Zug nach Norden und nach Jerusalem. Wenn du eine Woche unterwegs bist und Galiläa sehen möchtest: Ergänze eine Nacht in Haifa oder Akko. Unterkünfte lassen sich bequem im Voraus über die Hotelsuche auf Trip.com vergleichen.


