
20 Orte am Comer See: Villen, Kathedralen und Schluchten
Comer See verbirgt hinter seinen Wassern Dutzende Villen, Schlösser und Kirchen. An einem Tag schaffst du sie nicht alle: Die Sehenswürdigkeiten verteilen sich auf die drei Arme des Sees, zwischen denen Fähren und Busse verkehren. Hier sind 20 Orte, die sich lohnen, von einer Festung auf dem Hügel bis zu einer Schlucht mit Wasserfall. Zu jedem erfährst du, was Eintritt kostet, wie du hinkommst und wo du reservieren musst.
Die Villen sind von Frühjahr bis Herbst geöffnet. Die Stadt Como selbst und ihre Kathedrale kannst du ohne Ticket besichtigen. Tickets für die großen Villen kaufst du online: Im Sommer bilden sich an den Kassen lange Schlangen.
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Was du in Como sehen solltest: unsere Auswahl
Der Name „Como" bezeichnet sowohl die Stadt als auch den gesamten See mit seiner Umgebung. In der Stadt selbst findest du die Kathedrale, zwei Villen und mehrere Museen. Weiter am Westufer beginnen die Gartenvillen, während in den Bergen Schluchten und das Dorf Brunate warten. Beginne mit der Stadt und bewege dich dann mit der Fähre am Ufer entlang: Auf dem Landweg bist du langsam unterwegs und musst umsteigen.
💡 Kurz gesagt:
- Ein Tag reicht für die Stadt und die nahe gelegenen Villen; die komplette Liste erfordert einen separaten mehrtägigen Ausflug.
- Villen am Westufer lassen sich leichter mit der Fähre verbinden: Busse fahren selten und mit Umstiegen.
- Preise und Öffnungszeiten: Stand: 09/2026, geprüft auf der offiziellen Website der Villa del Balbianello.
Was es zu sehen gibt | Warum es sich lohnt | Ticket |
|---|---|---|
Duomo di Como | Eine Kathedrale, deren Bau fast vier Jahrhunderte dauerte | kostenlos |
Villa Olmo | Neoklassizistische Villa mit Park direkt am Wasser | Park ist geöffnet |
Museo della Seta | Geschichte der Seidenindustrie der Region | kostenpflichtig |
Villa del Balbianello | Terrassen auf einer Landzunge, Drehort für Star Wars und Bond | 15 € für den Park (Stand: 09/2026, FAI-Tarife) |
Villa Carlotta | Botanischer Garten und Canova-Skulpturen | kostenpflichtig |
Villa Monastero | Hausmuseum und botanischer Garten in Varenna | kostenpflichtig |
Brunate | Aussichtspunkt über dem See, erreichbar mit der Standseilbahn | Standseilbahn-Ticket |
1. Castello Baradello
© Ottantafame · CC BY-SAFoto: Ottantafame, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia CommonsDas Castello Baradello steht auf einem Hügel über Como, an der Stelle einer antiken Befestigung. Historiker nennen kein genaues Baudatum, aber der Turm war an fast allen Kriegen Norditaliens beteiligt. Er wurde von den Langobarden belagert, hielt Angriffen aus Mailand stand und diente als Gefängnis für die Besiegten. Die Festungsmauern wurden wiederholt zerstört und wieder aufgebaut.
Die Türme und ein Teil der Befestigungen sind bis heute erhalten, und vom Hügel aus hast du einen Blick auf die Stadt und den See. Hinauf kommst du nur zu Fuß über einen Wanderweg. Der Eintritt ist nur in organisierten Gruppen möglich, also prüfe die Führungszeit vor Ort. Am Morgen ist der Gipfel fast leer und das Licht auf dem See weicher.
- Wie du hinkommst: zu Fuß vom Zentrum Comos über einen Bergpfad, etwa eine halbe Stunde Gehzeit (siehe Karte).
- Für wen: für alle, die für das Panorama den Aufstieg auf sich nehmen.
- Der Haken: Ohne Gruppe kommst du nicht hinein, und die Kasse ist nicht jeden Tag geöffnet.
2. Villa Olmo
© Maurizio Moro5153 · CC BY-SAFoto: Maurizio Moro5153, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia CommonsDie Villa Olmo wurde für den Marquis Odescalchi erbaut und nach der Ulme benannt, die der Legende nach von Plinius dem Jüngeren gepflanzt wurde. Von außen wirkt das Gebäude bescheiden, innen wurde es jedoch von Fontana ausgemalt: Fresken, Stuck und Vergoldungen sind bis heute erhalten. Die Villa dient heute als Ausstellungszentrum der Stadt.
Der Park der Villa ist nicht weniger beeindruckend als das Haus selbst. Er umfasst eine private Kapelle, einen künstlichen Bach und einen Brunnen, an dem bronzene Kinder mit einem Seeungeheuer spielen. Eine der Alleen führt direkt zum See hinunter, ein angenehmer Ort, um die Mittagshitze abzuwarten. Zu verschiedenen Zeiten beherbergte die Villa Napoleon, die Königinnen von Sardinien und Giuseppe Garibaldi.
- Wie du hinkommst: die Uferpromenade nördlich des Zentrums von Como, zu Fuß am See entlang (siehe Karte).
- Für wen: für einen Spaziergang am Wasser und Liebhaber des neoklassizistischen Stils.
- Der Haken: Ausstellungen erfordern separate Tickets; der Parkeintritt ist kostenlos.
3. Duomo di Como
© Mister No · CC BYFoto: Mister No, CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/3.0), Wikimedia CommonsDer Bau des Duomo di Como dauerte fast vier Jahrhunderte, weshalb Gotik und Barock in einem einzigen Gebäude zusammenkommen. Historiker sind der Ansicht, dass die Proportionen darunter gelitten haben, aber die Kathedrale bleibt die Hauptkirche der Stadt. Sie wurde an der Stelle der alten Kirche Santa Maria Maggiore errichtet, die die Gemeindemitglieder nicht mehr fassen konnte.
Statuen von Plinius dem Älteren und Plinius dem Jüngeren, beide aus Como stammend, stehen am Hauptportal: Fast jeder fotografiert sie. Innen ist der Raum in Form eines lateinischen Kreuzes angelegt. Besuche die Kathedrale am Morgen, bevor sich Reisegruppen am Eingang versammeln.
- Wie du hinkommst: Am einfachsten erreichst du Como mit dem Zug von Mailand, Tickets auf Trip.com; die Kathedrale selbst liegt in der Altstadt nahe der Uferpromenade (siehe Karte).
- Eintritt: kostenlos; ein Ticket wird nur für Sonderausstellungen benötigt.
- Der Haken: In der Saison füllt sich der Platz vor dem Portal mit Gruppen.
4. Tempio Voltiano
© Melancholia · CC BY-SAFoto: Melancholia, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia CommonsDas Tempio Voltiano wurde als neoklassizistisches Tempelmuseum an der Uferpromenade von Como erbaut. Es wurde zum hundertsten Todestag von Alessandro Volta nach dem Vorbild des Pantheon errichtet. Im Inneren befinden sich Briefe, persönliche Gegenstände, Dokumente und Modelle der Erfindungen des Wissenschaftlers, darunter die erste elektrische Batterie.
Volta wurde in Como geboren und lebte hier den größten Teil seines Lebens. Er war der Sohn eines Aristokraten und einer Priesterin, wurde von seinem Onkel aufgezogen und begeisterte sich von Kindheit an für Physik. Napoleon schätzte ihn so sehr, dass er einmal anordnete, die Widmung auf einem Lorbeerkranz zu ändern. Der Museumseintritt ist kostenpflichtig; die Säle umfassen nur wenige Räume.
- Wie du hinkommst: Uferpromenade von Como, neben der Villa Olmo (siehe Karte).
- Für wen: für alle, die sich für Wissenschaftsgeschichte interessieren.
- Der Haken: Die Ausstellung ist klein, und ein Besuch dauert nicht lange.
5. Museo storico Giuseppe Garibaldi

Das Museum befindet sich im historischen Haus Olginati, in dem Giuseppe Garibaldi häufig zu Gast war. Ausstellungsstücke zum Kämpfer für die italienische Einigung selbst gibt es nur wenige, dafür gibt es einen Bereich zum Alltagsleben der örtlichen Bauern: Möbel, Keramik, Textilien, Kleidung und Schmuck aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Einige der Beschriftungen sind nur auf Italienisch.
Die Ausstellung ist für diejenigen interessant, die bereits ein wenig über die Geschichte des Landes wissen. Für Gelegenheitsbesucher können die Exponate trocken wirken: Es gibt wenige Hinweistafeln, und die Geschichte des Risorgimento erfordert Kontext.
- Wie du hinkommst: im Zentrum von Como, nicht weit vom Dom entfernt (siehe Karte).
- Für wen: alle, die sich für die Geschichte der Lombardei interessieren.
- Der Haken: ohne Italienischkenntnisse sind einige der Beschriftungen schwer zu verstehen.
6. Basilica di Sant'Abbondio
© Maurizio Moro5153 · CC BY-SAFoto: Maurizio Moro5153, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia CommonsDie Basilica di Sant'Abbondio wurde erbaut, um Reliquien aufzunehmen, die Bischof Amanzio aus Rom mitgebracht hatte. Später ging die Kirche an die Benediktiner über und erhielt romanische Züge. Sie wurde zu Ehren des heiligen Abbondio geweiht, und den Gottesdienst leitete Papst Urban II. persönlich.
Im 11. Jahrhundert bestand die Basilika aus einem Mittelschiff und vier Seitenschiffen, später wurde ein Kloster angebaut. Im 14. Jahrhundert wurden die Innenräume mit Fresken geschmückt, die bis heute erhalten sind. Heute kommt man wegen der romanischen Architektur und der Ruhe abseits des Touristenzentrums hierher.
- Wie du hinkommst: südwestlicher Stadtrand von Como, zu Fuß vom Zentrum über die Via Sant'Abbondio (siehe Karte).
- Eintritt: frei.
- Für wen: Liebhaber romanischer Architektur und alter Fresken.
7. Museo della Seta
© Marimari52 · CC BY-SAFoto: Marimari52, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia CommonsIn der Gegend um Como gab es drei bedeutende Seidenmuseen, aber die meisten Besucher zieht es ins Museo della Seta. Die Textilschule Pietro Pinchetti ist bis heute direkt daneben in Betrieb. Die Ausstellung erzählt, wie die Seidenraupe im 15. Jahrhundert nach Italien kam und wie aus einem lokalen Handwerk eine vollwertige Industrie wurde.
Die Produktion durchlief hier den gesamten Zyklus, vom Rohstoff bis zum Färben der Stoffe. Einheimische Handwerker stellten Holzschablonen her und druckten Muster mit natürlichen Farbstoffen. Im 20. Jahrhundert ging die Industrie zurück, und einige Fabriken wurden in Wohnungen und Büros umgewandelt. Das Museum zeigt Webstühle aus dem 19. und 20. Jahrhundert, Farbproben und fertige Stoffe, und vor Ort gibt es einen Shop mit Textilprodukten.
- Anfahrt: in der Gemeinde Como, die genaue Adresse prüfst du am besten vor Ort (siehe Karte).
- Kosten: Eintritt mit Ticket.
- Für wen: alle, die sich für Textilien und die Geschichte des Handwerks interessieren.
8. Villa del Balbianello
© Emibuzz · CC BY-SAFoto: Emibuzz, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia CommonsDie Villa del Balbianello liegt auf der Halbinsel Lavedo, die weit in den See hineinragt. Ihre Terrassen, Loggien und der Anlegesteg waren in Star Wars und in den James-Bond-Filmen zu sehen. Letzter Besitzer war der Forschungsreisende Guido Monzino, heute gehört die Villa der Stiftung FAI.
Der Park ist ab Mitte März täglich geöffnet, außer montags und mittwochs, der Eintritt beginnt bei 15 EUR (Stand: 09/2026, offizielle FAI-Website). Die Innenräume kannst du nur mit Führung besichtigen: Die Tour dauert 50 Minuten und kostet zusammen mit dem Park 25 EUR (Stand: 09/2026, offizielle FAI-Website). Die Gruppen sind auf 16 Personen begrenzt, daher ist eine Reservierung unerlässlich.
Zu Fuß erreichst du die Villa von Lenno aus: Es sind etwa 1 km bergauf, rund 25 Minuten, während der Weg über den Dosso di Lavedo 2,5 km und 45 Minuten dauert (laut FAI). Viele kommen mit dem Boot vom Lido di Lenno über das Wasser. Für Seeausflüge mit Stopp an der Villa schau dir die Touren auf GetYourGuide an.
- Anfahrt: Bus C10 von Como nach Lenno, dann zu Fuß oder mit dem Boot (laut Website der Villa del Balbianello).
- Kosten: Park 15 EUR, Villa mit Führung 25 EUR (Stand: 09/2026, offizielle Preise).
- Für wen: Liebhaber von Gärten, Panoramen und Kino.
- Der Haken: Der Fußweg bergauf ist nicht für jeden geeignet, und ohne Reservierung kommst du nicht hinein.
9. Villa Erba
© Arnaud 25 · CC BY-SAFoto: Arnaud 25, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia CommonsDie Villa Erba steht am Ufer von Cernobbio, nicht weit von Como entfernt. Das Anwesen wechselte viele Male den Besitzer, bis das Gut im späten 19. Jahrhundert von dem Industriellen Erba gekauft wurde. Er ließ die alten Gebäude abreißen und beauftragte die Architekten Borsani und Salvoni mit einem Neubau, die sich an der Renaissance-Architektur orientierten. Die Innenräume gestalteten Lorenzoli und Fontana.
Für die Familie wurde die Villa zu einer privaten Bühne: Regisseur Luchino Visconti, der seine Kindheit in diesen Mauern verbrachte, war hier häufiger Gast. Heute finden in dem Komplex Ausstellungen, Präsentationen und Empfänge statt. Hinein kommst du nur während Veranstaltungen, aber ein Spaziergang durch den Park ist fast immer möglich.
- Anfahrt: Cernobbio liegt am Westufer und ist mit Bussen und Fähren von Como aus erreichbar (laut Karte).
- Für wen: alle, die den Kulturkalender des Sees verfolgen.
- Der Haken: Ohne Veranstaltung kommst du nicht in die Villa hinein.
10. Villa Carlotta
© Paolobon140 · CC BY-SAFoto: Paolobon140, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia CommonsDie Villa Carlotta geht auf das späte 17. Jahrhundert zurück, als der Bankier Clerici das Haus errichtete und am Ufer einen italienischen Garten anlegte. Im frühen 19. Jahrhundert kaufte der Politiker Sommariva, ein Bekannter Napoleons, das Anwesen und trug hier eine Kunstsammlung aus aller Welt zusammen. Später erwarb Prinzessin Marianne die Villa und schenkte sie ihrer Tochter Carlotta zur Hochzeit. Carlottas Ehemann Georg II. war leidenschaftlicher Botaniker, und so wurde der Garten zu einem Experimentierfeld.
Der Palast bewahrt Innenräume aus dem 17. bis 19. Jahrhundert, und hier sind Skulpturen von Canova ausgestellt. Die Terrasse öffnet sich zu einem weiten Panorama über den See. Der Park umfasst eine große Fläche: Selbst ein kurzer Spaziergang dauert 1,5 bis 2 Stunden, und an der Kasse sind Wegekarten erhältlich (Stand: 09/2026, offizielle Website). Die Wege führen zu steilen Ufern mit Aussichtspunkten.
- Anreise: Tremezzina am Westufer, Fähre zum Anleger Tremezzo (siehe Karte).
- Kosten: Eintritt mit Ticket für Museum und Garten (Stand: 09/2026, villacarlotta.it).
- Für wen: Liebhaber von Gärten, Skulpturen und Panoramen.
- Der Haken: Der kürzeste Spaziergang durch den Park dauert etwa zwei Stunden.
11. Villa d'Este
© Daniel Case · CC BY-SAFoto: Daniel Case, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0), Wikimedia CommonsDie Villa d'Este wurde im 16. Jahrhundert von Kardinal d'Este erbaut. Die Familie führte ihre Abstammung auf Herkules zurück, deshalb wollten die Auftraggeber hier eine Zuflucht für die Hesperiden sehen. Zum Hauptelement wurde ein mythologisches Ensemble in natürlicher Umgebung. Die Innenräume wurden von Agresti und Zuccaro gestaltet: Die Wände wurden mit flämischen Wandteppichen, Stuck und Fresken geschmückt, und in den Sälen standen antike Statuen. Ein Teil der Ausstattung ist bis heute nicht erhalten.
Den Park verwaltete sein Erbe, Kardinal Alessandro, der Bernini für die Arbeit daran holte. Im 19. Jahrhundert wurde das Anwesen von österreichischem Adel gekauft, und Anfang des 20. Jahrhunderts gehörte es Erzherzog Franz Ferdinand, der in Sarajevo ermordet wurde. Nach dem Ersten Weltkrieg ging die Villa in Staatsbesitz über. Heute beherbergt sie ein teures Hotel, der Zugang für Außenstehende ist eingeschränkt, aber du kannst den Park betreten, wenn du im örtlichen Restaurant ein Mittagessen reservierst.
- Anreise: Cernobbio, die Uferpromenade am Westufer (siehe Karte).
- Für wen: alle, die einen Renaissancepark ohne Museumsticket sehen möchten.
- Der Haken: Die Villa wird von einem Hotel genutzt, es gibt keinen freien Zugang ins Innere.
12. Villa Pizzo

Die Villa Pizzo hat viele Male den Besitzer gewechselt. Zuerst standen hier das Haus der Familie Raimondi und ein großes Gelände vom Ufer bis zum Fuß der Berge. Im 15. Jahrhundert wurde alles von dem Kaufmann Muggiasca gekauft. Ein Jahrhundert später ging das Anwesen nach einem Kriegssieg an die Familie Sforza Speciano über, die begann, auf dem alten Fundament ein Haus zu errichten und den Park anzulegen. Im 17. Jahrhundert kehrte die Familie Muggiasca hierher zurück, um eine Pestepidemie abzuwarten, und legte einen italienischen Garten an.
Später wurde das Anwesen von einem religiösen Orden verwaltet und danach von einem österreichischen Erzherzog mit einer Leidenschaft für Botanik: Unter ihm wurde dem italienischen Park ein formaler englischer Garten hinzugefügt. Im 19. Jahrhundert gehörte die Villa einer Französin namens Muzard, danach der Familie Volpi, die den Komplex bis heute besitzt. Der Park mit exotischen Pflanzen und die Wirtschaftsgebäude sind für Touristen geöffnet.
- Anreise: zwischen Cernobbio und Laglio am Westufer (siehe Karte).
- Für wen: einen ruhigen Spaziergang im Park.
- Der Haken: Ein Teil der Villa ist für Gäste geschlossen.
13. Villa Monastero
© Rainer Halama · CC BY-SAFoto: Rainer Halama, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia CommonsDie Villa Monastero ist aus einem Zisterzienserinnenkloster hervorgegangen, die Arbeiten begannen 1208. Von der Mitte des 16. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts gehörte das Anwesen der Familie Mornico. Der mittelalterliche Charakter des Hauses blieb insgesamt erhalten, auch wenn die Gebäude an neue Bedürfnisse angepasst wurden.
Die Innenräume sind für zwei Details bekannt: eine Marmortreppe mit Stuckelementen, die es sonst nirgendwo gibt, und ein Badezimmer im pompejanischen Stil. 1918 beschlagnahmte der Staat die Villa und verkaufte sie an Dr. Marchi, der das Anwesen dem Institut für Hydrobiologie übertrug. Heute kommen Besucher wegen des Hausmuseums und des botanischen Gartens am See in Varenna hierher. Tickets werden getrennt für Haus und Garten oder als Kombiticket verkauft.
- Anreise: Varenna am Ostufer, zu Fuß von der Promenade (laut Villa Monastero).
- Kosten: Eintritt mit Ticket, Preise und Öffnungszeiten auf der offiziellen Website.
- Der Haken: Das Ticket gilt für einen einmaligen Eintritt, ein erneuter Eintritt ist nicht erlaubt.
14. Villa Cipressi
© Dario Crespi · CC BY-SAFoto: Dario Crespi, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia CommonsDie Villa Cipressi wurde im 15. bis 16. Jahrhundert erbaut und bis ins 19. Jahrhundert erweitert und umgebaut. Neue Besitzer bewahrten die Atmosphäre des mittelalterlichen Hauses. 1980 ging die Villa in kommunalen Besitz über, wurde renoviert, und hier eröffnete ein Hotel.
Auch Gäste, die woanders übernachten, können gegen eine kleine Gebühr den Zypressenpark betreten und zum Pier am Ufer hinuntergehen. Der Park ist klein, aber der Blick auf den See vom Wasser aus gehört hier zu den schönsten in Varenna.
- Anfahrt: Varenna, direkt neben der Villa Monastero (siehe Karte).
- Kosten: Der Parkeintritt ist kostenpflichtig.
- Für wen: ein kurzer Spaziergang zwischen der Fähre und der Villa Monastero.
- Der Haken: Das Gelände ist klein, der Besuch dauert nur kurz.
15. Orrido di Nesso
© Fausto Zambra · CC BY-SAFoto: Fausto Zambra, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia CommonsDie Orrido di Nesso liegt in einem kleinen Ort am Zusammenfluss der Flüsse Nosee und Tuf. Das Wasser stürzt von einer hohen Klippe, und seine Energie wurde einst von lokalen Handwerkern genutzt. Heute gibt es hier keine Industrie mehr, aber die Schlucht ist geblieben. Die besten Plätze, um den Wasserlauf zu sehen, sind der Platz am Castello oder die römische Civero-Brücke.
Die Schönheit der Felsen wurde schon von Leonardo da Vinci und Künstlern vergangener Zeiten bemerkt. Man kommt für einen halben Tag hierher: um den Wasserfall zu sehen, durch das Dorf zu schlendern und am Wasser zu Mittag zu essen.
- Anfahrt: Nesso am Ostufer, Bus ab Como (siehe Karte).
- Für wen: alle, die Natur ohne langen Aufstieg wollen.
- Der Haken: Bei Regen sind die Felsen am Wasser rutschig, sei vorsichtig.
16. Orrido di Bellano
© Bramfab · CC BY-SAFoto: Bramfab, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia CommonsDie Orrido di Bellano entstand vor Millionen von Jahren, als sich der Fluss Pioverna durch den Fels schnitt. Das Wasser bildet hier noch immer eine Kaskade und einen kleinen Wasserfall. Seine Energie wurde einst für Gerbereien, Spinnereien und Ölpressen genutzt; später wurden die Fabriken geschlossen und die Schlucht in ein Naherholungsgebiet verwandelt.
Ein Steg mit Auf- und Abstiegen verläuft entlang der steilen Felswand: Die Stufen sind aus Holz, die Geländer aus Metall. Ein Teil der Strecke ist beleuchtet, sodass du sie auch am Abend begehen kannst. Unter dir rauscht die Pioverna, und am Ende des Weges wartet eine Aussichtsplattform. Bis zum Wasser am Wasserfall hinunterzugelangen ist schwierig.
- Anfahrt: Bellano liegt am Ostufer, ein kurzer Fußweg vom Bahnhof (siehe Karte).
- Kosten: Der Zugang zur Strecke ist kostenpflichtig.
- Der Haken: Die Treppen sind steil, also geh nicht mit Kinderwagen oder Koffer.
17. Autodromo di Monza
© gorchfin · CC BYFoto: gorchfin, CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/3.0), Wikimedia CommonsAuf dem Autodromo di Monza wird der Große Preis von Italien ausgetragen. Die langen Geraden erlauben es selbst einem unerfahrenen Fahrer, auf Tempo zu kommen. Das Personal begrüßt die Besucher und führt sie über die Rennstrecke, einschließlich des 1922 erbauten und unverändert erhaltenen Abschnitts.
In den Souvenirläden gibt es Formel-1-Merchandise, und ein Café mit lokaler Küche erwartet alle, die Hunger bekommen. Ein großer Park umgibt die Strecke, ein angenehmer Ort für einen Spaziergang nach der Tour.
- Anfahrt: Monza liegt nördlich von Mailand, mit dem Zug oder Auto (siehe Karte).
- Kosten: Streckenbesuche und Touren hängen vom Veranstaltungskalender ab, informiere dich vorab.
- Der Haken: An Renntagen sind die Zufahrtsstraßen gesperrt und die Tickets werden teurer.
18. Torre Viscontea
© Maurizio Moro5153 · CC BY-SAFoto: Maurizio Moro5153, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia CommonsDie Torre Viscontea ist das, was von der Festung von Lecco übrig geblieben ist. Der Turm wurde im 14. Jahrhundert von Azzone Visconti erbaut und beherbergte eine Garnison. Ein Jahrhundert später wurde er erweitert: Ein oberer Abschnitt mit Ornamenten und einem Durchgang kam hinzu. Im 18. Jahrhundert stand die Festung der Stadtentwicklung im Weg, und auf Anordnung von Joseph II. wurde sie abgerissen und das Land als Bauland verkauft. Von der Befestigung blieb nur der Turm erhalten.
Anfang des 19. Jahrhunderts wurde der Turm restauriert und in ein Gefängnis umgewandelt; im 20. Jahrhundert ging er in städtischen Besitz über. Heute finden im Erdgeschoss Ausstellungen statt, und die oberen Stockwerke beherbergen das Museum für Bergtourismus und Alpinismus. Im Waffensaal werden Steingeschosse aus dem 14. bis 16. Jahrhundert gezeigt, und daneben sind die Ruheräume der Wache erhalten geblieben.
- Anfahrt: Lecco, wenige Schritte von der Uferpromenade (siehe Karte).
- Für wen: alle, die die Villen schon gesehen haben und etwas Stadtgeschichte wollen.
- Der Haken: Der Eintritt ist kostenpflichtig, und die Ausstellung umfasst nur ein paar Räume.
19. Brunate
© Stefan Vladuck · CC BY-SAFoto: Stefan Vladuck, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia CommonsBrunate liegt auf etwa 715 m über dem Meeresspiegel und ist damit einer der besten Aussichtspunkte über dem Comer See. Die Anreise ist einfach: Eine Standseilbahn fährt regelmäßig von der Station an der Uferpromenade von Como ab (laut ATM). Die Fahrt dauert etwas mehr als acht Minuten. Kauf dein Ticket an der Station; der Fahrplan ändert sich je nach Saison.
Im Dorf solltest du unbedingt die Kirche Sant'Andrea besichtigen. Sie wurde viele Male umgebaut, und von der alten Fassade ist wenig erhalten, aber im Inneren gibt es Fresken aus dem 17. Jahrhundert und eine Orgel von 1827. Von der Endstation aus hast du ein Panorama über den See, die Villen und das Tal mit seinen Gärten und Weinbergen.
Wenn du mehr willst, steig höher hinauf zum Leuchtturm Faro Voltiano. Der Weg führt etwa 1,5 km über rutschige Felsen bergauf, und der Aufstieg ist nicht für jeden geeignet. Mutige brauchen festes Schuhwerk, aber von der Plattform des Leuchtturms aus siehst du die schneebedeckten Gipfel der Alpen.
- Anfahrt: Standseilbahn ab der Station an der Uferpromenade von Como (laut Fahrplan der Standseilbahn).
- Für wen: für Panoramablicke ohne lange Wanderung.
- Der Haken: Der Weg zum Leuchtturm ist rutschig, und ein Teil der Strecke führt bergauf.
20. Abbazia di Piona
© Mattana · CC BY-SAFoto: Mattana, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0), Wikimedia CommonsDie Abbazia di Piona liegt auf einer Landzunge am Ostufer des Sees. Die ersten Gebäude entstanden hier bereits im 6. Jahrhundert, und die Kirche San Nicola wurde auf den Ruinen eines frühchristlichen Tempels errichtet. Um sie herum wuchs ein ganzer Klosterkomplex, umgeben von unberührter Natur.
Die Abtei wird für ihre Stille und die Produkte des Klosters geschätzt. Es gibt Honig aus der eigenen Imkerei und Liköre, die die Mönche nach alten Rezepten herstellen. Man kommt für ein paar Stunden hierher, um Einsamkeit und Ruhe zu genießen.
- Anfahrt: Ostufer bei Colico, mit der Fähre von der anderen Seite (siehe Karte).
- Für wen: für einen ruhigen Besuch abseits der Touristenrouten.
- Der Haken: Die Anreise ist umständlich, und die öffentlichen Verkehrsmittel fahren selten.
Wenn du den See und die Villen vom Wasser aus sehen möchtest, plane deine Route im Voraus: Mit dem Boot bist du bei den entfernten Villen schneller als mit dem Bus.
Touren und Tickets in Como
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Como Sehenswürdigkeiten auf der Karte
Alle Orte auf der Liste sind auf der Karte unten markiert. Die Villen am Westufer lassen sich gut mit der Fähre verbinden, während Brunate und Lecco abseits der Hauptroute liegen und separat besucht werden.
Sehenswürdigkeiten von Como
Orte auf der Karte
- 1Burg Baradello Festung auf dem Hügel über Como, beteiligt an fast allen Kriegen Norditaliens
- 2Villa Olmo Neoklassizistische Villa mit Uferpark, heute das Ausstellungszentrum der Stadt
- 3Dom von Como (Duomo) Hauptkirche der Stadt, fast vier Jahrhunderte lang erbaut
- 4Volta-Tempel Neoklassizistisches Museum am Ufer mit Gegenständen und Erfindungen von Alessandro Volta
- 5Historisches Museum Giuseppe Garibaldi Haus Olginati, Exponate über Garibaldi und das Leben der umliegenden Bauern
- 6Basilika Sant'Abbondio Romanische Basilika mit Fresken aus dem 14. Jahrhundert
- 7Seidenmuseum Geschichte der Seidenindustrie der Region, Webstühle und Stoffmuster
- 8Villa del Balbianello Terrasse auf einer Landzunge, Drehort für „Star Wars" und Bond
- 9Villa Erba Anwesen im Renaissancestil, heute Veranstaltungsort für Ausstellungen und Empfänge
- 10Villa Carlotta Botanischer Garten und Skulpturen von Canova
- 11Villa d'Este Renaissance-Park aus dem 16. Jahrhundert, heute ein Hotel
- 12Villa Pizzo Park mit exotischen Pflanzen zwischen Cernobbio und Laglio
- 13Villa Monastero Wohnhaus-Museum und botanischer Garten in Varenna
- 14Villa Cipressi Zypressenpark und Anlegesteg in Varenna, heute ein Hotel
- 15Wasserfall und Schlucht von Nesso Schlucht am Zusammenfluss der Flüsse, Aussicht von der Piazza Castello oder der Brücke Civero
- 16Orrido di Bellano Felsen von Bellano mit Wasserfall und beleuchtetem Weg
- 17Autodrom von Monza Strecke des Großen Preises von Italien, Rundfahrten
- 18Torre Viscontea Turm der Festung Lecco aus dem 14. Jahrhundert, oben ein Alpinismusmuseum
- 19Dorf Brunate Aussichtspunkt über dem See auf 800 m Höhe, Seilbahn von Como
⁉️🤔 Häufige Fragen
Wie viele Tage brauchst du für den Comer See?
Für die Stadt Como und zwei Villen in der Nähe reicht ein Tag. Für das Westufer mit Villa del Balbianello, Villa Carlotta und Villa d'Este solltest du zwei bis drei Tage einplanen. Für die komplette Liste mit zwanzig Orten plane eine eigene Reise: Die Sehenswürdigkeiten verteilen sich auf die drei Arme des Sees, und die Wege dazwischen kosten viel Zeit.
Brauchst du Tickets im Voraus?
Bei der Villa del Balbianello ist eine Reservierung Pflicht: Ohne sie kommst du nicht in den Park, und die Gruppen sind auf sechzehn Personen begrenzt (laut den Buchungsregeln). Für Villa Carlotta und Villa Monastero solltest du die Tickets ebenfalls online kaufen, besonders im Juli und August. Der Dom von Como und die Basilica di Sant'Abbondio haben freien Eintritt, dort brauchst du keine Reservierung.
Wann ist die beste Reisezeit?
Die Villen sind von Frühjahr bis Herbst geöffnet, und die Gärten zeigen sich im Mai und Juni von ihrer schönsten Seite. Im Sommer gibt es Schlangen an den Fähren und Kassen, dafür fährt die gesamte Schifffahrt auf dem See.
Was kannst du kostenlos sehen?
Der Dom von Como, die Basilica di Sant'Abbondio und die Uferpromenaden der Stadt kosten keinen Eintritt. Auch der Park der Villa Olmo ist frei zugänglich; du zahlst nur für Ausstellungen. Zum Castello Baradello kannst du kostenlos hinaufwandern, der Eintritt in die Festung selbst ist aber nur mit einer Gruppe möglich.
Wie kommst du ohne Auto zu den Villen?
Busse und Fähren verkehren zwischen Como und dem Westufer; Tickets gibt es am Anleger. Varenna erreichst du einfacher mit dem Zug, Fahrpläne auf Trip.com. Die Buslinie C10 fährt nach Lenno, von dort kannst du zur Villa del Balbianello hinauflaufen oder ein Boot nehmen.
Kurz gesagt: Was sich zu buchen lohnt
Wenn du nur einen Tag hast, nimm den Dom von Como, die Villa Olmo und einen Spaziergang entlang der Uferpromenade mit. Bei zwei oder drei Tagen kommen Villa del Balbianello und Villa Carlotta dazu, und du solltest die Tickets dafür vorab online buchen. Für Panoramablicke fährst du hinauf nach Brunate, für Naturerlebnisse machst du dich auf den Weg zum Orrido di Bellano. Such dir früh eine Unterkunft am See: Hotels am Comer See auf Trip.com.


