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Zug verspätet: So viel Geld bekommst du zurück und so stellst du einen Antrag

Zug verspätet: So viel Geld bekommst du zurück und so stellst du einen Antrag

Zug mehr als eine Stunde verspätet? Dann hast du Anspruch auf einen Teil des Ticketpreises zurück. Dieser Ratgeber behandelt Züge der Deutschen Bahn und die deutschen Regeln. Die Grundregel gilt in ganz Europa.

Fahrgastrechte im Bahnverkehr regelt eine gemeinsame EU-Verordnung, nicht ein einzelnes Unternehmen. Die Regeln wurden verschärft, und nicht für jede Verspätung wird mehr Entschädigung gezahlt. Wir schlüsseln unten die genauen Beträge auf, die Liste der Ausschlussgründe, was bei einem Zugausfall zu tun ist und wie du einen Antrag stellst. Alle Angaben wurden mit offiziellen Quellen abgeglichen.

Große Abfahrtstafel am Zagreber Hauptbahnhof

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Wie viel du bei einer Zugverspätung bekommst

💡 Kurz gesagt:

  • Verspätung ab 60 Minuten: 25% des Ticketpreises zurück; ab 120 Minuten: 50%.
  • Das Unternehmen zahlt nur für Ursachen in seinem Verantwortungsbereich.
  • Inhaber von Zeitkarten erhalten feste Beträge, und Beträge bis 4 € werden nicht ausgezahlt.
  • Beträge und Regeln: Stand: 09/2026, geprüft auf der Website der Deutschen Bahn und in der EU-Verordnung 2021/782.

Die Höhe der Entschädigung hängt von einem Faktor ab: wie spät du am Zielort auf deinem Ticket ankommst. Verspätungen einzelner Züge entlang der Strecke spielen keine Rolle, denn es zählt nur der Zielort auf dem Ticket.

Verspätung am Zielort

Erstattung des Ticketpreises

60-119 Minuten

25%

120 Minuten oder mehr

50%

Diese Schwellenwerte sind in der EU-Verordnung 2021/782 festgelegt (Volltext auf EUR-Lex). Grundlage ist der volle Ticketpreis für die gesamte Strecke, bei einem Hin- und Rückfahrticket wird der halbe Preis zugrunde gelegt.

Kleinbeträge werden nicht ausgezahlt. Die Grenze liegt bei 4 €, bei einem günstigen Ticket kannst du also leer ausgehen (Stand: 09/2026, Angaben des Eisenbahn-Bundesamts). Die 60-Minuten-Grenze gilt für Reisen innerhalb Deutschlands und ins Ausland gleichermaßen.

Schauen wir uns ein konkretes Beispiel an. Das Ticket kostet 117 €, und du kommst 70 Minuten später an als geplant. Die Verspätung liegt über einer Stunde, also bekommst du 25% des Preises, etwa 29 € (Beispiel des Eisenbahn-Bundesamts). Läge die Verspätung über zwei Stunden, würde der Anteil auf die Hälfte des Preises steigen.

Zahlen und Regeln wurden am 12.09.2026 auf der offiziellen Website des Unternehmens geprüft.

Was du bei Verspätung oder Zugausfall tun solltest

Dokumentiere zuerst die Verspätung. Lass dir die Verspätung vom Personal des Unternehmens bestätigen, wie es die Deutsche Bahn empfiehlt. Bewahre anschließend das Ticket selbst und alle Belege für zusätzliche Ausgaben auf.

Merke dir den wichtigsten Punkt: Je früher du einen Antrag stellst, desto schneller bekommst du dein Geld zurück.

Was Fahrgästen sonst noch zusteht

Zusätzlich zum Geld muss das Unternehmen vor Ort Hilfe anbieten. Im Fernverkehr hast du ab 60 Minuten Verspätung Anspruch auf kostenlose Getränke und Speisen in angemessenem Umfang (Eisenbahn-Bundesamt).

Ein weiteres Plus: Bei einer Verspätung entfällt die Zugbindung automatisch. Mit einem Sparpreis-Ticket kannst du den nächsten Zug auf derselben Strecke nehmen.

So verlierst du kein Geld und kaufst kein zweites Ticket.

Wann das Unternehmen nicht zahlt

Seit dem 7. Juni 2023 entfällt die Zahlung bei drei Gruppen von Gründen (europäische Regeln):

  • außergewöhnliche Umstände: extremes Wetter, schwere Naturkatastrophen, schwere Krisen der öffentlichen Gesundheit;
  • Handlungen Dritter: Personen im Gleis, Kabeldiebstahl, Notfälle im Zug, polizeiliche Maßnahmen, Sabotage oder ein Terroranschlag;
  • eigenes Verschulden des Fahrgasts.

Wichtig: Gewöhnliches saisonales Schlechtwetter gilt nicht als außergewöhnlicher Umstand; gemeint sind ausdrücklich Naturkatastrophen. Ein Herbststurm allein hebt die Zahlung nicht auf, eine Überschwemmung oder ein Terroranschlag dagegen schon.

Wann auch in Fällen höherer Gewalt gezahlt wird

Die Zahlung bleibt in mehreren Fällen bestehen, in denen die Ursache außerhalb des Unternehmens zu liegen scheint:

  • ein Streik des eigenen Personals;
  • Handlungen oder Unterlassungen eines anderen Unternehmens, das dieselbe Infrastruktur nutzt;
  • Handlungen oder Unterlassungen des Infrastrukturbetreibers und des Stationsbetreibers.

Hier hängt die Ursache mit dem Bahnbetrieb zusammen, deshalb wird weiterhin Entschädigung gezahlt.

Reise abbrechen und Geld zurückbekommen

Ist die Verspätung eindeutig über einer Stunde, kannst du die Reise abbrechen. Du bekommst dann den Ticketpreis zurück oder setzt die Strecke später fort.

Wenn du deine Reise unterwegs abbrichst, wird nur die zurückgelegte Strecke berechnet und der Rest erstattet. Das Bahnunternehmen zahlt auch die Rückfahrt zum Abfahrtsbahnhof (Verordnungstext).

Du kannst deine Reise bei der nächsten Gelegenheit oder zu einem passenden Zeitpunkt fortsetzen. Auch eine andere Strecke mit vergleichbarer Fahrtdauer ist erlaubt.

Umstieg auf FlixTrain und FlixBus

Seit dem 7. Juni 2023 gibt es eine neue Möglichkeit. Du kannst deine Reise mit einem anderen Anbieter des öffentlichen Verkehrs fortsetzen, zum Beispiel mit FlixTrain oder FlixBus (neue Fassung der Verordnung). Die Kosten werden unter einer der folgenden Bedingungen erstattet:

  • das Bahnunternehmen hat dem Umstieg vorab zugestimmt;
  • du wurdest nicht innerhalb von 100 Minuten nach der planmäßigen Abfahrt darüber informiert, wie du deine Reise auf einer alternativen Route fortsetzen kannst.

Die 100-Minuten-Regel wirkt zu deinen Gunsten, denn das Schweigen des Bahnunternehmens eröffnet das Recht auf Erstattung.

Übernachtung auf Kosten des Bahnunternehmens

Kommst du erst am Morgen weiter? Dann muss das Bahnunternehmen einen alternativen Transport organisieren. Ist das nicht möglich, muss es ein Hotel sowie den Transport dorthin und zurück bereitstellen (nach EU-Recht).

Auch bei außergewöhnlichen Umständen bleibt das Recht auf Unterbringung bestehen, das Bahnunternehmen darf es dann aber auf drei Nächte begrenzen.

Taxi bis 120 €

Hier ist das deutsche nationale Recht günstiger als das europäische Recht. Liegt die planmäßige Ankunft zwischen 0:00 und 5:00 Uhr und beträgt die Verspätung deutlich mehr als eine Stunde, darfst du mit dem Taxi zu deinem Ziel fahren (laut einer Analyse von Beratern, 09/2026).

Dieselbe Regel gilt, wenn der letzte Zug des Tages ausfällt und du den benötigten Bahnhof bis Mitternacht nicht mehr erreichen kannst. Die Kosten werden bis zu 120 € erstattet (Stand: 09/2026, Deutsche Bahn zu Fahrgastrechten), vor dem 7. Juni 2023 lag die Grenze bei 80 €.

Die Regelung umfasst den gesamten Nahverkehr und die Fernzüge der Deutschen Bahn. Andere Fernverkehrsanbieter sind nicht in die Regelung einbezogen.

Nahverkehrsticket und Fernzug

Mit einem Ticket, das nur für Nahverkehrszüge gilt, kannst du in einen Fernzug umsteigen, wenn die Verspätung unterwegs bereits mehr als 20 Minuten beträgt (offizielle deutsche Behörde).

Der Zug darf keine Reservierung erfordern. Du kaufst das IC- oder ICE-Ticket zunächst selbst, das Geld wird später erstattet. Im Zug zeigst du beide Tickets vor.

Die Regel gilt nicht für erheblich ermäßigte Tickets. Die Liste umfasst regionale Tageskarten, das Schönes-Wochenende-Ticket und das Quer-durchs-Land-Ticket (Fahrgastrechte-Referenz, 09/2026).

Internationale Reisen

Dieselbe Verordnung und dieselbe Schwelle gelten im Ausland. Die Entschädigung wird ab 60 Minuten Verspätung berechnet, genau wie bei innerdeutschen Zügen (Bedingungen für internationale Reisen).

Tickets für internationale Strecken werden oft von verschiedenen Anbietern ausgestellt. Du reichst den Anspruch bei dem Unternehmen ein, das das Ticket verkauft hat. Wurde die Reise in Deutschland gekauft, nimmt die Deutsche Bahn den Anspruch an, auch wenn ein anderes Unternehmen den Zug betreibt.

Deutschlandticket und Fernverkehrszüge

Das Deutschlandticket gilt offiziell als erheblich ermäßigtes Ticket. Das wurde am 8. August 2023 in Paragraf 3, Abschnitt 4 der EVO-Beförderungsbedingungen festgelegt (Rechtsgrundlage, Stand: 09/2026).

Das bedeutet: Bei mehr als 20 Minuten Verspätung kannst du nicht einfach in einen IC oder ICE umsteigen und dir das Geld erstatten lassen. Wenn du früher loswillst, kaufst du das Ticket auf eigene Kosten.

Es gibt trotzdem Ausnahmen. Du darfst in einen Fernzug umsteigen, wenn die letzte Verbindung des Tages mit Ankunft vor 24:00 Uhr ausfällt (Ausnahmedetails). Oder wenn die Verspätung mehr als eine Stunde beträgt und die planmäßige Ankunft zwischen 0:00 und 5:00 Uhr liegt. Die Grenze ist dieselbe wie beim Taxi (Regeln der Deutschen Bahn).

Der Preis für das Deutschlandticket liegt ab Januar 2026 bei 63 € pro Monat (Stand: 09/2026, offizielles Deutschlandticket-Portal). Für Reisen innerhalb Deutschlands ist es weiterhin ein gutes Angebot.

Zeitkarten und BahnCard 100

Monats- und Jahreskarten (Zeitkarten) berechtigen dich ebenfalls zu Entschädigungen, allerdings nach anderen Regeln (Informationen zu Zeitkarten, Stand: 09/2026). Jede Verspätung wird erfasst, und am Monatsende reichst du alles gesammelt beim Fahrgastrechtezentrum ein.

Feste Beträge pro Verspätung:

Kartenart

2. Klasse

1. Klasse

Nahverkehr

1,50 €

2,25 €

Fernverkehr

5 €

7,50 €

Beträge unter 4 € werden nicht ausgezahlt, du musst also mehrere Verspätungen sammeln (Stand: 09/2026, Deutsche Bahn zu Zeitkarten). Die Obergrenze über alle Zeitkarten hinweg liegt bei 25% des Kartenpreises selbst, wobei Fälle ab 20 Minuten über die Gültigkeitsdauer der Karte addiert werden (Abschnitt zu Zeitkarten).

Bei der BahnCard 100 sind die Regeln noch einfacher. Für jede Verspätung ab 60 Minuten bekommst du pauschal 10 € in der zweiten oder 15 € in der ersten Klasse (BahnCard-Daten, Stand: 09/2026). Die Obergrenze ist dieselbe: höchstens 25% des Kartenpreises.

Einzelticket und Reisekette

Hier liegt die größte Falle. Deine Rechte gelten für die gesamte Reise, wenn die Verbindungen auf einem Ticket gebucht sind. Fachleute nennen das eine Reisekette.

Beispiel: Du fährst von Mettmann nach Hamburg, zuerst mit der Regionalbahn nach Düsseldorf, dann mit dem IC. Wenn beide Züge auf einem Ticket stehen, gelten deine Rechte für die gesamte Strecke. Fällt dann die Regionalbahn aus, steigt der Fahrgast einfach in einen anderen Zug um und setzt die Reise fort.

Bist du aber mit dem Deutschlandticket nach Düsseldorf gefahren und hast das IC-Ticket separat gekauft, gibt es keine Kette (Verbindungsbeispiel, Stand: 09/2026). Für einen verpassten Anschluss bekommst du nichts. Für wichtige Verbindungen solltest du dir daher ein Einzelticket für die gesamte Reise bei Trip.com holen.

Zahlen sie oder nicht: ein kurzer Spickzettel

Situation

Entschädigung

Verspätung von 60 bis 119 Minuten

25% des Ticketpreises

Verspätung ab 120 Minuten

50% des Ticketpreises

Zugausfall

Erstattung oder Umbuchung

Streik bei deinem Beförderer

ja

Gewöhnlicher Sturm oder Gewitter

gilt nicht als Ausnahme

Personen im Gleis, Kabeldiebstahl

nein

U-Bahn, Bus, Taxi

nein

Schwellenwerte und Prozentsätze sind bei allen Bahnunternehmen gleich (Bedingungen-Tabelle).

So reichst du einen Antrag ein

Online-Tickets sind mit deinem DB-Konto verknüpft und in der App DB Navigator sichtbar (DB-Konto). Von dort kannst du den Antrag in wenigen Minuten stellen, ein Papierformular ist nicht nötig (laut Verbraucherzentrale, Stand: 09/2026).

Belege für Taxis oder Hotels lädst du in der Regel digital hoch. Ist diese Möglichkeit nicht verfügbar, werden die Unterlagen zusammen mit dem Antragsformular per Post verschickt.

Die Entschädigung wird auf dein Bankkonto überwiesen. Wenn du möchtest, bekommst du stattdessen einen DB-Gutschein mit 3 Jahren Gültigkeit (Beförderer-Daten, Stand: 09/2026). Bei Barauslagen für Taxiquittungen wird kein Gutschein angeboten.

Du kannst den Antrag auch persönlich in einem DB Reisezentrum abgeben. Die Antwort kommt dann per Post.

Wo deine Rechte nicht gelten

Entschädigung gibt es nur für Bahnfahrten, von der Regionalbahn bis zum ICE (DB-Regelungen). Für Verspätungen bei U-Bahn, Straßenbahn, Bus oder Taxi bekommst du kein Geld zurück, auch wenn du dadurch einen Anschluss verpasst hast.

Wenn dein Ticket sowohl Bus als auch Bahn umfasst, wird die Entschädigung nur für den Bahnanteil berechnet. Eine Verspätung des Busses erhöht die Auszahlung nicht.

Behalte das im Hinterkopf, wenn du einen Anschluss zwischen Bus und Bahn planst. Das Risiko trägt hier der Fahrgast.

⁉️🤔 Häufige Fragen

Wie viel bekomme ich bei 70 Minuten Verspätung?

70 Minuten fallen in den Bereich von 60 bis 119 Minuten. Du bekommst 25% des Ticketpreises für die gesamte Strecke (Stand: 09/2026, Behördendaten). Berechnet wird der Preis der gesamten Fahrt, nicht der Preis eines einzelnen Abschnitts. Kleine Beträge bis 4 € werden nicht ausgezahlt.

Der Zug hatte wegen eines Sturms Verspätung. Bekomme ich mein Geld zurück?

Ein gewöhnlicher Herbststurm gilt nicht als außergewöhnlicher Umstand, die Auszahlung gilt also trotzdem (Verordnungsbestimmungen). Das Bahnunternehmen ist nur bei einer Naturkatastrophe oder einem anderen Notfall von der Zahlung befreit. Auch ein Streik des eigenen Personals hebt deinen Entschädigungsanspruch nicht auf.

Kann ich auf Kosten des Bahnunternehmens ein Taxi nehmen?

Ja, wenn die planmäßige Ankunft zwischen 0:00 und 5:00 Uhr liegt und die Verspätung deutlich mehr als eine Stunde beträgt (laut Verbraucherzentrale, Stand: 09/2026). Auslagen werden bis 120 € erstattet (Stand: 09/2026, Deutsche Bahn). Heb die Quittung auf, sonst lässt sich der Betrag nicht nachweisen.

Ich habe ein Deutschlandticket. Kann ich in einen ICE umsteigen?

Nicht, wenn die Verspätung mehr als 20 Minuten beträgt. Das Deutschlandticket gilt als erheblich ermäßigtes Ticket (laut Deutschlandticket-Beschreibung, Stand: 09/2026). Die einzige Ausnahme gilt für die letzte Verbindung des Tages und bei Ankünften zwischen 0:00 und 5:00 Uhr.

Was mache ich mit einer Monatskarte?

Notiere jede Verspätung ab 20 Minuten und reiche am Monatsende alles gesammelt ein (laut Fahrgastrechten, Stand: 09/2026). Für eine einzelne Verspätung im Regionalverkehr bekommst du in der zweiten Klasse 1,50 € und in der ersten Klasse 2,25 € (Stand: 09/2026, Deutsche Bahn). Du musst Verspätungen sammeln, bis du die 4-Euro-Grenze erreichst.

Kurz gesagt: Was sich zu buchen lohnt

Entscheide zuerst, was dir wichtiger ist: der Preis oder volle Fahrgastrechte. Das Deutschlandticket ist günstiger, aber bei Verbindungen mit Umstiegen verlierst du einen Teil der Entschädigung. Für komplexe Strecken mit Umstiegen buche ein Ticket für die gesamte Reise auf Trip.com.

Wenn dein Zug verspätet ist, notiere die Zeit und reiche einen Antrag in der App DB Navigator ein. Bewahre Belege für Taxis und Hotels auf. Prüfe deine Rechte im Voraus, dann bekommst du dein Geld ohne Streit zurück.