Zum Inhalt springen
18 Kolonnaden und Quellen von Karlovy Vary: Wassertemperatur und Route

18 Kolonnaden und Quellen von Karlovy Vary: Wassertemperatur und Route

Karlovy Vary ist rund um heißes Wasser entstanden. Der Legende nach wurden die Heilquellen von König Karl IV. entdeckt: Er kurierte hier sein schmerzendes Bein, und ein verletzter Hirsch, der in eine Quelle stürzte, sprang unversehrt wieder heraus. Seitdem ist im Tal der Teplá einer der ältesten Kurorte Europas in Betrieb.

Das Wasser zu trinken ist hier kostenlos, und es ist die Hauptbeschäftigung der Besucher der Stadt. Aber es gibt viele Quellen, jede mit ihrer eigenen Temperatur, und einige der Ausläufe sind für die Öffentlichkeit gesperrt. Unten findest du alle 18 Kolonnaden und Quellen: wo sie sind, welche Temperatur sie haben, wie du vom Geysir dorthin kommst und was du vor Ort beachten solltest.

Anzeige: dieser Artikel enthält Affiliate-Links, bei einer Buchung über diese Links erhalten wir eine Provision, für dich entstehen keine Mehrkosten.

Wie die Trinkkur in Karlovy Vary funktioniert

💡 Kurz gesagt:

  • Wähle eine Quelle nach deinen Bedürfnissen und trinke das Wasser direkt an der Vase.
  • Besorge dir einen 200-ml-Kurbecher, er hält die Temperatur länger.
  • Fülle das Wasser nicht in eine Flasche, es verliert an der Luft einige seiner Eigenschaften.
  • Öffnungszeiten der Kolonnaden und Führungen: Stand: 09/2026, geprüft auf der offiziellen Website des Kurorts.

Karlovy Vary hat 15 Heilquellen, und alle steigen aus einer einzigen Schicht in einer Tiefe von etwa 2.500 Metern auf (Stand: 09/2026, offizielles Stadtportal). Die chemische Zusammensetzung des Wassers ist bei allen Quellen gleich; nur die Temperatur und der Kohlendioxidgehalt unterscheiden sich.

Getrunken wird nach bestimmten Regeln. Ein Arzt verordnet eine bestimmte Quelle, Menge und Trinkzeit, meist vor den Mahlzeiten. Ein 200-ml-Becher wird an der Vase über 3 bis 10 Minuten getrunken, mit einer Pause von 5 bis 10 Minuten zwischen den Portionen. Eine klassische Kur dauert zwei bis vier Wochen (Stand: 09/2026, Empfehlungen des Kurorts).

Die Temperatur in den Quellen variiert von 13 bis 73,4 °C. Je heißer das Wasser, desto mehr Mineralsalze und weniger Gas enthält es. Bei kühleren Quellen ist es umgekehrt.

Austrittstemperaturen nach Daten des Kurortführers:

Quelle

Standort

Temperatur

Geysir (Vřídlo)

Geysir-Kolonnade

73,4 °C

Karl-IV.-Quelle

Marktkolonnade

65,8 °C

Obere Schlossquelle

Schlosskolonnade

51,1 °C

Untere Schlossquelle

Marktkolonnade

48,6 °C

Felsenquelle

Mühlenkolonnade

48 °C

Fast alle Quellen liegen entlang der Teplá, eine nach der anderen. Die Marktkolonnade ist 200 Meter vom Geysir entfernt, die Mühlenkolonnade 500 Meter (laut Karte). Die Strecke lässt sich gut in einem Zug zu Fuß bewältigen, mit Stopps zum Wassertrinken.

1. Mühlenkolonnade

Kolonnade mit Säulen, Palmen und Statuen in Karlovy Vary© VitVit · CC BY-SAFoto: VitVit, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia Commons

Die Mühlenkolonnade (Mlýnská kolonáda) ist die größte der Stadt. Sie steht hinter der Marktkolonnade, wenn du vom Geysir entlang der Teplá gehst, und beherbergt gleich fünf Quellen: Mühlen-, Rusalka-, Fürst-Wenzel-, Libuše- und Felsenquelle.

Der erste hölzerne Unterstand über den Quellen wurde Ende des 18. Jahrhunderts gebaut, damit Spaziergänger das Wasser unter einem Dach trinken konnten. Die steinerne Kolonnade im Stil der Neorenaissance wurde von Josef Zítek entworfen und 1881 eröffnet (Stand: 09/2026, Quellenkatalog des Kurorts). Der Dachboden ist mit Sandsteinskulpturen geschmückt, und die Orchestermuschel mit einem Basrelief von Václav Lokvenc setzt einen markanten Akzent.

  • Anfahrt: 10 Minuten zu Fuß vom Geysir, etwa 500 Meter die Uferpromenade hinauf (laut Karte).
  • Für wen: alle, die fünf Quellen an einem Ort ausprobieren möchten.

2. Gartenkolonnade

Weiße verzierte Gartenkolonnade mit Kuppel im Frühling© Lubor Ferenc · CC BY-SAFoto: Lubor Ferenc, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia Commons

Die Gartenkolonnade (Sadová kolonáda) steht in der Kurzone, in den Dvořák-Gärten. Hier befand sich früher ein gusseisernes Konzertrestaurant, das in der Blanskoer Eisenhütte gegossen und 1881 eröffnet wurde. Der Pavillon verfiel und wurde 1965 zusammen mit einem Teil der Veranda abgerissen.

Erhalten geblieben ist bis heute nur der östliche Teil, der Anfang der 2000er Jahre rekonstruiert wurde. Auf der einen Seite wurde die Schlangenquelle hineingeleitet, auf der anderen ein Durchgang zur Gartenquelle im Keller des Militärsanatoriums geschaffen (Stand: 09/2026, Beschreibung der Gartenkolonnade).

  • Anfahrt: 15 Minuten vom Geysir, etwa 800 Meter (laut Karte).
  • Der Haken: Ein Teil des alten Pavillons wurde abgerissen, und das Wasser ist nicht an allen Ausläufen zugänglich.

3. Marktkolonnade

Weiße verzierte Kolonnade mit Bögen und Menschen© Lubor Ferenc · CC BY-SAFoto: Lubor Ferenc, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia Commons

Die Marktkolonnade (Tržní kolonáda) steht im absoluten Zentrum, unterhalb des Schlossturms. Hier befand sich einst ein antikes Badehaus, und 1883 wurde an der Stelle des Rathauses eine geschnitzte hölzerne Wandelhalle im Schweizer Stil errichtet. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde sie bis zur Marktquelle verlängert.

Unter dieser Kolonnade fließen drei Quellen: die Marktquelle, die Untere Schlossquelle und die Quelle Karls IV. Der reich verzierte Bau gilt als einer der bedeutendsten der Stadt (Stand: 09/2026, Beschreibung der Marktkolonnade).

  • Innen: eine halbrunde Apsis mit Wasserläufen und guter Akustik, hier finden oft Konzerte statt.
  • Anfahrt: 3 Gehminuten vom Geysir entfernt, etwa 200 Meter (auf der Karte).
  • Für wen: für alle, die an einem Stopp drei Quellen probieren möchten.

4. Schlosskolonnade

Steinerne Kolonnade mit Kuppelrotunde zwischen Häusern© SchiDD · CC BY-SAFoto: SchiDD, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia Commons

Die Schlosskolonnade (Zámecká kolonáda) ist mit der Schlossquelle verbunden, die erstmals 1769 gefasst wurde. Über der Quelle stand zunächst ein Pavillon, dann eine von Josef Esch entworfene Wandelhalle und später eine Kolonnade des Architekten Johann Friedrich Ohmann. Sie verband die Quelle mit der Marktkolonnade zu einem einzigen Raum.

Im Jahr 2000 wurde der alte Bau umgebaut. An seiner Stelle entstand der Kurkomplex Zámecké lázně, und der Zugang zum Wasser wurde nur noch dessen Gästen gewährt (Stand: 09/2026, Schlosskolonnade).

  • Der Haken: Du kannst nicht frei an das Wasser herantreten, der Zutritt ist nur mit Termin für Anwendungen möglich.
  • In der Nähe: Die Marktkolonnade ist nur einen Steinwurf entfernt, dort steht dasselbe Wasser allen offen.

5. Untere Schlossquelle

Schlossbrunnen mit gusseisernem Becken© Zorka Sojka · CC BY-SAFoto: Zorka Sojka, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia Commons

Die Untere Schlossquelle tritt am linken Ufer der Teplá in der historischen Altstadt zutage. Die Wassertemperatur beträgt 48,6 °C. Der Hauptaustritt ist nur für Gäste des Komplexes Zámecké lázně zugänglich, deshalb wird das Wasser zur Marktkolonnade geleitet, wo es jeder trinken kann (Stand: 09/2026, Untere Schlossquelle).

Die Quelle wurde erstmals 1769 gefasst. 1784 ließ ein kalter Winter die Stadtbewohner ohne Wasser zurück: Von hier wurde es zu den öffentlichen Brunnen gebracht. Der erste Pavillon über der Quelle entstand 1797, doch zwölf Jahre später verschwand das Wasser im Untergrund und kehrte erst 1823 zurück.

  • Anfahrt: in der Marktkolonnade, 200 Meter vom Geysir entfernt (auf der Karte).
  • Der Haken: An der Quelle selbst kannst du nicht abfüllen, frei zugänglich ist nur das Wasser in der Marktkolonnade.

6. Obere Schlossquelle

Dekorativer Brunnenpavillon in der Kolonnade, Karlovy Vary© Juandev · CC BY-SAFoto: Juandev, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0), Wikimedia Commons

Die Obere Schlossquelle speist sich aus demselben Grundwasserleiter wie die untere, tritt aber höher über dem Meeresspiegel aus. Durch den Höhenunterschied unterscheidet sich die Wassertemperatur: 51,1 °C gegenüber 48,6 °C bei der unteren Quelle (Stand: 09/2026, offizieller Quellenführer).

Die Quelle fließt schwach und ist meist mit Glas abgedeckt, es gibt keinen öffentlichen Zugang. Sie wurde 1912 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, als die Kolonnade gebaut wurde, doch heute wird das Wasser von Gästen des Komplexes Zámecké lázně genutzt.

  • Anfahrt: bei der Schlosskolonnade, 200 Meter vom Geysir entfernt (auf der Karte).
  • Der Haken: An der Quelle selbst kannst du nicht trinken, aber du kannst das Wasser in der Marktkolonnade probieren.

7. Schlangenquelle

Brunnen mit Vase und Schlange in Karlovy Vary© Waldemar L · CC BY-SAFoto: Waldemar L, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia Commons

Die Schlangenquelle (Hadí pramen) ist die jüngste der Stadt, sie wurde erst 2001 in der Gartenkolonnade an die Oberfläche gebracht. Das Wasser tritt kühl aus, um die 30 °C, und lässt sich daher leichter trinken als die heißen Quellen (Stand: 09/2026, Schlangenquelle).

Ihren Namen verdankt die Quelle den Ringelnattern, die in der Nähe der Kolonnaden lebten. Das spiegelt sich auch in der Gestaltung wider: Eine niedrige Säule ist mit einem Schlangenbild verziert, aus dem Kopf der Schlange fließt das Wasser, und obenauf sitzt eine Vase, deren Henkel wie Schlangen geformt sind.

  • Anfahrt: in der Gartenkolonnade, 15 Gehminuten vom Geysir entfernt (auf der Karte).
  • Für wen: für alle, denen das heiße Wasser zu kräftig ist.

8. Mühlbrunn

Mühlbrunnen in der Karlovy Varyer Kolonnade© Lubor Ferenc · CC BY-SAFoto: Lubor Ferenc, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia Commons

Der Mühlbrunn war bereits im 16. Jahrhundert bekannt und verdankt seinen Namen einer Mühle an der Tepla. Schon 1705 verschrieben Ärzte dieses Wasser ihren Patienten, und die Nachfrage war so groß, dass 1711 in der Nähe das barocke Mühlbad errichtet wurde.

Das Bad wurde später abgerissen, und über der Quelle entstand die von Josef Zitek entworfene Mühlbrunnkolonnade. Das Wasser von hier wurde einst in Flaschen abgefüllt und in andere Länder exportiert, so bekannt war es (Stand: 09/2026, Mühlbrunn).

Die Wassertemperatur beträgt 56,6 °C, die Schüttung liegt bei etwa 4,5 Litern pro Minute.

  • Anfahrt: in der Mühlbrunnkolonnade, 500 Meter vom Geysir entfernt, 10 Gehminuten (siehe Karte).
  • Der Haken: Die Kolonnade ist immer gut besucht, aber an der Vase ist es morgens weniger voll.

9. Dorotka-Quelle

Weißer Dorotka-Brunnenpavillon an einer Straße im Wald© Zorka Sojka · CC BY-SAFoto: Zorka Sojka, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia Commons

Die Dorotka-Quelle (Dorotka) tritt an einem Hang oberhalb des rechten Tepla-Ufers zutage. Der Pavillon über ihr ist seit 2012 für Besucher geschlossen: Er dient heute als Messstation für den Kohlendioxidgehalt im Wasser (Stand: 09/2026, Dorotka-Quelle).

Die Quelle schüttet nur sehr wenig Wasser, einen halben Liter pro Minute, dafür aber rund 45 Liter Gas. Ein dünner Strahl leicht mineralisierten Wassers fließt nahe der Karl-IV.-Brücke in die Tepla. Früher wurde er in den im Empirestil erbauten Dorothea-Pavillon geleitet.

  • Anfahrt: 30 Gehminuten vom Zentrum entfernt (siehe Karte).
  • Der Haken: Hier kannst du kein Wasser abfüllen, der Pavillon ist seit 2012 geschlossen.

10. Karl-IV.-Quelle

Karl-IV.-Brunnen in der weißen verzierten Kolonnade© Lubor Ferenc · CC BY-SAFoto: Lubor Ferenc, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia Commons

Die Karl-IV.-Quelle (Pramen Karla IV) ist mit der wichtigsten Legende der Stadt verbunden. Nahe dem Marktplatz trat hier schon im Mittelalter Wasser zutage, und die Quelle wurde einst „Vielfraß" genannt. Der Legende nach kurierte Kaiser Karl IV. hier seine schmerzenden Beine. Der Schmied Adolf Zerkel verewigte die Geschichte im Relief „Karl IV. entdeckt die heißen Quellen".

Das Wasser der Quelle ist mit 65,8 °C sehr heiß (Stand: 09/2026, Karl-IV.-Quelle). Die Schüttung beträgt etwa 4,8 Liter pro Minute. Die hölzerne Kolonnade im Schweizer Stil über dem Wasser wurde 1883 von den Wiener Architekten Fellner und Helmer errichtet.

  • Anfahrt: in der Marktkolonnade, 5 Gehminuten vom Geysir entfernt (siehe Karte).
  • Tipp: Das Wasser ist sehr heiß, gieß es in einen Becher und lass es ein paar Minuten abkühlen.

11. Fürst-Wenzel-Quelle

Fürst-Wenzel-Mineralquelle in der Kolonnade© Lubor Ferenc · CC BY-SAFoto: Lubor Ferenc, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia Commons

Die Fürst-Wenzel-Quelle (Pramen knížete Václava) brach 1784 unter dem Bernhardsfelsen hervor. Damals schoss eine mächtige Fontäne vier Meter hoch, und das Wasser von hier wurde zur Herstellung der berühmten Karlsbader Mineralsalze genutzt.

Der Quellstrom wurde in zwei Vasen aufgeteilt. Die eine schüttet 4 Liter pro Minute bei 65,6 °C, die zweite liefert halb so viel Wasser und ist mit 64,3 °C etwas kühler. Die Kolonnade über der Quelle wurde 1870 von Josef Zitek vorgeschlagen (Stand: 09/2026, Fürst-Wenzel-Quelle).

  • Anfahrt: in der Mühlbrunnkolonnade, 500 Meter vom Geysir entfernt (siehe Karte).
  • Für wen: für alle, die zwei Vasen derselben Quelle direkt nebeneinander vergleichen möchten.

12. Libuše-Quelle

Panorama von Karlovy Vary im Teplá-Tal© rboed* · CC BYFoto: rboed*, CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0), Wikimedia Commons

Die Libuše-Quelle (Libušin pramen) wurde beim Bau der Mühlbrunnkolonnade entdeckt. Vier kleine Quellen vereinigten sich zu einem Strom und brachen an der Stelle des Orchesterpavillons hervor. Zuerst hieß sie „Quelle der Rosen Elisabeths", ihren heutigen Namen erhielt sie 1947.

Die Wasserführung beträgt 3 bis 5 Liter pro Minute, die Temperatur 62 °C. Ihre Lage in der größten Kolonnade hat sie zu einer der bekanntesten Quellen unter den Kurgästen gemacht (Stand: 09/2026, Libuše-Quelle).

  • Anfahrt: in der Mühlbrunnkolonnade, beim Orchesterpavillon (siehe Karte).
  • Tipp: Komm zur Öffnungszeit, am Morgen ist fast niemand an der Schale.

13. Rusalka-Quelle

Brunnenbecken unter den Säulen der Mühlkolonnade© Jim Linwood · CC BYFoto: Jim Linwood, CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/), Flickr

Die Rusalka-Quelle war bereits im 16. Jahrhundert bekannt, und Mitte des 18. Jahrhunderts wurde sie besonders beliebt und erhielt den Namen „Neue Quelle". Sie floss neben dem Mühlbad unter einem einfachen hölzernen Baldachin. Später entstand hier ein Promenadenbereich für Spaziergänge nach dem Wassertrinken.

Im frühen 19. Jahrhundert war dieser Teil des Kurorts der lebendigste. 1811 wurde über der Quelle eine neue Kolonnade errichtet, die 60 Jahre lang stand und danach durch eine steinerne Promenade ersetzt wurde (Stand: 09/2026, Rusalka-Quelle).

Das Wasser tritt mit 60,2 °C aus, die Schüttung liegt bei 4 bis 7 Litern pro Minute.

  • Anfahrt: in der Mühlbrunnkolonnade, 10 Minuten vom Geysir entfernt (auf der Karte).
  • Der Haken: Baden ist hier nicht möglich, das Wasser ist nur zum Trinken gedacht: Für Bäder wird eine andere Quelle genutzt.

14. Štěpánka-Quelle

Teplá-Fluss im Zentrum von Karlovy Vary, alte Postkarte© Brück & Sohn Kunstverlag Meißen · CC BY-SAFoto: Brück & Sohn Kunstverlag Meißen, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0), Wikimedia Commons

Die Štěpánka-Quelle steht im Park beim Hotel Richmond am südlichen Rand des Kurgebiets. Das Wasser wurde 1884 entdeckt und nach der österreichischen Erzherzogin Stephanie benannt. Wegen ihres Eisengehalts wurde sie als Heilquelle anerkannt, doch Anfang des 20. Jahrhunderts verschwand die Quelle im Untergrund. Fast hundert Jahre lang wurde nach ihr gesucht, erst 1997 wurde sie wieder gefasst.

Heute ist sie die kälteste Quelle der Stadt: Das Wasser hat nur 13 °C. Dafür ist sie reich an Kohlendioxid und Eisenionen und wird daher bei Blutarmut verordnet (Stand: 09/2026, Štěpánka-Quelle).

15. Svoboda-Quelle

Weißer verzierter Freiheitsbrunnen-Pavillon in Karlovy Vary© Natalia Semenova · CC BYFoto: Natalia Semenova, CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/3.0), Wikimedia Commons

Die Svoboda-Quelle wurde in den 1860er-Jahren zufällig entdeckt, als das Fundament für das Kurhaus Lázně III ausgehoben wurde. Ein Wasserstrahl brach zwischen den beiden Kurgebäuden hervor, und 1865 wurde darüber ein achteckiger Holzpavillon errichtet.

Der Name der Quelle änderte sich im Lauf der Zeit: Zuerst hieß sie Kurquelle, dann wurde sie nach Kaiser Franz Joseph I. benannt, und seit 1946 trägt sie den Namen „Svoboda" (Stand: 09/2026, Svoboda-Quelle).

Das Wasser ist heiß, 62,4 °C, mit einer Schüttung von 5 Litern pro Minute.

  • Anfahrt: 600 Meter vom Geysir in Richtung Lázně III (auf der Karte).
  • Der Haken: Der Pavillon liegt abseits der Promenade, daher finden ihn die Leute nicht sofort.

16. Gartenquelle

Trinkbecken des Gartenbrunnens in einem Marmorpavillon© Lubor Ferenc · CC BY-SAFoto: Lubor Ferenc, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia Commons

Die Gartenquelle versteckt sich im Keller des Militärbads, das 1852 gegründet wurde. Das Wasser wurde beim Bau des Fundaments gefunden und hieß zuerst Kaiserquelle. Es wurde für die Patienten des Bads genutzt, daher ist die Quelle nicht so bekannt wie die Quellen im Zentrum.

Die Quelle ist geteilt: Ein Teil wird in die Lobby geleitet, der andere in den Keller. Du kannst das Wasser von 6 bis 18:30 Uhr trinken, und sein Geschmack ist weich und leicht säuerlich (Stand: 09/2026, Gartenquelle).

Die Temperatur liegt bei fast 42 °C, bei einer Schüttung von etwa 1,5 Litern pro Minute.

  • Anfahrt: 800 Meter vom Geysir in Richtung Gartenkolonnade in den Dvořák-Gärten, ein 15-minütiger Spaziergang (auf der Karte).
  • Der Haken: Der Zugang erfolgt durch das Kurgebäude, und die Trinkzeiten sind begrenzt.

17. Felsenquelle

Die Felsenquelle (Skalní pramen) entspringt unterhalb des Bernhardfelsens, ganz am Ende der Mühlenkolonnade. Früher war dies ein feuchter und sumpfiger Ort, an dem Pferde gebadet wurden, und die Einheimischen nannten ihn Pferdebad. Die Quelle wurde 1845 gefasst, als ein Teil des Felsens abgebrochen wurde.

Das Wasser erhielt 1892 einen neuen Pavillon, als die Mühlenkolonnade fertiggestellt wurde. Das Wasser wird aus einer Tiefe von 30 Metern geleitet, seine Temperatur beträgt etwa 48 °C, und die Schüttung liegt bei 2,2 Litern pro Minute (Stand: 09/2026, Quellenbeschreibung).

  • Anfahrt: 500 Meter vom Geysir entfernt, unterhalb des Bernhardfelsens (auf der Karte).
  • Der Haken: Das Wasser wird auf Wunsch der Kurärzte bewusst auf 48 °C abgekühlt, richtig heiß ist es also nicht.

18. Marktquelle

Die Marktquelle (Tržní pramen) wurde 1838 bei Bauarbeiten am Marktplatz entdeckt. Sie hatte einen unbeständigen Charakter: Das Wasser verschwand immer wieder und trat erneut zutage, erst nach der Bohrung mehrerer tiefer Brunnen wurde die Schüttung konstant. Zunächst wurde das Wasser in das Haus Marktbrunn im Erdgeschoss geleitet, 1904 entstand auf dem Platz eine hölzerne Kolonnade im Schweizer Stil.

Granitbecken des Marktbrunnens mit Hahn© Lubor Ferenc · CC BY-SAFoto: Lubor Ferenc, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia Commons

Ihre Besonderheit ist eine halbrunde Apsis mit starker Akustik. Hier finden oft Konzerte statt, wobei die Wasserfontänen als Kulisse dienen. Sie liegt nur 200 Meter vom Geysir entfernt, das Wasser wird mit 62 °C gefasst, fast 5 Liter pro Minute (Stand: 09/2026, Marktquelle).

Berühmt wurde das Bad durch Dr. David Becher. Er wies die heilenden Eigenschaften des hiesigen Wassers nach und begründete die Herstellung von Karlsbader Salz, das als Abführmittel exportiert wurde. Auch der bekannte Kräuterlikör „Becherovka" trägt seinen Namen (Stand: 09/2026, Geschichte des Bades).

Die Blütezeit kam im 19. Jahrhundert, und selbst die Napoleonischen Kriege unterbrachen sie nicht. Adlige Kurgäste flanierten auf den Uferpromenaden, viele Fürsten und Staatsoberhäupter reisten inkognito an. Ein großer Brand zerstörte einen erheblichen Teil der Stadt: Von der königlichen Burg blieb nur ein Turm erhalten, die meisten Häuser wurden von Grund auf neu errichtet.

Geysir (Vřídlo), das Wahrzeichen des Bades

Die bekannteste Quelle der Stadt ist der Geysir. Das Wasser steigt aus etwa zwei Kilometern Tiefe auf und schießt als Fontäne fast 12 Meter in die Höhe. Die Strahltemperatur beträgt 73,4 °C, die Schüttung liegt bei etwa 2.000 Litern pro Minute (Stand: 09/2026, offizielle Website des Bades).

Karlovy Vary: Kirche St. Maria Magdalena auf einer alten Postkarte© Brück & Sohn Kunstverlag Meißen · CC BY-SAFoto: Brück & Sohn Kunstverlag Meißen, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0), Wikimedia Commons

Zum Trinken wird das Wasser abgekühlt: Es wird in fünf Vasen verteilt und mit 50 und 30 °C ausgeschenkt. Die Geysirkolonnade ist werktags von 9:00 bis 17:00 Uhr geöffnet, am Wochenende von 10:00 bis 17:00 Uhr, der Eintritt ist frei (Stand: 09/2026, Öffnungszeiten Geysirkolonnade).

In der Eingangshalle werden Tickets für die Führung „Geysir-Untergrund" verkauft: Sie zeigt unterirdische Quellen und Fossilien, aus denen Souvenirs gefertigt werden. Die letzte Führung beginnt gegen 16:00 Uhr, von November bis April ist der Untergrund geschlossen (Stand: 09/2026, Führungskatalog).

Anreise ab Prag

Von Prag bis zum Kurort sind es etwa 118 km. Am bequemsten bist du mit dem Bus unterwegs: Abfahrten vom Busbahnhof Florenc gibt es fast stündlich, die Fahrt dauert rund zwei Stunden. Mit dem Auto fährst du dieselbe Strecke über die Autobahn D6 und hast zusätzlich die Freiheit, unterwegs in Mariánské Lázně oder Loket Halt zu machen. Wenn du Ausflüge in der Region planst, vergleiche vorab die Mietwagenangebote.

Die kälteste Quelle und Bäder

Die kälteste Quelle im Kurort ist die Štěpánka-Quelle mit einer Wassertemperatur von 13 °C. Auch die Eisenquelle führt kühles Wasser, reich an Eisen und mit Spuren von Arsen. Die Arsenkonzentration ist so gering, dass sie kein Gesundheitsrisiko darstellt. Touristen verirren sich selten hierher.

Bäder werden für Behandlungen genutzt. Sie stärken das Immunsystem, helfen den Gelenken und beruhigen das Nervensystem. Eine Trinkkur unterstützt Magen, Nieren und Stoffwechsel (Stand: 09/2026, medizinische Abteilung des Kurorts). Bäder kannst du sowohl in Hotels als auch in historischen Kurhäusern nehmen.

Festivals und Saison

Abseits der Quellen lebt die Stadt durch ihre Festivals. Im Sommer findet hier das Internationale Filmfestival Karlovy Vary statt, und die Kursaison beginnt im Frühjahr mit Konzerten und einem Orchester. Jedes Jahr kommen Gäste aus ganz Europa.

Anzeige

Touren und Tickets in Karlovy Vary

Geführte Touren, Tickets ohne Anstehen und Aktivitäten — die meisten Angebote sind kostenfrei stornierbar.

Angebote auf GetYourGuide ansehen

Das Widget wird nach Ihrer Zustimmung geladen.

Kolonnaden und Quellen von Karlovy Vary auf der Karte

Alle Quellen und Kolonnaden liegen kompakt entlang der Teplá. Plane deine Route im Voraus, damit du nicht im Kreis läufst: Die Karte zeigt alle Punkte aus der Liste. Der am weitesten entfernte Punkt ist die Štěpánka-Quelle, 1,5 km vom Geysir entfernt (laut Karte).

Kolonnaden und Quellen von Karlsbad

Orte auf der Karte
  1. 1Mühlbrunnkolonnade Die größte Kolonnade, birgt fünf Quellen
  2. 2Gartenkolonnade Überrest eines gusseisernen Pavillons in den Dvořák-Gärten
  3. 3Marktkolonnade Geschnitzte hölzerne Promenade mit drei Quellen
  4. 4Schlosskolonnade Verbunden mit dem Kurkomplex Zámecké lázně
  5. 5Unterer Schlossbrunnen Temperatur 48,6 °C, Wasser wird zur Marktkolonnade geleitet
  6. 6Oberer Schlossbrunnen Temperatur 51,1 °C, nur für Kurgäste zugänglich
  7. 7Schlangenquelle Die jüngste Quelle, kühles Wasser um 30 °C
  8. 8Mühlbrunn Bekannt seit dem 16. Jahrhundert, Temperatur 56,6 °C
  9. 9Dorotka-Quelle Pavillon seit 2012 geschlossen, Gasmessstation
  10. 10Karl-IV.-Quelle Die Hauptlegende der Stadt, Temperatur 65,8 °C
  11. 11Fürst-Wenzel-Quelle Zwei Vasen unterschiedlicher Temperatur, 65,6 und 64,3 °C
  12. 12Libuše-Quelle Vier Quellen vereint zu einem Strom, Temperatur 62 °C
  13. 13Rusalka-Quelle Temperatur 60,2 °C, nur zum Trinken, nicht zum Baden
  14. 14Štěpánka-Quelle Die kälteste Quelle der Stadt, 13 °C, eisenreich
  15. 15Svoboda-Quelle Zufällig beim Bau eines Kurhauses gefunden, 62,4 °C
  16. 16Felsenquelle Entspringt unter dem Bernhardsfelsen, kühlt auf 48 °C ab
  17. 17Marktquelle Apsis mit Akustik, in der oft Konzerte stattfinden

⁉️🤔 Häufige Fragen

Wie viele Quellen gibt es in Karlovy Vary?

Die Stadt hat 15 Heilquellen, die alle aus einer einzigen Schicht in etwa 2.500 Metern Tiefe aufsteigen (Stand: 09/2026, offizielle Website des Kurorts Karlovy Vary). Zum Trinken sind Kolonnaden und mehrere Pavillons eingerichtet. Die chemische Zusammensetzung des Wassers ist bei allen Quellen gleich, aber Temperatur und Kohlendioxidgehalt unterscheiden sich.

Kann man das Wasser kostenlos trinken?

Ja. Die Trinkkur ist für alle zugänglich, Tickets sind nicht nötig. Du brauchst nur einen 200-ml-Kurbecher, den es an Kiosken und in Geschäften in der Stadt gibt. Trink das Wasser direkt an der Quelle, innerhalb von 3 bis 10 Minuten, und mach zwischen den Portionen eine Pause von 5 bis 10 Minuten.

Welche Quelle ist die heißeste?

Der Geysir (Vřídlo) tritt mit 73,4 °C zutage, wird zum Trinken aber auf 50 und 30 °C heruntergekühlt (Stand: 09/2026, offizielle Website). Die heißeste der Trinkquellen ist die Karl-IV-Quelle mit 65,8 °C. Die kälteste ist dagegen die Štěpánka-Quelle mit Wasser von 13 °C.

Wie viel Zeit braucht man für alle Quellen?

Die zentralen Kolonnaden liegen dicht beieinander: Vom Geysir bis zur Marktkolonnade sind es 200 Meter, bis zur Mühlenkolonnade etwa 500 Meter, ein 10-minütiger Spaziergang (laut Karte). Wenn du alle 18 Punkte abdecken willst, einschließlich der abgelegenen Štěpánka-Quelle, plane einen halben Tag ein und trag bequeme Schuhe.

Wie kommt man von Prag dorthin?

Ein direkter Bus vom Busbahnhof Florenc braucht etwa zwei Stunden, Abfahrten gibt es fast stündlich. Mit dem Auto sind es 118 km über die Autobahn D6, etwa 1,5 Stunden. Der Bus ist die bequemste Option, wenn du ohne Auto unterwegs bist und im Kurortzentrum keinen Parkplatz suchen willst.

Kurz gesagt: was du buchen solltest

Wenn du das Wasser trinken und herumlaufen willst, nimm ein Hotel im Zentrum entlang der Teplá: Zu den Kolonnaden bist du in 5 bis 15 Minuten unterwegs.

  • Für 1 bis 2 Tage: ein Hotel in der Nähe des Geysirs oder der Mühlenkolonnade, damit du keine Zeit mit Wegen verlierst.
  • Für eine Woche: plane zusätzliche Tage für Mariánské Lázně und Ausflüge in der Region ein.
  • Mit Kindern: wähle ein Hotel mit Pool und Wellness, denn das Quellwasser ist heiß und zum Baden nicht geeignet.

Deine Unterkunft kannst du über die Hotelauswahl für Karlovy Vary auf Trip.com buchen, und für Touren und Tickets wirf einen Blick auf die Auswahl an Touren.