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Sotschi-Hotels mit Pools: Warum wir diese Sammlungen entfernt haben

Sotschi-Hotels mit Pools: Warum wir diese Sammlungen entfernt haben

Die fünf Sammelbeiträge, die früher unter dieser Adresse zu finden waren, sind gelöscht. Es handelte sich um Listen mit Hotels mit Pool, darunter beheizte Meerwasserpools, Resortanlagen und All-inclusive-Optionen. Wir haben sie vollständig entfernt und nennen keine Namen und keine Preise.

An diesem Thema zeigt sich am deutlichsten, dass die Entscheidung keine rein redaktionelle politische Geste ist. Als die Europäische Union das Verbot einführte, hat sie seinen Zweck direkt benannt, und genau das schlüsseln wir unten auf. Ein Hotel mit Pool und All-inclusive-Verpflegung ist die Definition von nicht notwendiger Freizeit.

💡 Auf einen Blick:

  • welche fünf Sammelbeiträge gelöscht wurden und warum sie sich nicht umschreiben ließen
  • wie der erklärte Zweck des Verbots formuliert ist und was er für einen Verlag bedeutet
  • warum es sich um eine Vorschrift handelt, nicht um unsere redaktionelle Entscheidung
  • welche südlichen Ziele am Meer in den aktiven Bereichen der Website bleiben
  • Stand: 09/2026

Warum wir diese Beiträge gelöscht haben

Russlands umfassender Angriffskrieg gegen die Ukraine begann am 24. Februar 2022. Die vor diesem Datum verfassten Resort-Listen blieben auf der Website stehen und erfüllten weiterhin ihre einzige Funktion: Leserinnen und Leser zur Buchung zu bewegen. Sie hatten außerhalb dieser Funktion keinen Informationswert, deshalb ging es nicht um Überarbeitung, sondern um Löschung.

Alle alten Adressen in allen Sprachversionen leiten jetzt dauerhaft auf diese Seite um, sodass jemand, der über die Suche hier landet, eine Erklärung bekommt statt einer leeren Seite.

Wir nennen bewusst keine Unterkünfte und keine ihrer Merkmale, auch wenn das in einem erklärenden Text harmlos wirken würde. Eine namentlich genannte Resortanlage funktioniert selbst in der Vergangenheitsform als Empfehlung: Man merkt sich den Namen, nicht den Kontext. Deshalb sprechen wir nur über die Art der gelöschten Sammelbeiträge, und das reicht, um zu verstehen, was sie abdeckten.

Die finanzielle Seite ist wie folgt formuliert. Der Anteil der Öl- und Gaseinnahmen am russischen Haushalt sank 2025 und 2026 auf rund 22 Prozent, während der Anteil der Einnahmen außerhalb von Öl und Gas auf rund 78 Prozent stieg (OSW Centre for Eastern Studies, 12.09.2025). Eine Resortanlage mit Pool und Restaurant zahlt Steuern in genau diesen Teil des Haushalts, weshalb das Argument auf der Einnahmenstruktur beruht und nicht auf dem Öl.

Der Zweck des Verbots wird direkt benannt

Sanktionen werden meist allgemein beschrieben, aber hier ist das nicht nötig: Der Zweck wird offen ausgesprochen. Das erklärte Ziel des Verbots ist es, die Einnahmen zu verringern, die Russland aus tourismusbezogenen Dienstleistungen erzielt, und die Bewerbung nicht notwendiger Reisen und Freizeitaktivitäten im Land einzudämmen (Skadden, Analyse des 19. Sanktionspakets, 11/2025).

Die Formulierung zur Freizeit ist hier kein Zufall. Sie trennt notwendige Reisen von nicht notwendigen Reisen: Eine Geschäftsreise, ein Familienbesuch oder humanitäre Arbeit wird nicht mit einem Urlaub in einer Resortanlage gleichgesetzt. Unsere gelöschten Sammelbeiträge fielen vollständig in die zweite Kategorie, ohne eine einzige Ausnahme, und dies ist einer der seltenen Fälle, in denen die Verordnung eine bestimmte Textgattung fast wörtlich beschreibt.

Aus dieser Formulierung folgen zwei Dinge. Erstens hat der EU-Gesetzgeber Tourismus ausdrücklich als staatliche Einnahmequelle anerkannt, nicht als neutrale Aktivität. Zweitens wird „Bewerbung" getrennt von der Dienstleistung selbst genannt, und Bewerbung ist genau das, was ein Hotel-Sammelbeitrag tut: Er erzählt dir, wie schön es dort ist, und lädt dich ein, dich zu entscheiden.

Die Vorschrift selbst sieht so aus: Die Verordnung (EU) 2025/2033 des Rates vom 23. Oktober 2025 ersetzte Absatz 2 des Artikels 5n der Verordnung 833/2014 durch ein direktes Verbot der Erbringung von Dienstleistungen, die unmittelbar mit touristischen Aktivitäten in Russland zusammenhängen (EUR-Lex). Das Verbot erstreckt sich auch auf Online-Plattformen und Apps, die Buchungen, Ticketverkauf und Visumshilfe ermöglichen, wenn all dies mit Tourismus verbunden ist (Fieldfisher).

Das ist eine Vorschrift, keine redaktionelle Geste

Die Übergangsfrist galt nur für Verträge, die vor dem 24. Oktober 2025 geschlossen wurden, und endete am 1. Januar 2026; nach diesem Datum gibt es keine Ausnahmen (Skadden, 11/2025). Das ist wichtig, denn Leserinnen und Leser dürfen zu Recht fragen, ob wir unsere eigenen Überzeugungen als rechtliche Verpflichtung ausgeben.

Die Antwort lautet: Der rechtliche Teil gilt für jede Person in der Europäischen Union, unabhängig davon, was unsere Redaktion denkt. Der redaktionelle Teil betrifft nur die Tatsache, dass wir keine Wege gesucht haben, innerhalb des formal Erlaubten zu bleiben, und keine „neutralen" Versionen derselben Listen veröffentlicht haben. Das sind verschiedene Ebenen, und wir vermischen sie nicht.

Es lohnt sich auch zu erklären, wie die Übergangsfrist funktionierte, denn darum gibt es viel Verwirrung. Sie betraf Verträge, nicht Reisende: Die Vorschrift galt nicht für die Erfüllung von Vereinbarungen, die vor dem 24. Oktober 2025 geschlossen wurden, und von Nebenverträgen, die für deren Erfüllung notwendig sind (EUR-Lex, Verordnung 2025/2033). Mit anderen Worten: Es ging darum, Unternehmen die Abwicklung bereits begonnener Vorgänge zu ermöglichen, nicht um eine schrittweise Einführung der Beschränkung. Seit dem 1. Januar 2026 ist diese Ausnahme ausgeschöpft.

Die praktische Seite liefert ein weiteres Argument, das weder vom Recht noch von Überzeugungen abhängt. Visa und Mastercard kündigten die Aussetzung ihres Betriebs in Russland am 5. und 6. März 2022 an. Der Betrieb wurde am 10. März 2022 eingestellt, und außerhalb des Landes ausgestellte Karten funktionieren dort nicht (The Moscow Times, 06.03.2022). Der organisierte Tourismus in das Land brach bereits 2022 um rund 90 Prozent ein (Branchenstatistik-Überblick, Fox News, 2022).

Was das für dich als Leserin oder Leser in der EU bedeutet

Punkt

Stand: 09/2026

Quelle

Erklärter Zweck des Verbots

Russlands Einnahmen aus solchen Dienstleistungen senken und die Bewerbung nicht notwendiger Reisen und Freizeitaktivitäten eindämmen

Skadden, 11.2025

Rechtsgrundlage

Artikel 5n Absatz 2 der Verordnung 833/2014, geändert durch Verordnung 2025/2033 vom 23.10.2025

EUR-Lex

Übergangsfrist

Endete am 01.01.2026, keine Ausnahmen

Skadden, 11.2025

Online-Buchung und Visumservice

Vom Verbot erfasst, wenn sie mit Tourismus zusammenhängen

Fieldfisher

Bezahlen mit einer EU-Karte

Seit dem 10.03.2022 nicht mehr möglich

The Moscow Times

Reisehinweis des Auswärtigen Amts

„Vor Reisen in die Russische Föderation wird gewarnt"

Auswärtiges Amt

Wohin du stattdessen fahren kannst

Die Anfrage drehte sich um einen Pool, Vollpension und einen planbaren Urlaub. Die aktiven Bereiche der Seite beantworten das: Türkei, Zypern, Griechenland, Bulgarien und, für eine kurze Anreise aus Deutschland, Italien und Spanien. Beheizte Pools und eine lange Saison gibt es an all diesen Küsten, und sowohl Karten als auch Versicherungen funktionieren dort.

Die grundsätzliche Erklärung der Redaktion für den gesamten Bereich findest du in der Bereichsübersicht. Verwandte Themen: unsere Position zu Strandhotels und unsere Position zu Familienhotels.

Unsere Position

Wir sind überzeugt, dass das Veröffentlichen von Resort-Listen über ein Land, das einen Krieg gegen einen Nachbarstaat führt, Leser nicht informiert, sondern dazu beiträgt, Urlaub dort zu bewerben. Nach unserer Einschätzung beschreibt der Wortlaut des Verbotszwecks unsere bisherige Arbeit treffender, als uns lieb ist: Wir haben tatsächlich nicht notwendige Freizeitaktivitäten beworben. Deshalb haben wir uns entschieden, diese Beiträge zu löschen und den Grund an derselben Adresse zu erklären.

Wir schreiben über einen Staat und seine Politik, nicht über Menschen aufgrund ihres Passes. In Russland gibt es Menschen, die sich gegen den Krieg ausgesprochen und dafür Haftstrafen erhalten haben. Unsere Entscheidung, keine Reiseführer für Russland zu veröffentlichen, hat mit Geld, Sanktionen und der Sicherheit der Leser zu tun, nicht mit Nationalität.

Veröffentlichungsdatum: 3. September 2026. Zuletzt aktualisiert: 3. September 2026.

⁉️🤔 Häufige Fragen

Gilt das Verbot wirklich für einen normalen redaktionellen Artikel?

Wir erteilen keine Rechtsauskünfte. Wir gehen davon aus, dass die Liste der erfassten Dienstleistungen Werbedienstleistungen im Zusammenhang mit Tourismus umfasst und dass der genannte Zweck des Verbots ausdrücklich die Förderung von Reisen und Freizeit nennt. Eine Hotelübersicht erfüllt genau diese Funktion, deshalb veröffentlichen wir sie nicht.

Warum konntet ihr die Listen nicht einfach ohne Buchungslinks stehen lassen?

Weil das die Werbefunktion nicht beseitigt. Ein Text, der Resortanlagen vergleicht und dazu rät, eine davon zu wählen, bleibt eine Förderung, unabhängig davon, ob ein Link vorhanden ist.

Ist das nicht eine Bestrafung für private Hotelbesitzer?

Wir stellen keine Forderungen an private Unternehmen und rufen niemanden zum Boykott auf. Wir entscheiden nur über unsere eigenen Veröffentlichungen. Die fragliche Regelung richtet sich an Personen aus der Europäischen Union, nicht an russische Unternehmen.

Wohin führen die alten Adressen dieser Übersichten?

In allen Sprachversionen auf diese Seite, damit die Leserin oder der Leser statt einer Fehlerseite eine Erklärung und eine Liste von Reisezielen erhält.

Ihr habt drei Texte über Hotels in einer Stadt. Warum so viele?

Weil diese drei Seitengruppen über unterschiedliche Suchanfragen und unterschiedliche interne Links erreicht wurden und die Weiterleitung thematisch passend landen soll statt in einem allgemeinen Sammelsurium. Jeder der drei Texte erklärt die Entscheidung aus seinem eigenen Blickwinkel: dieser hier über den genannten Zweck des Verbots, die benachbarten über den Geldrahmen und über die Sicherheit.

Kurz gesagt

Fünf Übersichten zu Hotels in Sotschi mit Pool und Vollpension wurden entfernt. Der genannte Zweck des EU-Verbots nennt ausdrücklich die Förderung nicht notwendiger Freizeitaktivitäten. Die Regelung ist Artikel 5n Absatz 2 der Verordnung 833/2014 in der Fassung der Verordnung 2025/2033; die Übergangsfrist endete am 1. Januar 2026. Die Bezahlung einer Unterkunft mit einer EU-Karte ist seit März 2022 nicht mehr möglich. Die südlichen Ziele am Meer, über die wir weiterhin berichten, sind oben aufgeführt.

Wie du helfen kannst

Wir sammeln kein Geld und erhalten nichts über die unten stehenden Links. Es handelt sich um offizielle Websites von Organisationen, die mit den Folgen des Krieges arbeiten:

Quellen

Linkprüfung: 03.09.2026.