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Sevan entlang der Ufer: Klöster, Weißfisch und die Straße nach Dilijan

Sevan entlang der Ufer: Klöster, Weißfisch und die Straße nach Dilijan

Sevan ist von der Straße aus schon lange sichtbar, bevor du das Ufer erreichst. Ein blauer Wasserstreifen liegt auf 1.900 Metern über dem Meeresspiegel (Stand: 09/2026, Wikipedia). Sevan wird als größter See des Kaukasus und einer der größten Hochgebirgsseen Eurasiens bezeichnet. Der Stausee umfasst etwa 1.240 Quadratkilometer, und sein Einzugsgebiet erstreckt sich über rund ein Sechstel der Landesfläche (Stand: 09/2026, offizielle Website des Sevan-Nationalparks).

Von Jerewan bis zum Ufer sind es auf der Karte etwa 65 Kilometer. Die Fahrt dauert zwischen einer und zwei Stunden. Ein Minibus kostet ein paar Groschen, fährt aber in die Stadt Sevan, nicht zur Halbinsel. Ein Taxi bringt dich direkt zum Kloster und verlangt ein Vielfaches an Geld.

Unten findest du eine praktische Route entlang der Ufer: wie du hinkommst, wo du Sevan-Felchen isst, was es in Sevanavank und Hayravank zu sehen gibt und ob sich ein Abstecher nach Dilidschan lohnt.

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Wie du von Jerewan nach Sevan kommst

💡 Kurz gesagt:

  • Ein Minibus vom Nördlichen Busbahnhof fährt in die Stadt Sevan; von dort sind es noch mehrere Kilometer bis zum Wasser.
  • Ein Taxi von Jerewan braucht etwa eine Stunde und kostet ein Vielfaches des Busses.
  • Busse nach Dilidschan fahren am See entlang; bitte den Fahrer, am Ufer anzuhalten.

Der See liegt im Zentrum von Armenien, in der Provinz Gegharkunik. Am bequemsten ist die Anreise von Jerewan; das nächste Ufer ist auf der Karte etwa 65 Kilometer entfernt. Unten findest du drei Optionen, von der günstigsten bis zur bequemsten.

Bus und Minibus

Die günstigste Variante ist ein Bus oder Minibus vom Nördlichen Busbahnhof in Jerewan. Das Ticket kostet im Bereich von ein paar hundert Dram und wird bar beim Fahrer bezahlt.

Von dort hast du zwei Routen. Die erste führt in die Stadt Sevan, und hier ist es wichtig, nichts zu verwechseln: Die Stadt und der See sind nicht dasselbe, auf der Karte liegen sechs Kilometer dazwischen. Die musst du zu Fuß gehen oder mit einem lokalen Taxi fahren. Die zweite Route, der Bus nach Dilidschan, verläuft am Ufer entlang, und du kannst den Fahrer bitten, dich am Wasser abzusetzen.

Der Haken am öffentlichen Verkehr ist, dass er davon abhängt, wie voll der Bus ist, und nicht von einem Fahrplan. Die Busse hier sind alt, und die Fahrt im Sommer bietet wenig angenehme Eindrücke.

Taxi von Jerewan

Ein Taxi von Jerewan nach Sevan dauert etwa eine Stunde und kostet ein Vielfaches des Minibusses. Der Preis wird im Voraus festgelegt, in einer App oder mündlich. Für eine kleine Gruppe teilen sich die Kosten auf und werden fast unmerklich.

Sei vorsichtiger bei privaten Fahrern ohne App. Touristen sind ihre Haupteinnahmequelle, und doppelte Preise kommen häufig vor. Vereinbare den genauen Betrag, bevor du einsteigst, oder bestelle ein Auto über eine App.

Organisierte Tour

Eine Tagestour deckt beide Ufer auf einmal ab. Jemand plant die Route für dich, holt dich vom Hotel ab und bringt dich zurück, zeigt dir die Klöster und lässt Zeit für ein Mittagessen. Für eine Gruppe ist diese Option oft günstiger als ein privates Taxi.

Touren werden am Platz der Republik in Jerewan und in Hotels verkauft. Vor Ort wird der Preis oft niedriger genannt als in einer Agentur, aber prüfe Gruppengröße und Reiseverlauf im Voraus.

Wenn du mit dem eigenen Auto unterwegs bist, fahre auf der Hauptstraße von Jerewan in Richtung Sevan. Der Asphalt ist gut, aber wer die Stadt an einem Freitagabend verlässt, muss mit Stau rechnen. Auf dem Rückweg ist es besser, vor Einbruch der Dunkelheit zurückzufahren, denn ein Teil der Straße hat keine Beleuchtung. Entlang der Strecke gibt es genug Tankstellen, aber in der Hochsaison sind sie in der Nähe beliebter Parkplätze schnell voll.

Sewansee im Winter mit schneebedeckten Bergen im Hintergrund© ՎԱՍ · CC BY-SAFoto: ՎԱՍ, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia Commons

Legenden rund um den Sevansee

Um Sevan ranken sich viele Geschichten, und Einheimische erzählen sie gern. Eine davon wirst du unterwegs mit ziemlicher Sicherheit hören.

Einer Legende zufolge schöpfte ein Mädchen Wasser aus einer Quelle und vergaß, sie zu schließen. Das Wasser brach hervor und begann, die Häuser zu überfluten. Der Fluch erfüllte sich, das Mädchen verwandelte sich in Stein, und der Stein taucht manchmal aus dem Wasser auf. Er heißt Arsnakar, was „Stein der Schwiegertochter" bedeutet.

Eine andere Legende erklärt die dunkle Farbe des Wassers. Angeblich lebte ein Drache am Grund, und als er alt wurde, hoben Engel ihn zur Sonne empor. Asche fiel vom Himmel, und das Land war lange Zeit in Nebel gehüllt. Historiker sehen darin eine Erinnerung an einen alten Vulkanausbruch.

Auch der Name ist umstritten. Früher nahm man an, dass „Sevan" mit „schwarzes Kloster" übersetzt wird, zu Ehren von Sevanavank. Heute neigen Sprachwissenschaftler zu einer urartäischen Wurzel, wonach „Sevan" schlicht „See" bedeutet.

Was es am Sevansee zu sehen gibt

Am Sevan schaust du zuerst auf das Wasser und die Berge. Der See wirkt endlos, und von einem Boot aus vergisst man leicht, dass man nicht am Meer ist. Das Wasser ist selbst im Sommer kalt, aber es zieht dich trotzdem zum Schwimmen.

Plane eine Bootsfahrt getrennt von deinem Besuch der Klöster. Boote und Barkassen warten an den Anlegern direkt am Ausgang von Sevanavank. Auf einer kurzen Fahrt siehst du das Ufer vom Wasser aus und bekommst deine besten Aufnahmen.

Schwimmen im Sevan ist erlaubt, aber die Ufer sind hier überwiegend steinig. Ausgebaute Strände erstrecken sich entlang des Nord- und Ostufers, näher an der Stadt Sevan und der Halbinsel. Das Wasser erwärmt sich erst im Juli, daher ist Sonnenbaden im Sommer einfacher als Schwimmen. Nimm Schuhe für die Steine und ein Handtuch mit; Liegen gibt es fast nirgendwo.

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Was du probieren solltest: Felchen und Ishkhan

Entlang des Ufers gibt es Dutzende Cafés mit Blick aufs Wasser. Zum Mittagessen sind Gagari Mot und GreenBay Sevan gute Adressen. Bei beiden steht Fisch im Mittelpunkt der Karte, nicht Schaschlik.

Sevan-Felchen ist ein Weißfisch. Er wurde in den 1920er-Jahren aus Nordrussland in den See eingeführt und hat sich etabliert. Heute wird Felchen in fast jedem Restaurant am Wasser gebraten und geräuchert (Stand: 09/2026, Sevan-Reiseführer).

Ishkhan, auch Sevan-Forelle genannt, gilt als der schmackhafteste Süßwasserfisch des Kaukasus. Der Name bedeutet aus dem Armenischen übersetzt „Prinz". In freier Wildbahn ist diese endemische Art durch eingeführte Konkurrenten verschwunden, heute wird sie künstlich gezüchtet (Stand: 09/2026, Beschreibung der Sevan-Forelle).

Möwen über dem blauen Wasser des Sewansees© ՎԱՍ · CC BY-SAFoto: ՎԱՍ, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia Commons

Köche bereiten Dutzende Gerichte aus Felchen und Forelle zu. Gegrillter Fisch, Räucherfisch, Fisch in Salaten, Frikadellen und Teigtaschen, dazu Flusskrebse. Die Portionen sind groß, also bestellt zu zweit ein paar Gerichte und probiert von allem ein bisschen.

Neben Fisch stehen auf den Speisekarten am Wasser oft lokale Käsesorten und frische Kräuter. Die armenische Küche geht großzügig mit Minze und Koriander um, dadurch wirken die Aromen frischer, als du es vielleicht gewohnt bist. Bestell gegrillte Sewan-Felchen und nimm Gemüse als Beilage dazu, erst dann entfaltet das Gericht seinen vollen Geschmack.

Die Fischerei hier ist staatlich reguliert. Der kommerzielle Fang von Felchen wurde 2020 nach langem Verbot wieder erlaubt, während die Sewan-Forelle weiterhin geschützt ist (Stand: 09/2026, Umweltportal CivilNet). Wundere dich nicht, wenn der Kellner erklärt, woher der Fisch stammt.

Sevanavank: ein Kloster auf der Halbinsel

Zum Kloster führen 200 Stufen in der prallen Sonne hinauf. Sevanavank wirkt schwarz, aber nicht vom Alter, sondern wegen des vulkanischen Tuffs. Gegründet wurde die Anlage von Prinzessin Mariam im Jahr 874 (Stand: 09/2026, Wikipedia).

Kirche von Sewanawank aus dunklem Stein unter Wolken© Beko · CC BY-SAFoto: Beko, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia Commons

Die Halbinsel von Sevan war früher eine Insel mitten im See. Das Wasser selbst schützte die Mönche vor ungebetenen Gästen. Im 10. Jahrhundert musste das Kloster in einer Schlacht gegen die Araber verteidigt werden, und der Sieg wurde als Werk der Vorsehung erklärt.

Die ersten Mönche ließen sich hier lange vor der Gründung des Klosters nieder. Mit der Zeit wuchs darum herum eine Stadt, und Sevanavank wurde zu einem wichtigen geistlichen Zentrum der Region. Die Aussichtsplattform bietet den besten Blick auf den See: Am Horizont verschmilzt das Wasser mit dem Himmel, während das Ufer wie ein dünner Streifen wirkt.

Mönche gibt es hier keine mehr, der letzte ging 1930 (Stand: 09/2026, Geschichte von Sevanavank). Erhalten sind zwei Kirchen aus dem 9. Jahrhundert, Surb Arakelots und Surb Astvatsatsin. Innen sind sie schlicht, wie es für die armenische Kirchenarchitektur typisch ist. Der Eintritt ist bei Tageslicht frei (Stand: 09/2026, Reiseführer zu Sevanavank).

Steig kurz vor Sonnenuntergang zu den Mauern hinauf. Dann fällt das Licht seitlich auf den See, und die Stufen sind nicht mehr glühend heiß. Unten an den Anlegestellen warten Boote, und genau hier startet auch eine Bootstour.

Der Besuch dauert etwa eine Stunde. Du hast genug Zeit, beide Kirchen anzusehen, zum Wasser hinunterzugehen und zu deinem Auto zurückzukehren.

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Hayravank (Mardakhavnyats): ein Kloster am Westufer

Hayravank liegt auf der Karte etwa 30 Kilometer von Sevanavank entfernt. Auch das ist ein Kloster am Seeufer aus dem 9. Jahrhundert, gegründet ungefähr in denselben Jahren (Stand: 09/2026, Wikipedia). Das Westufer ist hier ruhiger, und es gibt deutlich weniger Touristen.

Eine eigene Straße führt von der Fernstraße nach Hayravank. Es gibt Schilder, aber sie sind unauffällig, also wirf einen Blick auf die Karte. Dörfer mit fast keiner touristischen Infrastruktur umgeben die Gegend. Genau deshalb lohnt es sich, hierherzukommen, wenn du ein altes Kloster ohne Menschenmassen und Warteschlangen sehen willst.

Kloster Hajrawank am Ufer des Sewansees© Vahag851 · CC BY-SAFoto: Vahag851, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia Commons

Das Gebäude hat fast keine Fenster. Die Räume werden nur von schmalen Lichtstreifen erhellt, ein typisches Merkmal der armenischen Kirchenarchitektur. Alte Chatschkare und die Überreste einer bronzezeitlichen Festung liegen in der Nähe.

Die Anlage trägt einen zweiten Namen, Mardakhavnyats, was „Menschen-Taube" bedeutet. Der Legende nach suchten 1381 Tausende Einwohner in der Kirche Schutz vor den Truppen Tamerlans, und das Gebet des Priesters verwandelte die Menschen in Tauben (Stand: 09/2026, Seite zum Kloster Hayravank). Ob sie Vögel blieben, sagt die Legende nicht.

Die Straße nach Dilijan

Dilijan liegt auf der Karte etwa 30 Kilometer von Sevan entfernt (Stand: 09/2026, Rome2rio). Die Stadt verdient einen eigenen Reiseführer, aber schon die Fahrt dorthin lohnt sich.

Die Fernstraße schlängelt sich durch die Hügel. Durch einen Tunnel gelangst du aus der trockenen Steppe in dichten Wald, und der Kontrast trifft dich mit voller Wucht. Verschneite Gipfel ziehen am Fenster vorbei, dann steile, grün bewachsene Hänge, und das ist bereits der Dilijan-Nationalpark.

Geschnitzter Holzbalkon eines alten Hauses in Dilidschan© Shaun Dunphy from Lindfield, United Kingdom · CC BY-SAFoto: Shaun Dunphy from Lindfield, United Kingdom, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0), Wikimedia Commons

Die Straße ist schmal, und an manchen Stellen quetschen sich Autos nur knapp aneinander vorbei. Wenn du wenig Zeit hast, fahr zumindest diesen Abschnitt und kehr dann zum See zurück. Auf der Karte dauert die Fahrt in eine Richtung weniger als eine Stunde.

Unterwegs lohnt es sich, an den Kurven mit Blick auf den See langsamer zu fahren. Von dort siehst du fast die gesamte Bucht und die fernen Bergkämme dahinter. Auf diesem Abschnitt gibt es nur wenige Cafés und Tankstellen, also nimm vorher Wasser mit.

⁉️🤔 Häufige Fragen

Wie komme ich ohne Auto nach Sewan?

Am einfachsten nimmst du eine Marschrutka oder einen Bus vom Nördlichen Busbahnhof in Eriwan. Sie fahren bis in die Stadt Sewan, von dort sind es noch ein paar Kilometer zu Fuß oder mit dem Taxi bis ans Wasser. Manche Busse nach Dilidschan fahren direkt am Ufer entlang, und du kannst den Fahrer bitten, dich am See rauszulassen.

Wie viel kostet der Eintritt nach Sewanawank?

Der Eintritt zum Klostergelände und zu den Kirchen ist frei. Nur der Parkplatz am Fuß des Hügels kann kostenpflichtig sein. Bootsfahrten an den Anlegestellen werden separat bezahlt (Stand: 09/2026, praktischer Führer zum Kloster).

Kann man im Sewansee schwimmen?

Schwimmen ist möglich, aber das Wasser bleibt selbst im Hochsommer kalt, weil der See hoch in den Bergen liegt. Es gibt nur wenige ausgebaute Strände, und die Ufer sind meist steinig. Die Badesaison ist kurz und fällt in den Juli und August, wenn sich das Wasser etwas erwärmt.

Was sind Sig und Ischchan?

Sig ist ein Weißfisch, der in den 1920er-Jahren im See angesiedelt wurde und heute legal gefischt wird (Stand: 09/2026, Wikipedia). Ischchan, die Sewan-Forelle, kommt in freier Wildbahn nicht mehr vor und wird künstlich gezüchtet. Beide werden in den Restaurants am Wasser serviert.

Lohnt es sich, am selben Tag nach Dilidschan zu fahren?

Ja, wenn du ein Auto hast oder eine Tour mit Fahrer. Dilidschan liegt auf der Karte etwa 30 Kilometer entfernt, und die Fahrt dauert durch den Tunnel weniger als eine Stunde. Dahinter öffnet sich ein Nationalpark mit Wäldern und Schluchten. Für die Stadt selbst solltest du besser einen eigenen Tag einplanen.

Kurz gesagt: was du buchen solltest

Wenn du wenig Zeit hast, nimm eine Marschrutka und fahr nur nach Sewanawank und zu einer Bootsfahrt. Wenn du in einer Gruppe unterwegs bist, teilt euch ein Taxi oder bucht eine eintägige geführte Tour, die beide Ufer in einem Rutsch abdeckt. Wenn du gut essen willst, plan ein Mittagessen im Gagari Mot oder im GreenBay Sevan ein.

Der Vergleich von Touren entlang der Ufer des Sewansees ist auf GetYourGuide einfach. Der See ist groß, und mit einem Guide siehst du an einem Tag mehr.