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5 Länder, die für Touristen am verschlossensten sind

5 Länder, die für Touristen am verschlossensten sind

Es gibt fast zweihundert anerkannte Länder auf der Welt. Als Tourist kommst du in viele davon nicht hinein: Krieg, geschlossene Grenzen, Visa nur auf Einladung und Einschränkungen der Bewegungsfreiheit innerhalb des Landes.

Von den fünf Ländern auf dieser Liste stellt nur Saudi-Arabien ein vollwertiges Touristen-E-Visum aus, und auch das nur für Bürger von 66 Ländern (Stand: 09/2026, offizielles Visaportal). Somalia hat seit 2025 ein elektronisches eTAS-System, aber eine Einladung und eine Begleitperson sind dort weiterhin erforderlich. Die anderen vier sind strenger abgeschottet: Du brauchst eine Einladung, eine Genehmigung, um die Hauptstadt zu verlassen, und eine Begleitperson.

1. Somalia: ein Land ohne Regierung

💡 Kurz gesagt:

  • Somalia und Afghanistan sind fast vollständig abgeschottet: Einladung, Genehmigung und Begleitperson sind Pflicht.
  • Im Jemen brauchst du selbst zum Verlassen der Hauptstadt eine separate Genehmigung, und der Tschad lässt Besucher nur mit einem Schreiben eines Bürgen einreisen.
  • Ein Online-Visum gibt es derzeit nur für Saudi-Arabien; die Anträge laufen über das offizielle Portal.
  • Visa und Einreisebestimmungen: 09/2026, geprüft auf dem offiziellen Visaportal.

Somalia lebt seit Jahrzehnten ohne eine einzige funktionierende Regierung. In Teilen des Territoriums agieren nicht anerkannte Staaten, und bewaffnete Gruppen kontrollieren einzelne Gebiete. Formal reist du in ein Land ein; in der Praxis durchquerst du mehrere Zonen mit unterschiedlichen Machthabern und unterschiedlichen Regeln.

Menschen entspannen am Lido Beach in Mogadischu© Dan Sloan · CC BY-SAFoto: Dan Sloan, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0), Wikimedia Commons

Visa werden hier auf Einladung ausgestellt, und das Verfahren hängt von der Einreiseregion ab. In Mogadischu wird das Dokument vorab online über das eTAS-System beantragt, das seit 2025 in Betrieb ist. In Somaliland wird der Stempel bei der Ankunft erteilt, und das Recht auf Bewegungsfreiheit wird separat beim Tourismusministerium in Hargeisa geregelt. Plane viel Zeit ein: Kontrollen und Warteschlangen dauern Tage.

Noch vor wenigen Jahren reisten Ausländer nur mit bewaffneten Wachen, im Schnitt drei Fahrzeuge und zwölf Personen. Heute genügen ein Guide und ein Fahrer. Doch nach Sonnenuntergang ist die Straße für dich tabu, und diese Regel wird strikt durchgesetzt.

Es gibt viel zu sehen: enge Gassen mit Häusern im afro-arabischen Stil. Prüfe vor der Reise die Warnhinweise der EU-Außenministerien und kläre, ob deine Versicherung in Somalia gültig ist.

  • Der Haken: Kampfhandlungen und ein Verbot, nach Einbruch der Dunkelheit nach draußen zu gehen.

2. Afghanistan: die Regeln der Taliban

Panorama von Kabul von einem Hügel in den Bergen© Sven Dirks, Wien · CC BY-SAFoto: Sven Dirks, Wien, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0), Wikimedia Commons

Die Lage in Afghanistan ähnelt der in Somalia, nur gibt es dort deutlich mehr Regeln. Eine Einreisegenehmigung erhältst du auf Einladung eines Gastgebers, Ausnahmen gelten nur für muslimische Pilger, Diplomaten aus bestimmten Ländern, Journalisten und Mitarbeiter von Hilfsorganisationen.

Den Unterlagen muss ein Schreiben mit der genauen Route beigefügt werden. Die Auflage hängt mit Sicherheitsbedenken zusammen: Ohne Route darfst du dich im Land nicht frei bewegen. Das Visum gilt etwa einen Monat.

Studiere vor der Reise die lokalen Regeln: Du, nicht der Guide, bist für Verstöße verantwortlich. Prüfe außerdem die Warnhinweise der EU-Außenministerien und kläre, ob deine Versicherung in Afghanistan gültig ist.

  • Alkohol und Drogen sind verboten.
  • Kleide dich wie die Einheimischen: lange Ärmel, für Frauen ein Kopftuch, das Kopf und Schultern bedeckt.
  • Nimm Bargeld mit: Bankkarten funktionieren im Land nicht.
  • Fotografiere keine Menschen ohne Erlaubnis, und Militär- oder Regierungsgebäude darfst du nicht fotografieren.
  • Für Frauen gelten gesonderte Einschränkungen; kläre sie vor der Reise.

Die Natur in Afghanistan ist wunderschön, und es gibt viele Moscheen, einige davon gut erhalten. Sehenswürdigkeiten besuchst du sicherer mit einem einheimischen Guide. Manche bedeutende Stätten sind bereits verloren: Die Buddha-Statuen von Bamiyan wurden zerstört und lassen sich nicht wiederherstellen.

  • Der Haken: Karten funktionieren nicht, und Menschen darfst du nur mit ihrer Zustimmung fotografieren.

3. Saudi-Arabien: ein Visum für Touristen

Bis vor Kurzem war das Königreich fast so abgeschottet wie Somalia. Hinein kam man nur zur Arbeit oder auf religiöse Einladung. Dann begannen sich die Grenzen zu öffnen: Seit 2019 gibt es ein Touristen-E-Visum, Anträge werden auf der Touristenvisum-Website angenommen, die Bürgern von 66 Ländern offensteht (Stand: 09/2026).

Abendliches Panorama von Riad mit dem Kingdom Centre Tower© B.alotaby · CC BY-SAFoto: B.alotaby, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wikimedia Commons

Bürger von Israel dürfen nicht einreisen, und ein Stempel, der einen Israel-Besuch belegt, wird ebenfalls zum Ablehnungsgrund. Frauen, die ohne männliche Begleitung reisten, wurde lange kein Visum erteilt; diese Auflage wurde inzwischen gelockert.

Mekka und Medina bleiben für Nicht-Muslime geschlossen. Die Zahl der Touristen ist begrenzt, um eine Überfüllung während der Pilgerzeit zu vermeiden.

Die Infrastruktur hinkt der Nachfrage noch hinterher. Es gibt wenige All-inclusive-Hotels, fast kein Nachtleben, und im Badeanzug am Strand sonnen kannst du dich nicht. Alkohol und Drogen sind hier verboten, und daran wird sich nichts ändern.

Andererseits hat das Land Meer und Berge, Megastädte und Dörfer mit traditioneller Lebensweise. AlUla ist das, was Reisende am meisten anzieht.

  • Der Haken: Alkohol ist verboten, und Mekka und Medina sind für Nicht-Muslime geschlossen.

4. Jemen: Krieg am Roten Meer

Der Jemen liegt neben dem wohlhabenden Saudi-Arabien und wirkt im Vergleich arm. Er ist einer der ältesten Staaten der Welt, der größte Teil seines Territoriums ist von Sand bedeckt, und die Einnahmen stammen hauptsächlich aus Erdöl. Niemand entwickelt hier überhaupt touristische Infrastruktur.

Alter Markt in Sanaa mit Ständen und Menschen© Rod Waddington from Kergunyah, Australia · CC BY-SAFoto: Rod Waddington from Kergunyah, Australia, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0), Wikimedia Commons

Das Visum wird bei den diplomatischen Vertretungen ausgestellt, in der Regel für einen Monat. Bei der Ankunft erwartet dich eine vollständige Gepäckkontrolle, daher ist es besser, die Liste der erlaubten Einfuhren vorab zu studieren.

Sanaa verlässt du nicht ohne eine Sondergenehmigung der Touristenpolizei. Die Stadt selbst ist einen Aufenthalt wert: alte Moscheen und der Markt Souk al-Milh, wo Kunsthandwerker handgefertigte Waren verkaufen. Auch Aden, eine Stadt im Krater eines erloschenen Vulkans, ist interessant. Doch die Strecke von Sanaa nach Aden überquert die Frontlinie, daher ist eine solche Reise gefährlich. Von Aden aus kommst du nach Sokotra mit seinen endemischen Pflanzen.

Dieses Land kann man nicht als ruhig bezeichnen. Hier finden weiterhin Kampfhandlungen statt, und Schiffe, die das Rote Meer passieren, werden von der Küste aus beschossen. Flüchtige Kriminelle verstecken sich im Jemen, und wer gegen lokale Regeln verstößt, die für einen Nichtmuslim schwer zu verstehen sind, dem droht die Todesstrafe. Prüfe vor der Reise die Warnhinweise der EU-Außenministerien und kläre, ob deine Versicherung im Jemen gültig ist.

  • Der Haken: Kampfhandlungen und die Todesstrafe bei Verstößen gegen lokale Gesetze.

5. Tschad: Visa und Tierwelt

Die Republik Tschad liegt im Zentrum Afrikas und ist ein Binnenstaat. Ein bedeutender Teil des Landes ist von der Sahara bedeckt, und seinen Namen verdankt das Land dem Tschadsee, der teilweise auf seinem Territorium liegt. Das Wasser im See ist schmutzig und nicht zum Trinken geeignet.

Zwei Tiang-Antilopen laufen über die Savanne© John Weir · CC BY-SAFoto: John Weir, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0), Wikimedia Commons

Nur Bürger weniger Länder können ohne Visum in den Tschad einreisen. Alle anderen benötigen ein Einladungsschreiben von einem lokalen Bürgen. Wenn du keinen Bürgen hast, kannst du eine Einladung über eine Hotelbuchung in N'Djamena erhalten: Das Zimmer wird vollständig bezahlt, und das Geld wird nicht erstattet. Wird dein Visum abgelehnt, verlierst du den gesamten Betrag.

Die Suche nach einer Botschaft macht es nicht einfacher. In Europa werden Visa in Brüssel, Berlin, Paris und Bern ausgestellt, ein britischer Staatsbürger muss seine Unterlagen also in Frankreich einreichen. Es gibt eine zweite Möglichkeit: Der Stempel wird bei der Ankunft erteilt, aber du musst innerhalb von drei Tagen extra für die polizeiliche Registrierung zahlen.

Menschen kommen wegen der Natur in den Tschad: Es gibt vier große Nationalreservate, und eines davon, Zakouma, umfasst 3.000 km². Rund 800 Elefanten leben unter dem Schutz des Parks, das Ergebnis jahrelanger Bekämpfung von Wilderern (Stand: 09/2026, African Parks). Löwen und Giraffen sind in den Parks zu finden.

Viele kommen für Ausflüge zu afrikanischen Stämmen hierher, bei denen ungewöhnliche Traditionen erhalten geblieben sind. Frauen des Volkes der Sara setzen sich große Teller und Untertassen in die Lippen. Ähnliche Bräuche gibt es beim Stamm der Mursi in Äthiopien.

Für aktive Reisende bietet der Tschad die Besteigung eines erloschenen Vulkans und Jeep-Safaris durch die Savanne. Um deine Gesundheit solltest du dich hier selbst kümmern: Das Land hat fast keine medizinische Versorgung, es gibt nicht genug Ärzte, und die Krankenhäuser sind mit Freiwilligen internationaler Organisationen besetzt.

  • Der Haken: Eine Visumablehnung bedeutet den Verlust des Buchungsbetrags, und die medizinische Versorgung ist praktisch nicht vorhanden.

⁉️🤔 Häufige Fragen

In welches Land auf der Liste kommt man am einfachsten hinein?

Saudi-Arabien ist am einfachsten. Das Touristenvisum wird online bearbeitet, und Anträge werden über das Visaportal des Königreichs angenommen, das Bürgern aus 66 Ländern offensteht. Einschränkungen gelten weiterhin: Alkohol ist verboten, Mekka und Medina sind für Nicht-Muslime geschlossen, und ein Badeanzug am Strand ist nicht angebracht. Plane deine Reise im Voraus und prüfe die Regeln, bevor du Tickets kaufst.

Kann man als normaler Tourist nach Somalia reisen?

Formal ja, aber die Reise hat nichts mit einem gewöhnlichen Urlaub zu tun. Du brauchst eine Einladung, eine Genehmigung, um dich in der Region zu bewegen, einen Führer und einen Fahrer. Nach Sonnenuntergang nach draußen zu gehen ist verboten, und einige Gebiete werden von bewaffneten Gruppen kontrolliert. Ohne lokale Begleitung wirst du nirgendwohin gelassen.

Wie lange ist das Afghanistan-Visum gültig und was braucht man dazu?

Das Visum ist etwa einen Monat gültig, und zu den Unterlagen gehört ein Schreiben mit der genauen Route. Das Paket wird im Voraus vorbereitet: eine Einladung des Gastgebers, eine Routenbestätigung und Bargeld für Ausgaben, denn Bankkarten funktionieren im Land nicht.

Was gibt es im Jemen außer Sanaa zu sehen?

Von Sanaa aus musst du zuerst eine Genehmigung der Touristenpolizei einholen. Danach lohnt sich die Fahrt nach Aden, einer Stadt im Krater eines erloschenen Vulkans, und anschließend nach Sokotra, wo endemische Pflanzen wachsen. Sieh dir vor der Abreise die alten Moscheen von Sanaa und den Markt Souk al-Qat an.

Was gibt es im Tschad zu sehen und wie kommt man dorthin?

Menschen reisen wegen der Nationalparks in den Tschad, darunter Zakouma, der 3.000 km² umfasst und Heimat von etwa 800 Elefanten ist (Stand: 09/2026, Park-Website). Das Visum wird mit einem Einladungsschreiben eines Bürgen ausgestellt, oder du bekommst einen Stempel bei der Ankunft und meldest dich bei der Polizei an.

Der Videobericht unten behandelt Orte auf dem Planeten, die für Touristen noch immer geschlossen sind.

Kurz gesagt: Was du über geschlossene Länder wissen solltest

Wenn du eine Reise ohne Begleitschutz und Genehmigungen möchtest, beginne mit Saudi-Arabien: Das Visum bekommst du online, und das Land ist bereits für Touristen geöffnet. Wenn du echte Exotik willst und bereit für Begleitung bist, sieh dir Somaliland und den Tschad genauer an.

Afghanistan und Jemen hebst du dir besser für später auf: Das Risiko überwiegt dort die Erfahrung. Beide Länder verlangen Einladungen, Genehmigungen und volle Bereitschaft für das Unerwartete.

Prüfe vor dem Ticketkauf die Anforderungen auf dem offiziellen Visaportal Saudi-Arabiens und bestätige die Regeln für die jeweilige Region.