
Zwei Wochen in Portugal: Paläste, Ozean und Inseln
Portugal liegt zwischen dem Ozean und Spanien. Auf einer einzigen Reise kannst du die Hauptstadt, Berge und Vulkane sehen. Die Entfernungen zwischen den Städten sind kurz: Auf der Karte ist Lissabon nach Porto mit dem Zug etwa drei Stunden entfernt. Dieser Guide richtet sich an alle, die eine Route auf eigene Faust planen und Entfernungen, Jahreszeiten und Preise verstehen wollen.
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Planung einer Portugal-Reise
Die Jahreszeit macht einen großen Unterschied. Im Frühling und Herbst ist der Süden warm und die Schlangen vor Palästen und Museen sind kürzer. Im Juli und August wird es an der Algarve heiß, daher plant man Touren am besten für den Morgen. Liebhaber großer Wellen brauchen November oder Februar, wenn Nazaré stürmisch wird.
Im Land kommt man mit dem Zug gut voran. Lissabon, Coimbra und Porto sind durch stündlich verkehrende Linien verbunden. Im Süden, im Alentejo und in den Bergen ist es ohne Auto schwierig: Busse fahren selten und mit Umstiegen.
Kaufe Zug- und Bustickets im Voraus auf den Websites der Anbieter: In der Saison sind die Plätze mehrere Tage im Voraus ausverkauft. In großen Städten reichen Metro und Straßenbahn, und für Bergstraßen nimm ein Auto mit Vollkaskoversicherung. Hebe Bargeld am Geldautomaten ab, denn Dorfcafés akzeptieren manchmal nur Bargeld.
Plane zwei Wochen ein, um das Land zu sehen. Gib Lissabon und Porto jeweils zwei Tage und Sintra, Coimbra und Évora jeweils einen. Die Algarve mit ihren Höhlen braucht weitere drei Tage, und die Inseln hebt man sich besser für eine separate Reise auf. Sonst bist du ständig unterwegs.
💡 Kurz gesagt:
- Teile die Route in zwei Teile: den Norden (Porto, Guimarães, Braga, Peneda-Gerês) und den Süden (Lissabon, Sintra, Évora, Algarve).
- Nimm den Zug zwischen Lissabon und Porto und miete ein Auto für den Süden und die Berge.
- Buche Tickets für Paläste, Standseilbahnen und Boote im Voraus: Im Sommer sind die Zeitfenster eine Woche im Voraus weg.
- Preise und Öffnungszeiten: Stand: 09/2026, geprüft auf der offiziellen Website des Pena-Palasts
1. Lissabon
Lissabon liegt auf Hügeln, und an Aufstiegen führt hier kein Weg vorbei. Das historische Zentrum ist in zwei Teile geteilt: Baixa mit seinen Plätzen und Bairro Alto mit seinen Bars und Restaurants. Eine historische Straßenbahn fährt durch die engen Gassen, und eine Fahrt damit wird selbst zum Ausflug. Nimm eine frühe Abfahrt: Gegen Mittag sind die Wagen voll.
Das zweite Muss, Belém, erstreckt sich entlang des Tejo. Dort findest du den Turm von Belém, das Hieronymuskloster und das Denkmal der Entdeckungen, und in der Nähe verkauft man Pastéis de Belém. Eine Hängebrücke überspannt den Fluss und erinnert an die Golden Gate Bridge in San Francisco. Am anderen Ufer erhebt sich die Christus-König-Statue: Ihre Aussichtsplattform bietet den besten Blick auf die Stadt und die Bucht.
Am Abend zieht die Stadt ins Bairro Alto, wo Musik aus offenen Bartüren strömt. Hol dir das Gebäck warm, mit Zimt, im Café neben dem Kloster.

- Anreise: Metro und Straßenbahn verbinden das Zentrum mit Belém; auf der Karte dauert die Fahrt etwa eine halbe Stunde.
- Wie viel Zeit: zwei Tage für die Stadt einschließlich Belém.
- Der Haken: Im Sommer ist das Zentrum heiß und voll; komm zur Öffnungszeit der Museen.
- Für wen: für alle, die Städte mit Geschichte und Blick aufs Wasser lieben.
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2. Sintra
Sintra liegt etwa dreißig Kilometer von Lissabon entfernt, und man braucht einen ganzen Tag. Die Altstadt und die Paläste stehen auf der UNESCO-Welterbeliste, daher reißt der Touristenstrom das ganze Jahr über nicht ab.
Der Pena-Palast ist an seinen roten und gelben Türmen auf dem Felsen zu erkennen. Der Eintritt kostet 20 € für Erwachsene und 12 € für Kinder und Jugendliche (Stand: 09/2026, offizielle Ticketseite). Wir haben Preise und Zeitfenster am 12.09.2026 auf der offiziellen Website geprüft. Tickets werden für eine bestimmte Uhrzeit verkauft, also besorge sie im Voraus und komm nicht zu spät zu deinem Einlass.

Der Pena-Palast entstand Mitte des neunzehnten Jahrhunderts auf den Ruinen eines alten Klosters, und die königliche Familie lebte dort bis zum Beginn des letzten Jahrhunderts. Der bayerische König Ludwig II. nahm ihn als Vorbild für sein Schloss Neuschwanstein, daher erkennen Gäste aus Deutschland die Türme auf den ersten Blick. Der Pena-Palast ist ganzjährig für Besucher geöffnet. In der Hochsaison fahren die Busse zwischen den Palästen voll, und Tickets werden für bestimmte Zeitintervalle verkauft, also plane eine zusätzliche Stunde für die Fahrt ein.
Die zweite Station, Quinta da Regaleira, ist wegen ihres Parks mit Seen, Grotten und unterirdischen Tunneln interessant. Das Anwesen hat fünf Etagen, mit neugotischen Zinnen, Wasserspeiern und einem achteckigen Turm. Die Fassade wurde von einem italienischen Architekten entworfen, der verschiedene historische Stile mischte. Der Park hat eine Kapelle, Brücken und lange unterirdische Gänge, daher dauert der Spaziergang einen halben Tag. Die Hauptattraktion, der Brunnen mit Wendeltreppe, führt spiralförmig in die Tiefe.
Als Nächstes lohnt sich die Fahrt zum Cabo da Roca, dem westlichsten Punkt des europäischen Festlands. Die Straße führt durch den Naturpark Sintra-Cascais, wo Klippen in den Ozean abfallen und der Wind zu jeder Jahreszeit stark ist. Nimm selbst im Juli eine Jacke mit und prüfe den Busfahrplan im Voraus: Abends gibt es weniger Abfahrten, und du wartest am Ende auf ein Taxi.
- Anreise: Vorortzug vom Bahnhof Rossio, dann Busse zu den Palästen.
- Kosten: Kombi-Tickets für mehrere Sehenswürdigkeiten sind günstiger.
- Der Haken: Schlangen am Pena-Palast und Morgennebel; komm zur Öffnungszeit.
- Für wen: für Familien mit Kindern und für Palastliebhaber.
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3. Surfen an der Küste: Ericeira, Peniche und Nazaré
Die Atlantikküste nördlich von Lissabon lebt fürs Surfen. Der Wind ist hier konstant, die Wellen funktionieren fast das ganze Jahr über, und Surfer mit Boards pendeln zwischen den Orten.
Ericeira war der erste Ort in Europa, der den Status eines World Surfing Reserve erhielt, und hat Weltklasse-Wettbewerbe ausgerichtet. Hier gibt es Schulen, und der Strand Ribeira d'Ilhas gilt als der beständigste Spot der Region. Vom Ufer aus hat man einen Blick auf die Bucht und die Klippen, daher bekommen selbst Anfänger gute Aufnahmen.
Peniche liegt auf einer Halbinsel, die früher eine Insel war. Die Verbindung zum Festland entstand erst im fünfzehnten Jahrhundert, und seitdem ist der Ort eine Halbinsel. Die Wellen am Strand Supertubos brechen an den Hafenmauern, und in der Saison finden hier Wettbewerbe statt. Einheimische empfehlen, bei Ebbe ins Wasser zu gehen.
Nazaré ist für Winterstürme bekannt. Ein mehrere tausend Meter tiefer Unterwassercanyon liegt vor der Küste, und er ist es, der das Wasser auf Rekordgrößen treibt: Wellen werden über zwanzig Meter hoch. Am besten beobachtet man sie von der Landzunge beim Leuchtturm. Geh an diesen Tagen nicht schwimmen, auch wenn du von deinen Fähigkeiten überzeugt bist.

- Wann hin: für große Wellen im Winter, für ruhiges Wasser zum Lernen im September und Oktober.
- Anreise: Ein Auto ist bequemer; Busse sind langsam und erfordern Umstiege.
- Nicht für: Anfänger in Nazaré; besser lernt man in Ericeira.
4. Coimbra
Coimbra liegt am Fluss Mondego zwischen Lissabon und Porto. Es ist eine Universitätsstadt, und den Rhythmus geben hier Studierende in schwarzen Umhängen vor.
Die Universität wurde im dreizehnten Jahrhundert gegründet und zählt zu den ältesten Europas. Touristinnen und Touristen kommen wegen der Biblioteca Joanina mit ihren vergoldeten Regalen und steigen auf den Glockenturm. In der Nähe steht die alte Kathedrale aus dem zwölften Jahrhundert, der Eintritt ist frei.

Die ersten Siedlungen an den Ufern des Mondego haben die Kelten hinterlassen, und die mittelalterlichen Viertel sind fast vollständig erhalten geblieben. Die Universität wuchs an der Stelle eines früheren Palasts. In den engen Gassen der Altstadt sind die Häuser mit Azulejos verkleidet, und abends dringen Studentenlieder aus offenen Fenstern. Wenn du zufällig zu einem Universitätsfest dort bist, zeigt dir die Stadt eine andere Seite von sich.
- Anreise: mit dem Zug von Lissabon oder Porto, mit Bahncard etwa eine Stunde.
- Wie viel Zeit: ein halber Tag für die Universität und die Altstadt.
- Der Haken: die Bibliothek ist wegen Restaurierung manchmal geschlossen, prüf die Öffnungszeiten.
- Für wen: alle, die Studentenstädte und alte Bibliotheken lieben.
Zugtickets von Lissabon nach Coimbra
5. Porto
Porto liegt an der Mündung des Douro und gilt als die zweite Stadt des Landes. Die historische Altstadt ist UNESCO-Weltkulturerbe, und für ihre Besichtigung brauchst du einen ganzen Tag.
Das Viertel Ribeira fällt mit seinen bunten Fassaden zum Wasser hin ab. Früher lebten hier Fischer, heute reihen sich Restaurants, Cafés und Weinhandlungen aneinander. Ein Spaziergang entlang der Uferpromenade dauert eine Stunde, und abends lohnt sich der Aufstieg zum Aussichtspunkt nahe der Brücke.

Eine zweistöckige Brücke überspannt den Fluss und trägt Züge und Fußgänger. Die obere Ebene bietet den besten Blick auf die Stadt, bei starkem Wind gehst du aber besser auf die untere Ebene hinunter. Die Brücke verbindet Ribeira mit Vila Nova de Gaia, wo Portwein gelagert und gereift wird. In den Kellern gibt es Verkostungen, also reservier deinen Platz im Voraus.
Von Coimbra nach Porto sind es auf der Karte etwa 150 Kilometer, und die Straße verläuft entlang der Küste. Östlich der Stadt beginnt das Weinanbaugebiet Alto Douro, ebenfalls UNESCO-Welterbe. Wenn dich die Geschichte des Portweins interessiert, lohnt sich ein Abstecher zu den Weinbergterrassen.
- Anreise: Zug von Lissabon, auf der Karte etwa drei Stunden.
- Kosten: Verkostungen in den Kellern sind kostenpflichtig, der Eintritt in die meisten Kirchen ist frei.
- Der Haken: Bei Verkostungen wird Port großzügig eingeschenkt, also fahr danach nicht Auto.
- Für wen: alle, die einen Wochenendtrip von Lissabon aus machen.
6. Guimaraes
Guimaraes wird die Wiege der Nation genannt. Portugals erster König wurde hier geboren, und die Stadt war einst die erste Hauptstadt des Landes. Die Altstadt ist UNESCO-Weltkulturerbe.
Die Hauptsehenswürdigkeit auf dem Hügel ist eine mittelalterliche Burg. Sie wurde im zehnten Jahrhundert errichtet, um Stadt und Kloster vor Angriffen zu schützen. Heute gilt die Festung als eine der am besten erhaltenen des Landes, und der Zugang zu den Mauern ist frei. In der Nähe steht der Herzogspalast mit hohen Schornsteinen, die von überall in der Stadt sichtbar sind.

Feste finden hier das ganze Jahr über statt. Im August gibt es die Gualterianas, im Dezember die studentischen Nicolinas und im Juli die viertägige Romaria Grande de Sao Torcato. Beim Santa-Luzia-Fest im Dezember schenken Männer ihren Auserwählten phallusförmige Kekse, eine alte lokale Tradition.
In den engen Gassen der Altstadt sind die Häuser mit Azulejos geschmückt, und auf den Plätzen treffen sich Studierende. Für das Zentrum brauchst du einen halben Tag, für Burg und Palast plane zwei weitere Stunden ein.
- Anreise: Bus oder Zug von Porto, auf der Karte unter einer Stunde.
- Kosten: der Burgeintritt ist frei, das Palastticket ist kostenpflichtig.
- Für wen: alle, die Porto mit einer Reise durch den Norden verbinden.
- Der Haken: im Sommer ist der Hügel heiß und es gibt fast keinen Schatten.
Touren in Guimaraes auf GetYourGuide
7. Nationalpark Peneda-Geres
Peneda-Geres, Portugals einziger Nationalpark, liegt im Norden nahe der spanischen Grenze. Er umfasst mehr als 70.000 Hektar und erstreckt sich über mehrere Bergketten.
Flüsse fließen durch die Täler, und Wasserfälle tosen. Die Kaskade bei Portela do Homem zieht im Sommer Touristinnen und Touristen an, und das Wasser der Gebirgsbäche bleibt selbst in der Hitze kalt. Garranos, kleine Wildponys, grasen auf den Hochebenen. Sie sind an Menschen gewöhnt und kommen bis an die Straßen heran, aber du solltest sie nicht füttern.

Der Park ist hufeisenförmig und verbindet mehrere Bergketten, zwischen denen Dörfer eingebettet liegen. Neben der Kaskade zieht es Besucher zu den keltischen Siedlungen Castro Laboreiro und Caledonia sowie zum Kloster von Pitoes das Junias. Du kannst die Wege zu Fuß erwandern oder die Flüsse mit Kajak und Raft befahren.
Der Park bewahrt Siedlungsruinen, alte Klöster und Kapellen. Am besten erkundest du ihn zu Fuß auf markierten Wegen: So siehst du, was Autofahrer verpassen. Für Übernachtungen gibt es Campingplätze, wildes Campen ist verboten, und für die Einfahrt mit dem Fahrzeug wird eine kleine Gebühr fällig.
- Anreise: nur mit dem Auto, öffentliche Verkehrsmittel fahren kaum.
- Für wen: Wanderer und alle, die Ruhe suchen.
- Der Haken: das Wetter wechselt innerhalb einer Stunde, also nimm eine Regenjacke und eine warme Schicht mit.
Mietwagen für einen Ausflug in den Park
8. Bom Jesus do Monte und Santa Luzia
Zwei Wallfahrtskirchen stehen nördlich von Porto. Beide sind von Braga, Guimaraes oder dem Nationalpark Peneda-Geres aus leicht zu erreichen.
Braga wird die Stadt der Erzbischöfe genannt. Ihre Kathedrale ist die älteste des Landes, und das Stadion ist direkt in die Wände eines ehemaligen Steinbruchs gebaut. Eine Pilgerroute führt durch die Stadt, deshalb gibt es hier mehr Hotels, als du erwarten würdest.
Fünf Kilometer von Braga entfernt steht das Heiligtum Bom Jesus do Monte. Eine Treppe mit fast sechshundert Stufen, Brunnen und Kapellen führt hinauf. Wenn du den Aufstieg nicht machen willst, nimm die Standseilbahn: Sie erreicht den Gipfel in drei Minuten und gilt als der älteste noch betriebene Wasserballastaufzug der Welt.

Das Heiligtum liegt an einem Hang, und von der oberen Terrasse hast du einen Blick auf die Stadt. Der Komplex ist ein Nationaldenkmal und Weltkulturerbe. Die zweite Kirche, die Basilika Santa Luzia, erhebt sich über Viana do Castelo an der Meeresküste. Sie wurde Mitte des letzten Jahrhunderts erbaut, und ihre Rosettenfenster sind nur noch von denen der Kathedrale in Mallorca an Größe übertroffen.
- Anreise: Zug nach Braga, dann Taxi oder Bus.
- Kosten: der Eintritt zum Heiligtum ist frei, die Standseilbahn ist kostenpflichtig.
- Der Haken: an Sonn- und Feiertagen sind viele Pilger unterwegs.
- Für wen: alle, die durch den Norden des Landes reisen.
9. Evora
Evora liegt inmitten der Olivenhaine des Alentejo, und ein Stopp hier lohnt sich auf dem Weg an die Algarve. Die Stadt ist älter als Lissabon und spürbar ruhiger als die Hauptstadt.
Menschen lebten hier schon in der Steinzeit, wie zahlreiche Megalithgräber belegen. Das größte von ihnen liegt südwestlich der Stadt an einem kleinen Fluss. Die Römer hinterließen einen Tempel, eine Festung und ein Aquädukt, während die Mauren vom Orden von Aviz vertrieben wurden, der die erhaltene Stadtmauer errichtete.
Im Zentrum steht ein römischer Tempel, der als Tempel der Diana bekannt ist. In der Nähe erhebt sich die Kathedrale, und die Altstadt gehört seit Mitte der 1980er-Jahre zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Der Hauptgrund für einen Besuch ist die Knochenkapelle (Capela dos Ossos). Die Innenwände sind mit Knochen und Schädeln von Mönchen verkleidet, und Besucher werden gebeten, ruhig zu sein. Das Ticket kostet 7 € und ermöglicht den Zugang zu den übrigen Räumen der Kirche des heiligen Franziskus (Stand: 09/2026, offizielle Website). Wir haben den Preis am 12.09.2026 auf der offiziellen Website der Kirche überprüft.

- Anreise: Bus ab Lissabon, auf der Karte etwa eineinhalb Stunden.
- Zeitbedarf: ein halber Tag für die Altstadt.
- Der Haken: die Kapelle ist klein, und im Sommer wird es drinnen stickig.
- Für wen: für alle, die das römische und mittelalterliche Portugal sehen möchten.
10. Faro
Faro, die Hauptstadt der Algarve, liegt an der Lagune Ria Formosa. Die Stadt ist klein und lässt sich bequem in einem halben Tag zu Fuß erkunden.
Die Altstadt ist von einer Mauer umgeben und heißt Vila Adentro. Im Inneren stehen die Kathedrale und Häuser aus dem 18. Jahrhundert, von denen einige leer stehen. Das ehemalige Kloster Nossa Senhora da Assunção beherbergt ein archäologisches Museum: Es zeigt Funde aus der römischen Villa von Milreu, keramische Azulejos und Kirchengemälde.
© Sergei Gussev · CC BYFoto: Sergei Gussev, CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0), Wikimedia CommonsFaro fühlt sich nicht wie die Ferienorte der Algarve an: Rund sechzigtausend Menschen leben hier, und das Tempo ist ruhiger. Die Stadt wird von der Lagune Ria Formosa geschützt, die als eines der Naturwunder des Landes gilt. In der Lagune nisten Vögel, und Fischerboote fahren durch ihre Kanäle.
Der Strand von Faro liegt auf einer Sandbank etwa zehn Kilometer vom Zentrum entfernt. Du erreichst ihn mit der Fähre oder dem Bus; lass dein Auto auf dem Festland. Einen Spaziergang entlang der Sandbank solltest du mit Vogelbeobachtung verbinden, und am Abend geht es zurück an die Uferpromenade der Stadt.
- Anreise: Flughafen und Bahnhof liegen nahe am Stadtzentrum.
- Für wen: für Familien und für alle, die die Algarve im Winter besuchen.
- Der Haken: im Sommer weht auf der Sandbank starker Wind, also nimm eine Windjacke mit.
11. Benagil-Höhle
Die Benagil-Höhle liegt im felsigen Teil der Algarve. Du kommst nur vom Wasser aus hinein, ein Boot oder Paddleboard ist also unverzichtbar.
Von oben, von den Klippen, wirkt die Höhle nicht so beeindruckend. Am Strand Praia de Benagil kannst du ein SUP mieten: Die Miete kostet rund dreißig Euro für fünfundvierzig Minuten, und zum Höhleneingang paddelst du in fünf Minuten. Bootstouren zeigen dir außerdem benachbarte Grotten, die vom Ufer aus nicht sichtbar sind.

Das Markenzeichen der Höhle ist die Öffnung in der Decke. Licht fällt hindurch, und das Wasser darunter leuchtet blau und golden. Die besten Aufnahmen gelingen am Morgen, wenn die Sonne hoch steht.
Die Höhle ist längst kein Geheimtipp mehr. Am Vormittag sind hier bereits Dutzende Boote unterwegs, also komm zur ersten Abfahrt des Tages oder wähle Abendtouren. Im Inneren zu schwimmen ist keine gute Idee: Die Boote fahren eines nach dem anderen ein, und die Wellen drücken das Wasser gegen die Felsen.
- Anreise: nur über das Wasser, mit dem Boot oder Paddleboard.
- Für wen: für alle, die sicher auf dem Wasser unterwegs sind.
- Der Haken: viel Betrieb, und Bootsausflüge fallen bei Wind aus.
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12. Ponta da Piedade Klippen
Die Klippen von Ponta da Piedade liegen bei Lagos und gelten als die schönste Küstenlandschaft der Algarve.
Zwanzig Meter hohe Klippen bilden Bögen, Grotten und kleine Buchten. Die Wasserfarbe wechselt von Blau zu Grün, und bei Sonnenuntergang färben sich die Felsen golden. Über eine Steintreppe links vom Leuchtturm gelangst du hinunter ans Wasser. Auf der Karte dauert der Spaziergang von Lagos etwa eine halbe Stunde, und in der Nähe gibt es einen Parkplatz.

Bootstouren auf ehemaligen Fischerbooten starten in Lagos, die Fahrt dauert etwa eine Stunde. Wenn du die weiter entfernten Grotten sehen möchtest, buche eine Abfahrt bei Ebbe: Bei Flut sind einige der Höhlen nicht zugänglich.
Weiter entlang der Küste liegen die Strände von Canavial, Porto Mós und Praia do Camilo. Jede folgende Bucht ist weniger überlaufen als die vorherige, aber der Weg hinunter ist steiler. Trage Schuhe mit rutschfester Sohle, denn die Stufen in Wassernähe bleiben den ganzen Tag nass.
- Anfahrt: zu Fuß von Lagos oder mit dem Auto zum Parkplatz am Leuchtturm.
- Kosten: Der Zugang zum Wasser und zu den Stränden ist frei, Bootstouren sind kostenpflichtig.
- Der Haken: Zum Sonnenuntergang fahren Reisebusse am Leuchtturm vor.
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13. Kap St. Vincent und Festung Sagres
Die Route führt zum Kap St. Vincent (Cabo de São Vicente), dem südwestlichsten Punkt Europas. Die Klippen fallen hier siebzig Meter ins Meer ab, und der Wind lässt fast nie nach.
Der Leuchtturm am Kap gilt als der stärkste Europas: Sein Licht ist weit draußen auf dem Meer zu sehen. Der Ort war schon in der Antike heilig, später wurde er zu Ehren des heiligen Vinzenz geweiht, dem Schutzpatron der Seefahrer. Am Parkplatz beim Kap gibt es einen Kiosk, der „die letzte Wurst vor Amerika" verkauft: Mit dem Kauf erhältst du eine Urkunde, die deinen Besuch am äußersten Punkt bestätigt.

Zum Kap gelangt man üblicherweise mit dem Bus von Portimão über Lagos und Sagres, aber mit dem Auto hast du die Freiheit, bis zum Sonnenuntergang zu bleiben. Ein europäischer Fernwanderweg quert die Halbinsel, daher kommen auch Rucksackreisende hierher. In der Nähe liegt die Festung Sagres: die Überreste des Forts und ein Aussichtspunkt mit Blick auf das Kap. Der Sonnenuntergang am Kap lohnt das Bleiben, aber nimm selbst im August eine warme Jacke mit.
- Anfahrt: Bus ab Lagos, dann zu Fuß oder mit dem Auto.
- Kosten: Der Eintritt zur Festung ist kostenpflichtig, aber günstig.
- Der Haken: Am Kap ist es ständig windig.
14. Madeira
Madeira liegt im Atlantik, zwei Flugstunden von Lissabon entfernt. Die Insel ist als Blumeninsel bekannt, und hier wurde Cristiano Ronaldo geboren.
Dutzende Wanderwege durchziehen die Insel. Pfade führen zum höchsten Punkt, dem Pico Ruivo, zu Wasserfällen und zur Schlucht Caldeirão do Inferno. Trage bequeme Schuhe: Über den Klippen hängt oft eine Wolke, und die Felsen sind das ganze Jahr über feucht.

Die Lorbeerwälder der Laurisilva gehören zum UNESCO-Weltnaturerbe. Im Nebel wirken sie wie eine Filmkulisse, also nimm eine Regenjacke mit und rechne nicht an jedem Tag deiner Reise mit Panoramablicken.
Für Wassersport bietet die Insel Tauchen, Kajakfahren und Bootsausflüge zur Delfinbeobachtung. Einige Wanderrouten folgen den Levadas, Wasserkanälen, die durch die Berge führen. In der Hauptstadt Funchal gibt es Museen, Festungen, eine Kathedrale und einen botanischen Garten. Von dort fahren Busse über die ganze Insel, und an der Uferpromenade kannst du ein Fahrrad mieten.
- Anfahrt: Flüge ab Lissabon und Porto, Direktflüge gibt es auch aus Deutschland.
- Für wen: zum Wandern und für alle, die im Winter reisen.
- Der Haken: In den Bergen wechselt das Wetter innerhalb einer Stunde.
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15. Die Azoren
Die Azoren liegen weit draußen im Atlantik, etwa zwei Flugstunden vom Festland entfernt. Der Archipel besteht aus neun großen und mehreren kleinen Inseln.
Das Klima ist hier milder als auf dem portugiesischen Festland. Reisende erwartet eine Landschaft aus Vulkanen, Kraterseen und grünen Steilküsten. São Miguel bietet die meisten Möglichkeiten: heiße Quellen, ein See im Krater eines erloschenen Vulkans und Aussichtspunkte über dem Ozean. Auf mehreren Inseln werden Whale-Watching-Touren angeboten.

In der Zentralgruppe erhebt sich der Pico, der höchste Berg des Landes. Santa Maria und die unbewohnten Formigas-Inselchen bilden die südöstliche Gruppe, und im Nordwesten wird der Archipel durch Corvo und Flores abgerundet. Auf Terceira ist die zum UNESCO-Welterbe gehörende Hauptstadt Angra do Heroísmo erhalten geblieben. Alle Inseln des Archipels sind vulkanischen Ursprungs.
- Anreise: Flüge ab Lissabon und Porto, auch zwischen den Inseln gibt es Flugverbindungen.
- Kosten: Buche Flüge zwischen den Inseln im Voraus.
- Der Haken: Es gibt fast keine Strände; du schwimmst im Meer oder in Pools.
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⁉️🤔 Häufige Fragen
Wie viele Tage brauchst du für eine Portugal-Rundreise?
Plane zwei Wochen ein. Zwei Tage für Lissabon, ein Tag für Sintra, ein Tag für Coimbra, zwei Tage für Porto. Guimarães und Braga lassen sich gut kombinieren, und für die Algarve mit Lagos und der Benagil-Höhle bleiben drei Tage. Die Inseln solltest du als separate Reise einplanen, sonst bist du jeden Tag unterwegs.
Wann ist die beste Reisezeit für die Algarve?
Die angenehmsten Monate sind Mai, Juni und September. Das Wasser ist dann warm, und die Hitze ist gut auszuhalten. Im Juli und August sind die Strände von Faro und Lagos überfüllt, und die Preise sind höher. Im Winter ist es an der Algarve tagsüber warm, aber abends brauchst du eine Jacke, und einige Boote zu den Höhlen fahren wegen des Winds nicht.
Brauchst du in Portugal ein Auto?
Zwischen Lissabon, Coimbra und Porto reist du bequemer mit dem Zug. Ein Auto brauchst du im Süden und in den Bergen: Busse zum Kap St. Vincent, in den Nationalpark Peneda-Gerês und entlang der Algarveküste fahren selten. In Lissabon und Porto ist Parken kostenpflichtig und einen Platz zu finden schwierig, also miete ein Auto nur für Tagesausflüge.
Wie kommst du ohne eigenes Boot zur Benagil-Höhle?
Bootstouren zur Höhle halten auch an benachbarten Grotten. Die zweite Möglichkeit ist, am Strand Praia de Benagil ein SUP zu mieten: Die Fahrt zur Höhle dauert nur wenige Minuten. An windigen Tagen fallen die Abfahrten aus, also prüfe die Vorhersage rechtzeitig.
Was gibt es auf Madeira zu sehen, wenn du drei Tage Zeit hast?
Verbringe den ersten Tag in Funchal: Kathedrale, Festungen, botanischer Garten. Der zweite Tag gehört der Wanderung zum Pico Ruivo oder dem Weg durch die Lorbeerwälder. Am dritten Tag geht es zu den Wasserfällen und den Aussichtspunkten am Meer. Ein Auto oder eine geführte Tour ist unverzichtbar, denn die Busse fahren selten.
Kurz gesagt: Was sich zu buchen lohnt
Wenn du eine Woche Zeit hast, entscheide dich für Lissabon, Sintra und Coimbra. Wenn du zwei Wochen hast, nimm Porto, Guimarães, Braga und die Algarve dazu. Wenn du auf der Jagd nach Wellen bist, plane Ericeira und Nazaré für Herbst und Winter ein. Im Winter sind die Inseln die richtige Wahl: Madeira und die Azoren bleiben mild, wenn es auf dem Festland kühl wird.
Prüfe Preise und Öffnungszeiten vor deiner Reise und buche Plätze für Paläste und Bootstouren im Voraus. Finde ein Hotel in Portugal auf Trip.com


