
Was du in Amsterdam probieren solltest: 9 niederländische Gerichte und wo du sie 2026 isst
Du fährst nach Amsterdam und willst essen wie die Einheimischen? Hier ist deine Liste.
Die niederländische Küche ist einfach, aber sie hat ikonische Gerichte, die du nirgendwo sonst findest. Bitterballen, Pommes mit dickflüssiger Sauce, frischer Hering, warmer Apfelkuchen, Stroopwafels mit Karamellfüllung. Der Albert-Cuyp-Markt wird als größter Tagesmarkt Europas bezeichnet, und fast all das wird genau dort verkauft.
Hier kommen neun Gerichte und konkrete Adressen, wo Amsterdamer selbst sie holen. Wir haben Öffnungszeiten und Preise im September 2026 auf den offiziellen Websites der Betriebe geprüft.
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KISymbolbild: KI-generiertNiederländische Küche: Was dich in Amsterdam erwartet
💡 Kurz gesagt:
- Niederländisches Essen ist Streetfood: Bitterballen, Pommes, Hering, Kroketten, Waffeln.
- Am günstigsten und leckersten bekommst du sie an Ständen und auf dem Albert-Cuyp-Markt im Viertel De Pijp.
- Appeltaart holst du bei Winkel 43 am Noordermarkt, Pommes bei Vleminckx in der Voetboogstraat.
- Käse probierst du in der Kaasbar, und die FEBO-Automaten haben fast rund um die Uhr geöffnet.
- Öffnungszeiten und Adressen der Betriebe: Stand: 09/2026, geprüft auf den offiziellen Websites von Winkel 43 und Vleminckx.
Wann hast du zuletzt den Satz gehört: „Lass uns niederländisch essen gehen"? Eben. Die Niederlande sind für vieles bekannt, aber raffinierte Küche gehört definitiv nicht dazu. In diesem calvinistischen Land ging Arbeit immer vor Genuss, also wurde das Essen schnell und ohne viel Aufhebens zubereitet.
Daraus ergibt sich das Hauptmerkmal: Die niederländische Küche besteht aus kleinen Snacks für einen Bissen, die man unterwegs isst und oft direkt aus der Hand. Mittagessen wird traditionell überhaupt nicht gekocht. Das klassische Büromittagessen ist eine Scheibe Weißbrot mit Schokoladenstreuseln namens „Hagelslag", und das ist kein Witz.

Die gute Nachricht: Amsterdam ist heute sehr multikulturell. Neben den lokalen Snacks findest du Küchen aus aller Welt: von Italien bis Indonesien, von der Türkei bis Thailand. Ein eigenes Erbe der Kolonialgeschichte ist die indonesische Küche. Der berühmte Rijsttafel, ein Set aus einem Dutzend kleiner Gerichte, serviert mit Reis, ist in Amsterdam längst ein lokaler Klassiker. Aber du solltest trotzdem mit dem anfangen, wofür du hergekommen bist: niederländische Klassiker.
Noch ein praktischer Punkt. Viele niederländische Snacks isst du mit den Händen und unterwegs, das ist also Streetfood in Reinform. Stände, Automaten und Snackbars akzeptieren fast überall Karten und kontaktloses Bezahlen, Bargeld kannst du dir also meist sparen. Nimm gleich Servietten mit: Pommes, Bitterballen und Hering hinterlassen Spuren an den Fingern.
Als Nächstes gehen wir neun Gerichte durch. Zu jedem sage ich dir, was es ist, und nenne einen konkreten Ort, an dem Einheimische es probieren. Alle Orte sind am Ende des Artikels auf einer Karte gesammelt.
1. Bitterballen
Frag einen Amsterdamer nach dem typischen Essen seiner Stadt, und er wird mit ziemlicher Sicherheit „Bitterballen" sagen. Und wenn du fragst, woraus diese braunen Kugeln gemacht sind, hörst du: „Frag besser nicht."
Ein Geheimnis gibt es eigentlich nicht. Innen steckt ein Ragout aus Kalb und Rind, außen eine grobe Panade, das Ganze in heißem Öl frittiert. Außen knusprig, innen weich und fast flüssig. Sei vorsichtig beim ersten Bissen: Die Füllung ist heiß.

Lass dich vom Namen nicht abschrecken: Sie sind nicht bitter. Den Namen haben sie, weil sie früher mit einem bitteren Magenlikör serviert wurden. Heute ist es ein beliebter Snack, den Bars wie Tapas zum Bier reichen.
Bitterballen werden fast immer gleich serviert: ein Haufen Kugeln mit scharfem Senf zum Dippen daneben. Eine Standardportion sind sechs oder acht Stück. Man isst sie mit einem Zahnstocher oder den Händen, aber immer heiß, direkt aus der Pfanne. Im Grunde ist es eine kleinere Version der Krokette, einem weiteren niederländischen Liebling: gleiches Prinzip, nur längliche Form.
Wo du sie probierst. Bitterballen gibt es in jeder Bar, jeder Snackbar und jedem Fast-Food-Laden der Stadt. Wenn du sie lieber in Ruhe essen willst statt unterwegs, geh in die Brauerei Brouwerij de Prael: Dort werden die Kugeln mit verschiedenen Dips und gutem Craft-Bier serviert.
- Der Haken: Es ist frittiertes Essen, leicht kann man es also nicht nennen.
2. Pannenkoeken
Nach den deftigen Bitterballen kommen wir zum Lieblingsgericht der Amsterdamer, dem legendären Pannenkoek. Das ist ein niederländischer Pfannkuchen.
© Takeaway · CC BY-SAFoto: Takeaway, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia CommonsPfannkuchen gibt es in vielen Küchen der Welt, aber hier haben sie Kultstatus, mit eigenen Cafés namens Pannenkoekenhuisjes. Es gibt sogar einen halb scherzhaften Feiertag, den Sint Pannekoek Dag, der am 29. November im ganzen Land gefeiert wird.
Fun Fact: Der Pannenkoek hat es sogar bis zum Mond geschafft. Dort gibt es einen Krater namens Pannekoek, benannt allerdings nicht nach dem Pfannkuchen, sondern nach dem niederländischen Astronomen Anton Pannekoek. Und in Amsterdam gibt es eine Grachtenfahrt, bei der Pannenkoeken direkt an Bord gebacken werden. Mehr dazu unten im Abschnitt über Food-Touren.
Der Teig ist einfach: Mehl, Eier und Milch. Ein fertiger Pannenkoek ist dicker als eine französische Crêpe, aber dünner als ein amerikanischer Pancake. Morgens wird er süß gegessen, mit Apfel, Banane oder Erdbeeren. Gegen Abend greift man zur herzhaften Variante mit Käse, Schinken und Speck.
Wo du sie probierst. Pannenkoeken isst du am besten in einem der Pannenkoekenhuisjes, die über die ganze Stadt verteilt sind. Mein Lieblingsort ist The Pancake Club: Er liegt in einem gemütlichen Garten an einem kleinen Kanal, und die Umgebung ist sehr idyllisch.
- Der Haken: Die Portionen sind groß, und ein Pannenkoek reicht manchmal locker für zwei.
3. Kibbeling
Für das nächste Gericht geht es zurück in die Fritteuse. Die Niederlande sind eine Seefahrernation, Fisch gehört hier also zu den Grundnahrungsmitteln.
Kibbeling ist frischer Schellfisch, Kabeljau oder Seehecht. Der Fisch wird in kleine mundgerechte Stücke geschnitten, in Teig gewendet und frittiert. Ein Klassiker des niederländischen Streetfoods.
Kibbeling unterscheidet sich von britischem Fish and Chips in Form und Präsentation. Hier ist es kein großes paniertes Filet, sondern kleine Stücke, die sich leicht mit einem Spieß aus dem Pappbecher essen lassen. Fischstände heißen in den Niederlanden „Viskraam", und sie stehen buchstäblich an jeder Ecke. Früher war das Essen für ärmere Stadtbewohner, heute isst es jeder.
© Superbass · CC BY-SAFoto: Superbass, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia CommonsKibbeling wird mit einer oder mehreren Saucen serviert: Knoflook (Knoblauch-Aioli), Ravigote (auf Essigbasis) oder schlichter Remoulade. Dazu passt ein kleines Bier, das Einheimische „Pilsje" nennen.
Wo du es probierst. Kibbeling gibt es auf vielen Märkten, zum Beispiel am Albert Cuyp. Am leckersten fand ich es bei Frens Hering, einem der Fischstände der Stadt. Hol dir eine Portion und iss sie auf einer Bank mit Blick auf den Kanal.
- Der Haken: Es ist frittierter Fisch zum Mitnehmen, bequem essen lässt er sich also nur unterwegs oder am Wasser sitzend.
4. Frietjes
Zu fast jedem holländischen Gericht gehört eine Beilage, und die ist natürlich Pommes frites. Hier bestellt man sie als Patat Friet oder einfach Frietjes.
Genau genommen wurden Pommes nicht von den Niederländern erfunden, sondern von ihren belgischen Nachbarn, genauer gesagt den Flamen. Aber in spitzen Papiertüten prägen sie das Straßenbild von Amsterdam.
KISymbolbild: KI-generiertFrittierte Kartoffeln gibt es heute in jedem Land der Welt. Aber nur hier werden sie mit den besten Soßen gekrönt. Vergiss langweiliges Ketchup und greif zu den lokalen Klassikern. Mein Favorit ist Oorlog-Soße: Mayonnaise, Zwiebeln und Satésoße obendrauf. Probier unbedingt auch das legendäre Joppie, das mit Mayonnaise, Zwiebeln und Curry zubereitet wird.
Pommes werden in einer spitzen Papiertüte serviert, mit einer kleinen Gabel, damit du dir nicht die Hände schmutzig machst. Der Ablauf ist einfach: Wähle eine Größe (klein, mittel oder groß), dann eine Soße. Die Niederländer mögen dicke Pommes, außen knusprig und innen weich. Meist sind Dutzende Soßen ausgestellt, da kann man leicht den Überblick verlieren, aber Oorlog und Joppie sind immer eine sichere Wahl.
Wo du sie probieren kannst. Die belgische Herkunft der Pommes spiegelt sich sogar in den Namen der besten Frittenbuden der Stadt wider. Vlaams Friteshuis Vleminckx in der Voetboogstraat 33 hat Kultstatus und frittiert hier seit 1957: täglich von 11:00 bis 19:00 Uhr geöffnet, donnerstags bis 20:00 Uhr, mit mehr als zwanzig Soßen (Stand: 09/2026, offizielle Website von Vleminckx). Eine zweite Option ist Manneken Pis am Damrak.
- Der Haken: Vleminckx hat keine Sitzplätze, du isst also auf der Straße im Stehen, und die Schlange kann eine Weile dauern.
5. Appeltaart
Wenn du bei einem Nachmittagsspaziergang Lust auf Kaffee und etwas Süßes bekommst, ist es Zeit für das nächste typische Gericht: Appeltaart. Das ist der holländische Apfelkuchen.
Er steht in fast jedem Café auf der Dessertkarte. Das Rezept ist ganz einfach: Mürbeteig und viele Äpfel, etwas Zimt und Zitrone. Das war's. Er wird warm gegessen, großzügig mit Schlagsahne oder Vanilleeis bedeckt, und immer mit einer großen Tasse starkem Kaffee.
© Daan0416 · CC BY-SAFoto: Daan0416, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia CommonsDie Niederländer haben den Apfelkuchen nicht erfunden, aber sie scheinen ihn perfektioniert zu haben. Ein Stück ist hier hoch und kompakt, nicht luftig. Innen stecken große Apfelstücke, manchmal Rosinen, und obenauf ein Teiggitter.
Winkel 43 liegt direkt am Noordermarkt, mitten im Herzen des Jordaan-Viertels. Montags und samstags vormittags breitet sich rundherum ein Markt aus: Samstags ist es ein Bauernmarkt mit Käse und Gemüse. Verbinde beides: erst ein Bummel über den Markt, dann ein Stück Kuchen mit Kaffee auf der Terrasse. So bekommst du das echte Jordaan-Gefühl.
Wo du ihn probieren kannst. Es gibt im Grunde nur eine Adresse: Winkel 43 am Noordermarkt 43, im malerischen Jordaan-Viertel (Stand: 09/2026, offizielle Website des Cafés). Ein Stück kostet rund 5,3 € und wird warm mit frischer Sahne serviert (Stand: 09/2026, Speisekarte von Winkel 43). Stell dich aufs Warten ein: Es ist ein Kultort, immer voll. Bei gutem Wetter öffnet die Terrasse mit Bierbänken, dann verteilt sich die Menge etwas.
- Der Haken: Du kannst keinen Tisch reservieren, und zu Stoßzeiten reicht die Schlange bis auf die Straße hinaus.
6. Hollandse Nieuwe
Das nächste Gericht, das sage ich ehrlich, ist nicht mein persönlicher Geschmack. Aber es gehört ohne Frage in einen Artikel über typisches Amsterdamer Essen.
© Takeaway · CC BY-SAFoto: Takeaway, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0), Wikimedia CommonsHering, hier „Haring" genannt, wird traditionell roh gegessen, mit gehackter roher Zwiebel und Gewürzgurke. Besonders beliebt ist er bei denen, die sich nach einer wilden Nacht erholen wollen.
Roher Fisch wird oft unter dem Label „Hollandse Nieuwe" verkauft. Diese Bezeichnung darf nur für Hering verwendet werden, der von Mai bis August gefangen wird, wenn sein Fettgehalt besonders hoch ist, und der auf traditionelle holländische Art gesalzen wurde.
Es gibt auch eine rituelle Seite. In Amsterdam wird Hering meist in Stücke geschnitten serviert, die du mit einem kleinen Spieß aufspießt, während du ihn in Rotterdam am Schwanz festhältst und mit zurückgelegtem Kopf im Ganzen in den Mund gleiten lässt. Zwiebel und Gurke gehören fast immer dazu. Das erste Fass der Saison, der sogenannte Hollandse Nieuwe, wird im Land noch immer versteigert, und das Geld geht an wohltätige Zwecke.
Wo du ihn probieren kannst. Echten Hollandse Nieuwe bekommst du an einem der Fischstände in der Stadt. Eine persönliche Empfehlung kann ich hier nicht geben, aber Einheimische loben „Stubbe Haring" und „Henks Haring".
- Der Haken: Es ist roher Fisch mit Zwiebel, der Geschmack ist eigenwillig und nicht für jeden etwas.
7. Stroopwafels
Jetzt wieder ein Gericht, das meinem Geschmack näher kommt. Ein Stroopwafel („Stroop" bedeutet auf Niederländisch Sirup) besteht aus zwei dünnen, knusprigen Waffeln, die mit einer klebrigen Schicht Karamellsirup zusammengeklebt sind.
© Takeaway · CC BY-SAFoto: Takeaway, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0), Wikimedia CommonsEs macht ernsthaft süchtig: Nach einem aufzuhören ist schwer. Die Waffeln haben längst den Weg in europäische Supermärkte gefunden, aber am besten sind sie frisch, direkt vom Stand.
Der Geburtsort des Stroopwafels ist die Stadt Gouda, dieselbe, die dem Käse ihren Namen gab. Der Legende nach sammelte ein lokaler Bäcker im frühen 19. Jahrhundert übrig gebliebenen Teig und Krümel, klebte sie mit Sirup zusammen und schuf so eine Waffel für die weniger wohlhabenden Bewohner der Stadt. Heute ist sie eines der wichtigsten gastronomischen Symbole des Landes, und eine frische, noch warme Waffel ist mit einer gekauften einfach nicht zu vergleichen.
Iss sie auf lokale Art. Bestell zu deiner Waffel einen heißen Kaffee oder Kakao und leg sie oben auf die Tasse: Sie passt perfekt. Halte sie dort, bis das Karamell im Inneren durch den Dampf schmilzt.
Wo du sie probieren kannst. Stände mit frischen Waffeln gibt es in der ganzen Stadt. „Melly's Stroopwafels" wird besonders gelobt (der Name gehört übrigens keiner holländischen Großmutter, sondern einem argentinischen Einwanderer, Guillermo Mellicovski). Und deine eigene Waffel backen kannst du in einem Stroopwafel-Workshop auf GetYourGuide.
- Der Haken: Sehr süß und klebrig, am Ende der Waffel sind deine Hände voller Karamell.
8. Kaas
Frag irgendjemanden außerhalb des Landes, welches Essen er mit Holland verbindet, und du wirst mit ziemlicher Sicherheit Käse hören.
Käse ist wirklich tief in der lokalen Kultur verwurzelt, und es gibt hier mehr Sorten als fast überall sonst. Sie werden meist nach ihrem Herkunftsort benannt: daher Edam und Gouda, dazu Leidse Kaas, Komijnekaas, Maasdammer und Nagelkaas.
Gouda und Edam sind echte Kleinstädte in der Nähe von Amsterdam, in denen jahrhundertelang Käse gehandelt wurde. Junger Käse ist weich und cremig, während gereifter Käse, „Oude Kaas", hart ist, mit salzigen Kristallen und kräftigem Geschmack. Leidse und Komijnekaas enthalten Kümmel, der ihnen einen würzigen Geschmack verleiht. Runde Edamer Laibe werden traditionell mit rotem Wachs überzogen, wodurch der Käse an der Theke leicht zu erkennen ist.
© Bybbisch94, Christian Gebhardt · CC BY-SAFoto: Bybbisch94, Christian Gebhardt, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia CommonsGroße Käseläden reihen sich in der gesamten Innenstadt aneinander. Ja, sie sind auf Touristinnen und Touristen ausgerichtet, aber geh trotzdem hinein: Niemand hält dich davon ab, kostenlose Käsestücke aus verschiedenen Regionen zu probieren.
Wo du ihn probieren solltest. Wenn du Käse als Souvenir mit nach Hause nimmst, kauf ihn auf Märkten, zum Beispiel am Albert Cuyp. Und für das Erlebnis geh ins Kaasbar in der Ferdinand Bolstraat 10 im Viertel De Pijp: Käseplatten fahren auf einem Förderband zu dir, wie in einer Sushi-Bar. Auf der Karte stehen etwa 24 niederländische Sorten, die Platten kosten 6-11 € (Stand: 09/2026, Kaasbar).
- Der Haken: Ohne Reservierung sind Plätze am Förderband fast nie zu bekommen, also komm früh.
9. Frikandel
Das letzte Gericht bringt uns wieder zurück zur ersten Empfehlung, den Bitterballen. Auch über die Frikandel sagt man: Du willst lieber nicht so genau wissen, was drinsteckt.
Im Grunde ist es eine frittierte Wurst aus günstigem Schweine-, Rind- oder Geflügelfleisch, die mit Mehl gebunden wird. Nach niederländischen Vorschriften ist auch ein wenig Pferdefleisch erlaubt, die urbane Legende ist also nicht völlig aus der Luft gegriffen.
© www.snack-nieuws.nl · CC BYFoto: www.snack-nieuws.nl, CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0), Wikimedia CommonsZieh nicht vorschnell die Nase kraus. Als „Frikandel speciaal", also mit Mayonnaise, Ketchup und gehackten rohen Zwiebeln, schmeckt sie überraschend lecker.
Wo du sie probieren kannst. Frikandel bestellst du in denselben Snackbars wie Bitterballen und Pommes. Besonders gut hat mir die Frikandel speciaal bei „House of Fries" geschmeckt, mit ihrer riesigen Auswahl an Saucen zu den Pommes.
- Der Haken: Schau besser nicht zu genau auf die Zutatenliste; es ist Fast Food, kein Diätgericht.
Albert-Cuyp-Markt: alles an einem Ort
Der meiner Meinung nach schönste Markt Amsterdams ist der Albert Cuyp im Viertel De Pijp. Gehandelt wird hier seit über einem Jahrhundert, nämlich seit 1905.
© Nan Palmero from San Antonio, TX, USA · CC BYFoto: Nan Palmero from San Antonio, TX, USA, CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0), Wikimedia CommonsDer Markt hat montags bis samstags von 9:30 bis 17:00 Uhr geöffnet und ist sonntags geschlossen. An seinen 260 Ständen gibt es alles, was das Herz begehrt: Obst und Gemüse, Fisch und Käse, Würste und Fleisch, Süßigkeiten und Blumen. Er wird als größter Tagesmarkt Europas bezeichnet (Stand: 09/2026, offizielle Website des Marktes).
Fast alle Amsterdamer Klassiker aus diesem Artikel gibt es auch hier: Kibbeling, Käse, frische Stroopwafels. Mein Rat ist einfach. Komm morgens: Die Stände mit frischen Waren packen oft schon am Nachmittag zusammen, wenn ihre Ware ausverkauft ist.
Essen aus dem Automaten: FEBO
Eine weitere lokale Eigenheit: Läden, die wie riesige Zigarettenautomaten aussehen. Hinter kleinen Glasscheiben liegt Essen, und du ziehst es direkt aus der Wand.

FEBO-Automaten gibt es in ganz Amsterdam, und sie laufen fast rund um die Uhr. Selbst wenn dich um drei Uhr morgens der Hunger packt, kannst du frische Bitterballen, Frikandel oder Kroketten aus einem Fach ziehen. Entgegen der urbanen Mythen ist das Essen hier frisch: Nicht verkaufte Ware wird schnell aus den Fächern genommen.
Dein Überlebensinstinkt mag dir zuflüstern, dass du nichts essen solltest, was wer weiß wie lange hinter einer Glasscheibe gelegen hat. Aber das Automatenessen mindestens einmal zu probieren, lohnt sich. Bezahlen kannst du mit Münzen oder Apple Pay.
Food-Touren in Amsterdam
Wenn du tiefer in das Thema eintauchen willst, gibt es hier eine ganze Reihe von Food-Touren. Sie sparen dir Zeit und nehmen dir das Problem der Auswahl ab.
Ein beliebtes Format ist ein Spaziergang mit einem lokalen Guide namens Roman. Er führt dich durch mehrere Verkostungen und erzählt unterwegs über die Amsterdamer Küche. Buchen kannst du die Food-Tour mit lokalem Guide auf GetYourGuide.
Eine sehr stimmungsvolle Option ist eine Grachtenfahrt mit heißen Poffertjes, die direkt an Bord des Bootes gebacken werden.
Einen guten Überblick über alle Optionen mit Terminen findest du hier: alle Amsterdam Food-Touren auf GetYourGuide. Das ist auch praktisch, um gleich einen Tag auszuwählen.
Touren und Tickets in Amsterdam
Geführte Touren, Tickets ohne Anstehen und Aktivitäten — die meisten Angebote sind kostenfrei stornierbar.
Angebote auf GetYourGuide ansehenDas Widget wird nach Ihrer Zustimmung geladen.
Wo du in Amsterdam übernachtest
Die Stadt hat viele Hotels für jedes Budget. Aber Unterkünfte sind hier nicht günstig, und gute Optionen sind in den Schulferien und an langen Wochenenden schnell ausgebucht. Drei verlässliche Adressen.

Wenn du mit dem Zug anreist, nimm das A-Train Hotel. Es liegt fußläufig vom Hauptbahnhof entfernt, ist schön im Eisenbahnstil eingerichtet und bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Preise für das A-Train Hotel auf Trip.com.
Eine budgetfreundliche und unkonventionelle Option, De Bedste Boutique Capsules, ist eine Mischung aus niederländischem B&B und japanischem Kapselhotel. Ideal, um eine Nacht im Zentrum zu verbringen, ohne viel auszugeben. Zimmer im De Bedste auf Trip.com.
Wenn du dir etwas gönnen möchtest, entscheide dich für das Pulitzer Amsterdam an der Prinsengracht, ein Fünf-Sterne-Hotel in einem Komplex aus Grachtenhäusern aus dem 17. Jahrhundert. Eine gelungene Mischung aus Geschichte und modernem Komfort. Preise für das Pulitzer Amsterdam.
⁉️🤔 Häufige Fragen
Welches Essen solltest du in Amsterdam unbedingt probieren?
Starte mit Bitterballen und Pommes mit Oorlog- oder Joppiesauce, das ist der lokale Klassiker. Dazu einen frischen Stroopwafel vom Marktstand und ein Stück Appeltaart bei Winkel 43. Wenn du Fisch magst, hol dir Kibbeling, und für Käse geh in die Kaasbar.
Wo bekommst du echte Pommes in Amsterdam?
Der kultige Ort ist Vlaams Friteshuis Vleminckx in der Voetboogstraat. Die zweite Option ist Manneken Pis am Damrak. Nimm die Oorlog- oder Joppiesauce.
Was solltest du auf dem Albert-Cuyp-Markt holen und wann solltest du hingehen?
Der Albert Cuyp hat Käse, Fisch, Kibbeling und frische Stroopwafels. Der Markt ist sonntags geschlossen. Komm morgens, bevor die Stände mit frischem Essen abbauen.
Lohnt sich Hollandse Nieuwe Hering?
Wenn du generell rohen Fisch magst, ja. Er wird an Fischständen mit rohen Zwiebeln und Gewürzgurke gegessen, und Einheimische schwören auf Stubbe Haring und Henks Haring. Echter Hollandse Nieuwe wird von Mai bis August gefangen. Der Geschmack ist gewöhnungsbedürftig.
Wo kannst du holländischen Käse mit Verkostung probieren?
Geh in die Kaasbar im Viertel De Pijp: Käseplatten kommen dort auf einem Förderband zu dir. Der Laden ist beliebt, also reserviere am besten vorher einen Tisch.
Ich habe alle Orte aus diesem Artikel, einschließlich der Märkte, auf einer Karte zusammengestellt:
Was man in Amsterdam probieren sollte
Orte auf der Karte
- Brouwerij De Prael Bitterballen mit verschiedenen Dips und Craft-Bier
- The Pancake Club Pfannkuchen in einem gemütlichen Garten an einer kleinen Gracht
- Frens Haring Einer der besten Fischstände, Kibbeling
- Vlaams Friteshuis Vleminckx Kultige Frittenbude seit 1957, über 20 Saucen
- Manneken Pis Damrak Zweite Frittenadresse am Damrak
- Winkel 43 Kultiger Apfelkuchen auf dem Noordermarkt
- Stubbe's Haring Fischstand, Einheimische loben den frischen Hering
- Henk's Herring Ein weiterer Stand mit Hollandse-Nieuwe-Hering
- Melly's Stroopwafels Frische Stroopwafels direkt vom Stand
- Kaasbar Amsterdam Käseplatten fahren auf einem Fließband, rund 24 holländische Sorten
- House Of Fries Frikandel speciaal mit riesiger Saucenauswahl
- Albert Cuyp Markt Größter Tagesmarkt Europas, 260 Stände
- FEBO Amsterdam - Leidsestraat Essensautomat direkt aus der Wand, fast rund um die Uhr geöffnet
- FEBO Amsterdam - Oudezijds Voorburgwal FEBO-Automat in der Altstadt
- FEBO Amsterdam - Reguliersbreestraat FEBO-Automat nahe dem Rembrandtplein
- A-Train Hotel Fußläufig vom Bahnhof Centraal, Eisenbahn-Stil
- De Bedstee Boutique Capsules Kapselhotel im japanischen Stil, günstige Lage im Zentrum
- Hotel Pulitzer Amsterdam Fünf-Sterne-Hotel in Grachtenhäusern aus dem 17. Jahrhundert
Kurz gesagt: was du buchen solltest
Die niederländische Küche dreht sich nicht um Raffinesse, sondern um ehrliche Street-Snacks. An einem Tag kannst du realistisch Bitterballen, Pommes, einen Stroopwafel und ein Stück Appeltaart probieren. Und auf dem Albert-Cuyp-Markt kannst du fast die gesamte Liste auf einmal abhaken.
Wenn du einen Tag hast: Albert-Cuyp-Markt am Morgen plus Appeltaart bei Winkel 43.
Wenn du Fisch liebst: Kibbeling bei Frens Hering und Hering bei Henks Haring.
Wenn du tiefer eintauchen möchtest: Mach diese Route mit einem Einheimischen auf einer Food-Tour durch Amsterdam.


