Berliner Dom – Geschichte, Foto, Beschreibung, Öffnungszeiten, Eintrittspreise 2021, Karte
Schon von weitem ist das grandiose, mit einer riesigen Kuppel geschmückte Gebäude zu sehen. Der Berliner Dom erhebt sich im Herzen der Hauptstadt Deutschlands, neben den berühmten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Die reich verzierte Fassade und das beeindruckende Interieur sind ein wahrer Augenschmaus. Als Hofkirche der regierenden Hohenzollern erbaut, ist dieser funktionierende Tempel heute eine Hochburg des protestantischen Glaubens in ganz Deutschland.
Baugeschichte
Die Geschichte des Berliner Doms reicht bis ins Jahr 1465 zurück, als am Ufer der Spree mit dem Bau der Pfarrkirche begonnen wurde. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts baute Karl Friedrich Schinkel, das Genie der deutschen Architektur, den bestehenden Tempel um und schuf ein strenges neoklassizistisches Gebäude, das sich durch einfache Formen und Minimalismus auszeichnet. Doch um die Jahrhundertwende änderte sich der Geschmack der deutschen Herrscher.
Kaiser Friedrich Wilhelm II. entschied, dass der eher bescheidene Schinkeldom den Anforderungen der Monarchie nicht mehr genügte und ließ einen luxuriösen Neubau errichten, der nach Ansicht des ambitionierten Kaisers das bedeutendste evangelische (protestantische) Kloster Europas werden sollte. Mit dem Bau wurde der Architekt und Professor an der Technischen Hochschule Charlottenburg, Julius Karl Raschdorf, beauftragt, dessen Projekt vom König von Preußen genehmigt wurde. 1893 wurde das alte Gebäude abgerissen.
Am 17. Juni 1894 begann der Bau des neuen Tempels, der zur Berliner Antwort auf den Petersdom in Rom und die St. Paul's Cathedral in London wurde. Mit 11,5 Millionen Mark aus der Staatskasse rechnete Wilhelm II. damit, dass die Hofkirche der Hohenzollern schon 1900 ihre Pforten öffnen würde. Die Pläne des Kaisers sollten jedoch nicht in Erfüllung gehen – der Berliner Dom wurde erst im Februar 1905 geweiht. Die Höhe des massiven Barockbaus mit Elementen der italienischen Renaissance betrug 114 Meter.
Nachkriegszustand und Restaurierung
Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Gebäude durch Luftangriffe schwer beschädigt. Die Ecktürme waren mit Rissen übersät, alle Altarfenster waren zerbrochen. Am 24. Mai 1944 traf eine Brandbombe die Kuppel. Die Holzverkleidung entzündete sich sofort. Eintreffende Feuerwehrleute konnten den Brandherd nicht erreichen – die Laterne, die das Gebäude krönte, fiel ins Innere und zerstörte den Boden, beschädigte die Dekoration und einen Großteil der Hohenzollerngruft.
Nach der Teilung Deutschlands 1949 landeten die Überreste des einstigen architektonischen Meisterwerks auf der Seite der DDR. Die Behörden hatten es jedoch nicht eilig, den Tempel wiederherzustellen. Alles lief darauf hinaus, dass die Hochburg des evangelischen Glaubens auf das Schicksal des gegenüberliegenden, 1950 gesprengten Kaiserpalastes wartete. Bis 1975 spiegelte sich die düstere Ruine mit Stahlgerüst statt Kuppel im Wasser der nahen Spree. Nur wenige Räume wurden von der Kirchengemeinde und der theologischen Fakultät der Humboldt-Universität genutzt.
Hilfe kam von ideologischen Gegnern – die meisten Mittel für die Restaurierung wurden von der Regierung Deutschlands und der Gemeinde der Westlutherischen Kirche bereitgestellt. 1993 fand der erste Gottesdienst im restaurierten Heiligtum statt, das 16 Meter tiefer lag als das vorherige. Das vergoldete Kreuz erschien erst am 19. August 2008 auf der Kuppel. Für die Herstellung und den Bau wurden 700.000 Euro ausgegeben. Die Reste des alten Kreuzes sind im Pfarrfriedhof an der Liesenstraße zu sehen.
Architektonische Besonderheiten
Wie alle barocken Bauwerke zeichnet sich der Berliner Dom durch räumliche Weite, Maßstäblichkeit und den Anspruch auf Größe aus. Die Struktur aus schlesischem Granit hat eine quadratische Form. Seine Höhe nach der Rekonstruktion beträgt 98 m. Eine Treppe führt zum Haupteingang. Darüber befindet sich ein gewölbtes Portal, in dessen Mitte ein Bild mit der Erscheinung Jesu die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Noch höher sind das Kreuz und die Statue des Erlösers, der die Gemeindemitglieder mit einer Geste segnet.
An den Seiten der Fassade mit vielen Basreliefs, Balustraden, Säulen und Statuen erheben sich zwei kleine Kapellen. Sie sind mit Giebeln, Skulpturen der Apostel geschmückt und mit Kuppeln gekrönt. Im Nordwestturm befindet sich eine dreistimmige Glocke, bestehend aus drei unterschiedlich großen Glocken. Der größte von ihnen – New Vilsnak – wiegt drei Tonnen. Es wurde 1929 gegossen und ist eine Nachbildung seines Vorgängers, der 1471 hergestellt wurde und 1921 abstürzte.
Die majestätische Kuppel mit einem Durchmesser von 33 m und einer Höhe von 74,8 m über den gesamten Umfang umgibt eine Seite, auf der sich in gleichem Abstand in den Himmel blickende Engel befinden. Ihre Messingfiguren wurden zwischen 1978 und 1981 installiert. Die Laterne auf der Kuppel krönt das Kreuz. 1,5 kg Gold wurden für seine Beschichtung ausgegeben. Wer die 270 Stufen nicht scheut, kann die Aussichtsplattform auf der Kuppelgalerie erklimmen und den Blick auf die Museumsinsel, den Gendarmenmarkt, den Reichstag und das Rote Rathaus genießen.
Innenräume
Im Gegensatz zu anderen protestantischen Kirchen, die sich durch Einfachheit und Bescheidenheit auszeichnen, verblüffen die Innenräume des Berliner Hauptdoms mit Luxus und opulenter Dekoration. Den Hauptteil des Innenraums nehmen Bänke für Gemeindemitglieder ein, die für 1.650 Besucher ausgelegt sind. Durch Buntglasfenster dringt Licht in die Kirche. Viele von ihnen zieren Szenen aus dem Neuen Testament des deutschen Malers Anton von Werner. Für zusätzliche Beleuchtung sorgen Lampen in Form von Kandelabern.
Dem Eingang gegenüber befindet sich der zentrale Teil des Doms – der Altarbereich, der durch eine fünfstufige Treppe erhöht wird. Das Heiligtum aus weißem Marmor und Onyx wurde 1850 von dem preußischen Architekten Friedrich August Stüler geschaffen und von der 1893 zerstörten Kirche in den Berliner Dom überführt. Hinter dem Altar erhebt sich das vergoldete Apostolische Tor, das auf beiden Seiten von massiven gusseisernen Kandelabern eingerahmt wird. Dahinter befindet sich ein weißes Taufbecken.
In der Nähe befindet sich eine geschnitzte Holzkanzel mit einem goldenen Kreuz, die von Otto Raschdorf, dem Sohn und Mitarbeiter des Domarchitekten, entworfen wurde. In die edle Eiche ist der Spruch „Das Wort des Herrn bleibt ewiglich“ eingraviert. Die Wände sind mit Flachreliefs, Gemälden, Mosaiken und Zitaten aus der Heiligen Schrift bedeckt. An der Basis der Kuppel befindet sich ein Bild des Symbols des Heiligen Geistes – eine lichterfüllte Taube.
Auf der linken Seite des Tempels fällt ein musikalisches Meisterwerk ins Auge – eine von marmornen Stützsäulen getragene neobarocke Orgel mit 7.269 Pfeifen und 113 Registern. Sein Autor ist der geniale Meister Wilhelm Sauer. Die feierlichen Klänge des Instruments, die durch die Vielseitigkeit der Klangfarben bestechen, kündigten erstmals 1905 der Berliner Dom an. Gegenüber der Sauer-Orgel befindet sich ein einfacher gewölbter Eingang zu einem kleinen Hochzeits- und Taufsaal. Sein Hauptschmuck ist das 1820 von Carl Begas gemalte Gemälde „Die Ausgießung des Heiligen Geistes“, das zu den bedeutendsten Kunstwerken des Doms zählt.
Dom als Grabstätte der Hohenzollern
Die Haupthofkirche des alten Geschlechts der Hohenzollern dient auch als Begräbnisstätte für Angehörige des fränkischen Zweiges des deutschen Fürsten- und Kaiserhauses, die bereits im 11. Jahrhundert in Schwaben Ländereien besaßen. In den Nischen des Domschiffes hinter den Gittern befinden sich goldglänzende Prachtsarkophage des brandenburgischen Kurfürsten Friedrich Wilhelm und seiner Gemahlin Dorothea sowie die Grabmäler von Andreas Schlüter, in denen der erste Preußenkönig Friedrich I, und Sophia Charlotte, die geliebte Frau des großen Kaisers, fanden ihre letzte Zuflucht.
Wenn Sie in die Krypta der Kathedrale hinuntergehen, finden Sie einen gewölbten Raum, der von gedämpftem Licht erhellt wird. Es herrscht immer Schweigen darin. 90 Vertreter der monarchischen Familie sind hier begraben. Alle Kunstrichtungen von der Spätgotik bis zur Romantik spiegeln sich in Sarkophagen und Särgen aus Stein, Metall und Holz wider. Die älteste Bestattung stammt aus dem Jahr 1499. Das letzte Mitglied der kaiserlichen Familie, das 1915 in der Krypta beigesetzt wurde, war die Tochter des Prinzen Adalbert von Preußen, die nur wenige Tage nach der Geburt lebte.
Öffnungszeiten und Ticketpreise
Sie können den Berliner Dom von Montag bis Samstag von 9:00 bis 20:00 Uhr, an Feiertagen und Sonntagen von 12:00 bis 20:00 Uhr besichtigen. Der letzte Besuch ist spätestens um 19:00 Uhr. Während der Wintersaison (vom 01.10. bis 31.03.) sind die Öffnungszeiten um eine Stunde verkürzt. Der Tempel ist aktiv und mit Beginn des Gottesdienstes für Touristen geschlossen. Sie können es jedoch als Gemeindemitglied besuchen. Wundern Sie sich nicht, wenn Sie am Altar eine Frau mit Soutane sehen. Im Protestantismus befürworten sie die Ordination von Frauen.
Serviceplan:
Die täglichen Ausgaben des Doms betragen etwa 15.000 Euro. Da der Staat diese Kosten nur zu 1/3 übernimmt, wird der Eintritt für Touristen bezahlt:
Alle 20 Minuten startet das im Preis enthaltene Ausflugsprogramm. Sie können auch den russischen Audioguide-Service nutzen (4 €). Der Berliner Dom ist eine christliche Konfession, vergessen Sie also nicht die grundlegenden Verhaltensregeln: Sprechen Sie nicht laut und tragen Sie keine aufreizende Kleidung.
Wo befindet es sich und wie kommt man dorthin
Der Berliner Dom befindet sich auf der Museumsinsel in der Nähe eines der berühmtesten Plätze der Metropole – dem Alexanderplatz. Adresse: Am Lustgarten, 10178 Berlin. Sie können hier erhalten:
Wenn Sie einen Besuch in der Hauptkirche der Stadt planen, lassen Sie etwas Zeit für einen Spaziergang durch den Lustgarten (Garten der Freude), einen Park, der 1573 gegründet wurde. Zu dieser Zeit wurde auf seinem Territorium Obst und Kräuter angebaut, und 1643 wurde hier ein Ziergarten angelegt.
Mittlerweile ist der Lustgarten einer der beliebtesten Treffpunkte der Hauptstadtbewohner. Die größte Attraktion des grünen Rasens mit Springbrunnen ist eine 70 Tonnen schwere Granitschale, die aus einem einzigen Stück Stein gefertigt ist. Wegen seiner Größe und Form nennen ihn die Bürger den „Großen Berliner Suppenteller“.









