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5 Orte, die verschwinden könnten: Wohin du reisen solltest, bevor es zu spät istKISymbolbild: KI-generiert

5 Orte, die verschwinden könnten: Wohin du reisen solltest, bevor es zu spät ist

Manche Orte der Erde sollte man in den kommenden Jahren noch sehen. In ein paar Jahrzehnten könnte von ihnen nur noch ein Foto im Archiv übrig sein. So funktioniert Last-Chance-Tourismus. Gemeint sind Reisen zu Orten, die sich durch das Klima verändern.

Der Begriff beschreibt Reisen an Orte, die durch Erwärmung, steigendes Wasser oder menschlichen Druck bedroht sind. Das Paradoxe daran: Der Besucherstrom selbst beschleunigt die Veränderungen. Die Malediven verzeichneten 2025 einen Rekord von 2,25 Millionen Touristinnen und Touristen, 9,8% mehr als im Jahr davor (Stand: 01/2026, Maledivisches Tourismusministerium).

Wir haben fünf Orte zusammengestellt, an denen die Veränderungen bereits sichtbar sind: Venedig, die Malediven, das Great Barrier Reef, die Sahara und die arktische Tundra. Zu jedem Ort gibt es Fakten und Zahlen mit Quellen, damit du deine Reise rechtzeitig planen kannst.

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Was Last-Chance-Tourismus ist

💡 Kurz gesagt:

Last-Chance-Tourismus ist bewusstes Reisen an einen Ort, der sich bald verändern wird. Der Begriff tauchte vor fast zwei Jahrzehnten auf und hielt schnell Einzug in die Klimadebatte. Die Idee ist einfach: Der Ort ist noch für Besucher zugänglich, aber sein vertrautes Erscheinungsbild ist bereits bedroht.

Die Antarktis liefert ein kaltes Beispiel für den Besucherdruck. In der Saison 2019/2020 besuchten sie rund 74.000 Menschen, in der Saison 2022/2023 bereits 104.800 (Stand: 06/2023, IAATO in einem Bericht der International Union for Conservation of Nature).

Pinguine auf Felsen und ein Kreuzfahrtschiff in der Antarktis© Anna Soina · CC BY-SAFoto: Anna Soina, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia Commons

Umweltschützer fordern kein komplettes Verbot. Sie raten zu achtsamem Reisen: Halte Abstand zu Tieren, füttere sie nicht und hinterlasse den Ort so, wie du ihn vorgefunden hast. Dann bewirkt die Reise Gutes statt Schaden.

1. Venedig

Venedig steht seit fünfzehnhundert Jahren auf dem Wasser. Fast jedes Gebäude hier ist als Baudenkmal anerkannt, und Häuser werden innerhalb von Familien von Generation zu Generation weitergegeben. Das Problem: Die Stadt sinkt langsam, während der Pegel der Adria steigt.

Die Prognosen der Wissenschaftler gehen auseinander: Manche nennen bereits für dieses Jahrzehnt eine Bedrohung für Teile der Stadt, andere geben der Überflutung das gesamte 21. Jahrhundert. Eines ist sicher: Das Wasser kommt häufiger. Acqua-alta-Fluten wiederholen sich immer öfter, und die MOSE-Schutzbarrieren in der Lagune werden häufiger hochgefahren als früher (Stand: 2024, Nature-Bericht).

Canal Grande in Venedig in der Abenddämmerung mit Lichtern

Die Einheimischen geben die Stadt nicht auf. Die Behörden verstärken Dämme, und die Barrieren schließen die Lagune bei starken Fluten ab. Für dich bedeutet das eine einfache Regel: Nimm hohes Schuhwerk mit und behalte die Wasserprognose im Blick.

Um Venedig ohne Menschenmassen zu erleben, komm im Frühjahr oder Frühherbst. Im Sommer ist es heiß und stickig, und an den Karnevalstagen sind die Straßen überfüllt. Gondeln am Markusplatz kosten mehr, aber an den ruhigen Kanälen abseits davon bekommst du denselben Anblick ohne Warteschlangen.

Venedig wird als Freilichtmuseum bezeichnet: Paläste, Brücken und Kirchen stehen direkt nebeneinander. Jede Gasse führt entweder zu einem Kanal oder zu einem kleinen Platz mit Café.

  • Der Haken: Während der Acqua-alta-Saison stehen Teile der Uferwege und der Markusplatz unter Wasser.

2. Die Malediven

Die Malediven liegen tiefer über dem Meeresspiegel als jedes andere Land der Welt. Fast ihre gesamte Landfläche erhebt sich weniger als eine Körpergröße über das Wasser, daher gehen Erosion und Überflutung hier Hand in Hand.

Vor anderthalb Jahrzehnten schlug der Präsident vor, für den Fall einer Überflutung Land von anderen Staaten zu kaufen. Diskutiert wurden Sri Lanka und Indien. Seitdem ist der Besucherstrom nur gewachsen, und das Land lebt vom Tourismus.

Panorama des Hafens von Malé mit Booten und einer Straße© Hansueli Krapf · CC BY-SAFoto: Hansueli Krapf, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0), Wikimedia Commons

Trotz des Risikos sinken die Besucherzahlen nicht. Hotels und Flüge solltest du vor allem für die Trockenzeit frühzeitig buchen.

Die Malediven bleiben ein Klassiker für warmes Wasser: Lagunen, Korallengärten und Riffe nur wenige Schritte vom Ufer entfernt. Schnorcheln ist direkt vom Strand aus möglich, und Wasserflugzeuge fliegen zu den entfernteren Atollen.

  • Der Haken: Manche Atolle sind nur mit dem Wasserflugzeug erreichbar, die Anreise dauert also länger.

3. Das Great Barrier Reef

Das Great Barrier Reef vor der Nordostküste Australiens ist sogar aus dem Weltraum sichtbar. Es erstreckt sich über fast zweieinhalbtausend Kilometer und beherbergt Tausende Arten. Für den Ozean ist es das, was Wälder für das Land sind.

Korallen reagieren empfindlich auf Wärme. Nach der Massenbleiche 2024-2025 hat sich der Bestand nur teilweise erholt: Laut dem jüngsten Bericht wuchs er nur in zwei der drei Zonen des Riffs (Stand: 08/2026, Bericht des Australian Institute of Marine Science AIMS).

Korallenriff und Inselchen von oben© Ank gsx · CC BY-SAFoto: Ank gsx, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia Commons

Riffe sind nicht nur für Taucher wichtig. In ihrer Umgebung lebt ein Viertel aller Meeresarten, und Verbindungen aus Korallen werden in Medikamenten verwendet. Manche Länder erwirtschaften einen erheblichen Teil ihres Einkommens mit Rifftourismus.

Das Riff erreichst du von den Städten Cairns und Townsville im Nordosten Australiens. Von Cairns fahren Boote und Katamarane zu den äußeren Riffen.

Die gute Nachricht: Korallen können sich erholen. Geringere Emissionen und geschützte Meeresgebiete helfen ihnen dabei. Denk an eine einfache Regel: Fass Korallen nicht mit den Händen an und nutze nur zugelassene Tauchplätze.

4. Die Sahara

Die Sahara dehnt sich jedes Jahr weiter nach Süden aus. Laut Wissenschaftlern ist die Wüste seit 1920 um etwa 10% gewachsen (Stand: 2018, Studie der University of Maryland). Der Rand der Sandwüste erobert bereits neue Gebiete der Sahelzone.

Die Sahara und das Rote Meer aus dem Weltraum

Die Wüste erstreckt sich über mehrere afrikanische Länder: von Marokko und Algerien bis in den Sudan und den Tschad. Für Reisende ist sie exotisch und extrem: Hitze, Sand und seltene Oasen.

  • Der Haken: Im Sommer bleiben die Temperaturen auf gefährlichem Niveau, die Reise planst du also am besten für den Winter.

5. Arktische Tundra

Die arktische Tundra wird als jüngste Naturzone des Planeten bezeichnet. Sie erstreckt sich über Alaska, Kanada, Skandinavien und Nordrussland.

Mit der Erwärmung schrumpft die Zone. Laut der US-amerikanischen National Oceanic and Atmospheric Administration wurde die Tundra 2024 erstmals zu einer Kohlendioxidquelle, statt es zu speichern (Stand: 12/2024, NOAA Arctic Report Card). Die Permafrosttemperaturen brachen an fast der Hälfte der Messstationen Alaskas Rekorde.

Satellitenbild des schneebedeckten Alaska und des Meeres

Moose und Flechten weichen Sträuchern und Wald. Wenn sich der Prozess beschleunigt, verändert sich das gesamte Ökosystem: Neue Brände entstehen und die Emissionen steigen. Für dich ist das eine Chance, den Norden in seiner heutigen Form zu sehen, bevor das Grün die Moose verdrängt.

⁉️🤔 Häufige Fragen

Was ist Last-Chance-Tourismus?

Gemeint ist das Reisen an Orte, die sich durch Klima und menschlichen Druck verändern oder verschwinden könnten. Der Begriff beschreibt keinen Urlaub, sondern einen bewussten Besuch eines Ortes, solange sein vertrautes Erscheinungsbild noch besteht. Es geht um respektvolles Verhalten: Abstand zu Tieren halten, keinen Müll hinterlassen und sie nicht füttern.

Hilft Last-Chance-Tourismus einem Ort oder schadet er ihm?

Beides passiert gleichzeitig. Der Besucherstrom belastet das Ökosystem zusätzlich und beschleunigt die Veränderung. Andererseits bringen Besuche lokale Einnahmen und Aufmerksamkeit für das Thema, und das Geld fließt oft in den Naturschutz. Das Ergebnis hängt davon ab, wie du dich vor Ort verhältst.

Welche fünf Orte haben es auf die Liste geschafft?

Die Liste umfasst Venedig, die Malediven, das Great Barrier Reef, die Sahara und die arktische Tundra. Jeder Ort verändert sich aus einem eigenen Grund: Bei manchen ist es steigendes Wasser, bei anderen Hitze, bei wieder anderen Korallenbleiche. Zu jedem Ort haben wir Fakten und Quellen bereitgestellt, damit du das Ausmaß der Veränderung verstehen kannst.

Warum ist das Great Barrier Reef wichtig für den Ozean?

Das Riff dient vielen Arten als Lebensraum, sein Verlust würde daher sowohl die Fischerei als auch den Tourismus in Australien treffen.

Wann ist die beste Reisezeit für Venedig, um den Menschenmassen auszuweichen?

Wähle das Frühjahr oder den frühen Herbst. In der kalten Jahreszeit kommt Hochwasser häufiger vor, prüfe also vor dem Aufbruch den Gezeitenkalender.

Kurz gesagt: Was sich zu buchen lohnt

Diese Orte kannst du jetzt noch sehen. Wenn du Architektur und Kanäle bevorzugst, beginne mit Venedig und suche eine Unterkunft im Zentrum, nahe dem Markusplatz, in den Venedig-Hotels auf Trip.com. Für warmes Wasser und Riffe sind die Malediven und das Great Barrier Reef eine gute Wahl, und Touren und Ausflüge lassen sich bequem in der Auswahl auf GetYourGuide durchstöbern.

Schiebe die Reise nicht auf unbestimmte Zeit auf. Wähle einen Ort, buche frühzeitig und reise verantwortungsvoll, damit er auch für die nächsten Besucher erhalten bleibt.