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Berlin in 40 Stationen: Was 2026 geöffnet hat und wo du Tickets vorab buchen musst

Berlin in 40 Stationen: Was 2026 geöffnet hat und wo du Tickets vorab buchen musst

Vierzig Orte in einer Stadt, das klingt nach einem Plan für einen ganzen Monat. In der Praxis lässt sich Berlin gut in ein paar Bereiche aufteilen: das Zentrum entlang der Spree, der Tiergarten, der Westen rund um den Kurfürstendamm und der grüne Stadtrand. Die größte Veränderung der letzten Jahre betrifft die Museen: Das Pergamonmuseum ist wegen Sanierung geschlossen und öffnet nicht vor dem 4. Juni 2027 wieder (Stand: 09/2026, Staatliche Museen zu Berlin). Deshalb haben wir jeden Punkt der Liste noch einmal überprüft und notiert, was geöffnet ist, wo du vorab ein Ticket brauchst und wo du kostenlos hineinkommst.

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So nutzt du die Liste der 40 Orte

💡 Kurz gesagt:

  • Tag eins: Das Brandenburger Tor, der Reichstag, das Holocaust-Mahnmal und Unter den Linden liegen alle fußläufig beieinander.
  • Tag zwei: Museumsinsel, Berliner Dom, Alexanderplatz und Fernsehturm.
  • Geschichte des 20. Jahrhunderts: die Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße, die Topographie des Terrors und der Checkpoint Charlie.
  • Die Reichstagskuppel ist kostenlos, aber ohne vorherige Anmeldung wirst du nicht eingelassen.
  • Für eine Pause: Tiergarten, Treptower Park, Botanischer Garten und Grunewald.
  • Preise und Öffnungszeiten: 09/2026, geprüft auf der Website des Bundestags und auf der Website der Stiftung Denkmal.

Zu jedem Eintrag haben wir nur das behalten, was dir auf deiner Reise wirklich nützt. Wo es eine geprüfte Zahl gibt, stehen Quelle und Datum direkt daneben. Wo die offizielle Website keine Zahl nennt, lassen wir sie weg und empfehlen dir, die Öffnungszeiten vor dem Besuch zu prüfen. So stehst du nicht wegen eines veralteten Zeitplans vor verschlossener Tür.

Wenn dir das wichtig ist

Fang hier an

Eintritt

Die Geschichte der geteilten Stadt

Gedenkstätte Berliner Mauer, Checkpoint Charlie

Die Gedenkstätte ist kostenlos

Architektur und Ausblicke

Reichstagskuppel, Fernsehturm, Siegessäule

Die Kuppel ist mit Anmeldung kostenlos

Museen von Weltrang

Museumsinsel, Hamburger Bahnhof

Kostenpflichtig, Pässe erhältlich

Erinnerung an die NS-Vergangenheit

Topographie des Terrors, Holocaust-Mahnmal

Kostenlos

Schlösser und Gärten

Charlottenburg, Schloss Köpenick, Schloss Biesdorf

Kostenpflichtig

Auszeit mit Kindern

Zoo, Tropical Islands, Treptower Park

Zoo und Wasserpark sind kostenpflichtig

1. Berliner Mauer

Wandbild des Kusses zwischen Breschnew und Honecker an der Berliner Mauer© Freepenguin · CC BY-SAFoto: Freepenguin, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0), Wikimedia Commons

Die Mauer teilte Berlin von 1961 bis 1989. Sie schnitt den Westteil der Stadt vom Umland ab und riss Familien, Nachbarn und ganze Straßen auseinander. Der Ring der Sperranlagen um West-Berlin war rund 155 km lang. Neben den Betonplatten gehörten Wachtürme, Signalzäune, ein Kontrollstreifen und Tausende Grenzsoldaten zum System. Willy Brandt, damals Bürgermeister von West-Berlin, nannte sie die „Schandmauer".

Am besten begreifst du das Ausmaß an der Bernauer Straße. Hier verlief die Grenze direkt an den Hausfassaden entlang. In den ersten Wochen sprangen Menschen aus den Fenstern auf den Gehweg, der schon zum Westen gehörte. Später wurden die Häuser abgerissen, und 1985 wurde auch die Versöhnungskirche gesprengt, die auf dem Kontrollstreifen stand. Heute steht an ihrer Stelle die Kapelle der Versöhnung.

Die Gedenkstätte Gedenkstätte Berliner Mauer vereint originale Mauerabschnitte, einen Aussichtsturm, das „Fenster des Gedenkens" mit Porträts der Todesopfer und ein Dokumentationszentrum. Die Open-Air-Ausstellung erstreckt sich über etwa 350 Meter, und der gesamte Gedenkweg entlang der Straße ist rund 1,3 km lang. Das Gelände ist täglich von 8:00 bis 22:00 Uhr geöffnet, und der Eintritt ist frei (Stand: 09/2026, Stiftung Berliner Mauer).

  • Anfahrt: S-Bahn bis Nordbahnhof, das Besucherzentrum liegt direkt neben der Station.
  • Für wen: alle, die die Geschichte der geteilten Stadt ohne Museumsgedränge verstehen wollen.
  • Tipp: Steig auf den Aussichtsturm am Dokumentationszentrum. Von oben siehst du den gesamten Grenzstreifen mit seinem Postenweg.

2. Zoo

Giraffe im Berliner Zoo neben einem historischen Gebäude© Adamantios · CC BY-SAFoto: Adamantios, CC BY-SA (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/), Wikimedia Commons

Der Zoologische Garten Berlin liegt am Rand des Tiergartens, direkt am gleichnamigen Bahnhof. Er ist der älteste Zoo in Deutschland: Er wurde 1844 auf Initiative des Naturforschers Martin Lichtenstein und mit Unterstützung des preußischen Königs eröffnet. Heute beschreibt sich der Zoo selbst als den Ort mit der größten Artenvielfalt aller Zoos der Welt (Stand: 09/2026, offizielle Website). Die Tierhäuser hier sind historisch, und viele wurden in einem exotischen Stil gebaut.

Lass dir das Elefantentor an der Budapester Straße nicht entgehen. Der Torbogen wird von zwei steinernen Figuren sitzender Elefanten getragen, und das Dach im orientalischen Stil ist mit grünen Ziegeln gedeckt. Es ist einer der bekanntesten Eingänge der Stadt. Drinnen findest du das Antilopenhaus, das Vogelhaus, Affen und einen Streichelzoo mit Bauernhoftieren für Kinder.

Das Gelände ist gepflegt und die Wege sind breit, sodass du mit dem Kinderwagen problemlos vorankommst. Im September ist der Zoo von 9:00 bis 18:30 Uhr geöffnet, letzter Einlass ist um 17:00 Uhr (Stand: 09/2026, Öffnungszeiten auf der Website des Zoos). Im Winter sind die Öffnungszeiten kürzer. Nebenan liegt ein eigenes Aquarium mit Terrarium, das im Kombiticket enthalten ist.

  • Anfahrt: S-Bahn, U-Bahn und Züge bis Zoologischer Garten.
  • Für wen: Familien mit Kindern und alle, die zwischen den Museen einen entspannten Tag brauchen.
  • Der Haken: An Wochenenden und in den Schulferien gibt es Schlangen an den Kassen, kauf dein Ticket also online.

3. Brandenburger Tor

Brandenburger Tor mit der Quadriga an einem bewölkten Morgen© Thomas Wolf , www.foto-tw.de · CC BY-SAFoto: Thomas Wolf , www.foto-tw.de, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0), Wikimedia Commons

Das Brandenburger Tor wurde 1788-1791 nach einem Entwurf von Carl Gotthard Langhans gebaut. Der Architekt nahm sich die Propyläen der Akropolis in Athen zum Vorbild. Es ist das einzige erhaltene Stadttor Berlins. Zwölf Säulen bilden fünf Durchgänge, und oben steht die Quadriga von Johann Gottfried Schadow: ein Wagen, gezogen von vier Pferden und gelenkt von der Siegesgöttin.

Die Quadriga hat eine lange eigene Geschichte. 1806 ließ Napoleon sie nach Paris bringen. 1814 kam die Skulptur zurück, und Schinkel gab der Göttin einen Stab mit dem Eisernen Kreuz und dem preußischen Adler in die Hände. Im Krieg wurde das Tor schwer beschädigt, und von der Quadriga blieb fast nichts übrig. Sie wurde nach erhaltenen Gipsabgüssen neu geschaffen.

Ab 1961 stand das Tor im Grenzstreifen, und es war unmöglich, hindurchzugehen. Nach dem Mauerfall wurde die Quadriga noch einmal restauriert und kehrte 1991 an ihren Platz zurück. Heute steht das Tor als Symbol des wiedervereinigten Deutschlands. Komm früh am Morgen oder spät am Abend: Das Licht ist schön und der Pariser Platz fast leer. Genau hier beginnt Unter den Linden, und es ist ein praktischer Startpunkt für eine Hop-on-Hop-off-Bustour für 24 oder 48 Stunden.

  • Anfahrt: S-Bahn und U5 bis Brandenburger Tor.
  • Kosten: Der Platz und das Tor sind rund um die Uhr zugänglich, und der Eintritt ist frei.

4. Pergamonmuseum

Die Mschatta-Fassade im Pergamonmuseum© David Merrett from Daventry, England · CC BYFoto: David Merrett from Daventry, England, CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0), Wikimedia Commons

Das Pergamonmuseum entstand wegen eines einzigen Fundes. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gruben deutsche Archäologen in Pergamon, einer antiken Stadt in der heutigen Türkei, einen riesigen Altar aus. Sein über hundert Meter langer Fries zeigt den Kampf zwischen Göttern und Giganten. Baudenkmäler dieser Größe brauchten ein eigenes Gebäude. Das heutige Museum auf der Museumsinsel wurde 1930 eröffnet.

Das Wichtigste, was du 2026 wissen musst: Das Gebäude ist geschlossen. Das Museum wurde am 23. Oktober 2023 vollständig für Besucher geschlossen. Der Nordflügel und der Mittelteil mit dem Pergamonaltar und dem hellenistischen Saal öffnen am 4. Juni 2027 (Stand: 09/2026, Ankündigung der Staatlichen Museen zu Berlin zur Wiedereröffnung). Auch das Museum für Islamische Kunst wird dort vollständig gezeigt.

Der Südflügel mit der Hauptsammlung des Vorderasiatischen Museums öffnet laut derselben Quelle nicht vor 2037. Das heißt, es wird noch lange dauern, bis du das Ischtar-Tor und die Prozessionsstraße aus Babylon sehen kannst. Das Tor diente einst als Haupteingang zur Innenstadt Babylons, und seine blau glasierten Ziegel mit Löwen- und Drachenfiguren gelten als einer der Höhepunkte altorientalischer Kunst.

Solange die Sanierung läuft, besuch den Pavillon „Pergamonmuseum. Das Panorama" gegenüber der Insel. Er zeigt ein 360-Grad-Panorama des antiken Pergamon vom Künstler Yadegar Asisi, dazu einige Skulpturen aus der Sammlung. Für eine erste Begegnung mit der Sammlung reicht das aus.

  • Für wen: Antikenfans, die den geschlossenen Saal gern gegen ein Panorama tauschen.
  • Der Haken: Bis Sommer 2027 ist der Altar in seinem ursprünglichen Saal nicht zugänglich.

5. Park Großer Tiergarten

Allee im Tiergarten mit Blick auf das Brandenburger Tor

Der Tiergarten entstand im 16. Jahrhundert als Jagdrevier der Kurfürsten. Später wurde er zu einem Landschaftspark umgestaltet, und seitdem ist er die wichtigste Grünfläche der Innenstadt. Es gibt Teiche, schattige Alleen, einen Bootsverleih und Cafés am Wasser wie das Café am Neuen See. Du kannst den Park vom Brandenburger Tor bis zum Zoo komplett durchqueren und siehst dabei kaum ein Auto. Der Reichstag, die Siegessäule und Schloss Bellevue stehen an den Rändern des Parks.

Am Nordufer der Spree steht das Haus der Kulturen der Welt. Es wurde 1957 für die Internationale Bauausstellung errichtet, und die Berliner tauften das Gebäude wegen seines geschwungenen Dachs „Schwangere Auster". Im Teich vor dem Eingang steht Henry Moores Bronzeskulptur „Butterfly". Im Haus finden Konzerte, Festivals und Ausstellungen statt. Daneben erhebt sich ein 42 Meter hoher Carillonturm mit 68 Glocken. In der warmen Jahreszeit werden darauf manchmal Open-Air-Konzerte gespielt, schau also vorher ins Programm.

  • Anfahrt: S-Bahn bis Bellevue oder Tiergarten, und der Bus 100 fährt durch den Park.
  • Für wen: alle, die zwischen dem Reichstag und dem Westteil der Stadt spazieren gehen möchten.

6. Siegessäule

Goldene Statue der Viktoria auf der Spitze der Siegessäule© This image is a work by Wikipedia and Wikimedia Commons user C.Suthorn. When reusing, credit me as described in the Lice · CC BY-SAFoto: This image is a work by Wikipedia and Wikimedia Commons user C.Suthorn. When reusing, credit me as described in the Lice, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia Commons

Die Siegessäule steht mitten im Tiergarten auf dem runden Platz Großer Stern. Sie wurde 1873 eingeweiht und erinnert an drei Kriege Preußens: gegen Dänemark, Österreich und Frankreich. Ganz oben steht die vergoldete Siegesgöttin Viktoria von Friedrich Drake. Die Berliner nennen die Statue „Goldelse". Ursprünglich stand die Säule vor dem Reichstag auf dem Königsplatz.

1938-1939 wurde sie an ihren heutigen Standort versetzt und um eine weitere Trommel erhöht. Seitdem ist sie einschließlich der Statue rund 67 Meter hoch. Am Fuß der Säule gibt es eine Galerie mit einem Mosaik, und im Inneren eine kleine Ausstellung über Berliner Denkmäler. Vom Platz gehen fünf Straßen strahlenförmig ab, und von oben ist das Muster gut zu erkennen.

Die Aussichtsplattform liegt direkt unter der Statue. Einen Aufzug gibt es nicht, hinauf führt eine enge Wendeltreppe mit 285 Stufen. Du brauchst bequeme Schuhe und etwas Ausdauer. Dafür bietet dir die Plattform Ausblicke auf den Tiergarten, den Potsdamer Platz, das Brandenburger Tor und die Reichstagskuppel. Die Plattform ist ganzjährig geöffnet, im Sommer länger und im Winter kürzer. Das Ticket ist günstig und wird an der Kasse am Eingang verkauft, nimm also etwas Bargeld mit.

  • Anfahrt: Bus 100 bis Großer Stern, dann führen Fußgängertunnel zur Säule.
  • Der Haken: Die Plattform eignet sich nicht für Menschen, denen Treppensteigen schwerfällt.

7. Reichstag

Der Reichstag mit seiner Glaskuppel und Fahnen© Jörg Braukmann · CC BY-SAFoto: Jörg Braukmann, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia Commons

Der Bau des Reichstags dauerte zehn Jahre, von 1884 bis 1894, nach einem Entwurf von Paul Wallot. Das Gebäude sollte die Stärke des jungen Deutschen Kaiserreichs zeigen. 1933 brannte es, und 1945 wurde es bei den Kämpfen schwer beschädigt. Nach der Wiedervereinigung baute der britische Architekt Norman Foster es um und setzte eine gläserne Kuppel darauf. Seit 1999 tagt hier wieder der Bundestag.

Für Besucher sind die Kuppel und die Dachterrasse die Hauptattraktionen. In der Kuppel führt eine Rampe spiralförmig nach oben, und in der Mitte lenkt ein verspiegelter Trichter das Licht hinunter in den Plenarsaal. Der Eintritt ist frei, aber eine vorherige Anmeldung ist Pflicht. Gruppen werden alle 15 Minuten eingelassen, letzter Einlass ist um 21:45 Uhr (Stand: 09/2026, Bundestag). Du musst einen Reisepass oder Personalausweis mitbringen.

Prüf die Termine vor deiner Reise. Die Kuppel ist vom 28. September bis 2. Oktober und vom 19. bis 30. Oktober 2026 wegen Reinigung geschlossen, die Terrasse bleibt an diesen Tagen geöffnet (Stand: 09/2026, Schließzeiten auf der Website des Bundestags). Wenn es keine freien Termine gibt, ist das Café eine Möglichkeit: eine Kaffeepause im Restaurant Käfer auf dem Dach des Reichstags.

  • Anfahrt: S-Bahn und U5 bis Brandenburger Tor oder U5 bis Bundestag.

8. Zitadelle Spandau

Markt im Innenhof der Zitadelle Spandau

Die Zitadelle Spandau steht im Nordwesten Berlins, wo die Spree in die Havel mündet. Die Festung wurde in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts nach italienischem Vorbild gebaut: vier Bastionen, ein Wassergraben und ein Innenhof. Sie gilt als eine der am besten erhaltenen Renaissancefestungen Europas. Der älteste Teil, der Juliusturm, stammt noch aus dem Mittelalter. Von seiner obersten Ebene siehst du die Spandauer Altstadt und den Fluss.

Die Zitadelle wird oft mit dem Gefängnis Spandau verwechselt. Das sind verschiedene Orte. Das Gefängnis stand in einem anderen Teil des Bezirks. Nach den Nürnberger Prozessen hielten die Alliierten dort sieben verurteilte NS-Führer fest. 1987, nach dem Tod des letzten Häftlings Rudolf Heß, wurde das Gebäude abgerissen, damit es nicht zu einer Pilgerstätte wird.

Die Zitadelle dagegen ist für Besucher geöffnet. Drinnen gibt es ein Museum zur Geschichte Spandaus, eine Ausstellung alter Berliner Denkmäler und Künstlerateliers. Im Sommer finden im Hof Open-Air-Konzerte statt. Der Eintritt ist kostenpflichtig und günstig, und die Öffnungszeiten solltest du vor deinem Besuch auf der Website der Festung prüfen.

  • Anfahrt: U7 bis Zitadelle, dann fünf Minuten zu Fuß.

9. Alexanderplatz

Berliner Fernsehturm und seine Spiegelung in einer Glasfassade

Die Berliner nennen den Alexanderplatz einfach „Alex". Seinen Namen bekam der Platz 1805. Heute ist er einer der wichtigsten Verkehrsknoten der Stadt: Regionalzüge, die S-Bahn, drei U-Bahn-Linien und Straßenbahnen treffen hier zusammen. Der U-Bahnhof wurde schon 1913 eröffnet. In den 1920er-Jahren war der Platz das Herz des lauten Großstadtlebens. Alfred Döblin beschrieb ihn in seinem Roman „Berlin Alexanderplatz", und Rainer Werner Fassbinder machte aus dem Buch später eine Fernsehserie.

Nach dem Krieg wurde das Gebiet von Grund auf neu bebaut. Es entstanden ein Hotelhochhaus, weite Fußgängerflächen und der Fernsehturm. Auf dem Platz steht die „Weltzeituhr" von 1969, ein beliebter Treffpunkt. In der Nähe, am Roten Rathaus, befindet sich der Neptunbrunnen von Reinhold Begas. Er wurde Kaiser Wilhelm II. Ende des 19. Jahrhunderts im Namen der Stadt geschenkt. Komm am Abend zum Brunnen: Durch die Beleuchtung wirken die Skulpturen besonders eindrucksvoll.

  • Anfahrt: S-Bahn, U2, U5, U8 bis Alexanderplatz.
  • Der Haken: Der Platz ist abends laut und voll, behalte also deine Sachen im Blick.

10. Staatsoper

Fassade der Berliner Staatsoper unter blauem Himmel© Marek Śliwecki · CC BY-SAFoto: Marek Śliwecki, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia Commons

Die Staatsoper Unter den Linden wurde 1742 auf Wunsch Friedrichs des Großen eröffnet. Sie ist das älteste Opernhaus Berlins. Die Stadt hat gleich drei große Opernhäuser, und die Staatsoper ist das geschichtsträchtigste von ihnen. Das klassizistische Gebäude entwarf Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff. Nach den Kriegszerstörungen wurde es wiederaufgebaut, und 2010-2017 wurden Bühne und Zuschauerraum grundlegend saniert.

Das Haus arbeitet mit der Staatskapelle Berlin zusammen, einem der ältesten Orchester der Welt. Im Lauf der Jahre dirigierten hier Richard Strauss und andere führende europäische Musiker. Seit dem 1. September 2024 ist Christian Thielemann Generalmusikdirektor des Hauses, er folgte auf Daniel Barenboim (Stand: 09/2026, Berliner Senat).

Wenn du eine Vorstellung sehen möchtest, schau ein paar Wochen vorher ins Programm. Karten für beliebte Inszenierungen sind schnell ausverkauft. Auch ohne Karte lohnt sich ein Blick ins Foyer bei einer der Hausführungen am Tag.

  • Anfahrt: U5 bis Unter den Linden oder Museumsinsel.

11. Fernsehturm

Berliner Fernsehturm mit seiner Kugel vor blauem Himmel

Der Berliner Fernsehturm steht am Alexanderplatz und ist von fast überall im Zentrum zu sehen. Er ist das höchste Bauwerk Deutschlands. Der Turm wurde zwischen 1965 und 1969 gebaut. Am Entwurf arbeiteten die Architekten Fritz Dieter, Günter Franke und Hermann Henselmann. Der Betonschaft wurde im Gleitschalverfahren hochgezogen, und die Stahlkugel wurde in der Höhe Stück für Stück montiert.

Der Turm hat eine bekannte Eigenheit. Wenn die Sonne auf die Stahlkugel scheint, erscheint darauf ein Lichtreflex in Form eines Kreuzes. In der Kugel befinden sich die Aussichtsetage und das drehbare Bar-Restaurant Sphere. Der Raum dreht sich langsam, sodass du die ganze Stadt siehst, ohne von deinem Tisch aufzustehen.

Die Aussichtsetage ist von 9:00 bis 23:00 Uhr geöffnet, die Bar Sphere von 11:00 bis 23:00 Uhr. Ein Standardticket kostet ab 20 €, ein Paket mit Getränk ab 31 € (Stand: 09/2026, offizielle Website). Die Schlangen an den Aufzügen können lang sein, besonders an Wochenenden und zum Sonnenuntergang. Such dir dein Zeitfenster vorab aus: ein Fast-Track-Ticket für den Fernsehturm.

  • Der Haken: An einem bewölkten Tag ist die Aussicht weg, schau also vor dem Kauf in die Wettervorhersage.

12. Dom

Berliner Dom mit seiner grünen Kuppel© Thomas Wolf , www.foto-tw.de · CC BY-SAFoto: Thomas Wolf , www.foto-tw.de, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en), Wikimedia Commons

Der Berliner Dom steht auf der Museumsinsel, mit Blick auf den Lustgarten. Er ist die größte evangelische Kirche Deutschlands. Das heutige Gebäude im Stil der Neorenaissance und des Neobarock wurde 1894-1905 nach einem Entwurf von Julius Raschdorff gebaut. Grüne Kuppeln, Skulpturen an der Fassade und eine üppige Ausstattung haben nichts mit den schlichten evangelischen Kirchen zu tun, die du vielleicht erwartest.

Achte im Inneren auf die Orgel aus der Werkstatt von Wilhelm Sauer, den Altar und die Glasfenster. Unter dem Dom liegt die Hohenzollerngruft, in der Mitglieder der Herrscherdynastie bestattet sind. Im Krieg wurde der Dom schwer beschädigt. Die Restaurierung dauerte Jahrzehnte, und beim Wiederaufbau wurde die Kuppel niedriger ausgeführt als vor dem Krieg.

Über Treppen kannst du zum Umgang rund um die Kuppel hinaufsteigen. Von dort hast du einen guten Blick auf den Lustgarten, die Spree und den Fernsehturm. Der Eintritt in den Dom ist kostenpflichtig, der Besuch von Gottesdiensten dagegen frei. Öffnungszeiten und Preise ändern sich wegen Konzerten, prüf sie also am Tag deines Besuchs auf der Website des Doms.

  • Anfahrt: U5 bis Museumsinsel, Straßenbahnen M4, M5, M6 bis Spandauer Straße.
  • Der Haken: Zum Kuppelumgang führen viele Stufen, und einen Aufzug dorthin gibt es nicht.

13. Schloss Biesdorf

Schloss Biesdorf mit Turm und Kolonnade im Winter© Odor · CC BY-SAFoto: Odor, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0), Wikimedia Commons

Biesdorf wird erstmals in mittelalterlichen Urkunden als Dorf östlich von Berlin erwähnt. 1920 wurde es Teil von Groß-Berlin. Heute gehört es zum Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Die Gegend ist ruhig, mit Einfamilienhäusern, einer alten Dorfkirche und einem Park. Ihre wichtigste Sehenswürdigkeit steht direkt am U-Bahnhof: Schloss Biesdorf.

Das Gebäude entstand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Landvilla im Stil der italienischen Renaissance. Später kaufte Werner von Siemens das Anwesen, und die Familie Siemens besaß es mehrere Jahrzehnte lang. 1927 erwarb die Stadt das Grundstück. Nach dem Krieg standen der Turm und das Obergeschoss lange als Ruine da.

Das Schloss wurde in den 2010er-Jahren restauriert. Heute beherbergt es eine Galerie für zeitgenössische Kunst mit einem Schwerpunkt auf Kunst aus der DDR. Die Fassade schmücken quadratische Pfeiler, eine leichte Brüstung und ein runder Eckturm. Luxuriös wirkt das Gebäude nicht, aber es zeigt sehr gut den Geschmack wohlhabender Berliner Familien jener Zeit.

Rund um das Schloss liegt ein Landschaftspark auf mehreren Ebenen. Es gibt Wiesen, alte Bäume und stille Alleen. Hierher kommst du nicht wegen der Menschenmengen, sondern wegen der Ruhe und wegen Ausstellungen, die du im Zentrum nicht findest. Die U-Bahn-Fahrt vom Alexanderplatz dauert etwa eine halbe Stunde.

  • Anfahrt: U5 bis Elsterwerdaer Platz, dann ein paar Minuten zu Fuß.
  • Für wen: alle, die das Zentrum schon gesehen haben und ein ruhiges Berliner Viertel suchen.

14. Museum Hamburger Bahnhof

Der Hamburger Bahnhof wurde Mitte des 19. Jahrhunderts als Endbahnhof der Eisenbahnstrecke nach Hamburg gebaut. Lange blieb er kein Bahnhof: Schon in den 1880er-Jahren wurden die Züge auf einen anderen Bahnhof verlegt. Später zog ein Verkehrsmuseum in das Gebäude. Heute ist hier die Nationalgalerie der Gegenwart zu Hause, eines der führenden Museen für zeitgenössische Kunst in Deutschland.

Hauptfassade des Museums Hamburger Bahnhof in Berlin© Dosseman · CC BY-SAFoto: Dosseman, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia Commons

Den Kern der Sammlung trug der Privatsammler Erich Marx zusammen. Das Museum wurde 1996 eröffnet, nachdem die alten Hallen umgebaut worden waren. Zum Bestand gehören Werke von Joseph Beuys, Anselm Kiefer, Andy Warhol, Roy Lichtenstein, Cy Twombly und Richard Long. Die langen Lagerhallen hinter dem Bahnhof sind großen Installationen und Wechselausstellungen vorbehalten. In der riesigen Halle des ehemaligen Bahnsteigs siehst du Arbeiten, für die es in einem gewöhnlichen Museum zu eng wäre.

Das Museum hat eine Buchhandlung und ein Restaurant, und abends gibt es oft Vorträge, Filmvorführungen und Performances. Das Gebäude liegt zehn Minuten zu Fuß vom Hauptbahnhof entfernt. Wenn du in Berlin einen halben Tag Aufenthalt hast, ist das eine praktische Option. Der Eintritt ist kostenpflichtig, Öffnungszeiten und Preise findest du auf der Website der Staatlichen Museen zu Berlin.

  • Anfahrt: S-Bahn und Züge bis Hauptbahnhof, dann zu Fuß die Invalidenstraße entlang.
  • Für wen: alle, die zeitgenössische Kunst der Antike vorziehen.

15. Schloss Bellevue

Schloss Bellevue in Berlin mit Fahnen und Rasen

Schloss Bellevue wurde 1786 für Prinz August Ferdinand von Preußen gebaut, den jüngeren Bruder Friedrichs des Großen. Im Sommer empfing es berühmte Gäste, darunter Schiller und Alexander von Humboldt. Im 19. Jahrhundert wurde im Schloss eine Gemäldegalerie eingerichtet, und der Park wurde für die Öffentlichkeit geöffnet.

Nach dem Ersten Weltkrieg ging das Schloss an den Staat über und diente als Museum. Im Zweiten Weltkrieg blieben von dem Gebäude nur die Mauern stehen. In den 1950er-Jahren wurde es wiederaufgebaut, und mehrere weitere große Sanierungen folgten. Heute ist Schloss Bellevue der Amtssitz des deutschen Bundespräsidenten. Das Bundespräsidialamt arbeitet nebenan, in einem eigenen ovalen Gebäude aus dunklem Stein.

Hinein kommst du nur an Tagen der offenen Tür, die nicht oft stattfinden. Wenn über dem Schloss die Standarte des Präsidenten weht, ist der Bundespräsident in Berlin. Das Schloss selbst siehst du gut von den Wegen des Tiergartens und vom Spreeufer aus. Es ist ein praktischer Zwischenstopp auf dem Weg von der Siegessäule zum Haus der Kulturen der Welt.

  • Anfahrt: S-Bahn bis Bellevue, dann fünf Minuten zu Fuß.
  • Der Haken: An gewöhnlichen Tagen gibt es keine Führungen durch die Innenräume.

16. Schloss Charlottenburg

Schloss Charlottenburg mit seiner Kuppel und einem Brunnen vor der Fassade© abbilder · CC BYFoto: abbilder, CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/4.0), Wikimedia Commons

Schloss Charlottenburg wurde zum größten Schloss Berlins. Der Bau begann Ende des 17. Jahrhunderts als Sommerresidenz für Sophie Charlotte, die Frau des Kurfürsten Friedrich III., des späteren ersten Königs in Preußen. Zunächst hieß das Schloss Lietzenburg. Nach dem frühen Tod der Königin 1705 wurde es ihr zu Ehren umbenannt. Später lebten hier weitere preußische Könige, und das Gebäude wurde um den Neuen Flügel erweitert.

Im Krieg wurde das Schloss schwer beschädigt. Die Restaurierung zog sich über mehrere Jahrzehnte, und heute siehst du wiederhergestellte Prunkräume und Sammlungen von Gemälden, Silber und Porzellan. Besonders berühmt ist das Porzellankabinett: Chinesisches und japanisches Porzellan bedeckt seine Wände vom Boden bis zur Decke. Hinter dem Schloss liegt ein großer Park mit barockem Parterre, einem Teich, dem Mausoleum der Königin Luise und dem Belvedere.

Das Alte Schloss hat saisonale Öffnungszeiten. Von April bis Oktober ist es dienstags bis sonntags von 10:00 bis 17:30 Uhr geöffnet, im November und Dezember bis 16:30 Uhr, und montags ist es geschlossen. Ein Ticket kostet 12 €, ermäßigt 8 € (Stand: 09/2026, Stiftung Preußische Schlösser und Gärten). Letzter Einlass ist 30 Minuten vor Schließung.

  • Anfahrt: Bus M45 bis Luisenplatz/Schloss Charlottenburg oder U7 bis Richard-Wagner-Platz.
  • Der Haken: Am 24. und 25. Dezember ist das Schloss geschlossen.

17. Schloss Köpenick

Schloss Köpenick über dem Wasser in Berlin© A.Savin · CC BY-SAFoto: A.Savin, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0), Wikimedia Commons

Schloss Köpenick steht auf einer Insel, wo die Dahme in die Spree mündet. Im Mittelalter gab es hier eine slawische Burg und später ein Jagdschloss der brandenburgischen Kurfürsten. Im Dreißigjährigen Krieg hielt sich der schwedische König Gustav II. Adolf im Schloss auf. Das heutige Barockschloss wurde im letzten Viertel des 17. Jahrhunderts für den Kurprinzen Friedrich gebaut, den späteren König in Preußen. Die Schlosskirche und der Nordpavillon stammen aus derselben Zeit.

Heute beherbergt das Schloss das Kunstgewerbemuseum, einen Standort der Staatlichen Museen zu Berlin. Zu sehen sind Möbel der Renaissance und des Barock, geschnitzte Vertäfelungen, Silber, Porzellan und Glas. Der Hauptsaal mit seinem reichen Stuck, der Wappensaal, ist gut erhalten. Im Sommer hat auf der Terrasse am Wasser ein Café geöffnet, und im Park finden Konzerte statt.

Köpenick selbst ist einen eigenen Ausflug wert. Es ist eine alte Kleinstadt im Südosten Berlins mit einem Rathaus, in dem sich 1906 die Geschichte des „Hauptmanns von Köpenick" abspielte. Ein Hochstapler in Militäruniform verhaftete den Bürgermeister und verschwand mit der Stadtkasse. Heute steht eine Statue von ihm am Rathaus. Prüf die Öffnungszeiten des Schlosses auf der Website der Staatlichen Museen zu Berlin, denn montags ist das Museum in der Regel geschlossen.

  • Anfahrt: S-Bahn bis Köpenick, dann mit der Straßenbahn bis Schlossplatz Köpenick.
  • Für wen: alle, die ein Museum mit einem Spaziergang am Wasser verbinden wollen.

18. Rotes Rathaus

Das Rote Rathaus mit Turm und Uhr, von der Straße aus gesehen© Bahnfrend · CC BY-SAFoto: Bahnfrend, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia Commons

Mitte des 19. Jahrhunderts war das alte Berliner Rathaus für die Stadtverwaltung zu klein geworden. Der neue Bau aus rotem Backstein entstand 1861-1869 nach einem Entwurf von Hermann Friedrich Waesemann. Das Rathaus bekam einen 74 Meter hohen Turm und wegen der Farbe seiner Fassade den Beinamen „Rotes". Ein Terrakottafries, die „Steinerne Chronik", mit Szenen aus der Stadtgeschichte zieht sich rund um das Gebäude.

Im Krieg wurde das Rathaus fast vollständig zerstört. Nach dem Wiederaufbau tagte hier der Ost-Berliner Magistrat. Nach der Wiedervereinigung der Stadt zogen der Regierende Bürgermeister und der Berliner Senat ein. Drinnen kannst du das große Treppenhaus, den Säulensaal und einen Saal mit Porträts der Ehrenbürger sehen.

Der Besuch ist kostenlos. Das Rathaus ist für Besucher montags bis freitags von 9:00 bis 18:00 Uhr geöffnet, außer an Feiertagen (Stand: 09/2026, Berlin.de). Wegen offizieller Veranstaltungen ist das Gebäude manchmal ohne Ankündigung geschlossen, ruf also vorher an, wenn du extra dafür herkommst.

  • Anfahrt: U5 bis Rotes Rathaus oder S-Bahn bis Alexanderplatz.

19. Kaufhaus KaDeWe

KaDeWe steht für Kaufhaus des Westens, also das „Warenhaus des Westens". Eröffnet wurde es 1907 vom Kaufmann Adolf Jandorf. Er besaß bereits Geschäfte für Kundschaft aus der Arbeiterschaft, doch nach Besuchen in den großen Warenhäusern anderer Hauptstädte beschloss er, etwas Ähnliches in Berlin zu bauen. Für das Projekt wurden gute Architekten und Ausstatter geholt. Im Westen der Stadt, der damals gerade erst wuchs, entstand ein wahrer Palast des Handels.

Schon in den ersten Jahren bot das Haus mehr als nur Verkaufsräume. Die Kundschaft konnte einen Teesalon, einen Friseur, ein Fotoatelier, eine Bankfiliale und ein Postamt nutzen. Später ging das Kaufhaus an die Familie Tietz über. 1943 stürzte ein abgeschossenes Flugzeug in das Gebäude, und das KaDeWe brannte aus. Nach dem Krieg wurde es wiederaufgebaut und zum Schaufenster West-Berlins.

Heute ist es eines der größten Kaufhäuser Europas. In den unteren Etagen findest du führende Modemarken, Kosmetik und Accessoires. Weiter oben folgen Herren- und Damenmode, Wohnaccessoires, die Kinderabteilung, Elektronik und Souvenirs. Die Preise sind hoch, aber die Auslagen sind auch dann einen Blick wert, wenn du nichts kaufst.

Der ganze Stolz des Hauses ist die Feinschmeckeretage unter dem Dach. Dort gibt es Hunderte Sorten Käse, Wurst, Brot, Tee, Wein und Süßigkeiten. Direkt zwischen den Theken liegen Bars, an denen man dir Austern, Sushi, Fischgerichte oder deutsche Kleinigkeiten zubereitet. In der obersten Etage gibt es ein Restaurant mit Glasdach.

  • Anfahrt: U1, U2, U3 bis Wittenbergplatz, der Eingang liegt direkt an der Station.
  • Der Haken: Wie die meisten Geschäfte in Deutschland hat das KaDeWe sonntags geschlossen.

20. Potsdamer Platz

Der Stern von Ernst Lubitsch auf rotem Belag© This image is a work by Wikipedia and Wikimedia Commons user C.Suthorn. When reusing, credit me as described in the Lice · CC BY-SAFoto: This image is a work by Wikipedia and Wikimedia Commons user C.Suthorn. When reusing, credit me as described in the Lice, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia Commons

Der Potsdamer Platz entstand im 18. Jahrhundert am Stadttor, an dem die Straße nach Potsdam begann. Später wurde hier ein Bahnhof gebaut, und Anfang des 20. Jahrhunderts war der Platz einer der belebtesten Europas. Es gab Cafés, Theater, Hotels und den riesigen Vergnügungskomplex Haus Vaterland. 1924 wurde auf dem Platz eine der ersten Ampeln Europas aufgestellt. Heute steht an der ursprünglichen Stelle ein Nachbau.

Im Krieg wurde das Gebiet zerstört, und danach verlief die Berliner Mauer quer über die Brache. Der Platz blieb jahrzehntelang leer. Nach der Wiedervereinigung begann hier eines der größten Bauvorhaben Europas. Es entstanden Bürotürme, ein Einkaufszentrum, Kinos und ein Komplex mit Glasdach, bekannt als Sony Center. Jedes Jahr im Februar finden rund um den Marlene-Dietrich-Platz die Internationalen Filmfestspiele Berlin statt.

Auf dem Platz sind einige Mauersegmente erhalten. Im Kollhoff-Tower gibt es die Aussichtsplattform Panoramapunkt, zu der einer der schnellsten Aufzüge Europas hinauffährt. Von oben siehst du den Tiergarten, den Reichstag und den Fernsehturm. Ein Ticket ohne Anstehen für die Aussichtsplattform Panoramapunkt solltest du dir für ein Zeitfenster zum Sonnenuntergang vorab besorgen.

  • Anfahrt: S-Bahn, U2 und Regionalzüge bis Potsdamer Platz.

21. Gendarmenmarkt

Der Deutsche Dom am Gendarmenmarkt in Berlin bei Nacht© Ansgar Koreng · CC BYFoto: Ansgar Koreng, CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/deed.en), Wikimedia Commons

Der Gendarmenmarkt gilt als einer der schönsten Plätze Berlins. Er wurde Ende des 17. Jahrhunderts im neuen Stadtteil Friedrichstadt angelegt. Hier ließen sich Hugenotten nieder, die aus Frankreich geflohen waren. Lange diente der Platz als Markt. Sein heutiger Name geht auf das Regiment der Gens d'armes zurück, dessen Ställe und Wachhäuser im 18. Jahrhundert hier standen.

Drei Gebäude rahmen den Platz. An den beiden Seiten stehen der Französische und der Deutsche Dom mit ihren gleich gestalteten Kuppeltürmen. Dazwischen liegt das Konzerthaus Berlin, das Karl Friedrich Schinkel als Schauspielhaus baute. 1821 wurde hier Carl Maria von Webers Oper „Der Freischütz" uraufgeführt. Vor dem Eingang steht ein Denkmal für Friedrich Schiller.

Im Krieg wurde der Platz schwer beschädigt. In der DDR hieß er Platz der Akademie, und 1991 erhielt er seinen historischen Namen zurück. Vor Kurzem wurde der Platz grundlegend erneuert. Ringsum gibt es viele Cafés und Restaurants, und im Winter findet hier meist einer der schönsten Weihnachtsmärkte der Stadt statt. Komm abends zu einem Konzert: Die Akustik von Schinkels Saal gilt als eine der besten in Berlin.

  • Anfahrt: U2 bis Hausvogteiplatz oder U2 und U6 bis Stadtmitte.

22. Französischer Dom

Der Französische Dom steht an der Nordseite des Gendarmenmarkts. Mit dem Namen ist meist das ganze Ensemble gemeint: die schlichte Hugenottenkirche und der hohe Kuppelturm, der an sie angebaut ist. Die Kirche wurde Anfang des 18. Jahrhunderts für die französisch-reformierte Gemeinde der Friedrichstadt gebaut. Damals war die Friedrichstadt noch eine eigene Stadt, später wurde sie nach Berlin eingemeindet.

In den 1780er-Jahren wurde auf Anordnung Friedrichs des Großen ein Kuppelturm an die Kirche angebaut. Der Deutsche Dom auf der anderen Seite des Platzes erhielt einen identischen Turm. Das Wort „Dom" kommt hier vom französischen dôme, was „Kuppel" bedeutet. Beide Türme dienen als Schmuck des Platzes, während die Kirchen dahinter deutlich schlichter sind. Im 19. Jahrhundert bekam die Kirche eine Orgel, und ihr Innenraum wurde reicher ausgestattet.

Im Krieg brannte das Ensemble aus. Der Wiederaufbau wurde in den 1980er-Jahren abgeschlossen, und in den 2000er-Jahren wurde die Fassade noch einmal restauriert. Die Kirche wird bis heute genutzt, es finden Gottesdienste und Orgelkonzerte statt. Im Turm befindet sich das kleine Hugenottenmuseum, das von den Flüchtlingen aus Frankreich und ihrer Rolle im Leben Berlins erzählt. Unter der Kuppel gibt es eine Aussichtsgalerie mit Blick auf den Platz.

Die Öffnungszeiten von Turm und Museum hängen von der Jahreszeit ab, prüf sie also vor dem Aufstieg auf der Website der Gemeinde. Den Deutschen Dom gegenüber kannst du dagegen kostenlos besuchen: Dort zeigt der Bundestag eine Ausstellung zur Geschichte der parlamentarischen Demokratie in Deutschland.

  • Anfahrt: U2 und U6 bis Stadtmitte.

23. Madame Tussauds

Gebäude mit Graffiti an einer Straße in Kreuzberg, Berlin© Steffen Zahn from Berlin, Germany · CC BYFoto: Steffen Zahn from Berlin, Germany, CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0), Wikimedia Commons

Die Berliner Filiale des Wachsfigurenkabinetts Madame Tussauds eröffnete 2008 an der Straße Unter den Linden, nur einen Steinwurf vom Brandenburger Tor entfernt. Zu sehen sind historische Persönlichkeiten wie Otto von Bismarck, dazu Schauspieler, Musiker, Sportler und Politiker. Besonders zahlreich sind die Stars des deutschen Films und der Popmusik, von Marlene Dietrich bis zu heutigen Fernsehmoderatoren.

Die Figur Hitlers steht in einem eigenen Raum. Er wird nicht als Held gezeigt, sondern als gebrochener Mann im Bunker in den letzten Kriegstagen. Am Eröffnungstag des Museums riss ein Besucher der Figur den Kopf ab. Die Figur wurde wiederhergestellt, und der Vorfall wurde damals im ganzen Land diskutiert. Es gibt außerdem einen Raum, der erklärt, wie Wachsfiguren entstehen, vom Maßnehmen bis zum Färben der Haare.

Das Museum eignet sich gut für einen Regentag und für einen Ausflug mit Teenagern. Ein online gekauftes Ticket mit Zeitfenster ist in der Regel günstiger als eines von der Kasse am Eingang. Wenn du mehrere kostenpflichtige Attraktionen einplanst, vergleich die Tickets für Berliner Touren und Museen bei GetYourGuide.

  • Anfahrt: S-Bahn und U5 bis Brandenburger Tor.
  • Der Haken: An Wochenenden wird es in den Räumen voll, komm also gleich zur Öffnung.

24. Museumsinsel

Das Bode-Museum bei Nacht auf der Museumsinsel, Berlin© Diego Delso · CC BY-SAFoto: Diego Delso, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia Commons

Die Museumsinsel nimmt den nördlichen Teil einer Insel in der Spree ein. Ihre fünf Museen wurden über mehr als hundert Jahre hinweg gebaut, und das Ensemble gehört seit 1999 zum UNESCO-Welterbe. Die Sammlungen umfassen rund sechstausend Jahre Kunstgeschichte, vom Alten Ägypten und Mesopotamien bis ins 19. Jahrhundert. Der Name „Museumsinsel" hatte sich schon Ende des 19. Jahrhunderts für den Ort eingebürgert.

Als Erstes öffnete 1830 das Alte Museum von Karl Friedrich Schinkel mit seiner Antikensammlung. Mitte des 19. Jahrhunderts kam das Neue Museum hinzu, in dem heute die Büste der Nofretete steht. 1876 eröffnete die Alte Nationalgalerie mit Malerei des 19. Jahrhunderts, darunter Werke von Caspar David Friedrich und den französischen Impressionisten. 1904 folgte das Bode-Museum mit byzantinischer Kunst, Skulpturen und Münzen. Als Letztes öffnete 1930 das Pergamonmuseum.

Das Pergamonmuseum ist bis zum 4. Juni 2027 geschlossen, wie wir oben beschrieben haben. Die anderen vier Museen sind geöffnet. Der Haupteingang und die Kassen für mehrere der Museen befinden sich in der James-Simon-Galerie, einem Neubau von David Chipperfield. Versuch nicht, alles an einem Tag zu sehen: Das Neue Museum mit seiner ägyptischen Sammlung und die Alte Nationalgalerie füllen allein schon einen ganzen Tag.

Wenn du drei oder mehr Museen einplanst, lohnt sich ein Pass mehr. Schau dir den 3-Tage-Museumspass Berlin mit Eintritt in Dutzende Museen an, der auch die Museen auf der Insel abdeckt.

  • Anfahrt: U5 bis Museumsinsel, S-Bahn bis Hackescher Markt, Straßenbahnen M1, M4, M5.

25. Topographie des Terrors

Die Berliner Mauer an der Topographie des Terrors© Drrcs15 · CC BY-SAFoto: Drrcs15, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0), Wikimedia Commons

Das Dokumentationszentrum Topographie des Terrors steht dort, wo sich 1933-1945 die Zentralen der Gestapo, der SS-Führung und des Reichssicherheitshauptamts befanden. Von hier aus wurden die Verfolgung politischer Gegner, Deportationen und der Massenmord in ganz Europa geplant. Nach dem Krieg wurden die zerstörten Gebäude abgerissen, und das Gelände lag lange als Brache neben der Berliner Mauer.

In den 1980er-Jahren setzten Historiker und Aktivisten durch, dass hier gegraben wurde. Unter der Erde fand man die Reste von Kellern, in denen Verhaftete festgehalten worden waren. Das heutige Gebäude des Zentrums wurde 2010 eröffnet. Die Dauerausstellung erklärt, wie die Nationalsozialisten an die Macht kamen, wie Gestapo und SS arbeiteten und was mit ihren Opfern geschah. Die Dokumente, Fotografien und Biografien sind sehr genau ausgewählt, und sie sind schwer zu ertragen.

Draußen, entlang der Niederkirchnerstraße, steht noch einer der längsten erhaltenen Abschnitte der Berliner Mauer im Zentrum, rund 200 Meter lang. Darunter zeigt ein offener Graben die Reste der Kellermauern und eine Freiluftausstellung. Das Zentrum ist täglich von 10:00 bis 20:00 Uhr geöffnet, und der Eintritt ist frei (Stand: 09/2026, offizielle Website). Plane für die Dauerausstellung mindestens zwei Stunden ein.

  • Anfahrt: S-Bahn und U2 bis Potsdamer Platz oder U6 bis Kochstraße.
  • Für wen: nicht für kleine Kinder, denn die Fotografien in der Ausstellung sind erschütternd.

26. Holocaust-Mahnmal

Betonstelen des Holocaust-Mahnmals in Berlin© NoRud · CC BY-SAFoto: NoRud, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia Commons

Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas wurde 2005 unweit des Brandenburger Tors eröffnet. Sein Gestalter, der amerikanische Architekt Peter Eisenman, lehnte die üblichen Formen eines Denkmals ab. Statt einer Skulptur siehst du ein Feld aus 2.710 Betonstelen unterschiedlicher Höhe (Stand: 09/2026, Stiftung Denkmal). Der Boden dazwischen ist uneben, und die Wege sind schmal und gerade.

Am Rand des Feldes sind die Stelen niedrig wie Bänke. Je weiter du hineingehst, desto höher werden die Blöcke. Der Straßenlärm verklingt, der Himmel wird zu einem schmalen Streifen, und ein Gefühl der Verlorenheit stellt sich ein. Einen einzigen „richtigen" Weg gibt es nicht. Die Stelen sind mit einer Schutzschicht überzogen, von der sich Graffiti leicht abwaschen lassen. Setz dich nicht auf die Stelen und spring nicht von einer zur anderen, denn das Wachpersonal weist dich sonst zurecht.

Unter dem Feld liegt der Ort der Information. In seinen Räumen sind Briefe, Tagebücher und Familienbiografien zu sehen, und in einem davon werden die Namen der Ermordeten vorgelesen. Das Stelenfeld ist rund um die Uhr zugänglich. Der Ort der Information ist dienstags bis sonntags von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet, letzter Einlass ist 45 Minuten vor Schließung, und montags ist er geschlossen. Der Eintritt ist überall frei (Stand: 09/2026, Website des Denkmals).

  • Anfahrt: S-Bahn und U5 bis Brandenburger Tor, dann fünf Minuten zu Fuß.
  • Der Haken: Im Sommer kann es wegen der Taschenkontrollen am Eingang zum Ort der Information eine Schlange geben.

27. Gedenkstätte Neue Wache

Die Pietà-Skulptur von Käthe Kollwitz in der Gedenkstätte Neue Wache

Die Neue Wache steht an der Straße Unter den Linden, neben der Humboldt-Universität. Das kleine klassizistische Gebäude wurde von Karl Friedrich Schinkel entworfen und 1816-1818 gebaut. Ursprünglich war es ein Wachgebäude für die königliche Wache und ein Denkmal für den Sieg über Napoleon. Den Portikus mit seinen dorischen Säulen krönt ein Giebel mit dem Relief einer Schlacht, über der die Siegesgöttin schwebt.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Gebäude zu einer Gedenkstätte für die Gefallenen umgestaltet. Seit 1993 ist es die Zentrale Gedenkstätte der Bundesrepublik Deutschland für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Drinnen ist es fast leer. In der Mitte des Raums steht eine vergrößerte Fassung der Skulptur „Mutter mit totem Sohn" von Käthe Kollwitz. Darüber befindet sich eine runde Öffnung im Dach, sodass Regen und Schnee auf die Skulptur fallen.

Unter dem Boden sind die sterblichen Überreste eines unbekannten Soldaten und eines unbekannten KZ-Häftlings beigesetzt. Der Eintritt ist frei, und es ist üblich, drinnen leise zu sprechen. Zehn Minuten reichen aus, aber der Ort wirkt lange nach.

  • Anfahrt: U5 bis Unter den Linden oder Museumsinsel.

28. Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche steht auf dem Breitscheidplatz in der westlichen Innenstadt. Sie wurde in den 1890er-Jahren zum Gedenken an den ersten deutschen Kaiser, Wilhelm I., gebaut. Der Hauptturm war 113 Meter hoch und machte sie zur höchsten Kirche Berlins. 1943 brannte die Kirche bei einem Luftangriff aus.

Nach dem Krieg gab es Pläne, die Ruine abzureißen, doch die Berliner wehrten sich dagegen. Der abgebrochene Turm blieb als Mahnung an den Krieg stehen, und die Stadt taufte ihn „Hohler Zahn". 1959-1963 baute der Architekt Egon Eiermann daneben ein neues Ensemble: eine achteckige Kirche und einen sechseckigen Glockenturm. Die Wände aus Betonwaben sind mit Tausenden blauen Glaselementen gefüllt. Tagsüber ist der Innenraum in tiefblaues Licht getaucht, und über dem Altar schwebt eine goldene Christusfigur.

Im Sockel des alten Turms liegt eine Gedenkhalle mit Mosaikfragmenten, Reliefs und der Geschichte der Kirche. Die Ausstellung in dieser Halle ist seit dem 29. August 2026 wegen Sanierung geschlossen, die Führungen durch das Ensemble finden aber weiterhin statt. Die neue Kirche ist täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet, außer während Gottesdiensten und Konzerten (Stand: 09/2026, offizielle Website).

Die Melodie, die die Glocken spielen, schrieb Prinz Louis Ferdinand von Preußen, ein Enkel des letzten Kaisers. Im Dezember findet auf dem Platz rund um die Kirche einer der beliebtesten Weihnachtsmärkte Berlins statt. Komm abends zu einem Orgelkonzert in die Kirche, dann leuchten die blauen Wände besonders intensiv.

  • Anfahrt: S-Bahn, U2, U9 bis Zoologischer Garten oder U1, U9 bis Kurfürstendamm.

29. Nikolaikirche

Luftaufnahme der Nikolaikirche mit ihrer grünen Turmspitze© A.Savin · CC BY-SAFoto: A.Savin, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0), Wikimedia Commons

Die Nikolaikirche gilt als die älteste Kirche Berlins. Der Bau begann in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, als die Stadt am Ufer der Spree gerade erst entstand. In acht Jahrhunderten wurde die Kirche viele Male umgebaut. Heute verbindet ihr Äußeres Gotik mit der Neugotik des 19. Jahrhunderts: Die beiden spitzen Türme kamen damals hinzu. Rund um die Kirche liegt das Nikolaiviertel mit engen Gassen, Wirtshäusern und kleinen Museen.

Der letzte Gottesdienst fand hier 1938 statt. Im Krieg wurde die Kirche fast vollständig zerstört. Wiederaufgebaut wurde sie zur 750-Jahr-Feier Berlins 1987, zusammen mit dem ganzen Viertel, das damals im historischen Stil rekonstruiert wurde. Seitdem dient die Kirche als Museum und gehört zum Stadtmuseum Berlin.

Die Ausstellung im Inneren erzählt von der Vergangenheit der Stadtmitte und von den Menschen, die mit der Kirche verbunden waren. Hier sind Grabsteine und Epitaphien Berliner Familien erhalten, dazu gibt es eine Klanginstallation und Fragmente der mittelalterlichen Fundamente. Manchmal finden in der Kirche Konzerte statt. Prüf Öffnungszeiten und Preise auf der Website des Stadtmuseums: Die Berliner Museen haben eintrittsfreie Tage, und es lohnt sich nachzusehen, ob dein Besuch auf einen davon fällt.

Bummel nach dem Museum durch das Viertel bis zum Spreeufer. Von hier sind es fünf Minuten zu Fuß zum Roten Rathaus und zehn zur Museumsinsel.

  • Anfahrt: U5 bis Rotes Rathaus oder U2 bis Klosterstraße.

30. Marienkirche

Die Neue Synagoge mit ihrer goldenen Kuppel an der Oranienburger Straße© Ansgar Koreng · CC BYFoto: Ansgar Koreng, CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/deed.en), Wikimedia Commons

Die Marienkirche steht am Fuß des Fernsehturms, zwischen Alexanderplatz und Rotem Rathaus. Unter den noch genutzten Kirchen im Zentrum ist sie eine der ältesten: Die erste Erwähnung stammt von 1292. Der Turm brannte mehrmals und wurde wiederaufgebaut. Den oberen Teil im neugotischen Stil ergänzte Ende des 18. Jahrhunderts Carl Gotthard Langhans, der Architekt des Brandenburger Tors.

Die Kirche überstand den Krieg besser als viele ihrer Nachbarn, und es fanden weiterhin Gottesdienste statt. Das alte Viertel ringsum verschwand jedoch. Anstelle der dichten Bebauung entstanden eine weite Freifläche, der Fernsehturm und eine kleine Grünanlage mit dem Neptunbrunnen. Deshalb wirkt die mittelalterliche Backsteinkirche heute unerwartet einsam zwischen Beton und Glas.

Such im Inneren das Fresko „Totentanz" in der Turmhalle am Eingang. Es entstand Ende des 15. Jahrhunderts, vermutlich nach einer Pestepidemie. Auf einem langen Band führt der Tod Menschen jedes Standes im Tanz davon, vom Kaiser bis zum Narren. Die Farben sind stark verblasst, daher hängt daneben ein Schema, das die Szenen erklärt. In der Kirche gibt es außerdem eine barocke Alabasterkanzel von Andreas Schlüter und eine historische Orgel aus dem 18. Jahrhundert.

Die Kirche wird bis heute genutzt, es finden Gottesdienste und Orgelkonzerte statt. Die Besuchszeiten für Touristen richten sich nach den Gottesdiensten, prüf sie also auf der Website der Gemeinde. Der Eintritt ist in der Regel frei.

  • Anfahrt: S-Bahn, U2, U5, U8 bis Alexanderplatz.

31. Neue Synagoge

Die Neue Synagoge an der Oranienburger Straße wurde im September 1866 eröffnet. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wuchs die jüdische Gemeinde Berlins schnell und brauchte ein großes Gotteshaus. Die Architekten Eduard Knoblauch und Friedrich August Stüler wählten den maurischen Stil: farbige Ziegel, Ornamente und eine vergoldete Kuppel. Es war die größte Synagoge Deutschlands. Die Menschen kamen nicht nur zum Beten hierher, sondern auch zu Vorträgen und Konzerten. 1930 spielte Albert Einstein in der Synagoge Geige.

In der Pogromnacht im November 1938 wurde die Synagoge in Brand gesteckt. Der Polizist Wilhelm Krützfeld vertrieb die Brandstifter und rief die Feuerwehr, und das Gebäude blieb erhalten. 1943 wurde es durch Bomben schwer beschädigt. Nach dem Krieg wurde der Hauptraum abgerissen, sodass nur der vordere Teil mit Fassade und Kuppel stehen blieb.

Dieser Teil wurde nach der deutschen Wiedervereinigung restauriert. Seit 1995 beherbergt er das „Centrum Judaicum" mit einer Dauerausstellung zur Geschichte der Synagoge und zum jüdischen Leben in Berlin. Im Sommer ist das Zentrum montags bis freitags von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet, sonntags bis 19:00 Uhr, und samstags ist es geschlossen. Die Kuppel ist derzeit für Besucher geschlossen (Stand: 09/2026, offizielle Website).

  • Anfahrt: S-Bahn bis Oranienburger Straße oder Straßenbahn M1 bis Oranienburger Straße.
  • Der Haken: Am Eingang gibt es eine strenge Sicherheitskontrolle, große Taschen lässt du also am besten im Hotel.

32. Checkpoint Charlie

Schild „US Army Checkpoint“ am Checkpoint Charlie© Gzen92 · CC BY-SAFoto: Gzen92, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia Commons

Der Checkpoint Charlie war der bekannteste Grenzübergang zwischen Ost- und West-Berlin. Er lag an der Friedrichstraße, an der Kreuzung mit der Zimmerstraße. Genutzt wurde er nicht von gewöhnlichen Berlinern, sondern von Ausländern, Diplomaten und Militärangehörigen der Alliierten. Der Name kommt aus dem Funkalphabet: Die Kontrollpunkte A und B lagen außerhalb der Stadt, und dieser bekam den Buchstaben C, „Charlie".

Heute steht an der Stelle des Übergangs ein Nachbau der amerikanischen Kontrollbaracke, mit Sandsäcken und einem Schild mit der Aufschrift „You are leaving the American sector". In der Nähe hängen zwei große Fotografien junger Soldaten über der Straße, je eine auf jeder Seite der ehemaligen Grenze. Eine in das Pflaster eingelassene Linie zeigt, wo die Mauer verlief.

Ringsum gibt es viele Souvenirstände, und der Ort wirkt oft wie eine Touristenattraktion. Um die Geschichte zu verstehen, besuch das private Mauermuseum Haus am Checkpoint Charlie. Es erzählt von Fluchten über die Grenze: in Koffern, mit dem Heißluftballon, durch Tunnel. Die Ausstellung ist dicht, plane also anderthalb bis zwei Stunden dafür ein.

  • Anfahrt: U6 bis Kochstraße.
  • Der Haken: Tagsüber herrscht an der Baracke Gedränge und es gibt viele Souvenirstände, komm für Fotos also früh am Morgen.

33. Fesselballon Welt Ballon

Der Fesselballon Welt Ballon steigt über dem Block neben dem Checkpoint Charlie auf, an der Ecke Zimmerstraße und Wilhelmstraße. Seinen Namen hat der Ballon von der Zeitung Die Welt, deren Logo lange auf der Hülle zu sehen war. An einem klaren Tag sieht man ihn von vielen Stellen im Zentrum aus. Ein freier Flug ist das nicht: Die Gondel ist mit einem Stahlseil am Boden befestigt und steigt senkrecht nach oben.

In der großen runden Gondel haben mehrere Dutzend Personen Platz. Der Ballon steigt auf etwa 150 Meter und bleibt dort ein paar Minuten stehen. Von oben blickst du auf den Potsdamer Platz, den Gendarmenmarkt, den Reichstag und den Fernsehturm. Unten erkennst du deutlich den ehemaligen Mauerstreifen, der entlang der Nachbarstraße verlief.

Die Fahrten hängen vom Wetter ab. Bei starkem Wind steigt der Ballon selbst im Sommer nicht auf, prüf also am Tag deines Besuchs den Status auf der Website des Betreibers, bevor du losgehst. Öffnungszeiten und Ticketpreise ändern sich je nach Saison. Der Ballon lässt sich gut mit dem Checkpoint Charlie und der Topographie des Terrors verbinden: Alles liegt nah beieinander.

  • Anfahrt: U6 bis Kochstraße.
  • Der Haken: An einem windigen Tag kommst du womöglich umsonst her.

34. Treptower Park

Gedenkplatte und Statue im Treptower Park© Alexey Elfimov · CC BYFoto: Alexey Elfimov, CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/3.0), Wikimedia Commons

Der Treptower Park wurde in den 1870er- und 1880er-Jahren am Ufer der Spree als großer Volkspark für die Bewohner einer schnell wachsenden Stadt angelegt. Es gibt weite Wiesen, alte Bäume, einen Rosengarten und eine Uferpromenade, an der Ausflugsschiffe ablegen. Im Sommer kommen die Berliner zum Picknicken her, joggen am Fluss entlang und leihen sich Boote. In der Nähe liegt die kleine Insel der Jugend mit einem Café und einer Brücke.

Mitten im Park liegt ein großes Ehrenmal aus dem Jahr 1949. Hier sind Tausende Soldaten begraben, die im Frühjahr 1945 in der Schlacht um Berlin gefallen sind. Die Anlage nimmt eine ganze Allee ein: die Skulptur einer trauernden Mutter, Fahnen aus Granit, Sarkophage mit Reliefs und die Statue eines Soldaten auf einem Hügel. Der Ort ist still und feierlich, verhalte dich hier also wie auf einem Friedhof.

Im südlichen Teil des Parks steht die Archenhold-Sternwarte. Ihr ganzer Stolz, die 21 Meter lange „Himmelskanone", gilt als das längste bewegliche Linsenfernrohr der Welt (Stand: 09/2026, Stiftung Planetarium Berlin). An klaren Abenden werden die Kuppeln zur Beobachtung geöffnet, und im Planetarium laufen Vorführungen. Schau ins Programm auf der Website der Stiftung.

  • Anfahrt: S-Bahn bis Treptower Park.
  • Kosten: Der Park ist rund um die Uhr kostenlos zugänglich, und die Sternwarte ist kostenpflichtig.

35. Botanischer Garten

Das große gläserne Gewächshaus des Botanischen Gartens in Berlin© Pismire [2] · CC BY-SAFoto: Pismire [2], CC BY-SA (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/), Wikimedia Commons

Der Botanische Garten Berlin liegt im Ortsteil Dahlem im Südwesten der Stadt. Seine Geschichte begann im 17. Jahrhundert mit dem Küchengarten und den Apothekerbeeten des Kurfürsten. An seinem heutigen Standort wurde der Garten Anfang des 20. Jahrhunderts angelegt. Heute hat er fast 20.000 Pflanzenarten, 43 Hektar Freigelände und 15 Gewächshäuser (Stand: 09/2026, Botanischer Garten Berlin). Er ist der größte botanische Garten Deutschlands.

Das wichtigste Gewächshaus, das Große Tropenhaus, besteht aus Glas und Stahl und sieht aus wie ein riesiger Kristall. Drinnen wachsen Riesenbambus, Palmen und tropische Bäume. In den Nachbarhallen findest du Kakteen, Orchideen, fleischfressende Pflanzen und Farne. Draußen führen dich die Wege durch die Pflanzenwelt verschiedener Regionen der Erde: Alpen, Kaukasus, Nordamerika und Asien. Es gibt Teiche, ein Arboretum und ruhige Bänke im Schatten.

Vom 1. April bis 30. September sind Kassen und Gewächshäuser von 10:00 bis 19:00 Uhr geöffnet, der Garten bis 20:00 Uhr. Vom 1. Oktober bis 31. März sind Kassen und Gewächshäuser von 9:00 bis 18:00 Uhr geöffnet, der Garten bis 19:00 Uhr (Stand: 09/2026, Öffnungszeiten des Botanischen Gartens). Der Eintritt ist kostenpflichtig. Das Botanische Museum liegt gleich nebenan.

  • Anfahrt: S-Bahn bis Botanischer Garten oder U3 bis Dahlem-Dorf.
  • Für wen: alle, die einen ruhigen Tag suchen, und Kinder, die sich für ungewöhnliche Pflanzen interessieren.

36. Boulevard Unter den Linden

Unter den Linden, also wörtlich „unter den Lindenbäumen", ist der berühmteste Boulevard Berlins. Er führt von der Schloßbrücke an der Museumsinsel bis zum Brandenburger Tor, etwa anderthalb Kilometer weit. Die ersten Linden wurden 1647 auf Anordnung des Kurfürsten Friedrich Wilhelm gepflanzt. Damals war dies der Weg vom Stadtschloss zum Jagdrevier im Tiergarten.

Mit der Zeit entstanden entlang der Straße Palais, Adelshäuser, Theater und Regierungsgebäude. Heute säumen den Boulevard die Staatsoper, die Humboldt-Universität, die Neue Wache, das Kronprinzenpalais und das Zeughaus, das alte Waffenarsenal, in dem das Deutsche Historische Museum untergebracht ist. Einige Säle des Museums werden derzeit saniert, schau also auf seiner Website nach, welche Ausstellungen geöffnet sind. Am östlichen Ende steht das Humboldt Forum im rekonstruierten Stadtschloss.

Der Boulevard ist ein gemütlicher Spaziergang von 20-30 Minuten, mit Stopps in Cafés und Geschäften unterwegs. Darunter fährt die Linie U5 mit den Stationen Brandenburger Tor, Unter den Linden und Museumsinsel. Wenn du die wichtigsten Sehenswürdigkeiten des Zentrums an einem einzigen Tag sehen willst, starte am Brandenburger Tor und geh nach Osten. Dein Spaziergang endet dann direkt am Berliner Dom.

  • Der Haken: Auf dem Boulevard gibt es viel Verkehr und viele Baustellen, für einen ruhigen Spaziergang ist der Tiergarten also besser.

37. Wasserpark Tropical Islands

Tropical Islands liegt nicht in Berlin, sondern in Brandenburg, in der Nähe des Dorfes Krausnick, etwa eine Autostunde südlich der Stadt. Der Wasserpark wurde in einer gigantischen Halle eingerichtet, die ursprünglich für Luftschiffe gebaut wurde. Unter ihrem Dach gibt es einen Tropenwald, einen künstlichen Strand mit Lagune, Pools und eine Saunalandschaft. Es ist das größte tropische Indoor-Resort Europas, und unter der Kuppel ist es das ganze Jahr über warm.

Die Kuppel des Wasserparks Tropical Islands aus der Vogelperspektive© Ralf Roletschek · CC BY-SAFoto: Ralf Roletschek, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/1.0/fi/deed.en), Wikimedia Commons

Drinnen schlenderst du durch Bereiche mit tropischen Pflanzen, Vögeln und Pavillons im asiatischen Stil. Es gibt eine Lagune mit Sandstrand, ein Becken mit Rutschen und einen eigenen Sauna- und Spa-Bereich für Erwachsene. Die Hauptattraktion für alle, die Tempo lieben, ist der 27 Meter hohe Wasserrutschen-Turm (Stand: 09/2026, offizielle Website). Für die Kleinen gibt es flache Becken und einen Kinderbereich.

Im Inneren haben Restaurants und Cafés mit ganz unterschiedlichen Küchen geöffnet. Das Resort bietet Zimmer, Lodges und Zelte direkt unter der Kuppel, deshalb kommen viele Familien für zwei Tage. Online sind die Tickets günstiger, und der Preis hängt vom Datum und davon ab, welche Bereiche enthalten sind, zum Beispiel die Sauna. Prüf die Tarife vor der Anreise auf der Website des Resorts.

  • Anfahrt: Regionalzug bis Bahnhof Brand (Niederlausitz), dann mit dem kostenlosen Shuttle des Resorts.
  • Der Haken: An Wochenenden und in den Ferien stehen die Leute schon früh am Morgen für die Liegen an der Lagune an.

38. Aquarium AquaDom

Den AquaDom gibt es nicht mehr, und das solltest du vor deiner Reise wissen. Das riesige zylinderförmige Aquarium stand im Atrium des Radisson-Hotels im Quartier DomAquarée am Berliner Dom. Es war etwa 25 Meter hoch, darin lebten rund anderthalbtausend Fische, und durch die Mitte des Zylinders fuhr ein gläserner Aufzug.

Nahaufnahme einer Qualle in beleuchtetem Aquarienwasser

Am frühen Morgen des 16. Dezember 2022 platzte die Acrylwand. Rund eine Million Liter Wasser ergossen sich in die Hotellobby und hinaus auf die Straße, und fast alle Fische starben. Zum Glück wurde niemand schwer verletzt. Als Ursache wurde Materialermüdung genannt. Das Hotel entschied, das Aquarium nicht wieder aufzubauen: Presseberichten zufolge ist für das Atrium ein vertikaler Garten mit Tausenden Pflanzen geplant.

Wenn du im Zentrum Meerestiere sehen möchtest, findest du im selben Quartier das Aquarium Sea Life Berlin. Prüf vor deinem Besuch auf dessen Website, ob es geöffnet ist und wie viel ein Ticket kostet.

  • Anfahrt: S-Bahn bis Hackescher Markt oder U5 bis Museumsinsel.

39. Olympiastadion

Das Olympiastadion in Berlin mit seinen zwei Türmen© Thomas Wolf , www.foto-tw.de · CC BY-SAFoto: Thomas Wolf , www.foto-tw.de, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en), Wikimedia Commons

Das erste Stadion an dieser Stelle baute der Architekt Otto March für die Olympischen Spiele 1916. Die Spiele wurden wegen des Ersten Weltkriegs abgesagt. Als Berlin die Olympischen Spiele 1936 zugesprochen bekam, beschloss die NS-Führung, sie zur Propaganda für das Regime zu machen. Otto Marchs Sohn Werner March baute ein neues Stadion in einem monumentalen neoklassizistischen Stil, aus hellem Stein, mit dem riesigen Aufmarschgelände Maifeld daneben.

Der amerikanische Leichtathlet Jesse Owens trat hier bei den Spielen 1936 an. Er gewann vier Goldmedaillen, und eine der Straßen am Stadion trägt heute seinen Namen. Nach dem Krieg wurde das Stadion zur Heimspielstätte des Fußballvereins Hertha BSC.

Für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 wurde das Stadion komplett saniert und mit einem lichtdurchlässigen Dach versehen. Hier fanden das Finale dieses Turniers und das Finale der Euro 2024 statt. Das Stadion fasst bis zu 74.475 Zuschauer (Stand: 09/2026, Olympiastadion Berlin). Das DFB-Pokalfinale wird jedes Jahr hier ausgetragen, und im Sommer finden große Konzerte statt.

An spielfreien Tagen kannst du das Stadion auf eigene Faust oder mit einer Führung besichtigen. Achte auf die blaue Laufbahn, die Farbe von Hertha. Der Glockenturm am Maifeld ist in der warmen Jahreszeit für den Aufstieg geöffnet.

  • Anfahrt: U2 bis Olympia-Stadion oder S-Bahn bis Olympiastadion.

40. Der Grunewald

Nadelbaumzweig im goldenen Herbstlicht

Grunewald im Südwesten Berlins vereint zwei Orte: ein ruhiges Villenviertel und einen riesigen Stadtwald. Ende des 19. Jahrhunderts entstand hier eine Villenkolonie für wohlhabende Berliner Familien. Viele der Häuser sind erhalten, und durch die Straßen lässt es sich angenehm bummeln. Die meisten Berliner kommen aber wegen des Waldes her, der sich bis zur Havel erstreckt.

Den Wald durchziehen Wege zum Wandern und Radfahren, und es gibt Seen, in denen man im Sommer badet. Am kleinen Grunewaldsee steht das Jagdschloss Grunewald aus dem 16. Jahrhundert, das älteste erhaltene Schloss Berlins. Auf dem Teufelsberg, einem aus Kriegstrümmern aufgeschütteten Hügel, steht eine ehemalige Abhörstation mit weißen Kuppeln. Von oben siehst du den gesamten Westen der Stadt.

Am Südrand des Waldes liegt das Strandbad Wannsee am Großen Wannsee, eines der größten Binnenseebäder Europas. Es gibt Sand, Strandkörbe und Cafés. Komm an einem Wochentag: An heißen Wochenenden füllt sich der Strand schnell. Wenn du Kunst liebst, liegt das Brücke-Museum mit seinen Expressionisten direkt am Wald.

  • Anfahrt: S-Bahn bis Grunewald oder Nikolassee.

So kommst du zwischen den 40 Orten herum

Die meisten Orte der Liste liegen im Zentrum und sind durch die U-Bahn-Linie U5 und die S-Bahn miteinander verbunden. Ein Ticket für die Zonen AB deckt die gesamte Stadt ab. Wenn du zwei oder drei Tage Zeit und viel vor hast, schau dir die Berlin WelcomeCard mit Nahverkehr und Museumsrabatten an. Der Flughafen BER liegt in Zone C, und für die Fahrt zu Tropical Islands brauchst du ein Regionalticket.

Vom Flughafen BER fahren Regionalzüge und die S-Bahn ins Zentrum. Mit Gepäck und Kindern ist es einfacher, vorab einen privaten Transfer vom Flughafen BER zu deinem Hotel zu buchen. Der Fahrer holt dich in der Ankunftshalle ab, und du musst nicht nach dem richtigen Gleis suchen.

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Berliner Sehenswürdigkeiten auf der Karte

Wir haben alle 40 Orte aus dieser Auswahl auf der Karte markiert. Speichere sie auf deinem Handy, bevor du losziehst: So siehst du, welche Orte nah beieinander liegen, und kannst für jeden Tag eine Route ohne unnötige Wege planen.

Sehenswürdigkeiten von Berlin

Orte auf der Karte
  1. 1Gedenkstätte Berliner Mauer Gedenkpfad an der Bernauer Straße, täglich von 8:00 bis 22:00 Uhr geöffnet, freier Eintritt
  2. 2Zoo Berlin Ältester Zoo Deutschlands seit 1844, Elefantentor und die größte Artenvielfalt
  3. 3Brandenburger Tor 1788-1791, zwölf Säulen und Schadows Quadriga, Platz ist rund um die Uhr geöffnet
  4. 4Pergamonmuseum Seit dem 23. Oktober 2023 geschlossen, der Nordflügel mit dem Altar öffnet am 4. Juni 2027
  5. 5Großer Tiergarten Hauptgrünanlage des Zentrums, Teiche, Bootsverleih und Haus der Kulturen der Welt
  6. 6Siegessäule Säule von 1873, etwa 67 Meter hoch, 285 Stufen nach oben, kein Aufzug
  7. 7Reichstag Kuppel von Norman Foster, freier Eintritt, aber Anmeldung und Ausweis erforderlich
  8. 8Zitadelle Spandau Festung aus dem 16. Jahrhundert mit vier Bastionen und dem mittelalterlichen Juliusturm
  9. 9Alexanderplatz Wichtigster Verkehrsknotenpunkt, Weltzeituhr von 1969, in der Nähe der Neptunbrunnen
  10. 10Staatsoper Ältestes Opernhaus der Stadt seit 1742, Orchester Staatskapelle Berlin
  11. 11Berliner Fernsehturm Höchstes Bauwerk Deutschlands, Aussichtsplattform von 9:00 bis 23:00 Uhr, Ticket ab 20 Euro
  12. 12Berliner Dom Größte protestantische Kirche Deutschlands, 1894-1905, Hohenzollern-Grabgewölbe
  13. 13Schloss Biesdorf Villa aus dem 19. Jahrhundert im Stil der italienischen Renaissance, heute eine Galerie für zeitgenössische Kunst
  14. 14Hamburger Bahnhof Ehemaliger Bahnhof, heute Nationalgalerie der Gegenwart, Beuys, Warhol und Kiefer
  15. 15Schloss Bellevue Amtssitz des Bundespräsidenten seit 1786, Innenbesichtigung nur an Tagen der offenen Tür
  16. 16Schloss Charlottenburg Größtes Schloss der Stadt, Porzellankabinett und Park, Ticket 12 Euro, ermäßigt 8 Euro
  17. 17Schloss Köpenick Barock aus dem 17. Jahrhundert auf einer Insel, beherbergt das Museum für Angewandte Kunst
  18. 18Rotes Rathaus Backsteingebäude von 1861-1869 mit einem 74 Meter hohen Turm, freier Eintritt an Wochentagen
  19. 19KaDeWe Eines der größten Kaufhäuser Europas seit 1907, Feinschmeckeretage unter dem Dach
  20. 20Potsdamer Platz Sony Center, Mauersegmente und der Panoramapunkt im Kollhoff-Turm
  21. 21Gendarmenmarkt Französischer und Deutscher Dom mit Schinkels Konzerthaus, im Winter Weihnachtsmarkt
  22. 22Französischer Dom Hugenottenkirche mit Kuppelturm, beherbergt das Hugenottenmuseum und eine Aussichtsgalerie
  23. 23Madame Tussauds Zweigstelle Unter den Linden seit 2008, Online-Ticket mit Zeitfenster günstiger als an der Kasse
  24. 24Museumsinsel Fünf Museen auf der UNESCO-Liste, Kassen in der James-Simon-Galerie, Pergamonmuseum bis 2027 geschlossen
  25. 25Topographie des Terrors Dokumentationszentrum am Ort der Gestapo- und SS-Hauptquartiere, täglich von 10:00 bis 20:00 Uhr, kostenlos
  26. 26Denkmal für die ermordeten Juden Europas Feld aus 2710 Betonstelen von Peter Eisenman, rund um die Uhr zugänglich und kostenlos
  27. 27Neue Wache Klassizismus von Schinkel aus 1816-1818, innen die Skulptur Mutter mit totem Sohn von Kollwitz
  28. 28Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche Zerbrochener Turm als Kriegserinnerung und eine neue Kirche aus blauen Glaswaben
  29. 29Nikolaikirche Älteste Kirche der Stadt, heute das Stadtmuseum im Nikolaiviertel
  30. 30Marienkirche Kirche am Fuß des Fernsehturms

Am einfachsten ist es, die Orte nach Stadtteilen zu bündeln. Für das Zentrum und den Tiergarten brauchst du zwei bis drei Tage, für die Schlösser im Westen und das Olympiastadion einen weiteren, und den Grunewald und Tropical Islands hebst du dir am besten für eigene Tage auf.

⁉️🤔 Häufige Fragen

Ist das Pergamonmuseum 2026 geöffnet?

Nein. Das Museum ist seit dem 23. Oktober 2023 geschlossen. Der Nordflügel und der Mittelteil mit dem Pergamonaltar öffnen am 4. Juni 2027, der Südflügel mit dem Ischtar-Tor soll 2037 folgen. Bis dahin kannst du „Pergamonmuseum. Das Panorama" gegenüber der Museumsinsel und die anderen vier Museen auf der Insel besuchen.

Muss man sich für die Reichstagskuppel vorher anmelden?

Ja. Der Besuch von Kuppel und Dachterrasse ist kostenlos, aber ohne vorherige Anmeldung auf der Website des Bundestags kommst du nicht hinein. Die Gruppen werden alle 15 Minuten eingelassen, letzter Einlass ist um 21:45 Uhr. Nimm deinen Reisepass oder Personalausweis mit. Im Herbst 2026 wird die Kuppel mehrmals für Wartungsarbeiten geschlossen, die Terrasse bleibt dabei geöffnet.

Welche Orte in Berlin kann man kostenlos besuchen?

Die Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße, das Holocaust-Mahnmal mit seinem Ort der Information, die Topographie des Terrors, das Rote Rathaus, die Neue Wache und die Reichstagskuppel (mit Anmeldung) kosten alle keinen Eintritt. Frei bummeln kannst du durch den Tiergarten, den Treptower Park, über Unter den Linden und den Gendarmenmarkt. Dazu kommen der Platz am Brandenburger Tor und der Checkpoint Charlie.

Kann man das Aquarium AquaDom noch sehen?

Nein. Das Aquarium im Atrium des Radisson-Hotels wurde am 16. Dezember 2022 zerstört und wird nicht wieder aufgebaut. Wenn du mit Kindern wegen der Meerestiere nach Berlin reist, entscheide dich für das Aquarium im Zoo Berlin oder prüfe, ob das Sea Life Berlin im selben Quartier geöffnet hat.

Wie viele Tage braucht man für die wichtigsten Orte der Liste?

Für das Zentrum reichen drei volle Tage: Tiergarten und Regierungsviertel, Museumsinsel mit Alexanderplatz und die Geschichte des 20. Jahrhunderts von der Mauer bis zur Topographie des Terrors. Der Westen mit Schloss Charlottenburg und dem KaDeWe kostet einen weiteren Tag. Grunewald, Köpenick und Tropical Islands brauchen jeweils einen eigenen Tag.

Kurz gefasst: Was sich zu buchen lohnt

In Berlin musst du nicht alles im Voraus buchen. Die Hälfte der Orte auf der Liste ist kostenlos, und die Parks und Plätze sind rund um die Uhr zugänglich. Nur um ein paar Dinge solltest du dich vorab kümmern: die Anmeldung für die Reichstagskuppel, ein Zeitfenster für den Fernsehturm und ein Hotel in einer Gegend, die gut an die U5 oder die S-Bahn angebunden ist.

  • Wenn du zum ersten Mal hier bist und 2-3 Tage hast: Übernachte in der Nähe des Alexanderplatzes oder von Unter den Linden und melde dich für die Reichstagskuppel an.
  • Wenn du Museen liebst: Hol dir den Museumspass für 3 Tage und fang mit dem Neuen Museum an.
  • Wenn du mit Kindern reist: Plane den Zoo, den Botanischen Garten und einen Tag im Tropical Islands ein.
  • Wenn dir die Geschichte des 20. Jahrhunderts wichtig ist: Folge der Route Bernauer Straße, Checkpoint Charlie, Topographie des Terrors.
  • Wenn du Aussicht willst: Nimm den Fernsehturm zum Sonnenuntergang oder die Siegessäule am Tag.

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